Samstag, 11. Oktober 2025
Berg-Feeling in der Serra de Agua de Pau
Jetzt klappern wir ein paar Aussichtspunkte ab, die wir neulich schon hatten sehen wollen, doch da waren wir so klug, an einem wolkenverhangenen, nebligen Tag hoch zu fahren, definitiv nicht unser hellster Moment…
Aber heute! Heute ist es wunderschön hier oben, wir halten an drei unterschiedlichen Stellen und haben außergewöhnliche Blicke auf den Kratersee Lagoa do Fogo. Verrückterweise fühle ich mich ein wenig zurückversetzt in den Rocky Mountain Nationalpark 2023 – obwohl objektiv betrachtet wahrscheinlich nicht wirklich Ähnlichkeit vorhanden ist, und schon gar nicht wäre es von der Höhe oder Fläche her vergleichbar – aber dennoch.
Es gefällt mir sooo gut, ein bisschen wie eine Postkarte! Üppig grün bewachsene Vulkanwände und das tiefblaue Wasser des Sees – definitiv ein Highlight dieser Insel! Der letzte Ausbruch war übrigens im Jahr 1564 und weitere Ausbrüche werden nicht mehr erwartet, aber man überwacht das Ganze, genauso wie in Furnas und Sete Cidades.
13 Uhr. Wir verlassen diese wunderschönen höher gelegenen Gebiete und geben ein neues Ziel, wieder zurück zur Südküste ins Navi ein:
Ponta Galera – Lavafelsen am Atlantik
13.30 Uhr. Die letzten Minuten waren abenteuerlich:
Aus Agua de Pau kommend, biegen wir von der Rua da Caloura in eine elendig lange und noch viel schmalere Straße ein, die zu Beginn extra gekennzeichnet ist, dass es sich um eine Straße handelt, in der in beide Richtungen Verkehr herrscht! Es geht gewaltig bergab und wir beten, dass kein Gegenverkehr kommen möge, denn das dürfte maximal ein Fußgänger sein, sonst würde es nicht passen! Es ist uns ein Rätsel, wieso das keine Einbahnstraße ist, oder zumindest auf der ersten Hälfte noch nicht!
Links und rechts schmucke Häuschen und Mäuerchen und Gärtchen und es wird dann immer steiler. Als das Ende der Straße erkennbar ist und diese augenscheinlich in den Atlantik mündet, eskaliert es kurz im Auto. Ich möchte lieber anhalten und überlegen, wie wir besonnen aus dieser Situation rauskommen können, Philipp hingegen möchte gerne soweit es geht ran fahren, auch wenn es dann wirklich zu schmal (und steil) wird, um noch wenden zu können.
Ich möchte deshalb lieber aussteigen. Er möchte jedoch noch den einen oder anderen Meter ran fahren und herausfinden ob wir vielleicht doch nicht einfach ins Meer fallen. Aufgrund meiner Proteste (Wie kann man denn blind steil bergab aufs Meer zu fahren???) platzt ihm kurz der Kragen und er hält endlich an, steht auf und geht fünf Meter zu Fuß vor, um zu gucken. Geht doch!
Zwar muss ich lautstarke Flüche und wüste Beschimpfungen über mich ergehen lassen, aber immerhin wissen wir jetzt, dass wir wirklich sicher weiterfahren können. Ich persönlich halte meine Angst auch im Nachhinein noch für gerechtfertigt, da keiner von uns beiden um die Ecke und schon gar nicht gleichzeitig über einen Hügel gucken kann – aber ich verstehe auch, dass es keinen Sinn machen würde, eine befahrbare Straße einfach so im Meer enden zu lassen…
Zwischen den eigentlich ganz hübschen Lavafelsen liegen die Leute beim Sonnenbad. Ich suche mir eine Bank und starre auf das Wasser – mein Mann nimmt die Bank, die am weitesten von meiner entfernt steht und tut selbiges, hält es aber nicht allzu lange in der Glutsonne aus und geht zurück zum Auto. Ich habe Glück, dass er mir dies kundtut und mich hier nicht sitzen lässt. Ich habe keine Lust mehr auf weitere Stopps aber er besteht darauf, unseren Tagesplan zu Ende zu verfolgen.
Miradouro do Pisao
Nur wenige Minuten entfernt haben wir wieder eine andere Aussicht und eine andere Laune. Wir sind wieder weit oberhalb des Meeres und in sicherer Entfernung von selbigem. Der Aussichtspunkt bietet uns tolle Blicke auf Caloura bzw. dessen umliegende Küstenlandschaft.
Praia Pequena de Agua d Alto
14 Uhr. Wieder nur „um die Ecke“ parken wir problemlos an einer wunderschönen Bucht, wo erfreulich wenig Menschen sind. Es zieht uns wie magisch an die dortige Strandbar, wo es kühle Smoothies gibt. Damit setzen wir uns an einen Tisch im Schatten und schauen auf das teilweise türkisblaue Meer, das hier viel ruhiger ist und nicht von Surfern aufgesucht wird.
Ein paar Sonnenanbeter liegen im schwarzen Sand… Ein Mann tobt mit seinen beiden Hunden und einem Stock im Wasser… Eine Familie sitzt ein paar Tische weiter und schleckt Eis. Viel mehr ist hier nicht los – und das macht es so perfekt, dass wir überlegen, unseren morgigen Strandtag hier her zu verlegen obwohl die Anfahrt weiter wäre. Kurz denkt Phil auch darüber nach, JETZT Badesachen aus dem Hotel zu holen, aber davon kann ich ihn abhalten, denn das wäre mir heute wirklich zu viel hin und her Fahrerei. Außerdem haben wir ja noch einen weiteren Stopp auf der Agenda:
Praia Grande de Agua d Alto
14.45 Uhr. Eine Bucht weiter dann der größere Strand von Agua d Alto. Dort wollen wir im Strandrestaurant etwas essen. Ich bin selig, dass es hier ein vegetarisches Gericht ohne Burger und Fritten gibt: Spinatkroketten mit Reis und Salat. Es ist soo lecker und die Spinatkroketten kommen mir vage bekannt vor. Ob ich die als Kind im Portugalurlaub mit meinen Eltern gegessen habe…??
Wir beschließen hier jedenfalls den Tag und machen uns um 16 Uhr auf den Rückweg zum Hotel.
Nicht alle Bilder von heute, aber die schönsten Miradouros, Aus- und Weitsichten der Insel – zum Durchblättern:







