Garden of the Gods

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Donnerstag, 24. August 2023

Unser Navi, das wir hier nutzen ist übrigens ganz simpel Offline Gockel Maps auf dem Smartphone, welches wir mit unserem Auto per USB verbinden, sodass die Karte auf unserem Bildschirm im Auto erscheint. Die wechselnden Frauenstimmen im Navi haben eine lustige Sache gemein: Colorado Springs sprechen sie konsequent Colorado Schprings aus, was ich sofort belustigt-begeistert übernommen habe. Auf den Straßenschildern steht auch gerne mal abgekürzt Colo Springs, das führt dann zu Colo Schprings. Mir macht das Spaß. Meistens sage ich einfach nur noch Schprings.

Trolleyfahrt durch den Garden of the Gods

Schlaflos in Colorado Schprings

2 Uhr morgens. Ich bin wach. War es ein Fehler um 20 Uhr schlafen zu gehen? Nein, wahrscheinlich würde ich jetzt auch an die Decke starren, wenn ich mich später hingelegt hätte. Philipp, der schon ab 18 Uhr immer wieder eingenickt war, schläft hingegen tief und fest…

4 Uhr. Ich habe die Schnauze voll und kuschle mich zu Phil ins Bett. Er scheint jetzt auch wach zu sein, vielleicht kann ich ihn überzeugen, dass wir zum Sonnenaufgang in den Garden of the Gods fahren, denn dort wollen wir heute eh hin und ab 5 Uhr kann man rein.

5 Uhr. Meine Idee hatte keinen Anklang gefunden und ich liege wieder in meinem Bett. Endlich überkommt mich noch mal der Schlaf.

6 Uhr. Mein Wecker klingelt medikamentenbedingt und ich erhasche einen Blick auf den leuchtenden Horizont. Die Sonne geht gerade auf! Grund genug, die Nacht für beendet zu erklären.

Garden of the Gods Visitor & Nature Center

Downtown Colorado Springs

7 Uhr. Okay dann lass mal langsam los. Ich habe schon gestern einen lokalen Coffee Roaster rausgesucht, der so einigermaßen auf dem Weg zum Garden of the Gods liegt. Solar Coffee Roaster [!keine Werbung!] befindet sich in Downtown CS und dort waren wir schließlich noch nicht.

Wir sind ein bisschen vor der Öffnungszeit um halb acht da, aber dafür parke ich direkt vor der Tür. Die Parkuhr lässt sich sogar mit Münzen füttern, wir brauchen keine Kreditkarte und/oder App, damit hatte ich ja fast schon nicht mehr gerechnet!

Hier ist alles immer digitaler geworden, vor allem die Kassenzettel drucken sie einem nicht mehr überall aus, man muss seine E-Mailadresse angeben, wenn man denn den Zahlungsbeleg haben will. Mein Highlight in dieser Hinsicht war vorgestern der Botanische Garten in Denver: Einen Kassenbon gab es nicht aber kurz darauf wurde uns mit den Getränken ein Zettel übergeben, auf dem unser Name und unsere Getränke standen, damit die Servicekraft, die diese zubereitet, während eine andere an der Kasse steht, weiß, wer was bekommt. Dann hätte doch gleich der Preis mit drauf stehen können und wir hätten unseren Bon gehabt… Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln…

Solar Roast Coffee Colorado Springs [!keine Werbung!]

Besonders wenig serviceorientiert finde ich das von den Hotels! In Denver hieß es beim Check out, ich bekomme die Rechnung per Mail. Ok, und weg waren wir. Bis heute frage ich mich jedoch auf welche E-Mailadresse… angegeben habe ich keine. Und genauso ist es hier in CS im Hotel, da habe ich allerdings explizit um einen Ausdruck gebeten und mein Anliegen ist seit vorgestern „in Klärung“…

07.30 Uhr. Wir bestellen zwei Kaffee und zwei Bagel mit Cream Cheese. Bedauerlicherweise ist weit und breit nichts von dem guten Porzellangeschirr zu sehen, das auf Bildern in den Google Bewertungen zu erkennen gewesen war… Wir bekommen unsere Getränke in den „guten“ alten Pappbechern obwohl ich extra darauf hingewiesen hatte, dass wir nicht To Go ordern…

Ansonsten ist das Café aber recht schön. Philipp stürzt sich noch vor der Kaffeebestellung auf die große Auswahl gebrauchter Schallplatten, die dort zum Verkauf stehen. Es ist wirklich sehr individuell. Doch 20 Dollar in Summe (ohne Schallplatte!) empfinde ich wieder als sehr viel für eine solche Kleinigkeit: ein bisschen getoastetes Weißmehl mit Frischkäse geht ja nicht als vollwertiges Frühstück durch…

Solar Roast Coffee Colorado Springs [!keine Werbung!]

Nachdem wir draußen vor dem Café sitzend unsere Bagels vertilgt haben und Philipp ausgetrunken hat, nehme ich den Rest Kaffee in meinem Müllbecher mit und wir schlagen einen ganz kleinen Bogen zu Fuß in der näheren Umgebung. Wir starten und enden ungefähr am Acacia Park. Das Publikum ist hier durchmischt. Mutmaßliche Obdachlose mit oder ohne Wodkaflasche, aber eben auch Bürofrauen, die ihren Kaffee trinken. Wie immer, darf man unter dem Begriff „Downtown“ in Amerika nicht zu viel erwarten. Keine Fußgängerzone, dafür reichlich Verkehr und viele Parkplätze, sodass jedes Geschäft so bequem wie möglich erreicht werden kann. Wir sehen hauptsächlich Gastronomie aber auch Kunstgalerien und den Busbahnhof. Man kann hier sehr gut mal schlendern gehen, wenn man nicht mit den falschen Erwartungen kommt. Letztlich haben wir, wie gesagt, nur einen Bruchteil gesehen. Das klassische Amerikabild. Eines von vielen. Und ja, ich mag es irgendwie.

Im „Göttergarten“ mit dem Göttergatten

08.40 Uhr. Es waren nur wenige Minuten Fahrt weiter zu den Gardens of the God. Wir sind mit die ersten, die am Visitor Center parken, nach uns kommen die Menschenmassen. Das Visitor Center öffnet erst um neun. Wir stehen sozusagen in der ersten Reihe unter den Wartenden…

Trolleyfahrt durch den Garden of the Gods

Der Name „Colorado“ hat auch eine Bedeutung, wie man vermuten kann. Immerhin steckt im Grunde genommen das Wort „colour“, also „Farbe“ darin. Und tatsächlich bedeutet „Colorado“ auch „rot gefärbt“ – denn viele Gegenden schimmern rötlich („rote Steine“) oder auch ein anderer Ansatz ist der rötliche Schlamm des Colorado River.

Wir konzentrieren uns heute auf die roten Steine. Davon werden wir zuhauf zu sehen bekommen! Das Visitor Center öffnet pünktlich und wir kaufen auf meinen Wunsch hin sofort Tickets für die Trolleyfahrt. Ein jeepähnliches, offenes, größeres Gefährt, das schon vor dem Visitor Center parkt. 45 Minuten für 21 Dollar pro Person, wahrlich kein günstiger Spaß aber die billigste aller Aktivitäten hier. Alternativen wie Reiten, Jeep, Segway, E-Bike, geführte Wanderung etc. wären noch sehr viel teurer. Klar, man kann auch kostenlos selbst mit dem Auto durch fahren und/oder einfach wandern gehen aber das machen wir ja schon meistens so, ich hätte einfach gerne mal jemanden, der mir auch ein bisschen was erzählt…

Trolleyfahrt durch den Garden of the Gods

Die Dame beim Ticketverkauf fragt mich: „Oooh, am I hearing a cute accent?“… Wahrscheinlich meinte sie in Wirklichkeit: „Haha, deine englische Aussprache ist scheiße.“ Aber das weiß man immer nicht so genau. Witzig nur, dass zwei Minuten später im Trolley der Amerikaner vor uns sagt, dass man ja überhaupt keinen Akzent hört, denn der Trolley Fahrer hatte uns schon Willkommen geheißen, uns die besten Sitze empfohlen und gefragt woher wir kommen, worauf ich entsprechend geantwortet hatte. Wahrscheinlich das typisch-amerikanische nicht ernst aber dafür umso netter gemeinte Kompliment. Ich mag´s trotzdem.

Trolley Fahrt mit Santa Claus

Vor uns sitzen drei ältere Herrschaften, die zusammengehören, sie kommen aus unterschiedlichen Staaten, der Mann, der mich auf meinen angeblich nicht vorhandenen Akzent angesprochen hatte, hat sein halbes Leben in Schottland verbracht. Hinter und neben uns sitzen noch zwei Frauen aus „Austin, Texas“ (sie hätten es nicht mit mehr Stolz sagen können…) mit ihren diversen Kindern und ganz hinten ein altes Ehepaar aus Indiana. Damit ist der Trolley ausgebucht.

Trolleyfahrt durch den Garden of the Gods

Der Trolley fährt den Standard Rundweg durch den Park, den wir mit dem Auto auch kostenlos hätten befahren können. Unser Guide/Fahrer sieht aus wie Santa Claus in seinem Sommerjob aber mit Knarre an der Hüfte. Er stammt aus Massachusetts, lebt seit 50 Jahren in Colorado, macht seit fünf Jahren die Trolleytouren. Er erzählt die gesamte Fahrt über ohne Punkt und Komma, und leider sehr leise, trotz Mikro, und auch unabhängig davon für mich schwer verständlich weil in seinen Santa Claus Bart genuschelt… Philipp gibt anschließend pflichtbewusst 5 Dollar Trinkgeld aber ich finde es nicht gerechtfertigt. Obwohl, ja, das Trinkgeld, von mir aus, aber der Ticketpreis an sich hätte gut und gerne nur halb so hoch sein dürfen, dann hätte das Preis-Leistungs-Verhältnis gepasst.

Egal. Die Landschaft, und um die geht es hier ja eigentlich, ist auf jeden Fall absolut herausragend! Mit einem Monument Valley oder einem Arches Nationalpark, wie auf der Reise in 2013 gesehen, kann der Park zwar meines Erachtens nicht ganz mithalten aber er ist wohl ohne Frage das absolute Highlight von Colorado Springs: Markante rote Felsformationen, beeindruckende Aussichten, wunderschöne Vegetation, und zwar erstaunlich grün.

Trolleyfahrt durch den Garden of the Gods

Zu Fuß unterwegs im Garden of the Gods

10.15 Uhr. Vom Visitor Center aus gehen wir zu Fuß zum Signature Rock. Der Weg dorthin führt bereits durch sehr schöne Landschaft und ist komplett asphaltiert, breit und richtig gut zu gehen. Viele grüne Bäume und Büsche, viele gelbe Blumen, richtig, richtig, schön. Zum Glück hin und wieder ein schattiger Fleck, das braucht man auch, neben einer großen Anzahl Wasserflaschen. Auch heute haben wir wieder um die 35 Grad, man überlegt sich jeden Schritt vorher gut…

Unterwegs sehen wir eine Baby Rattle Snake und etwas später auch diverse Warnschilder. Tja, verglichen mit dem Baby heute, war das gestern im Palmer Park definitiv kein Baby!

Zwischen Signature Rock und South Gateway Rock gibt es reichlich Schatten und sogar Sitzmöglichkeiten. Ich muss ein bisschen auf mich achtgeben und lasse Philipp alleine noch etwas weiter laufen, wir verabreden uns für „dann wenn er fertig ist“ (und) „hier im Schatten“. Das klappt erstaunlich gut und so sind wir beide happy. Ich habe mich etwas ausgeruht und er noch ein paar mehr Fotos auf seinem Smartphone.

zu Fuß im Garden of the Gods

Tatsächlich fotografieren wir in diesem Urlaub ausschließlich mit Smartphones, ich habe keine Spiegelreflexkamera mitgeschleppt und bin eigentlich auch nicht böse drum, auch wenn das die Qualität der Bilder mindern mag…

Wäre es nicht ganz so heiß, würden wir sicherlich richtig wandern gehen… aber es steht einfach nicht zur Diskussion. Wir geben uns gerne mit weniger zufrieden und trotten der Masse hinterher, macht gar nichts!

Auf dem Weg zum Auto kommen wir noch mal am Visitor Center vorbei und finden eine Kreditkarte, die offenbar jemand verloren hat. Wir geben sie im Visitor Center ab und hoffen, dass die Durchsage, die sofort folgt, der armen Frau etwas bringt.

Garden of the Gods in Bildern – zum Durchklicken:

zu Fuß im Garden of the Gods

Kühlere Gefilde aufsuchen

Wir geben die Kaffeekette mit der grünen Meerjungfrau ins Navi ein und wollen Koffein tanken. Wie sich herausstellt, ist die Filiale unserer Wahl gerade eine Baustelle. Dann eben nicht! Wo ist es sonst noch kühl? Eine andere Filiale? Ganz was anderes machen? Okay, lass shoppen gehen!

Wir waren noch gar nicht bei „Ross“ [!keine Werbung!] seit wir hier sind! Ich mag diese Läden aber sehr gerne, Markenware zu meistens extrem reduzierten Preisen. Und kühl ist es da auch! Allerdings ist der Laden in diesem Fall wirklich schlecht sortiert, die Größen hängen kreuz und quer, sehr unaufgeräumt. Trotzdem -oder genau deshalb- verbringen wir eine Ewigkeit dort drinnen. Phil probiert drei Teile an und kauft sie allesamt. Das ist normal bei ihm. Ich hingegen probiere 20 Teile an und kaufe immerhin 6 davon, eine sehr gute Quote für mich. Um ein Haar hätte ich auch noch zwei wunderschöne Abendkleider abgegriffen aber knapp daneben ist auch vorbei. Das wäre wirklich zu schön gewesen, denn ich brauche dringend eines für eine bevorstehende Hochzeit…

14 Uhr. Gefühlt ist jetzt langsam Abendessen- und Schlafenszeit aber in Wirklichkeit ist gerade mal Mittag. Nagut, dann ab ins „Outback“ [!keine Werbung!]! Die Steakhaus-Kette mag Phil sehr gerne und wir haben eine Filiale ganz nah am Hotel! Vegetarische Hauptgerichte gibt es dort nicht, selbst die Salate sind überwiegend mit Bacon und Co. versehen aber ich bestelle einfach wieder zwei Beilagen, nämlich Käsemakkaroni und einen kleinen Haussalat, und dann bin ich auch satt! Unser Kellner berichtet uns, dass seine Tante in Freiburg lebt.

Outback Colorado Springs [!keine Werbung!]

Wir sind insgesamt mit dem Essen zufrieden aber ich für meinen Teil müsste diesen Urlaub nicht unbedingt wieder hin. Ich bin offen, mal eine andere Kette oder etwas ganz fernab einer Kette mit in mein „Gastronomie-Portfolio der USA“ aufzunehmen…

Bevor es ins Hotel geht, stoppen wir dann doch noch bei einer grünen Meerjungfrau! Sie ist ganz in der Nähe von unserem Steak-Restaurant und wir können dort gleich die obligatorische Sammeltasse („Colorado“) für zu Hause kaufen. Wird auch noch irgendwie in den Schrank passen… Nach unseren Lieblings-Heißgetränken begeben wir uns dann aber wirklich ins Hotel.

Den Tag beschließen

16.30 Uhr. Wir sitzen im Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss weil ich fest daran glaube, dass wir uns dort besser wach halten können als auf unseren Betten. Seit und trotz des Kaffees kämpft mein Körper spürbar gegen seinen Bio Rhythmus. Er will schlafen aber das bringt mir heute Nacht gar nichts, wenn ich dem jetzt nachgebe! Deshalb werden die Fotos von heute sortiert und wir lesen endlich mal in unseren Büchern.

18.30 Uhr. Endlich duschen und dann bleiben wir natürlich auf dem Zimmer. Noch wenigstens anderthalb Stunden wach halten, das ist unser erklärtes Ziel. Es wird schwer werden!

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