Montag, 19. August 2024
Einen Tag vor dem Abflug
Wir verbringen die Nacht vor dem Flug im Flughafenhotel in Hannover. Das ist etwas dekadent, wir könnten für die 50km auch einfach morgen früh um 5 zu Hause losfahren aber die Hotel-Rate inkl. einer Woche Parken war fair und so gönnen wir uns das einfach mal, schließlich gab es ein bisschen Urlaubsgeld von Schwiegereltern! 🙂 Wir finden, hiermit ist ein Teil davon schon mal hervorragend angelegt.
Der heutige Montag stand meinerseits noch im Zeichen von letzten Besorgungen, Pediküre und Wohnung aufräumen, auch wenn es zum Putzen leider nicht mehr gereicht hat, aber so wird mir wenigstens nicht langweilig wenn wir wieder nach Hause kommen…
Gegen 15.15 Uhr brechen wir nach einem „Abschieds“-Käffchen bei meinen Eltern auf, denn wir wollen in Hannover gerne noch auf die Aussichtsterrasse vom Flughafen. Kaum zu glauben, dass wir dort noch nie gewesen sind.
Der Hotel Check in ist schnell erfolgt, unser Zimmer riesig und sehr schön. Der Eintritt für die Flughafen-Terrasse kostet 3,50 Euro und ist, besonders mit Kindern, als Ausflugsziel zu empfehlen. Als wir hier sind ist es in erster Linie: Ruhig! Es herrscht eine eigenartige, angenehme Stille über der Betriebsamkeit des Airports. Die Sonne strahlt und wir genießen es sehr, hier zu sein. Das war die richtige Entscheidung. Besonders genießen wir die Tatsache, zur Abwechslung einmal ohne Gepäck und Stress am Flughafen zu sein, das ist in der Tat ungewöhnlich.
Zurück in unserem Hotel, gönnen wir uns dort im Restaurant ein köstliches Abendessen, Philipp Burger (als Einstimmung und Vorfreude auf die amerikanische Küche), ich veganes Gemüsecurry mit Reis (weil auch ich weiß was mich mit der amerikanischen Küche erwartet…).
Jetzt kann der Urlaub beginnen! Wie gut, dass wir von all den Hürden, die morgen auf uns warten, noch nichts ahnen…
Hannover in Bildern – zum Durchblättern:
Dienstag, 20. August 2024
Abenteuer London
Um 10 vor 5 klingelt mein Wecker, ich brauche ja immer ein bisschen morgens… Gegen halb sechs haben wir beide geduscht und bringen die Dinge, die wir nun nicht mehr benötigen, ins Auto, bevor wir etwas später dann auschecken und uns um halb sieben den etwa zweiminütigen Fahrweg zum Terminal shutteln lassen. Um es nicht noch langwieriger zu gestalten, als es war, möchte ich das nun folgende Anreise-Erlebnis-Szenario gerne tendenziell stichwortartig wiedergeben:
-ca. 7 Uhr Koffer abgeben bei British Airways in Hannover, unkompliziert und schnell da wir sehr weit vorne in der Schlange stehen
-Flughafenfrühstück zu Flughafenpreisen, die Stimmung zwischen uns ist unnötig gereizt, vielleicht wegen der frühen Uhrzeit
-um 7.45 Uhr nutzen wir unseren reservierten Time Slot für die Security und freuen uns, so die Schlange umgehen zu können, immer wieder komfortabel und empfehlenswert
–am Gate treffe ich jemanden, sie sind insgesamt zu dritt und auf dem Weg nach London (also mit unserem Flieger) zu Taylor Swift, heute Abend ist das Konzert, morgen fliegen sie dann schon wieder zurück
-um 8.45 Uhr beginnt das Boarding und wir beziehen unsere gewünschten Gangplätze in Reihe 6
-um 09.10 Uhr sollten wir starten, es kommt jedoch ein „medizinischer Notfall“ dazwischen als wir eigentlich schon unterwegs zur Startbahn sind
–wir docken wieder an, die Sanis, die reinkommen versorgen die bewusstlose Person im hinteren Teil des Fliegers, und transportieren sie zügig ab
-was aber richtig lange dauert ist eine neue Startgenehmigung von der Flugsicherung
-unsere sowieso schon nicht sehr großzügige Umsteigezeit in London schmilzt dahin, wenigstens habe ich heute Morgen eine Mail von American Airlines bekommen, dass der Flug nach Chicago 45 Min später geht, vielleicht reißt uns das ja raus?!
-als ich vom Flugzeug-WC komme, spreche ich einen unserer Stewarts an, wie es wohl um unseren Anschlussflug steht, er schaut nach und versichert mir, dass das klappen wird, ich glaube ihm nicht
-mit zwei Stunden Verspätung starten wir endlich in Hannover, ein Gutes hat es, wenn man so unter Druck steht, dann hat die Flugangst keinen Platz
-über London dann das obligatorische Gekreise, es benötigt eine freie Landebahn, in Heathrow nicht so einfach
-in London gelandet, rennen wir und rennen und rennen und stehen dann doch vor einem gerade abfahrenden Bus, mit dem wir von Terminal 3 zu Terminal 5 fahren wollten; der nächste Bus kommt in acht Minuten, das könnten acht Minuten zu viel sein…
-die Busfahrt dauert zehn Minuten und das ist viel wenn man darauf wartet, anzukommen und weiter zu rennen…
-am richtigen Terminal angekommen rennen wir wieder los und ahnen schon, dass gleich das Nadelöhr Sicherheitskontrolle kommt, wir kennen den Flughafen ja schon
-soweit kommt es gar nicht erst, wir dürfen den zweiten Prüfpunkt der Bordkarten gar nicht mehr passieren, denn unser Flug wird ohne uns starten (Warum?? Mittlerweile hat American sogar noch mal 30 Minuten mehr Verspätung!)
–am Schalter von American Airlines verweist man uns an British Airways, die hätten schließlich die Verspätung verursacht
-bei British Airways dauert es unfassbar lange bis wir dran sind, denn wir sind bei weitem nicht die einzigen
-noch länger dauert es dann bis die Mitarbeiterin eine Lösung gefunden hat: wir sind auf Stand By bei British Airways für heute Nachmittag (also bald), d.h. wenn genug Leute fehlen, dürfen wir mit (denn andere Leute haben auch Stand By Tickets), wenn nicht, dann sind wir 24h später auf einer United-Maschine safe gebucht
-Oh mein Gott, wir wollen bloß nicht eine Nacht in London ins Hotel müssen, bitte nicht!! (Aber wenn doch, sind wir wenigstens vorbereitet und haben Wechselklamotten immer reichlich im Handgepäck!!)
–Wieder rennen! Wir müssen wieder zurück ins British Airways-Terminal, lass uns schnell einen Bus zurück nehmen!!
-Eigentlich sollten wir am noch auf den zweiten Verpflegungsgutschein über 10 GBP warten aber zum Glück tun wir das nicht, wie sich herausstellen wird, haben wir nicht mal Zeit und Gelegenheit den ersten einzulösen!
-Zurück im betreffenden Terminal dauert es an den Sicherheitskontrollen unendlich lange und wir kommen gerade rechtzeitig vorm Boarding an unser Gate C53, wo ein sehr bemühter Mitarbeiter alle Standby Tickets entgegennimmt (wir sind bei weitem nicht die einzigen!) und nach und nach gültige Bordkarten ausstellt
-nach einer gefühlten Ewigkeit halte ich unsere richtigen Bordkarten in der Hand, ich kann es kaum fassen und könnte auf der Stelle in Tränen ausbrechen vor Erleichterung, doch dafür bleibt keine Zeit
-Durchgeschwitzt, mit Kopfschmerzen und annähernd dehydriert müssen wir rein in den Flieger und wir sitzen sogar nebeneinander!!
-es folgt einer der anstrengendsten Flüge, die ich bisher gemacht habe, zwar dauert es nur sieben oder acht Stunden in der Luft, aber wir starten anderthalb Stunden verspätet (!), deshalb summiert es sich dann doch
-wir landen endlich in Chicago, rollen aber noch eine schier endlos lange Zeit bis zum Andocker, doch dann sind wir so schnell wie noch nie durch die Immigration, nur zwei Leute vor uns
–die Koffer sind sofort da, obwohl ich fest davon ausgegangen war, dass die noch in London stehen durch den Hickhack
-wir suchen uns den Weg zum Train der Blue Line ins City Center und werden Gott sei Dank von einem Mitarbeiter am Fahrscheinautomat aufopferungsvoll unterstützt, sonst wäre ich wohl spätestens hier in Tränen ausgebrochen, so langsam bin ich echt durch
-auf der 45minütigen Fahrt zur Station „Washington“ im Stadtzentrum bin ich so fix und fertig, dass ich nur noch immerzu „Ich will meine Mama…“ murmeln kann
-Ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve in dieser Bahn und habe das Gefühl, dreimal um die Welt geflogen zu sein, ich bin einfach fertig mit der Bereifung!
-den Bus zum Hotel finden wir glücklicherweise auf Anhieb und wir fühlen uns auch im Dunkeln sicher weil hier ein gigantisch großes Polizeiaufgebot steht, neben unserer Haltestelle aber eigentlich überall wo wir nun langfahren zum Hotel
-unser Zimmer ist unsagbar toll und groß, doch dafür ist jetzt keine Zeit, es wird nur noch geduscht (unter der riesigen Regenfalldusche), dabei summe ich ganz automatisch immer wieder die beiden Textzeilen „Nobody said it was easy…. no one ever said it would be so hard“ aus The Scientist von Coldplay, und dann geht es ab ins Bett!!
Es ist jetzt 22 Uhr Ortszeit Chicago, die perfekte Zeit um schlafen zu gehen. Wir sind nun exakt und auf die Minute genau 24 Stunden unterwegs! ES REICHT!
Okay! Bist du bereit für den 1. Tag in Chicago!? >>>




