Cordoba

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Freitag 13. März 2020

(Gefühlte) Langstreckenfahrt nach Cordoba

Der nächtliche Flug von Hannover nach Jerez vor ein paar Tagen war nicht ansatzweise so anstrengend wie diese Bahnfahrt jetzt von Jerez nach Cordoba! Es sind drei Stunden, sie kommen mir vor wie dreizehn.

Anfangs beobachtet man noch die Mitreisenden, nun teilweise mit Mundschutz oder Handdesinfektionsmittel. Oder schaut aus dem Fenster. Aber dann ist es schwer, die Augen offen zu halten…

So sehr ich mich auch auf Cordoba freue, ich bin fix! Und! Alle! Die Warterei in Jerez war da sicher nicht unbeteiligt. Mal ganz abgesehen von dem gestrigen Tag.

Puente Romano de Cordoba über den Guadalquivir

Auf jeden Fall: Cordoba. Das war mal sehr, sehr bedeutend im Mittelalter für den Islam! Das berühmteste Bauwerk der Stadt ist folglich tatsächlich auch noch eine Moschee. Die hat man dann 1236 in eine katholische Kirche umgewandelt. Die Mezquita! – Und die ist unser Hauptanliegen dort!!

Die drittgrößte Stadt Andalusiens

Cordoba erreichen wir gegen 15Uhr. Durch Google Maps weiß ich, dass wir einen ordentlichen Fußweg vor uns haben aber aufgrund des schönen Wetters und der Tatsache, dass Cordoba eine ganz angenehme Stadt zu sein scheint, kann man diesen Weg sehr gut gehen: Zum Alcazar!

Alcazar de los Reyes Cristianos

Das ist unser erstes Ziel und war früher eben der Palast der katholischen Könige. Nach der Mezquita ist er das zweite Wahrzeichen der Stadt und ich schätze mal: Mindestens ebenso schön wie der Alcazar in Jerez! Vermutlich sogar noch größer!?

Tja. Das werden wir nie erfahren! Denn so langsam holt uns das Weltgeschehen wirklich nach und nach ein. Bis vorläufig Ende März hat man hier die Schotten dicht gemacht: COVID-19!

Alcazar de los Reyes Cristianos - geschlossen wegen COVID-19

Lunch am Guadalquivir

Am was? Na das ist der Fluss! Durch Sevilla fließt der auch. Durch Cordoba eben auch. Ist einer der längsten Flüsse Spaniens und der längste in Andalusien. Entspringt irgendwo im Nordosten von Andalusien und mündet nicht allzu weit entfernt von Jerez beim Parque Nacional de Donana in den Atlantik.

Aber ich schweife ab. Lunch. Genau. Danach steht uns jetzt der Sinn. Mit Blick auf die berühmte Brücke von Cordoba, die Puente Romano de Cordoba, kehren wir in ein recht nobel wirkendes Etablissement ein. Es ist schick aber nicht überkandidelt, man kann mit Touri-Rucksack trotzdem rein – und außerdem: der 1. Eindruck täuscht!!

Das WC ist in einem katastrophalen Zustand, die Bedienung verdreht die Augen als ich um Gläser ohne Eiswürfel bitte und beim Servieren meiner wenig (gar nicht!) schmackhaften Gazpacho schiebt sie mit ihrer Hand auch noch mein auf der Serviette abgelegte Stück Brot beiseite. Das passt für mich nicht zu der Einrichtung dieses Restaurants und, aus hygienischer Perspektive, schon gar nicht zu den aufgestellten Schildchen welche Hygienemaßnahmen aufgrund des Corona-Virus einzuhalten sind von den Gästen. Das erwarte ich dann bitte auch von der Belegschaft!

Puente Romano de Cordoba über den Guadalquivir

17 Uhr: Die Mezquita

Ich erwähnte sie bereits.

Nach einem kleinen Spaziergang über die römische Brücke und zurück, ist es also Zeit die „Kathedralmoschee“ zu besichtigen. Hallelujah! Renaissance, Maurisch, Barock, Islamisch, Gotisch, weiß der Kuckuck! Ich empfehle eine geführte Tour. Wir haben keine aber ich kann mir vorstellen, dass sich das wirklich lohnt!

Aber man braucht Zeit! So oder so! Es ist die größte (!) Moschee der Welt. Wer hätte gedacht, dass die sich ausgerechnet in Spanien befindet?

Mehr als 800 Säulen gibt es zu bestaunen, sie ergeben das unverwechselbare Bild im Inneren dieses Gebäudes. Darüber hinaus überall Mosaike, Gebetsnischen, Orgel, Kuppel, was nicht alles! Einfach nur richtig, richtig schön!

Die Mezquita - "Kathedralmoschee"

Und ebenso nicht zu verachten: Schon bei Ankunft aber auch beim Verlassen des Gebäudes geht man durch den Orangenhof, dem (früheren) Vorhof sozusagen. Damals sollen hier eher Palmen gestanden haben, heute sind es überwiegend Orangenbäume, die uns ja schon die ganze Woche über verfolgen, im positiven Sinne. Hier kommt man auch her, ohne Eintritt zu zahlen und kann schöne Bilder machen aber ich wiederhole mich: Wer nach Cordoba kommt, der kommt, um die Mezquita zu besichtigen – und zwar: von innen bitte!

Die Altstadt Cordobas

Nach diesem beeindruckenden Besuch der Mezquita bummeln wir langsam aber sicher, mehr oder weniger, grob wieder gen Bahnhof. Allerdings haben wir noch reichlich Zeit bis zu unserer Abfahrt nach 20 Uhr und so ist noch der ein oder andere Stopp drin.

Beginnen wir mit meiner Lieblingskaffeekette, die eine Filiale an der Plaza de las Tendillas besitzt. Gewiss kein schlechter Ort um an der Straße eine Pause im Sitzen einzulegen und seinen Koffeinhaushalt wieder aufzufüllen!

Die Altstadt Cordobas - Plaza de las Tendillas

Wir bummeln weiter. Landen im Jardines de la Merced. Eine kleine Grünanlage mit einem fotografierenswerten Brunnen. Und wir bummeln den Weg wieder zurück. Und dann wiederum zurück. Und so weiter und so fort. Bis wir dann irgendwann den Bahnhof aufsuchen, die Dämmerung setzt bereits ein. Zeit, zurück nach Jerez zu fahren.

Cordoba in Bildern – zum Durchklicken:

Die Mezquita - "Kathedralmoschee"