Freitag, 10. Oktober 2025
Richtung Nordküste
Erst um kurz nach 13 Uhr brechen wir heute in Ponta Delgada auf. Unser erstes Ziel bei Capelas ist der Miradouro das Pedras Negras. Übersetzt Aussichtspunkt der schwarzen Steine – und das passt auch super, denn hier sieht man sehr viele schwarze Steine, genau genommen Vulkanfelsen. Im Kontrast zu den verschiedenen Grüntönen und dem sonnigen Himmelblau mit hübschen Wolken, fühle ich mich das erste Mal wirklich an Big Island 2016 erinnert – es heißt ja oft, die Azoren seien das Hawaii Europas. Okay, wir kommen der Sache näher!
Dieser Aussichtspunkt ist jedenfalls der perfekte Start für unsere Tour, denn es ist gerade herrlich sonnig aber auch angenehm windig, sodass man nicht gleich wieder ölt wie ein Brathähnchen am Drehspieß. Endlich einmal durchatmen am Meer – das hat mir bis jetzt gefehlt und gehört für mich unbedingt bei einem Inselurlaub dazu! Ich fühle mich ein paar Minuten lang sehr wohl!
„Its this world, or nothing.“ – Carl Sagan
13.50 Uhr. Wir sind im Örtchen Santana bei Rabo de Peixe angekommen und besuchen das Observatorio Astronomico de Santana, kurz OASA [!keine Werbung!]. Also das astronomische Observatorium, ein Wissenschaftszentrum mit Fokus Astronomie – denn die Azoren sind bekannt für geringe Lichtverschmutzung aufgrund geringer Besiedelung, und damit ideal für Astronomie, da der Himmel, je nach Ort, nachts verhältnismäßig dunkel ist. Insbesondere von genau hier aus, wo man den Standort für diese Einrichtung gewählt hat.
Heute Abend um 21 Uhr gibt es einen Vortrag – zweimal im Monat öffnet das OASA auch am späten Abend, dann ist die Ausstellung und die Veranstaltung komplett kostenlos. Das hatte ich online schon herausgefunden, aber man bestätigt mir vor Ort leider, dass dies komplett auf Portugiesisch stattfinden wird. Und damit begnügen wir uns mit dem Hier und Jetzt: 2 Euro pro Person für die kleine Ausstellung und ein paar Erklärungen dazu von der Ticketverkäuferin.
Sie gibt sich sehr viel Mühe aber ihre Erläuterungen, wie auch die kleine Ausstellung, in der es unheimlich viel zu lesen gibt, sind ein bisschen schwierig, da auf Englisch. Ich glaube, das Thema würde uns auf Deutsch schon herausfordern, deshalb ist es relativ anstrengend, aber das liegt zum großen Teil natürlich auch an den fehlenden Sitzmöglichkeiten.
Es sind aber letztlich nur zwei Räume, ich muss also kaum gehen, nur viel stehen. Und lesen. Es ist nicht uninteressant, nur ein bisschen kompliziert. Trotzdem haben sie das hier nett gemacht und für zwei Euro kann man nichts falsch machen. Allerdings sind wir auch wirklich die einzigen Besucher im Moment.
Ein Schluck Azoren – Besuch bei Cha Porto Formoso [!keine Werbung!]
Nun endlich die zweite Teefabrik auf der Insel. Neulich hatten wir vor verschlossenen Türen gestanden, heute gelingt es uns, einen Parkplatz zu bekommen und Eintritt zu erlangen. Dieser ist kostenlos – aber alles andere wäre auch nicht gerechtfertigt. Die Anlage ist zwar wunderschön gestaltet, aber eben wirklich sehr klein.
Es gibt zwei schöne Aussichtsebenen, die sind für mich dort das Highlight und ich könnte lange dort verweilen – was Philipp leider nicht so im Blut liegt. In einem Raum gibt es einen kleinen Film zu sehen, wir erhaschen die letzten zwei Minuten, danach wird man zum Tee gebeten, dieser ist kostenlos und sehr gut. Mehr als eine Tasse gibt es aber nicht. Ja! – Man kann hier auf jeden Fall anhalten und die Aussicht und die Tasse Tee genießen, man darf aber keinen Fabrikrundgang oder sonst etwas Spektakuläres erwarten. Klein aber fein!
Cha Porto Formosa wurde in den 1990ern renoviert und wiederbelebt, die Fabrik war jahrzehntelang stillgelegt. Man wollte dann die Teeverarbeitung reaktivieren aber vor allem auch einen touristischen Anziehungspunkt schaffen, deshalb steht hier das (dezente) Besuchserlebnis im Vordergrund, weniger die industrielle Herstellung.
Die Teeplantagen auf Sao Miguel in Bildern – zum Durchblättern:
Kurzer Stopp in Ribeira Grande
Wir halten noch am Supermarkt weil wir mal wieder einige Liter Wasser brauchen; und ich finde sogar endlich (gnadenlos überteuertes aber wenigstens hoch dosiertes) Vitamin C, was wir derzeit beide sehr gut gebrauchen können.
Und außerdem sind wir in Ribeira Grande weil wir einmal an dem Hotel vorbei fahren wollen, welches wir zuerst gebucht hatten, bevor wir uns für das Stadthotel in Ponta Delgada entschieden. Tja, von außen und im Vorbeifahren sieht vieles gut aus! Wahrscheinlich wäre es auch wirklich die bessere Wahl gewesen, weil direkt am Meer…. und Ribeira Grande erscheint uns auch eine richtig gute Wahl, weil ruhiger als Ponta Delgada, aber alles da! Dennoch: Die Kakerlaken in den Rezensionen – und die Kakerlake neulich in der Beach Bar, nicht weit von hier entfernt… Ich glaube, es sollte einfach so sein. Wir wohnen in Ponta Delgada und gut ist!





