Anreise DUS > SFO

Düsseldorf

Monatelang haben meine Freundin F. und ich die Tage (!) gezählt bis es endlich soweit war: FINALLY – Am 2. Juni 2011 saßen wir in der Bahn nach Düsseldorf! Ein wenig traurig, unsere Männer (und Mütter) daheim lassen zu müssen – und dennoch natürlich voller Erwartungen auf die kommende Zeit. Kaum zu fassen, dass das jetzt alles wahr wurde!

Aber fangen wir vorne an. F. war mit mir in einer Berufsschulklasse. Wir saßen nebeneinander. Als wir relativ schnell begriffen, dass wir beide unbedingt einmal die Westküste der USA bereisen wollten, aber unsere Partner nicht, ging es ziemlich schnell. Wir buchten Hals über Kopf diese Reise, die, das kann ich vorweg nehmen, eine der prägendsten und erinnerungsreichten aller Reisen für mich werden sollte!

Ende 2010 war das, da haben wir die Air Berlin Flüge gebucht (ja, da gab es noch die gute, alte, schöne Air Berlin!) und das große Planen ging los. Heutzutage mache ich das andersrum: Jeder Tag wird einigermaßen detailliert geplant und darauf aufbauend suche ich Flug- und Hotelpreise. Aber ehrlich gesagt, es funktionierte damals natürlich auch so…

Aufregung in Düsseldorf

Bei all dem Plänemachen und Recherchieren war schnell klar, dass wir vorab eine Übernachtung in Flughafennähe brauchen würden, da wir morgens schon recht früh von Düsseldorf abheben sollten und dies für uns nicht gerade „um die Ecke“ ist. Glücklicherweise ergatterten wir auf Anhieb ein echtes Hotel-Schnäppchen, über das man keine Sekunde nachdenken musste!

Düsseldorf

Deshalb waren wir also schon einen Tag vor Abflug auf dem Weg. Nach der langen Bahnfahrt in einem extrem überfüllten ICE (Himmelfahrt geschuldet), gelangten wir über ein paar kleine Umwege zum Hotel und freuten uns über ein kostenloses Upgrade auf eine riesige Suite mit schickem Badezimmer, in dem wir gleich mal meine für diesen Tag angesetzte Haarefärbe-Aktion starteten. Wenn´s schief geht, bin ich damit wenigstens nicht im Büro sondern weit weg… Nun gut, es ging natürlich nicht schief. Jedenfalls nicht das mit der Haarfarbe…

Abends ging es nämlich nochmal raus… aber der Reihe nach. Zunächst fuhren wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof von Düsseldorf, um im dortigen Kino Eintrittskarten für später zu kaufen, an diesem Tag lief HANGOVER 2 bei uns an, das durften wir nicht verpassen!

Mit den Kinokarten in der Tasche ging´s ab in die U-Bahn und zur Kö. Ich kann ja nicht zum zweiten Mal in Düsseldorf sein und nur den Flughafen kennen. Doch irgendwie waren wir nicht gerade beeindruckt und verbrachten hier letztlich nicht gerade viel Zeit, zumal uns auch der Hunger trieb. Nach einem Fotostopp ging es also zurück zum Bahnhof und die erstbeste Gelegenheit, ein leider ganz schrecklicher China-Imbiss, war unsere Wahl!

Düsseldorf

Der Film entschädigte jedoch alle Strapazen des Tages. Doch dann geschah es! Wir gingen aus dem Kinosaal hinaus in einen Innenhof und F. knickte um und konnte mit dem linken Fuß nicht mehr auftreten, sie hatte tierische Schmerzen. An diesen Moment erinnere ich mich nur wie durch Nebel. Man denkt in dieser Sekunde gleichzeitig nichts und irgendwie auch alles, was jetzt davon zu gleiten droht…

Meiner Freundin ging es ganz schnell ganz schlecht. So schlecht, dass wir kaum im Bett lagen, ehe wir uns dann doch noch mit dem Taxi auf den Weg in die Notaufnahme machten. Da muss es schon fast Mitternacht gewesen sein. Auch hieran habe ich kaum Erinnerungen, ich weiß wirklich nicht wie kurz oder lange ich auf den unbequemen Plastikstühlen im Wartebereich saß oder was mir in der Zeit durch den Kopf ging. Ich meine aber, mich zu erinnern, dass ich dort erstaunlicherweise alleine gewesen bin, also wird es in Wirklichkeit wohl keine Ewigkeit gewesen sein, bis wir Klarheit hatten.

F. musste zuerst zum Röntgen, um auszuschließen, dass etwas gebrochen ist. Man diagnostizierte ihr eine starke Bänderdehnung und fünf Tage Kühlung und Schonprogramm! Was soll´s? Es war nicht zu ändern. Immerhin versprach die Ärztin baldige Besserung und das Wichtigste: Flugtauglichkeit! Nicht unterkriegen lassen!

Zugegeben… ganz so optimistisch waren wir zu dem Zeitpunkt selbst noch nicht…

Abflug in Düsseldorf

Am Freitag, den 3. Juni war es endlich soweit und nach nur vier Stunden Schlaf mussten wir los! Früh morgens am Check In zu stehen und der Mitarbeiterin zu sagen, dass man gerne nach San Francisco einchecken möchte… einfach nur ein gigantisches Gefühl für uns alleinreisende Mädels, gerade mal in unseren frühen Zwanzigern!

Leider gab es mit eben jener Dame am Check gleich noch sehr, sehr viele Diskussionen über unsere Gepäckmengen und auch darüber ob F. mit einem humpelnden Fuß wohl überhaupt einen Langstreckenflug antreten dürfte…

Letztendlich: Durfte sie. Und nach den Sicherheitskontrollen saßen wir natürlich eine Weile herum weil rumlaufen eben nicht drin war. Wir nutzten die Wartezeit zum Frühstücken und um letzte Kontakte in die Heimat aufzunehmen, bevor wir die nächsten zwölf Stunden in unseren Flugzeugsitzen verbrachten…

San Francisco 2011

Erster gemeinsamer Langstreckenflug

Zuerst haben wir die Bordzeitungen gelesen um den Schock zu verdauen, dass es bei Air Berlin nicht an jedem Platz einen eigenen Fernseher mit Filmen und Musik gibt. Dann wurde geschlafen, zweimal gab es Essen und hin und wieder vertaten wir uns die Füße. Wir hatten in einer Zweierreihe einen Fenster- und einen Gangplatz, besser ging´s wirklich nicht. Ich saß am Fenster und konnte daher auch Vancouver von oben fotografieren. Eines Tages…

Noch viel aufregender wurde es jedoch als wir dann über San Francisco waren und unvergessliche Ausblicke auf die Stadt und die Golden Gate Bridge hatten… Und dann waren wir da! Nach einem riesigen Bogen über die Stadt und die Bay, landeten wir reichlich erschöpft aber unfassbar glücklich in der viertgrößten Stadt Kaliforniens.

San Francisco 2011

Ziel erreicht

Ortszeit 13 Uhr und es hieß Schlange stehen, bis wir offiziell einreisen durften. Bei der Passkontrolle erwischte ich einen gut gelaunten Asiaten, der auf Smalltalk aus war. Ein Foto, zehn Fingerabdrücke, ein Stempel in den Pass und ich war offiziell drin! Länger dauerte da die Gepäckausgabe…

Und da standen wir nun. Vor dem großen internationalen Flughafen von San Francisco. Und warteten auf Phillip, dem ehemaligen Austauschschüler meines Bruders, der uns eigentlich schon um 12 Uhr (!) hatte abholen wollen… Hätte ich ihm mal lieber nicht gesagt, dass das zu früh ist! Denn er ließ noch anderthalb Stunden auf sich warten!

San Francisco 2011

Darauf kam es jetzt irgendwie auch nicht mehr an, so lange wie wir jetzt schon unterwegs waren. Wir nahmen derweil zweimal telefonisch Kontakt zu ihm auf und konnten somit immerhin in Erfahrung bringen, dass wir nach einem roten VW Eos Ausschau zu halten haben. Und der kam dann ja auch irgendwann.

Dann saßen wir also in diesem schicken Auto und wurden durch die schönste Stadt der Welt kutschiert. Im La Luna Inn [!keine Werbung!] wollten wir uns ein Zimmer zu dritt teilen. Das La Luna war ein ganz einfach Hotel/Motel, einfach eine für uns Berufsanfänger bezahlbare Option.

San Francisco 2011

Was wir also schon vor Erreichen unserer Unterkunft begriffen: Diese Stadt muss man unbedingt gesehen haben! Wir waren auf den ersten Blick begeistert!

Erste Orientierung in San Francisco

Angekommen im La Luna, mussten wir noch klären, dass wir eine Person mehr als gebucht sind. Dies war kein Problem, da ich bereits per E-Mail ausgehandelt hatte, dass eine weitere Person eine Isomatte und einen Schlafsack mitbringt und bei uns im Zimmer schläft. Das Zimmer war soweit, und dem Preis entsprechend, in Ordnung. Nichts Besonderes aber immerhin ordentlich und wir hatten einen schönen Ausblick auf ein winziges bisschen Golden Gate Bridge!

San Francisco 2011

Dorthin führte uns dann auch sofort unser nächster Weg. Ohne Duschen, lediglich T-Shirt-Wechsel, ging es sofort zu dem Symbol der Stadt. Heutzutage würde ich andere Prioritäten setzen aber damals war ich einfach völlig aufgeputscht und neugierig.

Allerdings gingen Phillip und ich ohne F. los. Diese wollte verständlicherweise erstmal duschen und ihren strapazierten Fuß nach dem langen Flug hochlegen. Phillip kennt die Stadt wie seine Westentasche und brachte mich zu einem Ort, wo wir eine Panoramasicht auf die Golden Gate Bridge und sogar bis nach Alcatraz genießen konnten. Was war das damals aufregend!

San Francisco 2011

Anschließend spazierten wir zu seinem Lieblingsplatz in der Stadt: Dem Presidio, einem großen Stadtpark gleich um die Ecke. Hier war es einfach so schön und so ruhig. Letzteres passte überhaupt nicht zu mir, denn ich war unheimlich aufgeregt, wollte alles auf einmal sehen, ja nichts verpassen… Dabei war ich doch gerade mal erst wenige Stunden hier!

San Francisco 2011

Der nächste Weg führte uns in ein Diner, einen Block entfernt vom La Luna. Wir hatten F. versprochen, Essen mitzubringen weil wir eigentlich alle schon längst hungrig waren. Also schleppten wir irgendwelche Sandwiches und Salate mit aufs Zimmer und mampften erstmal gemeinsam mehr oder weniger munter vor uns hin bevor wir -zu dritt- dann doch nochmal in Phillip´s Auto kletterten und eine kleine Tour zum Golden Gate, zum Fort Mason, zum Embarcadero, zur Bay Bridge, zum Coit Tower und durch die Lombard Street unternahmen, womit fast alle Highlights von San Francisco schon einmal touchiert worden. Grandios!

Abend am Pier 39

Was gar nicht so geplant war, sich dann aber doch noch ergab, war Extrem-Souvenirshopping am Pier 39 bis zum späten Abend, den wir standesgemäß bei einem ausgiebigen Abendessen inklusive Bier und Cocktail im Hard Rock Café [!keine Werbung!] beendeten. Natürlich nicht, ohne noch T-Shirts zu kaufen!

Geschlafen habe ich dann erstaunlich gut, nachdem wir etwas Einschlafschwierigkeiten hatten wegen der Zeitverschiebung. In Deutschland bricht der Tag schließlich an, wenn man in Kalifornien zu Bett geht…

Komm mit! Es geht weiter mit San Francisco >>>