Los Angeles

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Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

In diesem Kapitel möchte ich mal nicht nur das Thema der Überschrift „Los Angeles behandeln sondern allgemein unsere letzten Tage auf amerikanischem Boden 2011.

Wir sind stehen geblieben in San Diego und schreiben somit inzwischen Donnerstag, den 16.06., an dem wir im Sheraton Mission Valley [!keine Werbung!] in San Diego um 7Uhr morgens aufstehen und uns spontan überlegen, die Abgabe des Mietwagens in Los Angeles etwas nach hinten zu verlegen. Ein Anruf beim Reiseveranstalter und das Ding ist geritzt. Müssen wir nur noch auf den E-Mail-Voucher warten und können starten.

Das Warten dauert jedoch etwas länger als geplant, sodass wir statt um 8Uhr erst um 9Uhr losfahren können. Schlimm ist das jedoch nicht, da wir heute nichts geplant haben außer den Weg von San Diego hoch nach Los Angeles und das Einchecken im Hotel am L.A. Airport.

Aufbruch

Zunächst geben wir La Jolla in unser Navi ein. Dieses elegante Städtchen thront knapp 20km nördlich von San Diego mit sehr gepflegten Wohnvierteln im spanisch-mexikanischen Stil über den Klippen des Pazifiks. Jeder Reiseführer über Kalifornien preist diese Fleckchen Erde an und so lassen auch wir uns locken, legen jedoch trotz der wirklich schönen Idylle nur einen kurzen Fotostopp ein bevor wir letztendlich L.A. ins Navi tippen.

Carlsbad

Unterwegs kommen wir durch den Ort Carlsbad und legen ein kleines Päuschen ein, weil ein verführerisch wirkender Erdbeerstand am Wegesrand steht. Wir kaufen uns ein großes Körbchen frischer roter Früchte und verspeisen diese an Ort und Stelle.

Zufälligerweise (und ich betone: wirklich zufälligerweise!) befindet sich im Hintergrund das Carlsbad Premium Outlet [!keine Werbung!]. Da ich sowieso noch auf der dringenden Suche nach einer Sporttasche für meinen Liebsten bin, beschließen wir kurzerhand, ein wenig hier zu „verweilen“…

Als erstes überlegen wir hin und her ob wir nach den Erdbeeren noch ein zweites Frühstück im Outlet einnehmen, entscheiden uns dann aber dagegen. Ich erstehe eine Menge Unterwäsche und die ersehnte Sporttasche, F. neue Computerspiele für ihren Freund und somit sind wir beide glücklich und zufrieden. Vor der Weiterfahrt kehren wir dennoch beim Baguette-und-Sandwich-Laden einer bekannten Kette ein. Und tanken das Auto voll.

Heading North

Nun aber! Los Angeles wir kommen! Natürlich fahren wir wieder unmittelbar an der Küste entlang anstatt stur auf dem schnellsten Weg. Wir wollen immer noch den Ausblick auf das Meer genießen so lange wir noch hier sind und wählen daher die gemütliche Variante, was wir wirklich nicht bereuen.

In Laguna Beach, südlich von L.A., legen wir eine Pipi-Pause ein. Als am Besten dafür geeignet empfinden wir natürlich den am Wegesrand befindlichen Laden der grünen Meerjungfrau, vor dem wir auch endlich ein „California 1“-Schild zum Fotografieren finden.

Auf dem Weg von San Diego nach L.A.

Bald nach Beginn der Fortsetzung unseres Weges gelangen wir nach Newport Beach an der Mündung des Santa Ana River. Meine zu diesem Zeitpunkt Lieblingsserie „O.C. California“ wird zwar in Manhattan Beach gedreht, spielt jedoch in Newport Beach, sodass wir auch hier um einen Zwischenstopp nicht herumkommen. Sowohl in der Serie als auch in Wirklichkeit gilt Newport als eine der reichsten Städte der Vereinigten Staaten.

Balboa Island

Der Zufall führt uns in den Stadtteil Balboa Island, eine künstliche Insel, wo wir eine Weile mit dem Auto kreuz und quer fahren und uns kaum satt sehen können am herrlichen, gepflegten, gemütlichen, hübschen Straßenbild. Man wohnt hier wohlhabend und ruhig – NOCH! In meinen Augen kann es nur eine Frage der Zeit werden bis aus diesem heute noch wahren Geheimtipp ein von Touristen überlaufener Ort wird. Hier könnte ich (zeitweise) leben…

Balboa Island 2011

Wir müssen uns jedoch mit ein bisschen Window Shopping zufrieden geben. Wir parken nämlich unser Auto noch am Straßenrand und bummeln durch die Haupteinkaufsstraße. Alles ist so entspannt und das Wetter eine Wucht! Ein paar Geschäfte schauen wir uns auch von innen an aber es ist alles recht teuer hier. In einem Kerzenladen lernen wir den Verkäufer und seinen so liebenswerten Hund Oliver kennen. Wir plaudern etwas miteinander und bummeln weiter.

Balboa Island 2011

Im Touri Gift Shop können wir uns endlich ein paar Souvenirs leisten. Dieser Ort strahlt ein fantastisches Flair aus. Es gibt auch ältere Geschäfte, wie Plattenläden, etc. und wir würden gerne länger hier bleiben. In einem anderen Geschäft verweilen wir länger und kaufen viele Mitbringsel, die zwar nicht ganz billig aber dafür wunderschön und etwas Besonderes sind. Nicht zuletzt auch weil wir wieder mit der Verkäuferin so nett im Gespräch sind. Das sind einfach ganz besondere Momente, die man in Deutschland so niemals erleben würde.

Balboa Island 2011

Als krönenden Abschluss möchte ich eine „Balboa Bar“ probieren. Diese Spezialität ist eine gefrorene Banane, die in flüssige Schokolade und anschließend in Smarties oder bunte Schokostreusel oder Nüsse oder Mandeln oder oder oder eingetaucht wird. Es gibt auch die Variante, wo die gefrorene Schokobanane in „alles“ eingetaucht wird und für diese entscheide ich mich auch. Es schmeckt soooooo gut in der Hitze.

Balboa Island 2011

Long Beach

Wir verzichten auf der Weiterfahrt ausnahmsweise auf den Komfort der Klimaanlage und öffnen die Fenster um uns den Wind durch die Haare wehen zu lassen. Dazu läuft ausnahmsweise mal nicht James Blunt sondern das Radio – und wir fühlen uns so frei und unbeschwert, dass man es gar nicht beschreiben kann. Eines DER Lieder unseres Urlaubs „Rolling in the Deep“ von Adele begleitet uns auch hier auf mehreren Radiosendern und wir drehen ganz laut auf und denken zurück an San Francisco und wollen nie wieder nach Hause…

Long Beach 2011

In Long Beach wollen wir kurz einen Blick auf die Queen Mary werfen, die hier vor Anker liegt und als Hotel genutzt wird. Auch wir hatten noch in Deutschland überlegt, hier eine Nacht zu verbringen, da der Preis völlig in Ordnung ist, aber die Entscheidung war richtig, gleich ins Custom Hotel zu fahren denn wir hatten ausreichend Hotelwechsel und Koffer packen hinter uns auf dieser Reise.

Long Beach 2011

Die Queen Mary finden wir jedoch nicht auf Anhieb sondern wir fahren eine Weile abwechselnd nach Navi, Gefühl und Schildern, stören uns aber nicht zu sehr daran weil es einfach zu toll ist, lässig den Arm aufs geöffnete Fenster zu legen, die Sonne und den Wind zu genießen und die Beats von Chris Brown, LMFAO, Rihanna, Pitbull & Ne-Yo  etc. voll aufzudrehen. Ein kleines bisschen muss ich an den Ocean Drive in Miami denken… Wir haben jedenfalls mächtig Spaß in unserer winzigen Knutschkugel!

Long Beach 2011

Irgendwann fahre ich spontan rechts ran, halte hinter einem Postwagen und stelle die Musik leider. Ich steige aus und spreche den Postboten höflich an um ihm nach dem Weg zum Hafen und zum Schiff zu fragen, da erkennt er sofort, dass ich Deutsche bin. Wenn ich keine Schwedin bin, bin ich Deutsche. Er erzählt mir von seiner Zeit in Süddeutschland und erklärt mir den von hier aus unkomplizierten Weg.

Long Beach 2011

Wir machen nur ein paar Fotos, werfen einen kurzen Blick in den Gift Shop und fahren schlussendlich nach L.A. zum Airport, wo wir um 18.30Uhr im stylischen Custom Hotel einchecken.

Abend in L.A.

Großer Hunger plagt uns nun und wir entscheiden uns kurzerhand wieder für eine Cheesecake Factory [!keine Werbung!]. Zu gut hat es uns beiden dort am Vortag in San Diego gefallen.

Das Navi weist uns den Weg und wir bestellen wieder irre gute Sachen. Bei mir sind es dieses mal Pommes und frittierte Artischocken. Am Nachbartisch sitzen zwei ältere und ein jüngerer Mann, die sich scheinbar über uns unterhalten. Wir glauben, immer wieder das Wort „German“ zu verstehen.

Bevor wir zum Hotel zurückfahren, stoppen wir bei Walgreens [!keine Werbung!] und suchen Süßigkeiten, Medikamente und sonstige Dinge zusammen, die wir unseren Lieben daheim mitbringen wollen bzw. sollen. Fast jeden Wunsch können wir hier erfüllen, bis auf einen. Das heißt, wir müssen noch einen anderen Laden ansteuern. Wir verlassen also Walgreens und irgendwie fühle ich mich plötzlich so beobachtet… Nicht einmal eine deutsche Familie in der Nähe kann mir ein kleines Sicherheitsgefühl geben. Wir sprinten eilig ins Auto und fahren. Es passiert nichts weiter. Es war nur eine Moment“aufnahme“.

Der nächste Laden ist nicht wirklich weit weg. Wir stehen da also in unserem Wagen kurz vor dem Laden und überlegen ob wir aussteigen. Letzten Endes geht F. alleine in den Laden und ich sehe überall Gespenster. Der Obdachlose vorm Laden, der junge Mann mit dem starren Blick, der hinter F. das Geschäft betritt, ein anderer junger Mann, der dem Obdachlosen ein paar Dollar gibt… Die wildesten Gedanken spuken durch meinen Kopf und ich bin froh als F. heile wieder raus kommt, lasse sie ins Auto und düse davon. Unheimlich… Wahrscheinlich unberechtigt. Aber wozu hat man ein Bauchgefühl?

Es ist inzwischen 1Uhr als wir endlich im Bett liegen.

Balboa Island und Long Beach in Bildern – zum Durchblättern:

Long Beach 2011

Manhattan Beach

Trotzdem stehen wir am Freitag, den 17. Juni gegen halb neun wieder auf und machen uns startklar für einen Strandtag. Auf dem Weg nach Long Beach hatten wir so viele fantastische Strände voller hübscher, sportlicher Jungs gesehen und wollten unbedingt einmal in die Fluten springen

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Wir erreichen Manhattan Beach um halb elf und ich bin schwer enttäuscht, keine Kulisse aus „O.C. California“, das hier ja angeblich gedreht wird, zu erkennen. Außerdem haben wir fest damit gerechnet, heute das gleiche Traumwetter wie am Vortag zu haben und sind deprimiert, dass wir nicht Schwimmen gehen können bei diesem Grau in Grau. Stattdessen machen wir einen kleinen Spaziergang und legen uns ein bisschen zum Entspannen in den Sand.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Noch mal Cheesecake Factory [!keine Werbung!]

Um viertel vor 12 treibt es uns wieder in die Cheesecake Factory. Verrückt, oder?! Aber alle guten Dinge sind Drei! F. bestellt 4-Cheese-Pasta und ich Garlic Noodles. Dieses Mal sind wir beide nicht ganz zufrieden mit der Kellnerin, den absolut kalten Temperaturen der Air Condition und auch nicht mit dem Essen. Aber als wir nach der Hälfte die Teller tauschen, schmeckt es uns doch ganz gut!

U2 im Angel Stadium Anaheim!

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Dann noch schnell ein paar Kleinigkeiten eingekauft und um 13.30Uhr kommen wir wieder im Hotel an. Zwei Stunden später sind wir startklar für den letzten Abend in der City!! Wir wollen die beste Band aller Zeiten LIVE sehen!

Zuvor hatten wir in Deutschland lange überlegt wie wir am Besten zum Stadium kommen. Bahn? Bus? Taxi? Phillip? Es war ein heilloses Hin und Her, denn die Öffis fahren absolut unpassend, ein Taxi für 60km ist vielleicht ein bisschen heftig und Phillip hätte wahrscheinlich eh keine Zeit nach L.A. runter zu kommen.

Wie aber bereits erwähnt, haben wir die Abgabe unseres Mietwagens verschoben. Statt gestern, also erst morgen. Somit fahren wir nun also einfach selbst zum Konzert! Selbst sind die Frauen! Mit ziemlich großem Respekt vor dem Feierabend- und Wochenendverkehr der Metropole, starten wir entsprechend früh. Zuvor müssen wir uns allerdings noch ordentlich von den Jungs vom Valet Parking unseres Hotels anbaggern lassen bis das Auto endlich kommt…

Doch dann ist alles gar nicht so schlimm. Wir nutzen die leider erst heute entdeckte Car Pool Lane (das ist die linke Spur, die nur von Autos mit mindestens zwei Personen genutzt werden darf und auf der man wesentlich schneller voran kommt weil in Amerika scheinbar fast nur Autos mit einer  Person unterwegs sind) und stehen verhältnismäßig wenig im Stau, sodass wir um 16.45Uhr erleichtert auf dem Parkplatz des Stadions den Motor abstellen. Ich frage F., was ich mit dem Zettel machen soll, den ich von der Dame an der Einfahrt bekommen habe. Ob ich den mitnehmen oder in die Scheibe legen soll. Durch die geöffneten Fenster antwortet mir von links eine Dame aus dem Nachbarauto auf DEUTSCH, dass sie das auch nicht wüsste.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Ich bin baff. Da fliegen wir nach Amerika. Reisen quer durch Kalifornien. Ergattern, dank Phillip, tatsächlich Tickets für das Event unseres Lebens. Verlängern den Mietwagen. Fahren mit einer unbeschreiblichen Masse von Autos auf diesen Parkplatz dessen Größe jede Vorstellungskraft sprengt. Und parken direkt neben einer DEUTSCHEN??!! Wir schnacken kurz mit ihr und ziehen dann los zum T-Shirt-Stand. Dass wir Tickets für Sitzplätze haben und nicht ganz vorne in der Schlange stehen müssen um möglichst weit vorne vor der Bühne zu stehen passt sich da sehr gut. Ich kaufe mir das schönste Konzert-T-Shirt der Welt und stelle mich mächtig stolz mit F. und meinem T-Shirt in die Schlange. Wir warten nur wenige Minuten, dann ist Einlass.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Beeindruckt von diesem Megapalast, begeben wir uns auf unsere Plätze. Der Innenraum füllt sich langsam, die Sitzplätze erst sehr spät, weil man ja feste Plätze hat. So eine leere Tribüne hat wirklich etwas Angst einflößendes, denn es ist unheimlich steil und meine Höhenangst kann sich fantastisch entfalten.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Aber ich bin stolz und glücklich, dass wir hier sind. Nachdem ich U2 bereits 2009 in Berlin und dann 2010 in Hannover gesehen hatte, war das Kapitel für mich erstmal beendet, denn die Tour war in Europa vorüber. Als wir dann unsere Kalifornienreise planten, dachte ich absolut nicht an U2. Es war wirklich reiner Zufall, dass ich eines Abends auf der Website der Band herumsurfte und bei den US-Tourdaten landete.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Das Konzert in Anaheim hätte eigentlich ein Jahr zuvor stattfinden sollen, wurde aber aus gesundheitlichen Gründen des Sängers Bono weit in die Zukunft verschoben und wie ich also feststellen mussten ausgerechnet auf einen Tag, an dem wir in der Stadt sein würden! Ich war zuerst völlig geschockt, dachte mir dann aber, dass man für ein Konzert, das um ein Jahr verlegt wurde, sicher keine Tickets mehr bekommen würde. Als ich dies dann überprüfte und eines Besseren belehrt wurde, war es um mich geschehen!

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Welch unfassbares Glück, dass das Konzert an genau DEM Abend an genau DEM Ort stattfindet! Und mindestens ebenso unfassbar, dass Phillip sich bereit erklärte, uns die Karten zu bestellen und auszulegen und, dass das tatsächlich auch noch klappte. Ich hab zwischendurch gar nicht mehr daran geglaubt aber es hat tatsächlich geklappt, und heute noch bin ich sprachlos über dieses Schicksal und werde immer dankbar dafür sein!

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Nun denn. Wir sitzen also da und wissen nicht so recht wie wir in so luftiger Höhe die zweieinhalb Stunden bis zum Line-Up rumkriegen sollen. „Todesmutig“ klettere ich zwei Reihen hinunter und lasse mich vor der gigantischen Bühne von F. fotografieren. Dann sitzen wir eine Weile herum und beobachten das Treiben. Wie sich langsam der Innenraum weiter füllt und auch die ersten Menschen auf die Tribünen klettern.

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Dann kommen auch die Platzeinweiser und es ist absolut wie in den amerikanischen Filmen. Auf unserem Teil der Tribüne steht ein alter Opi, wahrscheinlich ehrenamtlich, im roten Angels Dress und weist den Gästen den Weg. Es ist zu urig. Ich lasse mich auch von ihm vor der Bühne fotografieren!

Ich mache mich auf den Weg, etwas Essbares zu finden. Es gibt hauptsächlich Chinesisch und diverse unansehnliche Dinge. Ich kehre zurück zu F. und wir entscheiden uns zu hungern. Als dann aber diverse Bedienstete mit Bauchläden herumlaufen, erstehen wir doch noch Pizza & Limo, was auch ganz okay schmeckt!

Und dann ist es endlich soweit! Ein einstiger Weltstar eröffnet das Konzert!: LENNY KRAVITZ himself! Früher füllte er selbst Stadien wie diese, heute spielt er den Vorkasper einer irischenRockband. So kann es gehen… Ich muss aber sagen, er rockt ganz ordentlich und das Publikum ist von der ersten Sekunde an vollends begeistert, so auch wir. Leider spielt er nur 45 Minuten.

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Ebenso lange warten wir noch einmal während die Bühne umgebaut wird. – Um 21Uhr ist es endlich soweit und ich bekomme eine mordsmäßige Gänsehaut als die ersten Takte von „Even better than the real thing“ ertönen…

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Es folgen „I Will Follow”, “Get on Your Boots” und “Magnificent” und plötzlich sitze ich nicht mehr eingemummelt in diverse Jacken und Schals auf meinem Platz sondern wir stehen und hüpfen und singen und springen mit über 50.000 Leuten im T-Shirt um die Wette.

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Bei „Mysterious Ways“ und „Elevation“ rastet dann auch der letzte Schläfrige komplett aus. Es folgen „Until The End of The World“ und dann ein Happy Birthday aller Zuschauer für den Manager der Band, Paul Mc Guinness, der auch gleich noch auf die Bühne geholt wird, was der Band nie zuvor gelungen ist. Das Stadion bebt!

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Nach „All I Want is You“ spricht Bono über alte Zeiten, unter anderem in Berlin, und leitet damit das fantastische „Stay (Faraway, So Close)“ ein. Bei „Beautiful Day“ wird es sogar noch mal besser aber wozu brauche ich meine Stimme auf einem Langstreckenflug zurück nach Deutschland?

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Spätestens während „Pride“, „Miss Sarajevo“, „Zooropa“, „City Of Blinding Lights“, “Vertigo” und “I´ll Go Crazy if i don´t go crazy tonight” wird die Gänsehaut so schlimm, dass es kaum auszuhalten ist. Was haben wir für einen unbeschreiblichen Urlaub hinter uns? Und warum müssen wir schon morgen nach Hause fliegen? Es war einfach eine viel zu gute Zeit, die viel zu schnell vergangen ist obwohl wir so unglaublich lange darauf gewartet und monatelang die Tage gezählt haben…

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Ich genieße die Musik und die spektakuläre Lightshow der Bühne, die ich bisher nur von DVD kenne, da ich in Berlin ganz vorne am Ring und in Hannover sogar zwischen Bühne und Ring in der ersten Reihe vor der Bühne gestanden hatte. Und ich weiß plötzlich, dass dieses Konzert auf jeden Fall absolut unvergesslich ist. Das kann uns keiner mehr nehmen. Wir sind happy.

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Sie spielen noch „Sunday Bloody Sunday“, „Scarlet“, „Walk On“, „You´ll Never Walk Alone”, “One” und als Finale “Where The Streets Have no Name” und dann ist es nach über zwei Stunden zu Ende. Das beste Konzert, das ich jemals erlebt habe und jemals erleben werde. Fakt!

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Wir fordern lautstark die Zugabe und diese sind mit „Hold me, thrill me, kiss me, kill me“, „With or Withour You“ (Natürlich!) und „Moment of Surrender“ zum Heulen schön. Man kann an dieser Stelle leider keinen abschließenden Satz formulieren, der annähernd ausdrücken würde, wie GROSS dieser Abend war und wie dankbar ich bin, ihn erlebt zu haben…

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Wir suchen unser Auto, was gar nicht so einfach ist, fahren wieder zurück zum Hotel, kommen dort um 00.30Uhr an, gehen duschen und stellen uns der schier unlösbaren Aufgabe, die Koffer für den Rückflug zu packen.

Leere nach einem unbeschreiblich schönen Abend – und was man dagegen tun kann

Mit Samstag, dem 18. Juni ist der unvermeidbare Tag gekommen und wir nehmen uns spontan vor, den vielleicht schönsten Urlaub unseres Lebens mehr als würdig abzuschließen. Und wo geht das besser als in der Cheesecake Factory [!keine Werbung!]? Dann sind alle guten Dinge eben Vier! Meine Güte! Man gönnt sich ja sonst nichts!

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Ich schaufle einen Ceasar´s Salad, frische gegrillte Artischocken und einen Banana Cheesecake in mich rein. Bei F. sieht das ähnlich üppig aus – und wir wissen selbst nicht wie wir das geschafft haben! Aber schöner als auf der sonnenbeschienenen Terrasse der Cheesecake Factory mit dieser Henkersmahlzeit, hätten wir unsere Reise halt nicht beenden können!

U2 live in L.A. in Bildern – zum Durchblättern:

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Abschied nehmen von unserem Auto

Das nächste Highlight ist die Abgabe des Mietwagens. Es ist nämlich gar nicht so leicht die Alamo Station zu finden. „Airport“ ist in L.A. nämlich im wahrsten Sinne des Wortes ein WEITER Begriff. Trotzdem klappt alles gut, auch wenn wir dem netten Herrn erst noch erklären müssen, dass wir die Mietdauer telefonisch verlängert haben und diese beiden Zusatztage in Deutschland zahlen würden. Das erlebt er scheinbar auch nicht alle Tage aber wir nehmen es gelassen, schließlich haben wir genügend Zeit bis zu unserem Abflug am Abend.

Der Shuttle bringt uns zum Terminal von Air Berlin und genau da, in diesem Shuttle, ist der Urlaub dann irgendwie vorbei. Plötzlich sind wir wieder umringt von schlechtgelaunten, unhöflichen Deutschen, das ist wirklich ein Schock und ein Vorgeschmack auf die Rückkehr…

Flughafen LAX

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Der Check In klappt reibungslos, nicht so wie in Düsseldorf… und dann müssen wir zu den Sicherheitskontrollen. Hier haben sie es irgendwie auf uns beide voll abgesehen, aber besonders F. nehmen sie unter die Lupe… Dann sitzen wir die restlichen Stunden am Gate, lesen Zeitung und lassen uns von den mit uns wartenden Deutschen weiter verdeutlichen, welch Kühle und Egoismus uns in der Heimat erwarten.

Und dann sitzen wir irgendwann in unserer Maschine, sie rollt an und wir würden am Liebsten die Notbremse ziehen und wieder raus springen… Stattdessen sitzen wir tatenlos auf unseren Plätzen, heben ab und werfen einen letzten Blick auf die Traumküste…

Eine traumhafte Kalifornienrundreise geht zu Ende...

Heimreise

Die Zeit auf dem Rückflug verfliegt leider nicht ganz so schnell wie auf dem Hinflug, noch dazu plagt mich die Platzangst, sodass wir die Plätze tauschen und nun F. am Fenster klebt, während ich meine Greten in den Gang ausstrecken und öfter mal aufstehen kann. Wir versuchen so viel wie möglich zu schlafen, was aber schwierig wird weil vor uns sehr egoistische Männer sitzen, die es nicht eine Sekunde, nicht mal zu Start und Landung, schaffen, ihre Rückenlehnen senkrecht zu stellen. Kurz: Es ist durchweg unbequem und wir kommen ziemlich gerädert in Düsseldorf an.

Doch der Spuk ist noch nicht vorbei denn wir müssen noch ein paar Stunden Bahn fahren bevor sich in Hannover unsere Wege trennen. F. springt in den nächstmöglichen IC nach Braunschweig, wir sind beide todtraurig, und ich warte auf die nächste Bummelbahn nach Hause.

Mama und Papa stehen mit wehender US-Flagge am Bahnhof und als ich sie sehe freue ich mich doch, wieder zu Hause zu sein!