New York City

NYC 2009

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Tag 1

Ankommen

Nach der offiziellen Immigration am JFK Airport wurden die Koffer (ja Plural, damals ging das noch in der Holzklasse…) geholt und dann … – musste ich eine geschlagene Stunde auf meinen vorab gebuchten Transfer warten. Das war eine kleine Katastrophe, denn die Zeit, die bis hierher unglaublich schnell vergangen war, zog sich nun doch noch wie Kaugummi…

Der Transfer selbst verlief aber problemlos als es dann losging. Zwar wunderte ich mich über den Fahrstil und andere Gepflogenheiten meines Chauffeurs aber ich war so müde, dass ich versuchte, mir keine weiteren Gedanken zu machen! Neben mir saß zudem auch noch ein Mädchen aus Deutschland, schwachsinnigerweise vermittelte mir das ein bisschen Sicherheit. Wir erzählten uns gegenseitig unsere Pläne für die kommenden Tage und dann stand ich schlussendlich vorm damaligen Candy Hostel [!keine Werbung!] in der W 94th Straße, im nördlichen Manhattan, in der Nähe des Hudson Rivers. Und begann Svenja zu suchen.

Ein typisches Hostel – auch wenn ich noch keinerlei Erfahrung mit einem solchen hatte. Und es war schon ein bisschen abenteuerlich mit dem Gepäck durch dieses riesige Gebäude zu irren… Vor allem weil ich feststellen musste,  dass unser Zimmer leer war, keine Spur von Svenja… Ich fand sie erst nach einem kurzen Anruf vom Münzapparat (das muss man sich mal vorstellen!) in einem öffentlichen Bereich des Hostels, aber das Wiedersehen war dann umso größer!

Es war schon spät und im Dunkeln wollten wir natürlich nicht mehr raus! Eine kurze Dusche im Gemeinschaftsbad auf dem Flur des Hostels (auch eine neue Erfahrung für mich) und dann haben wir erstmal ein paar Stunden gequatscht, wir hatten uns schließlich lange nicht gesehen… Die wenigen restlichen Stunden, die uns dann noch zum Schlafen blieben, hatte ich persönlich mit der Hitze im Zimmer zu kämpfen und außerdem fand ich es viel zu schön, einfach nur da zu liegen und der Stadt, die niemals schläft, zu lauschen… Endlich, endlich war ich in NYC angekommen…

Tag 2

Gospel Feeling in Harlem

NYC 2009

Der nächste Tag begann sehr früh… Geplant war für den ersten Tag eine Harlem-Gospel-Tour mit dem Bus. Die Tour hatte ich für uns bereits von Deutschland aus gebucht. Es war also ein Sonntag und wir begaben uns zum angegebenen Treffpunkt. Es muss ca. 9 Uhr gewesen sein als die Tour begann.

Wir fuhren los. Es war eine mehrsprachige Tour mit einem humorvollen Guide, der sehr gutes Deutsch sprach. Er stimmte hin und wieder ein kleines englisches oder deutsches Liedchen oder eine Melodie an und die ohnehin nicht sehr langen Busstrecken von einem Punkt zum anderen vergingen noch viel schneller.

Harlem ist wunderschön. Seit ungefähr einem Jahrhundert das Zentrum afroamerikanischer Kultur – und leider ein Stadtteil, der von den meisten Touristen gemieden wird obwohl es inzwischen längst nicht mehr so eine gefährliche Gegend ist, wie in den 80ern als Crack das Viertel bzw. generell New York City regierte…

Berühmt ist in Harlem zum Beispiel das Apollo Theater, wo Konzerte stattfinden. Früher sind hier zum Beispiel Marvin Gaye, Aretha Franklin, die Jackson Five und viele, viele mehr aufgetreten.

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Mir gefällt der sehr nördliche Stadtteil von Manhattan jedenfalls, vor allem weil unser Guide uns auf vieles hinweist, das wir ohne ihn übersehen würden. Weil er uns viel erzählt, was wir ohne ihn nicht erfahren würden. Von Ghetto kann hier einfach keine Rede mehr sein!

Man sollte es sich unbedingt anschauen, allein schon um mögliche Vorurteile loszuwerden. Es ist einfach hübsch und der Besuch eines Gospelgottesdienstes war der krönende, lebendige Abschluss! Es wird wohl nicht so gern gesehen wenn man auf eigene Faust dort herein spaziert aber die offiziellen Gospel Touren sind kein Problem. Ich kann jedem New York Besucher eine solche Tour wirklich ans Herz legen! Sie finden naturgemäß sonntags morgens statt.

Die grüne Lunge der Stadt

Anschließend stand für uns dann der allerseits bekannte Central Park auf dem Programm. Über 40 Millionen Besucher zählt der Park jedes Jahr. Die meisten von ihnen, und so auch wir, halten sich eher im südlichen bis mittleren Bereich des Parks auf. Das liegt vermutlich an der kürzesten Anreise aus Süden, also Midtown und Downtown kommend, denn von Norden, aus Richtung Harlem, kommt die Masse natürlich nicht. Aber ein Grund könnte auch sein, dass in diesem Bereich des Central Parks die meisten fotogenen Stellen zu finden sind, die, die jeder sehen will weil er sie aus Filmen kennt… Malerische Spazierwege, das Belvedere Castle, The Lake mit der Bow Bridge, die historisch anmutenden Pferdekutschen, der Zoo, Umpire Rock, der Bootsverleih, die Picknickwiese Sheep Meadow und natürlich das Herz des Central Parks: die Bethesda Terrace mit seinen Straßenkünstlern und dem großen Brunnen.

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Aus unserem geplanten gemütlichen Lunch im Grünen wurde leider nix, da das Wetter nicht so ganz mitspielen wollte aber dennoch spazierten wir eine Weile durch den Park (oder vielmehr: durch einen Bruchteil des Parks) und setzten uns als neues Ziel den Trump Tower (damals wusste ich tatsächlich noch nicht wer er ist… geschweige denn, wer er mal werden würde…), um dort bei Starbucks [!keine Werbung!] einzukehren, was ein tägliches Ritual werden sollte in diesem Urlaub!  Jedenfalls die Kaffeekette, nicht der Tower.

Midtown Manhattan

Es folgte ein kleiner Spaziergang  entlang der Hauptsehenswürdigkeiten von Manhattan:

St. Patrick´s Cathedral

Die große Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert ist zweifelsohne eines der Wahrzeichen von New York. Zentral (und) zwischen Fifth und Madison Avenue kommt man eigentlich zwangsweise irgendwann hier vorbei! Man kann sich den gewaltigen Bau natürlich auch von innen anschauen, mit oder ohne Führung, aber uns reicht es, einen Blick von außen darauf zu werfen.

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Rockefeller Center

Gleich gegenüber der St. Patrick´s Cathedral befindet sich der wohl bekannteste Gebäudekomplex der Stadt. Hier finden Konzerte und Theateraufführungen in der Radio City Music Hall statt. Hier befindet sich die Aussichtsplattform Top of the Rocks ebenso wie die NBC Studios, wo seit den 90ern Serien und Shows gefilmt werden. Und am Bekanntesten dürfte die riesige Eislaufbahn im Winter sein, zusammen mit dem überdimensionierten Weihnachtsbaum und seinen mehr als 50.000 Lichtern!

Grand Central Station

Kennt jeder! Kommt in so vielen Filmen vor. Für uns ist es ein absolutes Highlight, den größten Bahnhof der Welt einmal von innen zu sehen. Zumindest die riesige, prunkvolle Vorhalle. Es ist schön, dass wir uns gleichermaßen doll darüber freuen können!

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Met Life Building

Für uns auch nur ein Fotostopp, für andere der Arbeitsplatz, denn es handelt sich um ein Bürogebäude. Das ehemalige Pan Am Building in der Park Avenue ist einfach sehr markant und liegt für uns auf dem Weg.

Chrysler Building

Ein weiteres reines Bürogebäude aber vor die Linse gehört es trotzdem unbedingt! Die Automobilmarke Chrysler hatte hier bis 1930 ihren Hauptsitz, schon lange ist es einer der berühmtesten Wolkenkratzer der Stadt, wenn auch schon seit 1931 bei weitem nicht mehr der höchste.

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New York City pur

Das war nun auf jeden Fall 100% Amerika für mich! Einfach treiben lassen und die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt (ach was, der Welt!) als Kulisse genießen… Dabei sind es vom Trump Tower bis zum Chrysler Building (auf direktem Wege) gerade mal zwei Kilometer. Welcome to Manhattan! Hier befinden sich viele Highlights und Superlative einfach direkt nebeneinander wie Perlen auf einer Schnur…

Zum Abschluss dieses ersten und gelungenen Tages, ging es für uns zum Times Square: Noch einmal New York at its best! Das obligatorische T-Shirt aus dem Hard Rock Café [!keine Werbung!] darf hierbei natürlich nicht fehlen. Zu guter Letzt sind wir gigantisch gut italienisch essen gegangen, mitten auf dem Times Square! Unvergesslich.

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Auf dem Weg zum Hostel trafen wir sogar noch den berühmten Naked Cowboy. Ohne Frage einer der bleibendsten Eindrücke des Tages! Irgendwie gehört dieser halbnackte Mann zu New York wie der Broadway und die Brooklyn Bridge… Übrigens wird er es in den kommenden Jahren durch die einzelnen Touri-Dollar für Schnappschüsse zum Millionär schaffen! Und das in Schlüpper, Cowboy Boots und mit Gitarre. Ideen braucht man! Und das richtige Publikum!

Das waren unsere ersten Eindrücke von New York City! Harlem und Midtown Manhattan.

An dieser Stelle unterbreche ich für BOSTON.

Aber dann weiter im Text, denn nach ein paar Tagen in Boston/Massachussetts kommen wir zurück nach Manhattan:

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Tag 5

Back to NYC

Am Mittwoch kehrten wir zurück aus Boston und bezogen unser Zimmer im New Yorker Broadway Hostel [!keine Werbung!]. Wir hatten vorab bewusst nicht noch einmal das Hostel vom Anfang unserer Reise gebucht, denn falls es unseren Ansprüchen nicht genügen würde, müssten wir uns in Boston nicht schon verrückt machen, dass wir wieder zurück in die Bruchbude müssen…

Aus unserem Plan, am Abend noch das Lichtermeer vom Empire State Building aus zu betrachten, wurde jedoch leider nichts mehr. Es war unglaublich neblig und so verschoben wir es auf den Folgetag und erlebten heute eigentlich gar nichts mehr nach der langen Busfahrt.

Tag 6

Freiheitsstatue

Der Donnerstag begann für uns natürlich wieder bei Starbucks [!keine Werbung!]. Das ist für uns einfach genau das Richtige.

Es folgte eine endlos erscheinende Fahrt von Nord- nach Südmanhattan, was in Wirklichkeit aber nur um die 45 Minuten gewesen sein können aber wir waren noch sehr müde. Das Hostel liegt an der W 101st Street, das ist auf Höhe des Mount Sinai Hospitals, also sehr weit nördlich in Manhattan gelegen, ungefähr 14 Blocks nördlicher als das Hostel vor ein paar Tagen.

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Angekommen in Südmanhattan, erreichten wir im Battery Park die Fähre nach Liberty Island. Wir (Svenja) hatten die Tickets für die Freiheitsstatue, wie so einiges anderes, schon vorab organisiert gehabt, was sich als äußerst vorteilhaft erwies!

Für die Überfahrt nach Liberty Island muss man diverse Sicherheitskontrollen passieren, aber wir verbrachten anschließend eine richtig schöne Zeit auf der kleinen Insel, denn es gab einen tollen Gift Shop, herrliche Sonne und am wichtigsten natürlich : der Spaziergang einmal rund um die Statue! Zu guter Letzt durften wir, dank eines netten Wächters, der uns ohne das zusätzlich erforderliche Ticket durch ließ, auch auf den Sockel hinauf. Es war gigantisch! Die Sonne, die Aussicht Richtung Manhattan, die Statue. AMERIKA!

Die nächste Fähre brachte uns weiter nach Ellis Island zum Immigration Museum. Wir waren zwar interessiert aber auch etwas zu müde um das Museum ausgiebig zu erkunden. Wir haben mehr Zeit auf der Terrasse als im Museum selbst verbracht. Vielleicht hätten wir uns mehr darauf einlassen müssen…

Zurück in Manhattan

NYC 2009

Nun stand noch Ground Zero auf unserem Programm. Im Grunde genommen standen wir vor einer riesigen Baustelle. Viel konnte man über die hohen Sichtschutzzäune nicht erhaschen. Das würde also immer noch etwas dauern bis man hier aufgeräumt hätte.

Danach ging es über die Wall Street zur Brooklyn Bridge. Für mich der Inbegriff von New York, denn diese Brücke war immer im Englischbuch abgebildet und neben dem Central Park jahrelang mein persönliches Symbol für die Stadt meiner Träume! Und das schien auch anderen so zu gehen, denn wir waren hier wirklich nicht allein. Über die Jahre hat sich die Brücke zu einer wahren Attraktion entwickelt und einmal drüber zu spazieren steht vermutlich auf der To do Liste eines jeden New York Touristen! Sollte es zumindest!

Ich jedenfalls genoss den Spaziergang unendlich, auch wenn wir bedauernswerterweise nach der Hälfte kehrt machten um noch auf das Empire State Building fahren zu können. Ich war hier gewesen und das hatte ich mir so sehnlichst gewünscht!

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Auf dem ESB faszinierte uns dann ebenfalls der atemberaubende Ausblick. Mein Wunsch, im Dunkeln dort oben zu stehen und das Lichtermeer zu sehen, erfüllte sich leider nicht, dafür war es noch zu früh am Tag, aber es war trotzdem beeindruckend. Ich glaube man kann den Wolkenkratzer getrost das berühmteste Gebäude der Welt nennen.

Und das war auch schon New York

Freitag sollte dann erstmal unser letzter Tag in der City von Frank Sinatra sein. Bevor unser Bus nach Philadelphia ging, hatten wir aber noch ein bisschen Zeit und nutzten diese Gelegenheit um nahe des bekannten Flat Iron Building, dem Museum of Sex einen Besuch abzustatten. Der erste Teil im Museum beschäftigt sich mit Tiersex, der zweite mit Menschenpornos inklusive des berüchtigten „One Night in Paris“ und der dritte zeigte kuriose Bilder, Sex-Spielzeuge, etc.! So war der Vormittag jedenfalls auch verplant…

Und dann hieß es Abschied nehmen…

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Denn es ging weiter zur Wiege des Landes: Nach PHILADELPHIA.

Time to Say Goodbye

New York City erreichte ich dann eine Woche später wieder! Aber diesmal alleine weil Svenja noch ein paar Monate in Virginia blieb. Ich kam mit dem Bus an der Penn Station am Madison Square Garden an und verpasste, aufgrund einer staubedingten Verspätung, leider den gebuchten Bus zum Flughafen. Ich hatte glücklicherweise noch zufällig 60 Dollar übrig und konnte diese in ein Taxi zum JFK investieren…

So riskant und auf Kante genäht würde ich eine Heimreise niemals wieder planen. Am selben Tag vor einem Langstreckenflug 400 Kilometer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen… Das wird mir nicht noch mal passieren! Damals habe ich mir nichts dabei gedacht aber heute weiß ich etwas besser, was alles passieren könnte…

Am Flughafen gönnte ich mir meinen vorerst letzten USA-Starbucks-Kaffee [!keine Werbung!] und freute mich, eine so wunderschöne Zeit hinter mir aber auch ein baldiges Wiedersehen mit meinen Lieben in der Heimat vor mir zu haben.

Während des Fluges schlief ich fast durch bis London. Die drei Stunden in Heathrow sind ebenfalls regelrecht verflogen und der Weiterflug nach Hamburg sowieso. Meine Koffer kamen auch sofort. Eine gelungene Heimkehr!

Das Sahnehäubchen war dann mein (damaliger) Schatz, den ich vor lauter Rosen gar nicht mehr sehen konnte! 21 langstielige, dunkelrote waren es..: Ach ja! Es war ja mein 21. Geburtstag! ♥

New York City 2009 in Bildern – zum Durchklicken:

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