Pike´s Peak

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Freitag, 25. August 2023

08.30 Uhr. Wir sind oben!

Der frühe Vogel und so…

6 Uhr. Wir hatten eine gute Nacht, nur unterbrochen von einem heftigen Gewitter, das uns zwischendurch geweckt hatte. Jetzt sind wir schon am Fertigmachen weil wir vor unserer heutigen Jeep Tour noch frühstücken wollen, denn ein solches Abenteuer ohne was im Magen starten, das mag ich nicht.

6.30 Uhr. Pünktlich auf die Minute schlagen wir zur Öffnungszeit im Switchback Café Hillside [!keine Werbung!] auf, wo wir vorgestern schon gewesen sind. Hier wissen wir, was wir haben und vor allem ist es schwer, eine Alternative zu finden, die so früh schon öffnet! Wir bestellen einfach das gleiche Essen wie beim letzten Mal und sind wieder ausgesprochen zufrieden. Nur leider haben wir keine Zeit zum Verweilen, denn wir müssen noch ein Viertelstündchen fahren zu unserem Treffpunkt in Manitou Springs.

7.15 Uhr. Auf einem Parkplatz in Manitou Springs treffen wir James und John, über die wir unsere heutige Jeep Tour gebucht hatten. Insgesamt sechs Teilnehmer erscheinen und wir werden aufgeteilt. Ein älteres Pärchen fährt mit Guide James und Logan, letzterer ist der Jeep. Wir beide fahren mit einer Mutter und ihrem Sohn, den ich auf unser Alter schätze, und die aus Kansas City kommen, sowie Guide John und Anna Marie, letztere ist unser Jeep!

Unser Jeep "Anna Marie"!

America the Beautiful – Mit dem Jeep auf den Peak

Colorado hat einige 14-Tausender, das sind Gipfel mit um die 14.000 Fuß Höhe. Der Pikes Peak ist 4302m hoch und damit für mich persönlich mein höchster Berg bisher! Ich habe reichlich Respekt vor der Höhe aber wir werden sehen. Im Moment bin ich ganz entspannt.

John macht diese Touren schon seit zehn Jahren und weiß enorm viel zu berichten. Eigentlich redet er fast non stop während der Hoch- und Runter-Fahrt. Er kennt die Strecke wie seine Westentasche und das ist vor allem auf dem sehr langen sehr nebligen Abschnitt goldwert. Logan vor uns können wir zeitweise gar nicht mehr erkennen.

John erzählt uns von diversen Waldbränden, da wir gleich zu Beginn eine verbrannte Fläche sehen, allerdings ist dieses riesige Feuer schon zwölf Jahre her, doch man sieht es immer noch… Nach diesen Bränden hatte es regelrechte Überschwemmungen von Colorado Springs gegeben weil Schnee und Regen nicht mehr blieben wo sie hingehören…

Er zeigt uns eine Schneise, die ein Tornado durch den Hang gefräst hat, dort sind die Bäume einfach wie wegrasiert, unglaublich… (hat nichts mit dem folgenden Foto zu tun)

uphill

Er berichtet auch, dass er mal bei einer Jeep Tour mit Gästen unterwegs gewesen ist und der Blitz direkt neben ihnen in einen Baum eingeschlagen hat, die Stelle zeigt er uns auch.

Bei 10.500 Fuß informiert er uns, dass dies die Höhe ist, wo im Flugzeug normalerweise die Anschallzeichen aufhören zu leuchten. Wow, wir müssen schon echt weit oben sein…

Vor dem Gipfel machen wir leider nur einen einzigen Fotostopp aber okay, die meiste Zeit war es auch viel zu neblig für Fotostopps gewesen… Das macht aber nichts, wir haben trotzdem eine gute Zeit und hören viel von John über den Berg! Es ist der meistbesuchte Berg der USA und sogar der zweitmeistbesuchte Berg der Welt, gleich nach dem Fuji in Japan.

Früher fuhr man hier mit Kutschen hoch. Sowohl auf dem Hin- als auch Rückweg wurde unterwegs zwischenübernachtet, das ehemalige Inn sehen wir auch, es ist heute Café und Souvenirshop. Vor exakt 130 Jahren, im Sommer 1893, fuhr eine Lehrerin namens Katharine Lee Bates auf den Pikes Peak und war dort oben so begeistert, dass sie auf dem Weg nach unten ein Gedicht über die Landschaft schrieb… Dieses Gedicht kennt heutzutage jeder, zumindest jedenfalls jeder Amerikaner, denn es wurde irgendwann „vertont“: es handelt sich um die Nationalhymne der Vereinigten Staaten von Amerika!

Katharine Lee Bates schrieb über ihren Pike´s Peak Besuch ein Gedicht - die heutige Nationalhymne der USA

08.30 Uhr. Wir sind oben! Gefühlt „on top of the world“! Allerdings muss ich erstmal von der Gruppe weg und dringend eine Pipibox aufsuchen! Auf dem Weg ins Visitor Center wird mir kurz etwas mulmig aber nach dem WC-Besuch wird es besser: meine Lungen fühlen sich zunächst wie zusammengespresst an, es ist schwer und es schmerzt ein winziges bisschen, zu atmen. Ich finde es eine interessante Beobachtung und bin froh, dass es nicht schlimmer wird. Es gibt immer noch Momente, wo ich dieses Gefühl bekomme aber meistens ist es okay, denn wir gehen nur langsam hier oben umher.

In manche Richtungen haben wir ein bisschen Aussicht, in andere hingegen stehen wir vor einer regelrechten Wolkenwand! Es ist einfach unfassbar schön und mit Worten kann man es nicht beschreiben! Vor allem die seltenen Augenblicke, in denen diese unfassbare Stille herrscht, wenn kein Mensch redet und kein Motor läuft… Das ist so unglaublich und ich versuche diese Momente in mir zu konservieren…

on top of the world!

Dieser besondere Ort ist schlichtweg schwer zu erfassen, insbesondere fotografisch natürlich. Daher bleibt einem gar nichts anderes übrig, auch mal innezuhalten und einfach nur zu gucken. Zu sein.

Besonders zu schätzen weiß ich, dass wir vor den großen Massen hier oben sind! Die Autos kommen alle erst nach uns und die erste Railway hat heute auch noch nicht den Weg nach oben gemacht und den ersten Schwung Touristen ausgespuckt. Die vielen, vielen Parkplätze und WCs lassen einen aber erahnen, was hier oben los sein kann… Dazu gibt es einen riesigen Gift Shop und eine große Caféteria, das alles haben wir fast nur für uns! Allein dafür hat es sich schon gelohnt!

Das Wetter kann sich immer noch nicht so ganz entscheiden… Hier oben blendet die Sonne extrem stark, doch John sagt, dass am Nachmittag ein Gewitter in die Region ziehen soll. Vielleicht sollten wir das bei den Überlegungen für den weiteren Tagesverlauf mit einbeziehen… Und in genau zweieinhalb Wochen werde ich von zu Hause aus feststellen, dass hier oben an einigen Tagen schon alles im Schnee versinkt…

View

Auf der Fahrt nach unten stoppen wir noch am Crystal Creek Reservoir für ein paar Fotos. Dort befinden wir uns aber schon wieder sehr weit unten. Hier soll man gut Kajaken können.

Wir sind einfach nur heilfroh, dass wir diese Jeep Tour gebucht haben und nicht selbst oder mit der Railway gefahren sind! Selbst hoch und runter fahren, stelle ich mir extrem anstrengend vor, denn es handelt sich um etwa 80 Kurven auf dieser Strecke und die ist natürlich ziemlich steil. Oben kann der Motor schon mal zu heiß sein, unten die Bremsen! Das wollten wir unseren Nerven bzw. unserem Mietwagen nicht antun! Ich halte das auch im Nachhinein nicht für empfehlenswert.

Und die Railway ist extrem teuer und ließ sich auch nach mehreren Versuchen online nicht buchen, ich habe das Unternehmen dann angeschrieben und man teilte mir mit, dass es bei Buchung von außerhalb der USA gerne mal zu Schwierigkeiten kommt, ich könne aber gerne anrufen und man würde mir sicherlich helfen können. Tolle Idee, danke für nichts. Dann eben Jeep! Es sollte wohl genau so sein!

Pike´s Peak in Bildern – zum Durchklicken:

Gipfelmarker

Der einzige Vorteil, wenn man selbst fährt, ist, dass man die Aufenthaltsdauer selbst bestimmen kann. Railway und Jeep sehen 30 Minuten auf dem Gipfel vor, ich hätte auch doppelt so lange schön gefunden… Aber wenigstens hatten wir einen Ortskundigen dabei und das ist ein weiterer großer Pluspunkt auf der Seite des Jeeps!

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