Harlem, Times Square & Rockefeller Center

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Midtown

Sonntag 8. März 2015

6 Uhr. Der Wecker klingelt. Wir haben gewissermaßen eine Stunde verloren in der Nacht, weil hier gerade auf Sommerzeit umgestellt wurde. Dennoch ist es in Deutschland jetzt schon 11 Uhr. Also irgendwie Zeit aufzustehen, wir wollen ja was sehen. Okay, in erster Linie ist es mir wichtig, nicht in den ersten Tag so weit rein zu schlafen, sondern dem Jetlag zu entgehen.

Doch der Tag geht sich umständlich an: Das amerikanische Hotel-Frühstück lässt erwartungsgemäß zu wünschen übrig. Und L. fühlt sich heute gar nicht gut. Deshalb breche ich mit ihrem Vater zunächst alleine auf, während L. und ihre Mutter noch etwas im Hotel bleiben. Wir haben für heute Morgen jedoch eine Harlem Gospel Tour gebucht, es wäre doch schade, wenn die nun für alle verfällt. Also fahren wir wenigstens zu zweit.

An der Union Street Station in der Nähe des Hotels erwerben wir Dank der freundlichen Hilfe eines Ticketverkäufers unsere Metro-Wochenkarten und fahren mit der R Linie bis zur 49. Straße in Manhattan.

NY Metro

Die Adresse, die wir suchen, ist nicht eindeutig und wir springen nach ein paar Blocks Rennerei doch noch in ein Taxi, damit wir pünktlich zum Tourstart kommen. Außerdem, wer kennt sich besser aus, als ein Taxifahrer? Die Fahrt dauert exakt eine halbe Meile, dann stehen wir vor dem geschlossenen Büro des Unternehmens, über das wir gebucht haben…

Ein Blick auf die Rückseite des Vouchers verrät, dass der Treffpunkt völlig wo anders ist. Im Stechschritt geht es nun zu diesem Treffpunkt, wo wir exakt eine Minute vor dem angegebenen Tourbeginn eintreffen und erfahren, dass die Tour heute erst eine halbe Stunde später – um 9 Uhr – beginnt! Oh man…

Na gut, dann haben wir noch etwas Zeit. Ich bin völlig durchgeschwitzt von der Rennerei und suche deshalb die Keramikabteilung der nächsten grünen Meerjungfrau auf, um mich etwas frisch zu machen. In New York gibt es ja zum Glück an jeder Ecke eine… In der Zwischenzeit organisiert L.´s Papa sich beim goldenen M einen heißen Kakao.

Doch dann sitzen wir endlich im Tour-Bus und fahren entlang des Central Parks Richtung Harlem. Holländer, Deutsche, Iren und Italiener ließen sich hier nieder nachdem das Viertel ab 1658 entstanden war. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen im Zuge der „Great Migration“ immer mehr Schwarze aus den Südstaaten, und gleichzeitig wurde Harlem aus wirtschaftlichen und politischen Gründen zur Problemzone New Yorks.

im Bus am Central Park entlang

Es gab viel Armut und soziale Spannungen, ab den 70ern viel Drogenkriminalität und Gewalt. Doch das änderte sich ab den 90ern, als -ganz vereinfacht gesagt- die Wirtschaft (in den gesamten USA) wuchs und die Arbeitslosigkeit sank.

Harlem Gospel Tour

Doch der Wandel geht weiter. Ab den 2000ern begann sich Harlem noch stärker zu verändern, denn alte Häuser wurden saniert, Neubauten entstanden und die Mittel- und Oberschicht zog wieder zu. Das veränderte die Bevölkerungsstruktur enorm und hatte nicht nur Vorteile. Zum Beispiel verschwanden traditionelle Geschäfte, und viele konnten sich die steigenden Mieten nicht mehr leisten.

Harlem Gospel Tour

Kurz gesagt: Harlem wurde hübsch und hip aber durch den Imagewandel nicht mehr für jeden bezahlbar. Dafür ist es heute wirtschaftlich stabiler und touristisch zunehmend attraktiver, aber auf der anderen Seite auch sozial umstritten.

Harlem Gospel Tour

Besonders berühmt in Harlem ist das Apollo Theater, wo (nicht nur) Michael Jackson einst seine Karriere begann. Es gibt ganz allgemein diverse Nightclubs, Jazz ist ganz groß! Gospel sowieso! Überhaupt, ist Harlem weiterhin kulturell stark afroamerikanisch geprägt.

Harlem Gospel Tour

Wir bekommen auf der Tour viele interessante Informationen und sehen und hören und erleben zudem eine Stunde lang einen Gospelgottesdienst. Dieser zieht sich über mehrere Stunden und ist absolut hin- und mitreißend! Wie schon auf meiner New York-Reise 2009 ist es in der Kirche unglaublich laut und früher oder später wippt und klatscht man mit. Vom Baby bis zur 98-Jährigen ist jeder der Gemeinde voll und ganz dabei.

Harlem Gospel Tour

Die Tour endet wieder wo sie begonnen hat, und wir beschließen, uns ein bisschen treiben zu lassen. Waren wir heute Morgen noch auf einem menschenleeren Times Square in purer Hektik, füllt dieser sich inzwischen langsam aber stetig und wird immer belebter, während wir nun alle Zeit der Welt haben!

Die Harlem Tour komplett in Bildern – zum Durchklicken:

Freitag 13. März 2015

Perfekt! Denn hier schlägt wohl wirklich das Herz der Stadt und es gibt unglaublich viel zu sehen. Wahrscheinlich jeder Tourist passiert diese Gegend mehr als einmal und lässt sich erschlagen von der Leuchtreklame und Fülle an Restaurants und Shoppingkomplexen!

Midtown

Ein leichter Hunger auf einen kleinen Snack treibt uns irgendwann in einen Walgreens [!keine Werbung!]. Außer Wasser und Peanut Butter Schoki springt uns aber nichts an. Und so laufen wir grob Richtung Rockefeller Center weil L. und ihre Mama inzwischen auf dem Weg dorthin sind. Zunächst zieht aber das Chrysler Building unsere Blicke auf sich. Dieses Meisterwerk der Art Déco Architektur war ein Jahr lang das höchste Gebäude der Welt, bis dann das Empire State Building kam. Ich finde es einfach immer sooo schön anzusehen. – Und einfach „very New York“!

Midtown

So landen wir auch unweigerlich in der Grand Central Station. Der größte und geschäftigste Bahnhof der Welt und wahrscheinlich auch der Schönste! Jedermann dürfte ihn aus irgendwelchen Filmen kennen!

Midtown

Nach einem kurzen Stopp geht es zu Fuß zurück zum Times Square. Wir sind jetzt dann doch vor dem Hard Rock Café [!keine Werbung!] mit L. und ihrer Mama zum Essen verabredet. Und auch hier gibt es viel zu sehen. Der Shop  kommt mir größer vor als damals. Die Auswahl ist vermutlich größer als in jedem anderen Shop der Kette. Und natürlich kaufe ich mir ein Shirt. Dann gibt es für mich leckere Cheese Maccaroni.

Midtown

Unsere nächsten Stopps sind Toys R us (das Riesenrad bewundern), m&m´s World (einfach mal gucken) – und das Rockefeller Center!: Der riesige Komplex aus 14 Wolkenkratzern mit Büros, Geschäften, Restaurants, Plätzen, Gärten, dem Sitz von NBC, der Konzerthalle Radio City Music Hall und der Aussichtsplattform ist schnell gefunden.

Midtown

Über 200 Häuser wurden hier in den 30ern abgerissen um diese „Stadt in der Stadt“ zu erbauen. Das bekannteste, das einem dazu einfällt, dürfte der große Weihnachtsbaum sein, der hier jedes Jahr aufgestellt wird, sowie die Schlittschuhlaufbahn.

Midtown

Wir haben Tickets für die Rockefeller Aussichtsplattform „Top of the rock“. Nach einer flughafenähnlichen Sicherheitskontrolle geht es mit dem Hochgeschwindigkeits-Fahrstuhl 260 Meter in die Höhe. Etwa 3 Etagen pro Sekunde!

Midtown

Oben angekommen ist die Aussicht bei strahlendem Sonnenschein, aber eben auch schon etwas tiefer stehender Sonne, einfach atemberaubend. Und die Kälte erstaunlicherweise wesentlich erträglicher als gedacht, da es windstill zu sein scheint. Die mehrstöckige Plattform besteht überwiegend aus Glasfronten – der Ausblick ist überwältigend.

Midtown

Richtung Süden ragt das Empire State Building aus dem Häusermeer, im Norden breitet sich das grüne Rechteck des Central Parks aus. Und auch dazwischen überall vertraute Motive der „Stadt, die niemals schläft“…

Midtown

18 Uhr. Wir suchen uns den Weg über die Rockefeller Plaza zu einer U-Bahnstation und fahren zurück zum Hotel. Dieser erste Tag war lang genug, die Eindrücke unglaublich und zahlreich, auch wenn wir gar nicht so furchtbar viel unternommen haben.

Wir holen schnell noch Take away Pizza aus der Pizzeria um die Ecke und verbringen den Abend dann gemütlich auf den Zimmern.

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