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11. Juni 2011
Auf dem Weg von Hollywood nach Palm Springs
Palm Springs befindet sich landeinwärts und wird im Nordwesten vom San Bernadino National Forest, im Südwesten und Süden vom Mount San Jacinto, im Südosten vom Salton Sea und im Osten vom Joshua Tree National Park umrahmt. Letzterer war auch der Grund warum wir uns hierher in die Wüste begaben: 1987 veröffentlichte meine Lieblingsband U2 ihr fünftes Album, das da heißt „The Joshua Tree“. Auf dem Cover befindet sich selbstverständlich ein solcher Joshua Tree und so wünschte ich mir sehnlichst, eben so einen live zu sehen.
Aber der Reihe nach! Zuerst galt es, die eintönige Fahrt durch die Wüste zu überstehen. Es war einerseits äußerst beeindruckend zu sehen wie sich der Großstadtdschungel nach und nach in eine unglaubliche Weite und Leere verwandelte und das gepaart mit den wundervollen Farben der untergehenden Sonne. Doch andererseits ist eine wenig abwechslungsreiche Strecke, die wirklich nur geradeaus geht, nach einem solch anstrengenden Tag im Mega Traffic, nicht gerade die Top Motivation.
So kommt es, dass wir es F.´s Unterhaltungsfähigkeiten, James Blunt und in erster Linie unserer Kekspackung zu verdanken hatten, dass ich meine Äuglein bis zuletzt halbwegs offen halten konnte. Die Kekspackung war am Ende zwar leer und mir ziemlich schlecht aber besser als ein Crash auf der Interstate 10!
Dass wir erst so spät in Palm Springs ankamen war so auch nicht unbedingt geplant aber eine kurze SMS an unseren Retter Phillip, der unsere Unterkunft über unsere späte Ankunft telefonisch informierte, und wir brauchten keine Sorgen mehr zu haben, dass unser Zimmer möglicherweise nicht mehr frei sein könnte.
Besagtes Zimmer lud, wie wir feststellen mussten, allerdings weniger zum Verweilen ein. Im Gegenteil. Hier war dann der zweite Moment, an dem wir uns nicht so ganz sicher fühlten auf dieser Reise. Spontan verschlossen wir das Badezimmerfenster mit einem Kleiderbügel und flüchteten zeitnah zu einer Filiale einer internationalen Pizzakette! Als hätten wir tagelang nichts zu essen bekommen, mampften wir hier ganz üppig, und kämpften des späten Abends nicht nur mit vollen Bäuchen sondern auch mit den hier herrschenden Temperaturen! Und da behaupte noch mal einer, dass es in der Wüste nachts bitterkalt wird…
Als wir in unser „Penthouse“ zurückkehrten hatten wir leider derart Probleme mit den Lichtschaltern, dass wir sogar jemanden von der Rezeption holen mussten. Das stimmte uns der Unterkunft und dem Zimmer gegenüber nicht unbedingt besser… Gegen Mitternacht verfielen wir in einen unruhigen, verschwitzten Schlaf und waren am nächsten Morgen ziemlich gerädert.
Diese Unterkunft sollte aber leider noch eine weitere Nacht unser Heim sein. Darüber waren wir nun nicht sonderlich begeistert. Sie liegt zwar unweit des Zentrums von Palm Springs (Entfernungen sind in Amerika relativ… ein Auto empfiehlt sich grundsätzlich!) und bietet angeblich diverse Highlights wie neu gestaltete, ansprechende Außenpools, Lagerfeuerplatz etc. Was bei Buchung in der Hotelbeschreibung viel versprechend klang, stellte sich aber nun mal als das traurige Gegenteil heraus…
Wir sind aber nicht wegen Palm Springs allein hier – Starten wir nun also gemeinsam in den Joshua Tree National Park:
Im Nachhinein war Palm Springs keine schlechte Wahl um den Park zu besuchen, wir hatten uns einfach nur mit der Unterkunft ein wenig vertan! Wir hatten anfangs bei unserer Reiseplanung überlegt, aufgrund der Nähe zum Park, im Ort Joshua Tree oder in Twentynine Palms zu wohnen, doch Palm Springs erschien uns eine gute Alternative zu sein, auch wenn einer der beiden Entrance Stations im Ort Joshua Tree liegt. Diese erreichten wir aber nach 40 Meilen von Palm Springs aus auch relativ „schnell“. Also nach ca. einer Stunde Fahrt.
Pfingstsonntag
Und zwar war das am Sonntag, den 12. Juni. Wir sind morgens um viertel vor sieben aufgestanden, wie bereits geschildert, hatten wir unter anderem wegen der schlecht funktionierenden Klimaanlage nicht besonders toll geschlafen aber umso klarer war die Ansage sofort nach dem Erwachen: Duschen und raus aus dem Zimmer!
Der erste Weg führte uns an den PC und ins Internet neben der Rezeption. Wir wollten mal wieder Kontakt mit der Heimat aufnehmen… Um acht Uhr frühstückten wir noch in unsere Hotel-Motel und machten uns danach auf den Weg zur nächsten Tankstelle, da wir nicht unbedingt in der Wüste ohne Sprit stehen wollten. Und dann kam die Fahrt, wieder einmal nur geradeaus, damit es ja nicht abwechslungsreich wird! Bei entsprechender Hitze, versteht sich!
Joshua Tree NP Entrance
Gegen zehn Uhr erreichten wir dann das Joshua Tree Visitor Center in Joshua Tree, wo wir uns mit Kartenmaterial und sonstigen Informationen eindecken wollten. Wir trafen hier ein nettes Mädchen aus Ingolstadt. Sie ist Studentin und macht einen Freiwilligenjob hier im Visitor Center. Endlich mal wieder Deutsch sprechen als nur wir untereinander.
Gegenüber befand sich dann noch ein Gift Shop und da wir befürchteten, dass dies der einzige sein könnte, den wir heute finden werden, stürmten wir diesen noch bevor wir endlich gegen halb elf aufbrachen. Diese Vorahnung war übrigens korrekt. Es blieb der einzige Gift Shop, dessen Weg wir kreuzten.
Start in den Park
Dieser Park war vor der Reise übrigens auch so eine kleine Herausforderung gewesen… So sehr man auch Google quält, die Reiseführer wälzt, und und und… man wird einfach nicht besonders schlau, wie viel Zeit man denn nun braucht, wo sich die Highlights befinden, welche es überhaupt gibt.
Es kam wie folgt: Es war etwa 13Uhr als wir einmal quer durch den Park gefahren waren – somit bestenfalls ein Halbtagsausflug, wenn man wirklich nur durchfährt aber nicht wandern geht. Am bereits erwähnten Visitor Center hatten wir eine relativ detaillierte Map erhalten, welche diverse View Points kennzeichnet. Zum Teil fuhren wir diese an, zum Teil ließen wir sie links (oder rechts) liegen.
Tolle Fotos kann man auch während der Fahrt schießen und am Wichtigsten ist hier, wie so oft, sowieso, die Bilder im Hirn fest zu brennen, weil kein Fotoapparat der Welt das einfangen könnte, was man hier zu sehen bekommt…
San Andreas Fault
Mein Lieblingsbeispiel hierfür ist übrigens der Wahnsinns-Aussichtspunkt an der San Andreas Fault! Diese zieht sich einmal quer durch Kalifornien… Und zwar etwa von Eureka in Nordkalifornien entlang der Küste bis ungefähr San Francisco und von dort aus weiter im Inland parallel zur Küste bis hier her und weiter nach Mexiko.
An dieser sogenannten Verwerfung driftet die Pazifische Platte an der Nordamerikanischen Platte vorbei, das heißt im Prinzip, San Francisco liegt auf der Nordamerikanischen und Los Angeles auf der Pazifischen Platte. Ist ein bisschen schwierig vorzustellen, wenn man die Landkarte nicht vor Augen hat… aber sie ist der Grund weshalb z.B. San Francisco Erdbebengebiet ist. Die normale jährliche Verschiebung beträgt übrigens rund 6cm. Das ist nicht wenig!
Als Tribute to U2! Zu Ehren des Albums „The Joshua Tree“ meiner Lieblingsband trug ich an diesem Tage natürlich ein U2-T-Shirt, welches sich perfekt zwischen all den Joshua Trees gemacht hat!
Weitere Infos zum Park
Aber natürlich kann man in dem Park auch weitaus mehr Zeit verbringen, als wir es getan haben. Wer wandern, biken, klettern oder reiten gehen will, der kann bequem auch einen vollen Tag und mehr hier verbringen, ohne dass ihm langweilig wird!
Insgesamt gesehen kamen wir uns im Park wieder einmal relativ einsam vor. Man begegnete natürlich schon hin und wieder mal anderen Touris, insbesondere an den Vista Points, aber überlaufen waren diese nun wirklich nicht! Ich weiß nicht ob das hier normal ist oder ob wir wirklich nur Glück hatten!
Nach und nach konnten wir dann auch beobachten, wie sich innerhalb des Parks die Vegetation veränderte… Denn der Park bildet quasi den Übergang zwischen der Mojave-Wüste und der Colorado-Wüste und das heißt, dass der nördliche/westliche Teil hauptsächlich aus den Joshua Trees (Yucca-Palmen) besteht, also die Bäume, die man erwartet, wenn man hier her kommt, und der südliche Teil immer weniger und kleinere und andere Wüstengewächse aufweist.
Am Südende des Parks befindet sich auch wieder ein Visitor Center, schließlich kann man natürlich auch von Süden nach Norden durch den Park fahren. Wir können aber nicht sagen ob das besser oder schlechter ist als so rum, wie wir es gemacht haben – vermutlich nimmt es sich nichts.
Wir besuchten auch kurz dieses Visitor Center, um die WCs aufzusuchen bevor es dann wieder Richtung Home Base ging. Es war von hier aus nur noch gut eine Stunde Fahrt bevor wir uns endlich, völlig übermüdet, auf unseren Betten lang machen konnten…
Auf der faulen Haut
Wir hatten zwar erwartet, dass der Tag länger werden und wir viel mehr Zeit im Park verbringen würden, waren aber nicht böse drum, dass wir dem brennenden Kometen und den 40°C frühzeitig entkommen konnten. Die Erschöpfung jedenfalls war mindestens so groß als wären wir den ganzen Tag unterwegs gewesen…
Nach einer halben Stunde auf der faulen Haut wurden wir jedoch vom Zimmermädchen vertrieben, sodass wir es uns wieder einmal in der Lobby und im Internet bequem machten… Wiederum eine halbe Stunde später lagen wir dann aber wieder flach und konnten uns auch erst abends wieder aufraffen als Hunger aufkam.
Ein Abend in Palm Springs
Heute sollte es dann endlich mal zu unserem Lieblings-Pfannkuchenladen gehen. Lecker und wieder einmal viel zu viel gab es hier zu essen und anschließend schleppten wir uns mit überfüllten Mägen durch die Souvenirshops von Downtown Palm Springs.
Vor Jahren soll der Ort der Wochenendurlaubsort vieler Hollywood Stars gewesen sein, so tragen viele Straßen Namen wie Frank Sinatra Drive usw. Aber heute scheint der Ort mehr so das Little Las Vegas zu sein. Spiel- und Partyhochburg. Das schließe ich zumindest aus der Art von Souvenirs, die es hauptsächlich zu kaufen gab…
Unter anderem sämtliche Staubfänger mit Aufschriften nach dem Motto „Ich war in Palm Springs und war total voll und kann mich an nichts erinnern und deswegen habe ich mir dieses sinnlose Souvenir mitgebracht“ oder „Ich war in Palm Springs und war total voll und kann mich an nichts erinnern und deswegen haben mir meine Freunde dieses sinnlose Souvenir mitgebracht“. So in der Richtung… Es war keineswegs einfach, Gegenstände zu finden, auf denen schlicht und einfach NUR der Ortsname drauf stand…
Abends um 23Uhr gingen wir schlafen und zwar zum ersten Mal, ohne einen Wecker zu stellen für den nächsten Tag, an dem wir nur den Weg nach San Diego vor uns hatten.
Der Joshua Tree NP in Bildern – zum Durchblättern:
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