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Dienstag, 27. August 2024
Der Start in den heutigen Tag…
…könnte harmonischer sein. Wir bekommen uns vor, während und nach dem Frühstück ständig in die Flicken und das alles führt zu nichts. Ich verziehe mich daher nach Rücksprache in die Hotellobby um bei einem einstündigen WLAN Call mit einer Freundin etwas Abstand zu gewinnen, denn danach wird dann alles wieder gut sein. Und so ist es auch. Abgesehen davon, dass wir verhältnismäßig spät aufbrechen.
Shopping-Time again
Die relativ kurze Strecke von gerade mal vier Häuserblocks bis zum Wrigley Building fahren wir tatsächlich mit dem Bus, noch gilt unsere Wochenkarte ja! Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre, dann würden wir ein neues Tagesticket oder Einzelfahrscheine kaufen, denn ich bin mittlerweile wirklich ganz, ganz schlecht zu Fuß unterwegs, weshalb wir auch direkt die Drogerie im Wrigley Building ansteuern um dort u.a. Schmerzgel und eine Fußbandage zu kaufen!
Schräg gegenüber setzen wir uns in ein Café, um Kaffee zu uns zu nehmen und meinen Fuß einzuschmieren und -bandagieren. Ich habe Zweifel, dass das viel bringen wird, werde aber bald zugeben, dass diese minimale Stütze mir ein Gefühl der Sicherheit vermittelt auch wenn es die Schmerzen nicht wirklich reduziert.
Trotzdem wollen wir heute nochmal einen Shoppingtag einlegen, was natürlich nicht so ganz möglich ist, ohne viel zu Laufen, aber wir versuchen es, wo es geht, zu reduzieren, indem wir jetzt wieder einen Bus nehmen auf einer Strecke, die wir unter anderen Umständen wohl laufen würden. Bis zum nächsten Target [!keine Werbung!] ist es nämlich auch nur exakt ein Kilometer, aber sei es drum.
Und mit dem Bus geschieht auf diese Weise noch der schöne Zufall, dass wir direkt vor einem Laden ausgespuckt werden, in dem, dem Namen nach, alles „unter 5 Dollar“ kosten soll. In Wirklichkeit kostet zwar alles dort 5,55 Dollar + Tax aber trotzdem gibt es dort viele schöne Sachen und ich kaufe mir endlich ein paar Souvenirs!
Nach dem Target und einem Primark [!beides keine Werbung!] fahren wir mit dem Bus zurück zum Hotel, denn ich muss den Fuß jetzt wirklich mal hochlegen! Mittlerweile bin ich fast sicher, dass es ein Bänderriss sein muss, obwohl das vielleicht keinen Sinn ergibt, denn nach Ruhephasen läuft es sich immer erstmal ganz gut, jedenfalls auf kurzen Wegen…
Nachmittagspause
Eine Stunde später humpeln wir, sorry, humpel ich, zusammen mit Phil nochmal in den Pub, wo wir schon einmal gewesen sind. Es ist jetzt 15 Uhr und wir wollen dort einen späten Lunch bzw. gleichzeitig ein frühes Abendessen einnehmen. Wie erwartet ist es sehr lecker und sehr preiswert.
Doch da wir die Tatsache, dass morgen unsere Abreise bevorsteht, nicht völlig ignorieren können, fange ich anschließend schon mal an, den Koffer zu packen! Heute Abend haben wir schließlich noch etwas vor und morgen zwischen Frühstück und Auschecken wäre mir das eindeutig zu stressig. Es muss also jetzt schon sein! Und macht überhaupt keinen Spaß…
Nach dem Koffer-Drama wird geduscht und dann fahren wir mit dem Bus Richtung Cadillac Palace Theatre in der West Randolph Street im Loop! Wir haben schließlich Musical-Karten für Back To The Future!
Unser allererster Musicalbesuch in Amerika
Ich trage ein Sommerkleid, welches ich eigentlich nicht schick genug finde, und dazu Turnschuhe, die ich normalerweise auf gar keinen Fall dazu anziehen würde, es sieht einfach scheiße aus aber es sind leider gerade die einzigen Schuhe, die ich noch anziehen kann mit meinem geschädigten Huf. Ich schäme mich ein bisschen für meinen Aufzug, werde aber sehr schnell lockerer als ich sehe wie andere Leute hier aufschlagen, einschließlich ihrer Plastiktüten, direkt vom schwitzigen Shoppingmarathon kommend… Dagegen bin ich beinahe overdressed.
Back to the future, also Zurück in die Zukunft, ist ein allgemein bekannter Drei-Teiler aus den Jahren 1985-1990 und, ich bekenne mich, ich habe noch keinen Film davon gesehen! Ich habe ja vieles verpasst, was als Allgemeinbildung gilt, und es macht mir auch nichts aus, denn ich befasse mich tendenziell eben mit Dingen, die mich interessieren und nicht weil andere es gerade toll finden oder toll zu finden haben.
Außer heute halt. Da tue ich meinem Gatten den Gefallen und begleite ihn in die 19 Uhr-Vorstellung, die wirklich so gut wird, dass wir ein paar Wochen später zu Hause den 1. Film schauen werden. Erst dann werde ich Philipp´s maßlose Begeisterung über das Musical verstehen, denn die Darbietung ist unfassbar nah am Film! Einzig die Schießerei wird ersetzt, das kann man auf einer (amerikanischen) Bühne auch wirklich nicht bringen! Aber ansonsten ist es wirklich erstaunlich wie exakt alles umgesetzt wird!
Und auch während des Musicals bin ich schon begeistert von der Musik und der Effekte auf der Bühne aber auch vom Drumherum, schließlich war ich noch nie im Ausland im Theater oder Musical. Es ist im Grunde sehr ähnlich wie bei uns aber doch auch total anders. Besonders toll finde ich, dass ich während der Vorstellung Popcorn essen kann, besonders schlecht finde ich den Sitzabstand, es ist einfach ultra eng und ich bin heilfroh, dass die beiden Plätze neben uns frei bleiben, so kann ich an den Gang rutschen und den betreffenden Fuß raus“hängen“.
Nach der Show hätte ich ursprünglich gerne ein Taxi genommen weil wir uns hier im Loop schon tagsüber nicht besonders wohl gefühlt hatten aber letztlich ist es jetzt okay, im Dunkeln zu Fuß zur nächsten Bushaltestelle zu gehen, denn mit uns strömen ja die Menschenmassen aus dem Theater und wir sind hier alles andere als alleine unterwegs…
Wir fahren von einer anderen Haltestelle zum Hotel als der, auf der wir vorhin auf dem Hinweg ausgestiegen sind. Und stellen fest, das ist die Haltestelle von exakt genau vor einer Woche, selbst die Uhrzeit dürfte beinahe übereinstimmen. Hier sind wir aus der Metro vom Flughafen gekommen, und in den Bus Richtung Hotel gestiegen. Hier habe ich mein allererstes Chicago-Foto aufgenommen, im Dunkeln, mit Leuchtreklame, genauer, dem Schriftzug „Chicago“! Wie gerne würde ich noch mal genau diese eine Woche zurückspulen…
Ein bisschen aufregend wird es dann heute doch noch. An der Bushaltestelle bietet mir ein Security Mann sofort einen Sitzplatz an, indem er seine Tasche vom Sitz nimmt, ich muss mittlerweile wirklich sehr sichtbar humpeln… Leider geht er kurz darauf auch weg, hat es sich wohl anders überlegt mit dem Bus, und dann schleichen ein paar seltsame Gestalten um die Bushaltestelle. Immerhin sind wir nicht die einzigen Theaterbesucher an dieser Haltestelle. Soweit so gut.
Direkt nach der Busfahrt gehen wir dann noch in einen kleinen Seven Eleven [!keine Werbung!] an der Ecke um für die Nacht nochmal Wasserflaschen zu kaufen, dort wird es irgendwie gruselig. Zu viele Menschen, deren Aussprache man nicht versteht, und die man nicht einschätzen kann, zum Beispiel ob sie versuchen wollen zu klauen und/oder ob sie vielleicht auf Drogen sind. Und vor allem ob sie uns nicht vielleicht noch folgen werden.
Wahrscheinlich tut man ihnen unrecht aber wir haben beide ein absolut mulmiges Gefühl dort drinnen und eilen daher so schnell wie möglich, oder naja, so schnell wie mir halt möglich, die 150m zum Hotel, doch soweit ich das beurteilen kann, hat niemand versucht uns zu folgen.
Gelaufene Kilometer heute: Messbare Wegstrecke 2,7km
zzgl. etlicher Wege innerhalb Hotel, Geschäfte und Theater
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