Sonntag, 25. Dezember 2022
1 Uhr morgens in der Nacht.
Eine Punktlandung. Exactement drei Stunden vor Abflugzeit fahren wir in das Parkhaus unserer Wahl am Flughafen Hannover ein. Das ist insofern Premiere für uns, als dass wir bisher immer mit der Bahn oder einem „privaten Chauffeur“ unsere Fahrten zum Flughafen angetreten und nie ein Auto dort stehen gelassen haben. Das hatte sich so bisher einfach nie angeboten oder ergeben… Doch mit vollen Bäuchen nach einem Heiligen (Raclette-) Abend und so mitten in der Nacht, wollten wir uns dann doch nicht auf die Gnade der Deutschen Bahn verlassen oder einen Taxifahrer belästigen.
01.20 Uhr.
Der Check in für unseren Flug öffnet -in Terminal A- und wir stehen relativ weit vorne. Entsprechend bald sind wir dran. Nachdem die letzten Monate, bald Jahre, das große Chaos an den Flughäfen das Top Thema Nummer 1 gewesen war, hatte ich mit dem schlimmsten gerechnet – und gleichzeitig gehofft und gedacht, dass wir Glück haben würden, weil in dieser Nacht nur vereinzelt Flüge starten! Und so war es dann auch. Sowohl der Check in als auch die direkt anschließenden Sicherheitskontrollen laufen so entspannt, freundlich und unkompliztiert ab wie nie zuvor! Auffällig: Alles um uns herum hustet und schnieft. Ich bin maximal genervt davon. Und wundere mich wieder einmal kopfschüttelnd, was plötzlich möglich ist. Vor einem Jahr hätte man „symptomatische“ Menschen noch eingefangen…
An Gate 4 warten wir auf´s Boarding, das um 20 vor 4 losgehen soll. Die Müdigkeit hält sich erstaunlicherweise in Grenzen. Wir brauchen nicht mal Kaffee für die Wartezeit… Mein erstes Boarding seit Ewigkeiten ist dann ein bisschen chaotisch weil Deutsche nicht in der Lage sind, eine Schlange zu bilden, schon gar nicht ohne Ellenbogen. Es wird vorgedrängelt und ignoriert. So ist das eben… – Pünktlich um 4 sitzen wir auf unseren vorreservierten Plätzen in Reihe 4 und haben das Glück, dass niemand den dritten Platz in unserer Reihe gebucht hat. So können wir es uns ein kleines bisschen bequemer machen und sofort nach dem etwas aufregenden Abflug (ich mag Starten am wenigsten!) einschlafen.
Ungefähr nach der Hälfte der fünf Flugstunden gibt es dann den Boardservice. Ich hätte jetzt nichts nötig aber wir haben vorgebucht: Pfannküchlein mit Grießbrei und heißen Kirschen, ein Heiß- und ein Kaltgetränk. In Ordnung. Aber dann bitte gleich wieder weiterschlafen! Bis ungefähr eine halbe Stunde vor der Landung, da schiebe ich die Blende an meinem Fenster hoch und stelle fest, dass es schon hell wird.
Ich betrachte die Wolken von oben und begucke ausgiebig den Sonnenaufgang. Es ist für mich gar nicht zu fassen, dass ich so etwas Schönes doch nochmal erleben darf. Das ist schon wirklich wie Weihnachten… Und das größte Geschenk, dass ich mir selbst machen konnte! Die Glücksgefühle in mir, in diesem Moment, sind mit Worten nicht zu beschreiben!
Ich liebe es, über den Wolken zu sein und wenn diese sich dann auch noch so formieren, dass ich das Gefühl habe, über einem Wolkenvulkan zu schweben, dann ist das sehr besonders, vor allem wenn die Sonne in der Farbe heißer, glühender Lava das Bild perfektioniert. Das kann sich kein Mensch aus Hollywood ausdenken… Ich bin selig!
Als wir dann wirklich kurz vorm Landen sind, sehe ich während einer scharfen Rechtskurve tatsächlich schon unser Hotel! Unverkennbar, denn ich habe viele Luftaufnahmen davon gesehen! Erstaunlicherweise ist die Landung auf portugiesischem Boden super sanft und angenehm und hat so gar nichts von den Horrorvideos, die man vom Flughafen Madeira so zahlreich findet und die mich beinahe davon abgehalten hatten, die Insel zu besuchen!
8 Uhr. Madeira-Zeit.
Cristiano Ronaldo Airport. Sein Konterfei begrüßt uns direkt neben dem Schriftzug „Aeroporto da Madeira“ am Flughafengebäude… Von mir aus. Die Koffer kommen unsagbar schnell und das Flughafen-WLAN funktioniert einwandfrei. Erste Info nach Hause.
Höchstens 20 Minuten dauert unser Transfer zum Hotel in Canico, wo wir dann zum Glück als Zweites an der Rezeption anstehen und nicht in der elendigen Masse hinter uns. So können wir es uns umgehend auf der sonnigen Frühstücksterrasse bequem machen und u.a. eine erste Kanne Kaffee genießen.
Um 10 Uhr findet eine Willkommenveranstaltung des Reiseveranstalters statt. Ich verzichte auf einen öffentlichen Kommentar dazu. Überspringen wir das. Bis auf die Tatsache, dass ich daraus das Fazit ziehen werde, dass unsere für übermorgen gebuchte Wanderung kein Kindergeburtstag ist. Neulich ist da jemand kollabiert weil er sich überschätzt hat und sowieso sei die Route sehr anstrengend: 11km stetig bergauf und bergab. Rutschig, gefährlich, viele Stufen. Das sollen wir uns noch Mal reiflich überlegen. Jetzt bin ich verunsichert… Philipp nicht.
Unser ziemlich neues Meerblick-Zimmer gefällt uns sehr gut. Nur die Tennisspieler nerven mich ein wenig mit den Geräuschen, die ihre Tennisbälle erzeugen.
Urlaub!!
Ab in den Pool! Kaum haben wir die ersten Sachen aus dem Koffer gezogen, zieht es uns ins Hotel-Hallenbad. – Nun ja. Nicht nur uns. Alle Kinder des gesamten Hotels scheinen dort gerade eine Wasserparty zu feiern! Kein Wunder, draußen ist es heute überwiegend bedeckt und windig… Wir wagen trotzdem einen Versuch aber der Pool ist schweinekalt! Dann gehen wir mal lieber heiß duschen und legen etwas die Füße hoch!
Wir fühlen uns wie nach einer Reise über mehrere Zeitzonen hinweg. Die nächtliche Anreise (wir hatten keine Wahl!) setzt uns ganz schön zu! Ich handhabe es wie beim Kampf gegen den Jetlag und bleibe unter allen Umständen wach bis zum Abend aber Philipp verschläft den Nachmittag, während ich alleine zum Mittagessen gehe und mich anschließend mit Kaffee und Buch an die Bar begebe, wo mich ein Gast gleich für die Reiseleitung hält. Auch eine Idee…
Vor dem Abendessen überrede ich meinen Mann dann noch auf einen Kaffee auf unserem Balkon. Ein paar Sonnenstrahlen einfangen. Anschließend die Koffer zu Ende auspacken. Jetzt sind wir angekommen!
17.45 Uhr.
Weihnachts-Gala-Dinner. Was ich bin froh, dass ich zumindest eine Bluse und einen Blazer eingepackt habe… Ich habe ja überhaupt nicht an derartige Veranstaltungen gedacht. Am Silvesterabend muss ich dann improvisieren, da ist dann noch Mal so’n besonderer Abend seitens des Hotels geplant. Sowie Dienstag, da haben wir im Kulinarium reserviert, ein exklusives A-la-carte-Restaurant im Hotel, das normalerweise extra kostet aber eben 1x pro Aufenthalt inklusive ist. Ich bin gespannt… 🙃
Das Dinner heute jedenfalls ist unbeschreiblich! Ich spare mir die unendlichen Aufzählungen aber es ist wirklich unsagbar umfangreich und lecker!
Wir versuchen uns -statt Dessert- noch an den übersüßen Cocktails an der Bar aber diese sind, zumindest für mich, ungenießbar. Willkommen im All inclusive-Urlaub!
19.30 Uhr.
Endlich schlafen!
Unser Urlaubsort Canico in Bildern – zum Durchklicken:
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