Cripple Creek

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Sonntag, 27. August 2023

13.45 Uhr. Wir parken kostenlos in einem Parkhaus. Das soll wahrscheinlich die Casinobesucher anlocken. Es gibt extrem viele Parkmöglichkeiten in Cripple Creek, soweit ich das überblicken kann, allesamt kostenlos.

Wir sind null vorbereitet, schließlich wissen wir ja erst seit gestern von diesem Ort und dass wir hier her kommen werden. Aber irgendein Casino besuchen und was essen gehen, erfordert ja eigentlich auch keine große Vorausplanung.

Wir schlendern die Main Street hoch und kehren spontan im Gold Camp Café [!Keine Werbung!] ein. Hier gibt es nicht nur den üblichen Süßkram sondern auch Salate und Wraps, was uns sehr entgegen kommt. Besonders begeistert mich aber mein sogenannter Dirty Hippie! Das ist ein Chai Latte, in meinem Fall natürlich mit Hafermilch, und: einem Shot Espresso! Das kannte ich noch nicht und ist genau das Richtige!

Casinostädtchen Cripple Creek

Außer Casinos und Gastronomie scheint der Ort aber auch wirklich nichts weiter zu bieten. Die freilaufenden Esel, für die Cripple Creek berühmt sein soll, sehen wir leider nicht. Irgendwie hatte ich angenommen, dass jemand mit den Eseln zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort aufkreuzt aber das freundliche Mädel in dem Café erklärt mir, dass sie immer und ständig frei herum laufen und wenn wir ihnen nicht begegnen, könnten wir die Straße runter zur Polizei fahren und dort nachfragen, denn die Esel haben alle einen Chip und können von der Polizei geortet werden. Ähm, nein danke, so wichtig ist es dann doch nicht…

Ja, die Goldmine war ganz nett, aber Cripple Creek selbst kann ich nicht empfehlen. Das Publikum ist auch eher… spielsüchtig? Anders auf jeden Fall. Hatten wir heute Morgen noch darüber gesprochen, dass wir in diesem Urlaub die Amerikaner überhaupt nicht rauchen sehen, so sind die Bürgersteige hier voll mit Menschen, die eine Casinopause mit Glimmstängel einlegen… Es ist wirklich nicht so toll.

Casinostädtchen Cripple Creek

Aber Philipp war noch nie im Casino und ich bisher auch nur, ohne zu Spielen, nämlich in Las Vegas 2013. Also wählen wir den nächstbesten Eingang und verzocken ganze 12 Dollar. Kurz bevor wir sowieso gehen wollen, werden noch unsere Passports überprüft weil man das hier nun mal so macht, unter 21 Jahren hat man hier keinen Zugang und ich glaube die Amis prüfen selbst die ID eines Rentners, jedenfalls habe ich das schon mehrfach im Supermarkt gesehen, wenn ältere Männer Alkohol kaufen…

Als wir den Ort verlassen, halten wir noch kurz an einer Tankstelle. Leider müssen wir feststellen, dass diese nicht personenbesetzt ist sondern man nur die Kreditkarte in die Säule stecken muss. Unser letztes Mal Tanken in den USA ist einfach zu lange her und wir sind uns so unsicher… Andererseits müssen wir vor Breckenridge auf jeden Fall noch tanken und am Besten wäre es, es jetzt schon hinter uns zu bringen… An der Säule nebenan tankt ein älterer Herr und wischt nebenbei seine Windschutzscheibe sauber. Ich spreche ihn höflich mit „Sir“ an, entschuldige mich ami-üblich mehrfach, und frage ihn um Hilfe. Erst reagiert er irgendwie gar nicht aber als er seine Scheibe wenige Momente später fertig hat, kommt er zu uns rüber und fragt woher wir kommen. Unsere „Lieblings“frage… Germany… Oh ja, sein Urgroßvater kommt auch aus Germany, deshalb liebt er Germany… Jaja… Netterweise erklärt er uns den gesamtem Tankvorgang, führt ihn für uns aus und noch viel wichtiger: Sagt uns, WAS wir überhaupt tanken müssen. God bless you.

Nun steht den fast zwei Stunden nach Breck nichts mehr im Wege.

on the road again...

On the road

Zunächst fahren wir auf der Teller County Road, einem Scenic Byway, doch auch anschließend auf dem Highway 24 ist die Landschaft nicht minder schön. Spannende Berg- und Felsformationen wechseln sich ab mit grünen Weiten. Hier und da stehen auch ein paar Pferde oder Rinder. Insgesamt ist die Gegend extrem dünn besiedelt.

Das Wetter wechselt zwischen sonnig und regnerisch, teilweise stark regnerisch und eine zeitlang ist es mir sogar eine Spur zu heftig obwohl ich nur auf dem Beifahrersitz sitze. Aber zu dem Starkregen kommen etliche Blitze hinzu, ich war definitiv noch nie so nah an Blitzen dran und habe auch noch nie so viele hintereinander gesehen! Wir sind hier eben „in den Bergen“, da gibt es ganz andere Wetter als bei uns. Ich habe sehr großen Respekt davor! Als wir unser Hotel erreichen, bin ich jedenfalls heilfroh, denn wir sind unterwegs auch an einem Unfall vorbei gekommen. Auf schnurgerader Strecke hatte ein Wagen die Fahrbahn „verlassen“ und einen mannshohen Holzlatten-Gartenzaun mitgenommen. Und das war das einzige Grundstück an dieser Straße auf weiß ich wie vielen Meilen… Paramedics waren glücklicherweise schon vor Ort, sodass wir nicht in eine fragwürdige Situation kamen. Ein paar Minuten später bretterten uns auch die Polizeiwagen entgegen.

Kommt mit nach Breckenridge >>>