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Montag, 26. Mai 2025
Heute frühstücken wir in der Eisenacher Altstadt in einem Café, das seit 2022 seine eigenen Sauerteigprodukte herstellt und hier in seiner Bäckerei zum Mitnehmen und auch zum Verzehr vor Ort verkauft. Für mich gibt es sogar eine vegane Variante und auch ansonsten sind wir rundum zufrieden. Jeder Kaffee wird einzeln per Hand zubereitet. Und unterm Strich zahlen wir auch nur fünf Euro mehr als gestern für das miese Frühstück in einer sogenannten Bäckerei!
Eigentlich erstaunlich, dass der standardmäßige Bäcker gestern kein Brötchen zustande gekriegt hat, die auch schmecken. Und hier, wo alles eigenhändig gebacken wird, zahlen wir kaum mehr und haben hammermäßige Backwaren. Das teuerste sind dabei eigentlich die Kaffeegetränke. Also wir sind rundum zufrieden!
Über Preise an sich, darf man eigentlich nicht mehr nachdenken. Dieses Frühstück hat uns jetzt 60 „Mark“ gekostet! Und auch gestern und vorgestern hat man uns schon sprachlos gemacht: Snacks im Biergarten 17 Euro. Das schlichte und schlechte Bäckerei-Frühstück gestern 25 Euro. Zwei Heißgetränke und ein Eis auf der Wartburg 20 Euro inklusive Trinkgeld. Da muss man sich über amerikanische Preise wirklich nicht mehr aufregen! Es ist einfach nicht mehr feierlich hier. Aber man darf auch nicht drüber nachdenken, dann hat man ja gar keinen Spaß mehr.
Aufbruch gen Heimat
Gegen 10 Uhr sind wir im Hotel soweit, aus zu checken. Genau genommen müssen wir das aber gar nicht, denn hier geht man einfach. Wir haben ja keinen Schlüssel zum Abgeben. Der Zimmercode erlischt um 12 Uhr automatisch.
Das Wetter ist heute sehr viel besser als angekündigt, es soll nun doch nicht mehr regnen, das kommt uns natürlich entgegen. Ich hätte, offen gestanden, auch gar kein Alternativprogramm gehabt. Also fahren wir in den Nationalpark Hainich – dieser ist erst 25 Jahre jung und befindet sich direkt nördlich von Eisenach, je nachdem wo genau man hin will, ist man schon binnen 15 Minuten aus der Stadt da. Wir fahren jedoch rund eine halbe Stunde zum Nationalparkzentrum am Baumkronenpfad, also eher am Ostrand des Nationalparks. Dort gibt es neben dem Nationalparkzentrum und dem Baumkronenpfad auch noch ein Hotel und Restaurant sowie verschiedene Wanderwege.
Nationalparkzentrum & Baumkronenpfad
Die Tageskarte für den Parkplatz schlägt mit fairen vier Euro zu Buche, von dort aus geht man, einmal über die Straße, ungefähr 200 Meter bis zum Nationalparkzentrum. Noch wissen wir nicht genau, ob wir auf den Baumkronenpfad und/oder auf den kurzen Rundweg „Waldpromenade“ wollen. Die Dame am Ticketschalter ist aber sehr freundlich und klärt uns auf:
Das Baumkronenpfad-Ticket für 12 Euro pro Person beinhaltet auch die Erlebniswelten im Nationalparkzentrum. Hier lernt man alles über das UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark Hainich, über die im Hainich beheimateten Wildkatzen, über die Artenvielfalt im Hainich, über den Vogelzug zum und vom Hainich und noch vieles mehr. Die Waldpromenade hingegen sei kostenlos und zudem problemlos mit dem Baumkronenpfad kombinierbar, allerdings auch nur 1,2km lang.
Wir entscheiden uns für den Baumkronenpfad und das Nationalparkzentrum und fangen mit letzterem an. Es gibt viele interaktive Präsentationen und wir lernen in der Tat eine Menge. Besonders gefällt mir, dass auf einem Montag nicht viel los ist und wir praktisch gerade die einzigen Besucher hier sind. Es gibt auch Kurzfilme und zum Beispiel eine Sonderausstellung „Erzählungen vom Wald“ mit bunten, waldigen Aquarellen, die einigermaßen hochpreisig zum Verkauf stehen und wirklich hübsch anzusehen sind.
Nach einer guten halben Stunde verlassen wir das Nationalparkzentrum Richtung Baumkronenpfad. Dorthin geht man ca. zehn Minuten, gefolgt von etlichen Treppen. Startet man den Rundweg dann wie ausgeschildert, liegt einem die Natur Thüringens zu Füßen. Hätten wir von vornherein von dem Audio Walk gewusst, würden wir hier sicherlich weitaus mehr Zeit als gerade mal 45 Minuten verbringen, trotzdem gefällt es uns sehr gut.
Auch hier ist auf einem Montag außerhalb der Ferien nicht viel Besuch. Das kommt uns entgegen. Keiner steht im Weg oder im Bild, man kann an alle Infoschilder ran und man hat jederzeit eine „baumbastische“ Aussicht! Unsere Highlights sind der 44m hohe Aussichtsturm und ein paar Kletterpartien, die wohl eher Kindern vorbehalten sind, aber es sind ja keine da, also spielen wir heute mal Kletteräffchen…
Auf dem Rückweg vom Baumkronenpfad nieselt es dann doch kurz und wir entscheiden uns erneut gegen den Rundweg, den wir noch gehen könnten. Aber nicht nur wegen des Niesels, sondern eher im Hinblick auf die noch bevorstehende Heimreise. Immerhin geht es schon auf halb eins zu und wir wollen noch im örtlichen Restaurant einkehren.
Nach einem sehr leckeren Essen sind wir um 13.30 Uhr wieder am Auto und abfahrbereit. Diese wenigen Stunden am Rande des Nationalparks spiegeln natürlich nicht dessen ganze Vielfalt und Schönheit wider, geben aber einen ersten Eindruck von den urwüchsigen Buchenwäldern, für die der Hainich so bekannt ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier noch so viel mehr sehen und erleben kann!








