Ankommen auf dem Schiff

Nach ein paar sehr erholsamen Tagen am Strand von Matosinhos beginnt heute unsere einwöchige Flusskreuzfahrt.

Donnerstag, 18.05.2023

17 Uhr. Wir gehören mit zu den Ersten, die auf dem Schiff einchecken, waren wir doch auch mit die Ersten, die sich am Anleger eingefunden hatten. Doch noch vor dem eigentlichen Check in gibt es im Salon des Schiffes einen kleinen Willkommensgruß in Form von Sandwiches und Kaltgetränken.

Der Salon ist sozusagen die Bar des Schiffs. Der einzige öffentliche Innenbereich, in dem man sich aufhalten kann, wenn das Restaurant geschlossen hat. Bereits hier lässt sich erahnen, dass das Schiff schön aber alt ist, trotz der Modernisierungsmaßnahmen im letzten Jahr. Die Einrichtung ist nicht so modern, wie sie für meinen Geschmack sein dürfte, aber es muss schließlich Unterschiede geben zu den Fünf Sterne Schiffen, wir sind hier auf einem Vier Sterne Schiff.

Check in auf der Douro Queen [!keine Werbung!]

Unsere Kabine ist erst mal ein kleiner Schock für mich. Ich hatte 15 Quadratmeter nicht so winzig in Erinnerung. Auf Klassenfahrt haben wir eine solche Kabine mal zu viert belegt. Heute frage ich mich ein bisschen, wie wir die Woche hier zu zweit rumkriegen wollen. In erster Linie missfällt mir die Tatsache, dass es kaum Stauraum und Ablagefläche gibt. Es entsteht Campingflair für mich. Vor allem in der Nasszelle, die meine Laune im ersten Moment weiter drückt. Obwohl ich solche Schiffs-„Badezimmer“ durchaus schon von anderen Reisen kenne, muss ich erstmal schlucken.

Schnell flüchten wir auf´s Sonnendeck und genießen den Rundumblick auf Porto und Gaia. Hier liegt es sich hervorragend!

Doch später müssen wir doch irgendwann wieder runter. Unsere Kabine befindet sich auf dem Hauptdeck. Es gibt ein Haupt- und ein Oberdeck, wo sich die Kabinen befinden. Auf dem Hauptdeck sind außerdem die Rezeption und der Salon. Das Restaurant befindet sich im Unterdeck, aber man schaut dennoch auf die Wasseroberfläche, weder hat es dort unten U-Boot-Flair noch gibt es bloß winzige Bullaugen.

Wir versuchen also ein klein wenig auszupacken und uns einzurichten, das wird schon werden. Doch es wird auch elendig viel Rumräumerei jeden Tag sein, anders geht es hier leider nicht.

Sonnendeck

20 Uhr. Das erste Abendessen der (Schiffs-) Reise wird in Buffetform gereicht und ist unfassbar vielfältig. Ich finde sogar genügend vegetarische Optionen, umso mehr staune ich, als ich vor meinem vollen Teller sitze und die Kellner und der Koch persönlich mir diverse „kleine“ Schälchen bringen mit nämlich all den Salaten und sogar Miniwraps, die auf dem normalen Buffet nur mit Fleisch und Fisch erhältlich sind, nun für mich in vegetarisch bzw. vegan. Schnell werde ich lernen, dass das nun zu jeder Mahlzeit so sein wird. Von wirklich allem wird man mir eine vegetarische oder vegane Variante zubereiten und extra servieren, der helle Wahnsinn. Und das obwohl ich sage, dass mir das Buffet so reicht. Damit gibt man sich aber nicht zufrieden. Noch am ersten Abend und auch später, lassen wir unserem Stammkellner ein großzügiges Trinkgeld zukommen obwohl sie sich wirklich allesamt unheimlich bemühen.

Wir haben für die gesamte Reise den Tisch Nummer 18. Neben uns ein seltsames Pärchen, wesentlich älter als wir aber deutlich jünger als der Seniorenaltersdurchschnitt des Schiffs. Im Verlauf der Reise kann ich mir keine andere Variante als „Affäre“ zusammenreimen, ihrem Verhalten und ihren Gesprächen nach, denen man unfreiwillig lauschen muss. Schon am ersten Abend fällt er irgendwie unangenehm auf, beschwert sich über den Kellner, der weder lupenreines Englisch noch Deutsch spricht und daher nicht mit ihm über die angebotenen Weine fachsimpeln kann. Auch an den folgenden Abenden wird er immer irgendetwas zu meckern haben, ruft mehrmals jemanden heran, der „mehr zu sagen hat“ als unser üblicher Kellner, und begreift einfach nicht, wie unangenehm er jedem ist, der um ihn herum sitzt…

Abendessen

21 Uhr. Wir gehen von Bord und spazieren durch´s dunkle bzw. beleuchtete Vila Nova de Gaia. Die Uferpromenade ist extrem belebt und es ist noch ziemlich warm. Die Menschen scheinen das Leben zu genießen, sie gehen spazieren, trinken Portwein, essen Eis, lauschen Straßenmusikern, bewundern die beleuchteten Schiffe, vor allem das große Segelschulschiff „Sagres“, das das erste Mal seit 25 Jahren anlässlich der Navy Days den Douro hoch gekommen ist und einige Zeit in Porto vor Anker liegt.

Nach etwa einer halben Stunde zeichnet sich ab, dass Philipp zu müde ist um noch weiter spazieren zu gehen obwohl das ursprünglich seine Idee gewesen war. Also gehe ich alleine noch ein Stündchen weiter und er zurück auf´s Schiff. Es treibt mich völlig ungeplant über die Luis Brücke, rüber auf die Porto-Seite, kurz vor der „Sagres“ haben sich viele Menschen versammelt, zu denen ich mich dazu setze, wir alle hören einem jungen musizierenden Pärchen zu, er spielt Gitarre, sie singt bekannte englischsprachige Lieder, es ist wunderschön, so kann der Abend zu Ende gehen.

Morgen steht noch einmal Porto auf dem Programm und der Start der Kreuzfahrt! >>>