Straßburg 2025

Pont du Corbeau - Rawebruck

Donnerstag, 26. Juni 2025

Vom Stau zum Sightseeing – Straßburg wir kommen!

Ich bin ziemlich müde aber wenigstens gibt es ein ordentliches Frühstück und wir starten bei strahlendem Sonnenschein in Dahn. Erst durch das endlose schöne Grün des Pfälzer Waldes, das ich wirklich sehr ins Herz geschlossen habe. Aber dann auch überwiegend über französische Straßen und sogar Autobahnen, was unserem Fahrer, Ehemann und Schwiegersohn nicht so richtig viel Freude bereitet, im Gegenteil! (…)

Eigentlich läuft alles glatt, doch anderthalb Stunden Fahrt muss man schon rechnen bis man das mächtige Straßburger Münster von der Autobahn aus erhaschen kann. Leider folgt daraufhin ein vier Kilometer langes Stop and Go in Straßburg, und das obwohl wir auf der deutschen Seite des Rheins in Kehl parken wollten. Da hat das Navi mal wieder gemacht, was es wollte…

Place Kléber

Kurz vor der Grenze von Frankreich zurück nach Deutschland, kann man es dann schon wirklich Stau nennen – und das ist richtig unangenehm auf einer riesigen schwankenden Brücke! Und warum? Weil in Kehl ein großes Polizeiaufgebot steht und die Autos nur einzeln passieren lässt. Warum, wieso, weshalb erschließt sich mir nicht, denn kontrolliert wird kein einziges Fahrzeug, soweit sich das überblicken lässt…

12 Uhr. Nachdem wir in Kehl kostenlos geparkt haben und 25 Minuten mit der Tram gefahren sind, befinden wir uns am Place Kléber, dem zentralen Hauptplatz im Herzen der Alstadt von Straßburg, benannt nach dem General Jean-Baptiste Kléber, einem französischen Militärführer aus dem 18. Jahrhundert. Das habe ich extra recherchiert, denn ich finde den Namen ein bisschen witzig.

Place Kléber

Militär und Meerjungfrau – oder Soldaten und Sonnenschein

Zwischen beeindruckenden Gebäuden rund um den Platz, findet man auch eine grüne Meerjungfrau, die eigentlich wie gerufen kommt, um ein paar überteuerte aber leckere Heißgetränke einzunehmen. Und so legen wir, kaum angekommen im Stadtzentrum, auch direkt die erste Pause ein.

Bei der, heute wieder, heftigen Hitze, ist es wichtig, einen Schattenplatz zu ergattern und das gelingt Philipp auch, während ich mit Papa die Getränke beschaffe. Und wie wir dann dort so sitzen, können wir, wie auch schon aus der Tram heraus, beobachten, dass es in Straßburg ziemlich viel Militär- und Polizeipräsenz gibt. Als eine Truppe Soldaten an uns vorbei geht, goggel ich ihren Aufnäher am Arm.

Place Kléber

In der Stadt gibt es an den größeren Plätzen und Sehenswürdigkeiten stets Soldaten und Polizisten der „Operation sentinelle“. Mir war bis heute gar nicht bewusst, dass Frankreich seit Jahren so konsequent und sichtbar die Anti-Terror-Schiene fährt, aber seit der Pariser Terroranschläge 2015 und den Attacken in Nizza 2016 + 2020 werden landesweit bestimmte öffentliche Plätze und Gebäude zunehmend bewacht.

Nun gut, wie oft war ich überhaupt schon in Frankreich? Das war 2003 Paris, 2009 Marseille, 2022 Bitche und 2023 Biarritz – aber alles immer nur Stippvisiten. Die beiden letzteren Touren fallen also schon in die Sentinelle-Zeit, da habe ich definitiv Nichts von gesehen – aber es steht geschrieben dass auch diese historische Festung sehr wahrscheinlich überwacht wird, allein schon weil auch militärische Einheiten aus dieser Region aktiv in der Operation eingebunden sind.

Gesehen in Straßburg

Stadtspaziergang

Wir gehen Richtung La Petite France, dem malerischen Viertel Straßburgs, in dem wahrscheinlich 90% aller Fotos der Stadt entstehen, denn hier findet man enge, gewundene Gassen, fotogene, mittelalterliche Fachwerkhäuser, kleine, hübsche Kanäle und natürlich Gastronomie.

Es ist allerdings so heiß, dass es schwierig ist, den Anblick zu genießen. Die Sonne wird mir langsam anstrengend auf der Haut und für das Hirn. Obendrein lässt bei Philipp der gestresste Zustand nach dem frühen Aufstehen und der nervenaufreibenden Anreise immer noch nicht nach…

Petite France

Wir gehen auf der Rue Finkwiller wieder weg vom kleinen französischen Viertel und besichtigen spontan die Thomaskirche in der Rue Martin Luther. Der war aber wohl wirklich überall! Zuletzt ist er uns vor einem Monat in Eisenach ständig „über den Weg glaufen“!

Die Kirche ist hübsch, aber wenn wir ehrlich sind, wollten wir eigentlich nur ein bisschen in den Schatten, wo es kühler ist als draußen in der Sonne… Eine andere Kirche wollen wir aber wirklich noch um des ihretwillen sehen. Und zwar die gotische „Cathédrale Notre Dame de Strasbourg“! Nur 500 Meter von der Thomaskirche entfernt, ist diese unser nächstes Ziel!

Straßburger Münster

Den ersten Blick auf die Kirche erhaschen wir von der Rue Mercière, Ecke Gutenberg-Platz. Die kurze, schmale Straße ist über und über voll mit Souvenirläden und am Ende erscheint einem der Teil der Kathedrale, den man sieht, wie ein gigantisches Bollwerk. Ein bisschen unwirklich. Und untermalt von der ausdrucksstarken Geigenmusik eines Straßenmusikers extrem beeindruckend.

Und auch wenn objektiv betrachtet kaum Ähnlichkeit besteht, so erinnert das Gotteshaus mich mit seiner Pompösität (ja, das Wort gibt es wirklich!) direkt an die Kathedrale in Santiago de Compostela vorletzten Monat! Und damit hat sie für mich schon gewonnen! Ich finde sie toll!

Straßburger Münster

Das beeindruckende Wahrzeichen der Stadt befindet sich auf dem Place de la Cathédrale mitten im Zentrum und ist stolze 142 Meter hoch! Eine schicke Fassade und ein fein gearbeiteter Innenraum, den man bestaunen kann, samt der weltberühmten astronomischen Uhr. Das alles geht kostenlos, es sei denn man möchte unbedingt die mehr als 300 Stufen auf den Kirchturm erklimmen (…), das kostet Eintritt!

Wir besichtigen nur den Innenraum der Kirche, aber die Tatsache, dass der Großteil der Sitzreihen abgesperrt sind, macht es schwer, hier zu verweilen, jedenfalls wenn man gern sitzen würde…

Straßburger Münster

Suchen wir uns etwas zu essen! Flammkuchen ist doch hier en vogue! Den lassen wir uns schmecken und dann beschließen wir, dass es zu heiß (!) ist für eine Bootsfahrt. Man könnte auf der Ill und dem Rhein-Rhone-Kanal durch die Stadt schippern und sogar bis zum Europaviertel. Aber anderthalb Stunden ohne Überdachung in der prallen Sonne – das kann nur schief gehen für mindestens einen von uns!

Pont du Corbeau - Rawebruck

Lieber werfen wir nur noch einen schnellen Blick in die Klimaanlagen-gekühlte Galerie Lafayette [!keine Werbung!], um eine Bildungslücke zu schließen, und machen uns dann langsam aber sicher, nach gerade mal einem halben Tag Straßburg, auf den Rückweg nach Kehl. Wir sind durch mit Straßburg. Es war schön. Aber es hält uns auch nichts mehr hier bei der Hitze.

Place Kléber

Mit der Tram erreichen wir Kehl wieder in weniger als einer halben Stunde, wo unser Auto auf dem Park and Ride Parkplatz steht, und wir haben uns ein überteuertes Straßburger Parkhaus gespart. Kann man sehr gut so machen.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Straßburg

Straßburger Münster