Zürich 2022

Zürichsee

Montag, 16.05.2022 – Tagesausflug vom Bodensee nach Zürich

Mit dem Zug aus Singen kommend, haben wir in Schaffhausen 17 Minuten zum Umsteigen. Man sollte meinen, das reicht, um kurz pullern zu gehen, und das hätte es vermutlich auch, allerdings muss ich auf schmerzliche Art und Weise erfahren, dass man hier ohne Kreditkarte nicht weit kommt. Und genau die hatte ich heute Morgen, aus gegebenem Anlass, noch schnell sperren lassen! In bar kann man die 1,50€ bzw. CHF (!) nicht entrichten, also fluche ich kurz lautstark weil ich ein bisschen vom Glauben abfalle… Und muss bis Zürich durchhalten!

Immerhin fährt der Zug nach Zürich dann pünktlich ab und kurz darauf passieren wir den Rheinfall bei Schaffhausen (obwohl Neuhausen viel näher dran ist aber man sagt halt Schaffhausen). Unsere Aussicht dort hinunter ist fantastisch und ein Vorgeschmack auf den morgigen Tag, den wir genau dort, am Rheinfall nämlich, verbringen wollen!

Altstadtgassen

Unsere Sitznachbarin treibt mich dann allerdings sehr bald mit ihrem Geraschel der Neuen Zürcher und dem Kaugummi-Gekatsche in den Wahnsinn. Aber nach dem Zug-Verpassen und mit voller Blase, bin ich wahrscheinlich auch gerade etwas zart besaitet. Offenbar ist der heutige Tag dafür da, dass ich gelegentlich meine Toleranzgrenzen erweitere… Ansonsten ist die Fahrt nach Zürich landschaftlich weitaus unspektakulärer als ich gedacht hätte: Ein paar Felder, viel Industrie, dann der Züricher Flughafen. Schon sind wir da. Ein gigantisch großer Bahnhof, zumindest dort wo wir ankommen, fühlt man sich auch eher wie an einem modernen Flughafen! Für 2€ (!) kann ich dort auch endlich Wasser lassen! Teures Pflaster die Schweiz… Aber das wissen wir ja schon von gestern!

Außerhalb des Bahnhofs brennt der Komet unermüdlich. Aber wir werden langsam müde. Das ist natürlich Jammern auf hohem Niveau, aber nach so einem langen Winter ist so viel Sonne am Stück einfach eine kleine Herausforderung.

Meine ersten Eindrücke von der größten Stadt der Schweiz: sehr viele Geschäfte, noch mehr Gastronomie und noch mehr Menschen – alle sehr stilbewusst. Ich fühle mich wie der letzte Penner in Bluse, Jeans-Shorts und Turnschuhen…

Altstadtgassen

Wir trudeln ziellos umher und landen letztlich an der Limmat, dem Fluss in Zürich, an dem sich alles ziemlich viel abspielt: Hier fahren kleine Schiffchen entlang, die Menschen sitzen auf Badeplattformen und können hier tatsächlich schwimmen, man geht spazieren, man nutzt die Gastronomie, kurz: man hält sich hier gern und viel auf!

an der Limmat

Was uns betrifft, sieht das allerdings etwas anders aus. Wir überqueren die Limmat nur kurz auf der Münsterbrücke und steuern dann auch schon den Zürichsee an, der nämlich bereits in Sicht ist. Er ist unser einziges wirkliches Ziel hier heute, und deshalb begeben wir uns dort auch relativ bald hin. Ich hatte mich informiert und wir wollen gerne die „Mini Seerundfahrt“ (60 Min) machen. Wenig überraschend, legt dieses Schiff gerade ab, als wir es entdecken… Kurzerhand buchen wir die „Kleine Seerundfahrt“ (90 Min).

Zürichsee

13 Uhr. Schiff Ahoi! Es wird wirklich eine tolle Fahrt mit Aussicht auf Zürich und ein paar Vororte!
Aber wir sind auch irgendwie k.o.! Und: Wir wissen nicht wohin mit uns nach der Fahrt. Im Internet suchen können wir in der Schweiz nicht ohne weiteres, aber im Endeffekt ist das auch nicht nötig; ich habe das zu Hause bereits ausgiebig getan und dort schon festgestellt, dass es hier im Innenstadtbereich, den wir aus Bequemlichkeitsgründen nicht verlassen wollen, nicht allzu viel gibt, abgesehen von Zürichsee, Kirchen und Museen.

Zürichsee

Wir sind trotzdem hergekommen, in der Hoffnung, dass sich vor Ort dann schon noch was ergeben würde… Den Eindruck haben wir inzwischen aber nicht mehr. Deshalb fassen wir noch auf dem Schiff den groben Plan, im Anschluss nur noch essen zu gehen und dann abzureisen. Sorry Zürich, nichts für ungut, aber die insgesamt 100€ An- und Abfahrtskosten haben sich nicht wirklich gelohnt!

Zürichsee

Zürich erscheint mir (mit dem nötigen Kleingeld) zwar durchaus lebenswert mit so viel Wasser und unzähligen Oasen zum Sitzen und Kaffee trinken an jeder erdenklichen und unerdenklichen Stelle – aber der Funke springt einfach nicht über…

Erstmal zur grünen Meerjungfrau. Philipp benötigt ein zuckriges Kaltgetränk und WLAN, ich benötige ein WC. So hat jeder seine Bedürfnisse. Und im nächsten coop Restaurant [!!keine Werbung!!] decken wir uns mit Pizza, Salat und Limo ein und können so verhältnismäßig erschwinglich lunchen (in Summe 38€).

Lunch Time

Es ist unsere erste Pizza im gesamten Urlaub und zum Glück schmeckt sie auch sehr gut! Zudem sitzen wir hier sehr nett, das Restaurant befindet sich in der 4. Etage von coop city [!!keine Werbung!!] und wir ergattern einen Platz auf der schmalen Terrasse! Wir sind nun satt und zufrieden und beenden Zürich an dieser Stelle.

Nicht ganz auf direktem Weg gehen wir zurück zum Bahnhof. Der nächste Zug fährt in 20 Minuten! Geht doch! Timing ist halt alles!

Zum Durchblättern: Fotoalbum Zürich

Zürichsee