Zurück zu unserem Tag in und um Hilo
Dienstag, 08.03.16 – Von Wasserfällen und Badebuchten
06:30Uhr: Ausgeschlafen!
Heute haben wir quasi lange geschlafen. Theoretisch fühle ich mich auch immer noch nach Schlafen aber morgens ist die Neugier auf Emails aus der Heimat, die dann den Tag, der noch vor uns liegt, schon hinter sich hat, immer recht groß.
08:15Uhr: Wir checken aus und machen uns auf den Weg!
Heute haben wir zwei wesentliche Punkte auf dem Programm: Den Akaka Falls State Park mit Wasserfällen und den Waipio Valley Lookout, einen berühmten Aussichtspunkt mit Blick auf das Waipio Tal… Ach na gut und natürlich unser Hotel in Kona.
Das Frühstück lassen wir aus, bzw. ich verleibe mir auf dem Beifahrersitz 80 Gramm m&m´s ein bevor diese während der Fahrt schmelzen… Die Fahrt geht wieder durch Hilo und ist anschließend landschaftlich recht attraktiv, da sehr grün, teils am Meer entlang, über Brücken über üppig bewachsene Schluchten. Unendliche Begeisterung will aber nicht so recht aufkommen bei mir, da ich mir unter dieser hoch angepriesenen Strecke, die landschaftlich kaum zu überbieten sein soll, doch mehr vorgestellt hatte. Manchmal wäre es besser, die Reiseführer würden die Dinge etwas vorsichtiger formulieren, umso positiver überrascht wäre man dann am Ende vielleicht…
09:30Uhr: Akaka Falls Statepark
Die Beschreibungen für den Akaka Falls Statepark hingegen treffen wirklich zu! Nach dem Volcanoes Nationalpark ist er das Schönste, was ich auf dieser Insel zu sehen bekomme. Man zahlt fünf Dollar für´s Parken und hat zwei Stunden Zeit, die Fälle zu besichtigen. Unser Rundgang dauert jedoch nur 30 Minuten, genau so viel wie ich vermutet hatte. Wir begegnen einer Familie und einem Paar und sind ansonsten ganz für uns. Es ist sehr grün, sehr dicht bewachsen, wir entdecken ein paar kleine Salamander und bestaunen die Wasserfälle. So hatte ich mir eigentlich das gesamte Inselbild vorgestellt – mehr oder weniger. Da sieht man mal, welch falsche Erwartungen aufgrund von zu euphorischen Beschreibungen geweckt werden können.
Nachdem wir unseren Rundgang hier beendet haben, fahren wir weiter Richtung Waipio Valley Lookout. Wie so vieles, findet unser Navi auch diesen Ort nicht! Die Straßenbeschilderung auf Big Island ist derzeit nicht die allerbeste, sodass wir tatsächlich nicht zum Lookout gelangen. Dafür entdecken wir aber einen hübschen Platz am Meer mit Picknickbereichen, schattigen Plätzen, Felsen im Meer und vielen schönen Wellen. Wir genießen eine Weile die Ausblicke und wollen letztlich doch gerne einmal etwas essen.
Zunächst erwartet uns aber noch das Abenteuer Tanken. Wir finden keinerlei Information darüber, welchen Kraftstoff wir für Vera brauchen und müssen der Dame an der Tankstelle vertrauen. Sie sagt, Nissan produziere keine Diesel, sodass wir Benzin tanken können. Drei Sorten gibt es. Sie sagt, Regular sei ausreichend und meines Erachtens hatte ich das in den vergangenen USA-Urlauben mit Mietwagen auch immer. Ich entscheide mich für zehn Dollar, die wir, wie wir inzwischen wissen, wahrscheinlich gar nicht hätten tanken müssen, denn der fast leere Tank ist daraufhin wieder halb voll und wir verbrauchen das Getankte überhaupt nicht mehr! Aber zehn Dollar tun uns nicht weh und lieber zehn Dollar nicht verbrauchen als mit leerem Tank im Nirgendwo zu stehen, da man nie wissen kann, wie viel die Klimaanlage, die hügeligen Straßen und der Stau, der uns später noch erwartet, verbrauchen werden.
In Waimea, im Norden der Insel, gibt es dann endlich etwas zu essen. Der dortige Chinese mit seinem Buffet ist für uns in dem Moment ein Segen: Chinesische Nudeln, Gemüse und Reis sind einfach mal so unamerikanisch und damit einfach nur traumhaft! In weniger als 30 Minuten haben wir wie die Hyänen das Buffet überfallen und den Laden bereits wieder verlassen! Wir kaufen im nahe gelegenen Supermarkt sowie Starbucks [!keine Werbung!] noch etwas zu trinken und dann fahre ich mal wieder, damit Phil auch ein bisschen von der Landschaft anschauen kann. Ab hier verändert diese sich dann übrigens schlagartig. Von sattem Grün hin zu faszinierenden Tönen von Schwarz und Gelb und vielem dazwischen. Schwarze Erde, vermutlich irgendwas lavamäßiges, überzogen mit einer braungelben, weich wirkenden Decke irgendwelcher Pflanzen oder Sträucher. Es sieht fantastisch und unbeschreiblich aus. Das kann die Kamera wirklich nicht einfangen! Derart beeindruckt war ich das letzte Mal zwischen dem Bryce Canyon Nationalpark und dem Capitol Reef Nationalpark vor drei Jahren.
Wir fahren zum Spencer Beach Park, einer kleinen Bucht mit hellem Sandstrand und einer Bank im Schatten, wo wir verweilen können. Endlich lese ich mal wieder ein paar Seiten in meinem Roman.
Wenige Kilometer entfernt besuchen wir anschließend den Hapuna Beach State Park, eine viel größere Sandbucht. Der Strand ist rund 800m lang, ebenfalls hell und bietet ziemlich große Wellen, die für uns toll aussehen und für viele Badende offensichtlich einen Heidenspaß bedeuten. Man zahlt hier wieder fünf Dollar Parkgebühr aber dafür ist der Strand auch sehr gepflegt und nicht noch besser besucht als ohnehin schon! Wir gehen eine halbe Stunde im Flutsaum spazieren und genießen Sonne, Wind und Ausblick.
15Uhr: Zurück nach Kailua-Kona
Um selbst einmal in die Fluten springen zu können, wollen wir zum Royal Kona Resort [!keine Werbung!] fahren und einen Pool-Nachmittag einlegen. Leider haben wir auf dieser Strecke absolut nicht mit Stau bzw. stark stockendem Verkehr gerechnet. Statt einer knappen Stunde brauchen wir anderthalb. Kailua-Kona ist übrigens eine extrem beliebte Urlaubsregion von Big Island, mit vielen Restaurants, Geschäften und entsprechendem Nachtleben, aber vor allem findet hier immer der legendäre Ironman von Hawaii statt!
Am Check in bitte ich um ein ruhigeres Zimmer als jenes, welches wir letzte Woche hatten, als wir unsere erste Nacht auf der Insel dort verbrachten. Man gibt uns ein Meerblickzimmer, sogar inkl. Frühstück. Das ist doch ein Wort!
Mit Buch, Bier und Chips begeben wir uns an den Pool. Bei Sonnenuntergang schwimme ich noch eine Runde neben im Wind wehenden Palmen und brennenden Fackeln, und bin, wie man sich wohl vorstellen kann, äußerst zufrieden.
Nun ist es Zeit, den Koffer final zu packen für unsere Weiterreise nach Oahu. Morgen früh um 10 geht der Flieger und wir wissen noch nicht ob wir für die Koffer werden zahlen müssen. Wahrscheinlich schon, da die hawaiianische Fluggesellschaft grundsätzlich kein Gepäck inkludiert hat aber laut unserem Ticket, haben wir 23kg pro Person frei! Da Airlines aber grundsätzlich machen können, was sie wollen, gehe ich davon aus, dass wir jeder 25 Dollar oder mehr berappen dürfen. Abwarten!
Heute: 4km zu Fuß. Ganz okay für einen nahezu reinen Autofahrtag.
Mein Fazit für Big Island:
Da wir morgen abreisen und nichts mehr unternehmen werden, dürfte an dieser Stelle mein persönliches Fazit für Big Island angebracht sein! Nun, vorweg: Es war sehr, sehr schön!
Mein allererster Eindruck von Hawaii war ziemlich paradiesisch und zum Glück auch sehr amerikanisch. Ich hatte befürchtet, es könnte hier weniger amerikanisch sein, was ich doch so gerne mag, aber das war überhaupt nicht der Fall. Man fühlt sich wie auf dem Festland, vielleicht eine Spur entspannter – sowie angenehm und wohl! Könnte der „ALOHA-Spirit“ sein!
Preislich kann ich keinen großen Unterschied zum Festland feststellen, was daran liegen mag, dass wir uns zuvor im ebenfalls nicht sehr günstigen San Francisco aufgehalten haben. Ich habe jedoch auch mein Reisenotizbuch vom letzten USA Urlaub dabei und wenn ich das durch blättere, sind die dortigen Ausgaben, z.B. für Essen, doch deutlich geringer als in diesem Urlaub. Ich denke zum einen sind San Francisco und die Inseln sicher generell etwas teurer und zum anderen kann es natürlich auch eine allgemeine Preiserhöhung für Lebensmittel gegeben haben!?
Die Horrorgeschichten über die Nebenkosten hier, können wir dennoch nicht nachvollziehen. Essen ist teuer, ja aber das ist es in den USA allgemein. Shoppen kann mitunter extrem günstig sein, wie auch sonst in den USA. Und mit Aktivitäten sieht es genau so aus. Da wir aber auf Whale Watching, Helikopter-Rundflüge, Zip Lining, Manta Tauchen und ähnliche Klassiker verzichtet haben, sind wir da wirklich sehr günstig bei weg gekommen!
Was ich nächstes Mal anders machen würde:
>Falls es mich jemals wieder hier her verschlagen würde, was ja recht romantisch wäre, da wir uns hier verlobt haben, dann würde ich auf jeden Fall keine fünf Nächte dafür einplanen!
>Ich würde sehr gerne noch einmal die gesamte Insel umrunden und vielleicht ein paar Aussichtspunkte mehr dabei ansteuern, aber insgesamt schafft man die reine Umrundung theoretisch wirklich an einem einzigen Tag! Auch wenn es die größte Insel ist, sind die Entfernungen super machbar und die Straßen keineswegs in auch nur ansatzweise schlechtem Zustand.
>Ich würde auf jeden Fall von einem Besuch der Inselhauptstadt Hilo absehen, da es für mich hier nichts Sehenswertes gibt. (Es sei denn, mein Flug würde hier landen weil Kona sehr viel teurer wäre…) Zudem gilt Hilo im Übrigen als regenreichste Stadt der gesamten USA!
>Drei Nächte in Volcano sind zu viel, solange man keine großen Wanderungen unternimmt. Ein voller Tag im Nationalpark ist vollkommen ausreichend. Theoretisch ist es sinnvoll nach Hilo oder Kona zu fliegen, zum Park zu fahren, diesen zu besuchen, je nach Flugzeit ein oder zwei Nächte hier zu verbringen und am nächsten Tag nach Hilo oder Kona zum Flughafen zu fahren, und die Insel mit einer späten Maschine wieder zu verlassen. Das wäre dann zwar nur ein „Quickie“ mit der Insel, würde die Highlights aber abdecken!
>Insgesamt finde ich drei Nächte auf Big Island ideal, vorausgesetzt man will keinen größeren abenteuerlichen Aktivitäten nachgehen. Wer, wie wir, zumindest auf dieser Reise, hauptsächlich mit dem Auto unterwegs ist und sich die Natur eher nicht sportlich erarbeitet, kommt mit dieser Aufenthaltsdauer gut hin.
Was ich wieder machen würde:
>Direkt am oder im Volcanoes Nationalpark wohnen, das ist einfach ideal. Die Nähe von der Unterkunft zum Park ist einfach komfortabel!
>Wenn es zeittechnisch machbar wäre, den Akaka Falls Statepark erneut besuchen, da er abgesehen vom Volcanoes Nationalpark landschaftlich für mich die Vorstellung von Hawaii verkörpert!
Was man wissen muss:
>Richtige Städte sucht man auf Big Island vergebens. Kona, Waimea und Hilo zum Beispiel sind zwar „größere“ Ortschaften (ich würde nicht so weit gehen und sie als Städte bezeichnen), verfügen aber über keine Sehenswürdigkeiten oder ähnliches.
>Die Straßen sind super befahrbar und Entfernungen eigentlich nie besonders groß, Beschilderungen allerdings sind dürftig bzw. zu kurzfristig. Vorab hatte ich für alle Wege unfassbar viel Zeit eingeplant weil ich oft davon gelesen hatte, das das Vorankommen auf der Insel beschwerlich sei! Dies kann ich nicht im Ansatz bestätigen. Es fährt genauso wie auf dem Festland!
Der komplette Big Island-Aufenthalt in Bildern – zum Durchklicken:
Morgen geht es also weiter nach Oahu






