Ich beginne zum ersten Mal meine Schilderungen einer Reise mit ein bisschen Geschichte über das Reiseziel – und dann natürlich auch darüber wie es dazu kam, dass wir nach CHICAGO reisen.
Wenn dir das zu langwierig ist, klick dich gerne direkt zu unserer Reise:
Abenteuerliche Anreise nach Chicago
Lincoln Park & Millennium Park
Willis Tower & Chicago River Walk & Chicago History Museum
360 Chicago & Roof Top Bar am Millennium Park & Art Institute
Shopping Tag & Buckingham Fountain
Field Museum & Chicago River Boat Cruise
Es war 1637 als die ersten Europäer in dem sumpfigen Land am Lake Michigan ankamen, wo sich heute Chicago befindet. Damals nannten sie dieses Gebiet noch „Shikaakwa“ bzw. „Chegaugou“, wovon es jeweils unterschiedliche Schreibvarianten gibt und was „wilde Zwiebel“ oder „Lauch“ bedeutet, oder auch „Land, das nach Zwiebel riecht“. Es gibt auch andere Theorien über die Namensentstehung und -bedeutung.
Es dauerte dann noch ein bisschen bis dieses sumpfige Land besiedelt wurde: Es war 1779 als am Ort des heutigen Chicagos die erste Siedlung entstand und zwar nachdem der in Haiti geborene Afroamerikaner Jean Baptiste Point du Sable hier am Nordufer der Mündung des Chicago River ein Haus baute. Nach ihm sind in Chicago u.a. auch eine Brücke und ein Yachthafen benannt.
Es war der 4. März 1837 als Chicago inzwischen 4000 Einwohner zählte und offiziell zur „Stadt“ erhoben wurde. In den Folgejahren wurde die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen, es wurden öffentliche Schulen gegründet und die ersten beiden Tageszeitungen ins Leben gerufen.
Und ganz besonders spannend ist die Tatsache, dass man in 20-jähriger Bauzeit die Bodenhöhe des gesamten Stadtzentrums stückweise anhob, Chicago wortwörtlich knapp einen Meter bis zu stellenweise 2,5m „höher legte“ um die Kanalisation zu verbessern und Krankheitsrisiken zu minimieren. Passend hierzu stellte man im Jahr 1900 den Chicago Sanitary Canal fertig, der die Fließrichtung des Chicago Rivers umdrehte (!), sodass die Abwässer der Stadt nicht mehr im Michigansee landeten, an dem sich die Stadt befindet und der zur Trinkwasserversorgung benötigt wurde. Stattdessen floss der Dreck von nun an in den Illinois River und in den Mississippi. Mir ist es unbegreiflich wie es schon damals möglich gewesen ist, eine ganze Stadt mal eben „höher zu legen“ und die Fließrichtung eines Flusses umzukehren!!!
Chicago profitierte von der Nähe zu den großen Seeen (die „Great Lakes“ = Lake Superior, Lake Michigan, Lake Huron, Lake Erie und Lake Ontario) und dem Mississippi River, und wurde ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt!
Chicago war im 19. Jahrhundert der größte Fleischlieferant der USA aber auch die Getreideverarbeitung war eine große Einnahmequelle!
Der wohl berühmteste Tag in der Geschichte Chicagos ist der 8. Oktober 1871 als ein 36 Stunden dauernder Großbrand entfachte und große Teile der Innenstadt zerstörte! Die damaligen Holzbauten wurden daraufhin verboten und es entstand das erste Gebäude mit Stahlskelett – der Beginn der Wolkenkratzer in Amerika! Hättest du das gewusst?
Es war 1880 als Chicago die Einwohnerzahl von 500.000 erreichte. Es war 1890 als es erstmals mehr als eine Million Chicagoer gab! Es war 1914 als viele, viele europäische Immigranten kamen und Arbeit suchten…
Nach dem zweiten Weltkrieg steigt die Einwohnerzahl auf 3.6 Millionen, darunter viele Musiker aus dem Mississippi Delta. Blues und Jazz sind heute noch das ganz große Ding in Chicago!
Vielleicht sind die oben genannten Eckdaten nicht die allerwichtigsten zur Geschichte Chicagos, und unvollständig sowieso, aber es sind jene, die meine Reiseführer mir verraten haben und die ich verstanden bzw. behalten habe.
Mitte Mai, ganz kurz bevor unsere Reise auf die Isla Canela startete, hatten wir diese Chicago-Reise gebucht! Und DAS war gewiss keine einfache Sache gewesen! Wir wussten nicht viel mehr, als dass wir dieses Jahr in die Staaten reisen wollten und im Grunde favorisierten wir den November, denn für unseren anderen Urlaubszeitraum, den August, würde uns schon noch etwas anderes europäisches einfallen…
Ich bereite fast alle unsere Reisen ausgesprochen akribisch vor, aber so viele Stunden, Tage und schlaflose Nächte wie in die USA-Planung für dieses Jahr, habe ich auch noch nie investiert, und ich dachte nicht, dass meine Urlaubsplanungen bisheriger Reisen noch steigerungsfähig gewesen waren.
Und zwar legten wir uns (zunächst) auf die Golfküste zwischen New Orleans (Süd-Louisiana) bis Tallahassee (Nord-Florida) fest und ich hatte am Ende wahrscheinlich zu jedem einzelnen Hotel in dieser riesigen Region die Rezensionen gelesen und Gäste-Fotos durchkämmt! Wirklich! Es grenzte an Hochleistungssport, doch am Ende stand die (nicht ganz preiswerte) tolle Reise entlang traumhafter Strände, durch sehr amerikanische Städte und zu außergewöhnlichen Attraktionen wie historischen Plantagen, einer Sea Turtle Auffangstation und vielem mehr, und ich war super stolz darauf und konnte es kaum abwarten, die Schaufelraddampferfahrt in New Orleans zu buchen!
Bis… Bis ich jedoch mein Bauchgefühl nicht mehr ignorieren konnte, denn die gesamte Region ist einfach Hurrican-gefährdet (Wer denkt bei New Orleans nicht sofort an Katrina??) und man findet im Internet Informationen von „November ist der perfekte Monat“ bis hin zu „November ist das Ende der Hurricansaison und noch ausreichend brenzlig“.
Damit kam ich einfach nicht klar und musste (meinen eigenen Nerven zuliebe) eine Alternative auftun! Für den November als Reisemonat wusste ich einfach keinen Rat hinsichtlich der USA, also musste dann doch der August herhalten: Chicago und New York waren sofort meine und unsere beider Eingebung, preislich beides fürchterlich teuer!
Und so ließ ich Philipp entscheiden, denn ich hätte es nicht entscheiden können. Ich war bereits 2009 und 2015 in New York und es wäre wirklich mal wieder Zeit für meine Lieblingsstadt. Chicago wiederum steht schon so lange so weit oben auf meiner Bucket List!!!
Erstaunlicherweise war mein Mann an dieser Stelle sehr klar und sprach sich, gewisser Weise entgegen meiner Erwartungen, deutlich für Chicago aus, in tiefem Gottvertrauen, New York würden wir schon noch mal irgendwann zusammen machen!
Na dann konnte ich ja durchstarten! Die Flüge, und damit das exakte Datum, waren relativ schnell fixiert. Ein bisschen zu teuer aber günstiger würde man sie in der Hochsaison niemals bekommen, von daher musste ich das so akzeptieren. Das Drama nahm dann wieder bei den Hotels seinen Lauf. Ich steckte unfassbar viele Tage und Nächte und noch mehr Herzblut in die Sache, damit wir bloß eine vernünftige Bleibe buchen könnten. Am Ende blieben exakt zwei Hotels in der gesamten Stadt übrig, die ich für würdig erklärte, von uns dermaßen mit Geld beworfen zu werden, denn brutal teuer waren sie durchweg alle!
Die Hotelpreise in Chicago können absolut locker mit denen in New York mithalten! Da muss man sich nichts vormachen, insbesondere im Sommer, da kommen Preise auf einen zu, die liegen allesamt jenseits von Gut und Böse! Zumindest wenn man, wie wir, gerne vier Sterne dran kleben hat, eine zentrale Lage schätzt und Wert legt auf ein sauberes, nicht zu kleines Zimmer mit zwei Betten. Immerhin hat es in Chicago im Sommer gerne locker um die 30 Grad, da muss man sich schon auch noch mal aus dem Weg gehen können, insbesondere weil man nie weiß wie alt ein Gebäude in Chicago ist und ob die Klimaanlage jederzeit einsatzbereit wäre…
Im „Downtown Core“, jenem Gebiet südlich und westlich des Chicago River, und somit fußläufig vom Grant Park, buchten wir dann ein wunderschönes, modernes Hotel, auf welches wir uns dann auch wirklich freuten! Das hielt mich jedoch nicht davon ab, die kommenden Wochen und Monate noch weiter Ausschau zu halten, schließlich könnte man ja doch noch umbuchen, falls sich etwas Neues ergibt.
Und das tat es! Das tat es in der Tat!
Die sowieso schon unbändige Vorfreude auf diese Reise steigerte sich bei mir ins Unermessliche als fünf Wochen vor Reisebeginn endlich, endlich das Riu Plaza Chicago [!keine Werbung!] seine Pforten öffnete und buchbar wurde! Seit geschlagenen drei Jahren, also seit Riu das Grundstück mitten in der City gekauft hat, wartete ich ganz gespannt auf dieses Hotel und hatte letztlich nicht mehr damit gerechnet, dass es wohl klappen könnte, dass es rechtzeitig für uns öffnet.
Doch nun wurde es wahr! Wir buchten um (!) und würden nun preisgleich in einem Neubau (!) wohnen und das noch dazu mit einem fantastischen Frühstücksbuffet inklusive, sofern dieses mit dem Riu-Frühstück in Miami 2017 vergleichbar sein würde. Ich konnte mein Glück kaum fassen!
Doch auch die Pläne für Chicago an sich liefen auf Hochtouren! Es musste schließlich nicht nur ein Hotel gefunden werden sondern es galt ebenso zu eruieren welche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen es gibt und diese dann zu priorisieren. Hierbei spielten Standort, Erreichbarkeit, Öffnungszeiten, Preise und vieles mehr eine Rolle.
Zum Glück hatte ich mich schon jahrelang immer mal wieder ein kleines bisschen mit Chicago befasst und konnte auf viele alte Notizen zurückgreifen, doch von der Buchung der Reise im Mai bis zur Buchung der Tickets für Attraktionen, vergingen doch noch mal zwei ganze Monate, meine Recherchen brauchten so ihre Zeit…
Fünf Wochen vor der Reise, das Hotel gerade umgebucht, war es also an der Zeit die wichtigsten Highlights schon vorab online zu reservieren, zumal manche Uhrzeiten schon ausgebucht waren. Wir buchten eine Bike Tour, eine Bootsfahrt, Aussichtsplattformen und Museen vor, 500 Euro waren auf einen Schlag weg für uns beide (und da waren noch keine Musicaltickets dabei, die wir von Deutschland aus nirgends vorbestellen konnten). Viel Geld im Vorfeld aber andererseits würde das unsere Ausgaben vor Ort reduzieren.
Es ist zwar Quatsch, denn unterm Strich macht das keinen Unterschied, naja und andererseits sprach ich zu dieser Zeit auch lange mit jemandem, der gerade in New York (ja New York, nicht Chicago) gewesen war und wenn ich ihn so erzählten hörte, würden wir ohne Vorabbuchung der Sehenswürdigkeiten vermutlich sogar extrem viel Geld sparen… – und zwar weil man vor Ort einfach keine Chance mehr hat! Die Tickets werden einfach alle vorher online vergeben und man bekommt dann auch keine mehr wenn man ohne dort ist! Und das Risiko wollte ich auf gar keinen Fall eingehen im Hochsommer, denn wenn ich schon nach Chicago fliege, dann will ich auch auf den Willis Tower und dann muss ich auch mit dem Fahrrad den Lake Michigan entlang radeln und dann gehört das ein oder andere Museum auch einfach dazu!
Es ist unfassbar wie mir Chicago seit Buchung der Reise überall entgegen sprang! Na gut, wir starteten sehr bewusst mit der Serie Chicago Fire, aber auch ansonsten hörte und las ich überall von Chicago, selbst in vielen Romanen, und wenn es nur völlig am Rande auftauchte. Und jedes Mal ließ es mich lächeln.
Ich kenne eigentlich nur drei Menschen, die schon mal in Chicago gewesen sind: Ein befreundetes Pärchen aus Deutschland war vor fünf Jahren dort. Und ein Bekannter aus Kalifornien besuchte Chicago ebenfalls vor ein paar Jahren. Somit war die Auswahl derer, die mir Tipps geben konnten, also begrenzt. Aber ich hatte es so erwartet, denn Chicago ist einfach noch nicht so präsent bei uns in Deutschland, die Allgemeinheit fliegen eben nach New York, Florida oder in den Südwesten der USA… Und das obwohl Chicago sehr viele deutschstämmige Einwohner hat!
Sowieso gibt es sehr viele Europäischstämmige in Chicago, allen voran Iren, weshalb am St. Patrick´s Day jedes Jahr der Chicago River tiefgrün eingefärbt wird, die Bilder davon gehen regelmäßig um die Welt.
Berühmtheiten aus Chicago gibt es viele, ohne dass man es ahnt, insbesondere viele große Architekten, von denen ich nun wirklich nicht viele kenne aber von Frank Lloyd Wright habe sogar ich schon öfter Mal gehört, er lebte lange Zeit in Chicago. Auch Schauspieler und Berühmtheiten aus dem Showbiz wie z.B. Oprah Winfrey verbrachte viele Jahre ihres Lebens in Chicago! Und auch Basketball-Star Michael Jordan von den Chicago Bulls kennt jeder! Ernest Hemingway wuchs im Vorort Oak Park auf! Und nicht zuletzt ist natürlich Michelle Obama gebürtige Chicagoerin!
Aber ich glaube dann wollen wir mal…:
Abenteuerliche Anreise nach Chicago
Lincoln Park & Millennium Park
Willis Tower & Chicago River Walk & Chicago History Museum
360 Chicago & Roof Top Bar am Millennium Park & Art Institute
Shopping Tag & Buckingham Fountain










