Cheyenne Mountain Zoo

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Freitag, 25. August 2023

Zoobesuch der besonderen Art

Cheyenne Mountain Zoo in Bildern – zum Durchklicken:

Zoo mit Sessellift

12 Uhr. Wir parken (kostenlos) am Cheyenne Mountain Zoo [!keine Werbung!], unweit von Manitou Springs und Colorado Springs, irgendwie ist hier nichts wirklich weit auseinander, die Region bietet so viele Highlights auf sehr kleiner Fläche.

Philipp hatte den Zoo vorgestern „ergoogelt“ und war völlig davon angetan. Ich mag Zoos nicht so gerne, gehe dann aber doch immer wieder hin, viele sind ja auch wirklich richtig schön für den Besucher, sei es -zum Beispiel- Berlin, Bremerhaven oder auch San Diego.

Und nun wollte ich wenigstens dieses Mal standhaft bleiben. Im Sinne der Tiere… Aber man geht halt auf beiden Seiten Kompromisse ein und weil mein Mann selbst etwas rausgesucht hat und sich dafür begeistern kann, gehe ich natürlich gerne mit ihm hin. Nicht ganz so gerne hingegen zahle ich den Eintrittspreis von 35 Dollar pro Person, besinne mich aber bald darauf, dass auch bei uns zu Hause der nächste große Zoo schon 28 Euro kostet. Hier kommt halt der Urlaubszuschlag noch mit drauf… Aber was soll ich sagen… Der Ticketpreis ist sehr schnell vergessen, ich lege sogar freiwillig noch schnell 3 Dollar drauf, denn dafür bekomme ich ein paar Salatblätter in die Hand gedrückt und kann das erste Mal in meinem Leben Giraffen füttern!!

Just a girl who loves giraffes

Die Giraffen sind gleich im ersten Gehege und man geht so ziemlich auf Höhe ihrer Köpfe an ihnen vorbei. So nah war ich noch an keiner Giraffe dran, jedenfalls nicht auf Höhe ihres Kopfes. Ich bin vollkommen fasziniert von ihren Gesichtern. Sie haben so eine lange weiche Nase, ein süßes kleines Maul und so tiefe, große, schöne Augen, die aussehen wie mit Mascara und Kajal geschminkt…

Das Füttern ist ein riesen Spaß, ich könnte das für den Rest des Tages meines Lebens machen! Die unendlich lange, dunkle, weiche, geduldige Zunge wartet auf das Salatblatt, umwickelt es dann regelrecht und zieht es sanft ins Maul. Ich könnte die Tiere knutschen. Sie sind alle so sanft und freundlich, sie drängeln überhaupt nicht, andere Tiere würden sich schon gegenseitig anzicken aber hier herrscht einfach nur Ruhe und Geduld. In der Hinsicht können Esel, Pferde und Ziegen wirklich nicht mithalten! Ich bin schockverliebt!

Nur sehr schwer kann ich mich von meinen neuen Freunden trennen aber auch der Rest des Zoos lohnt sich dann absolut! Wir sehen als nächstes unter anderem Löwen, Elefanten und ein Nashorn. Dazu eine fantastische Weitsicht über Colorado, denn der „Mountain Zoo“ ist entsprechend hoch gelegen und so bieten sich immer wieder unerwartete Fernsichten!

Fernsicht

In der Sektion Australien kommen wir kleinen Wallabies und zwei Alligatoren sehr nahe.

An anderer Stelle sitzt eine Mitarbeiterin mit einem Sandkasten ohne Sand, darin hat sie eine Schlange, die der im Palmer Park sehr ähnlich ist… Anfassen darf man die Schlange nicht aber mal reingucken, das geht.

Spektakulär sind auch die Grizzlies und Wölfe. Und bei den Pinguinen bin ich völlig fasziniert, dass sie den Boulder Beach von Südafrika nachgebaut haben. Genau genommen erzähle ich Philipp davon, wie ähnlich es dem Original ist, ohne überhaupt zu wissen, dass man dies hier beabsichtigt hat, denn das entsprechende Hinweisschild kommt erst später. Super gelungen, wie ich finde, denn seit Südafrika 2019 denke ich immer wieder gerne an den Besuch am Boulder Beach zurück!

Es folgen Nilpferde und verschiedene Affenarten! Besonders angetan hat es mir ein Borneo Orangutan, der direkt an der Scheibe liegt und seine Kohlblätter mampft. Seine Hände sehen aus wie meine… Der ganze Affe sieht aus wie du und ich… Auch bei den Gorillas fühle ich mich, wie immer, total seltsam… Es ist wie in einen Spiegel zu schauen! Und es ist unendlich traurig, sie hinter einer Scheibe sitzen zu sehen, eigentlich wäre es besser, die Tiere hätten alles übernommen und die Spezies Mensch hinter Gitterstäbe verbannt…

Primate World

Es fängt an zu nieseln… Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Naja und genau genommen neigt sich der Rundweg auch langsam dem Ende. Das bedeutet, dass wir wieder am Ein-/Ausgang sind, wo sich auch die Giraffen befinden! Ich muss unbedingt noch mal Salat kaufen und verfüttern, so eine Gelegenheit kommt vielleicht nie wieder. Es sei denn, ich mache eine Umschulung zum Giraffenpfleger! Ich werde definitiv zu Hause mal schauen was es an Dokumentationen oder Lesematerial über diese tollen Tiere gibt!

Während wir gut überdacht noch ein bisschen bei den Giraffen verweilen, regnet es eine Weile etwas stärker. Zeit genug, dass auch Phil die Nähe zu den Tieren nicht mehr scheut. Auf der Absperrung legen wir unsere Arme ab und den Kopf darauf, beobachten die Tiere und immer wieder kommt ein Giraffenkopf nur Zentimeter an unseren Köpfen vorbei… I am just a girl who loves giraffes…

Zum Abschluss nochmal Giraffen füttern ♥

Im Souvenirshop kann ich nicht anders, ich kaufe eine Tasse mit dem Logo des Zoos, das zufällig eine Giraffe beinhaltet, und zudem sind die Innenwände dieser Tasse mit Giraffen bedruckt! Die teuerste Tasse meines Lebens aber es ist ja für einen guten Zweck, rede ich mir ein, davon wird ja bestimmt das Heu für die Giraffen gekauft… Oder so…

Der Zoo ist der höchst gelegene der USA und auch ansonsten in jeglicher Hinsicht eine Besonderheit! Die Gehege sind in meinen Augen total schön angelegt, abgesehen von der Größe, die wird in keinem Zoo irgendeinem Tier gerecht… Und die Wege und sämtliche Details für das Besucherauge sind ebenfalls total durchdacht und ansprechend.

Im Shoppingwahn

15 Uhr. Wir verlassen den Zoo Richtung Hotel. Mir ist das aber noch zu früh, und da Phil am Steuer sitzt und ich über das Navi schalte und walte, gebe ich den nächsten Walmart [!keine Werbung!] ein! Einen anderen als beim letzten Mal, aber auch ein Supercenter. Es sind nur wenige Fahrminuten dort hin.

Volle zwei Stunden verbringen wir hier, ich finde ein paar Klamotten, Vitamine und Ohrstöpsel, außerdem brauchen wir noch mal 20 Liter Wasser in kleinen Flaschen und besorgen spontan auch noch ein kleines Obst-Frühstück für morgen, das wir auf unserem Zimmer in den Kühlschrank stellen können.

Den Rest des Abends verbringt jeder für sich im Hotel. Philipp schläft schon vor 20 Uhr wieder ein. Ich glaube, ich bin jetzt einigermaßen auf Kurs, werde aber für den Rest meines Lebens den Geschmack meines Melatoninsprays mit Colorado verbinden…

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