High Line & Central Park

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Spaziergang durch den südlichen Central Park

Mittwoch 11. März 2015

Nach dem Frühstück geht es meinem Kopf besser und der Tag ist geplant.

10 Uhr. Meine drei Reisebegleiter machen sich auf den Weg Richtung Upper Westside, wo sie das American Museum of Natural History besuchen wollen. Das Naturkundemuseum ist eines der größten und auch meistbesuchten Museen der Welt. Doch darauf habe ich keine Lust.

Wenige Minuten nach ihnen verlasse auch ich das Hotel aber mit einem anderen Ziel: Ich möchte zum High Line Park! Die 12 Meter hohe ehemalige Bahntrasse wurde auf einer Länge von knapp anderthalb Kilometern zum Park umfunktioniert. 2009 erst eröffnet muss das im Sommer eine fantastische Oase sein.

High Line Park

Die High Line erstreckt sich von der Gansevoort Straße, Ecke Washington Street im Süden bis zum westlichen Ende der 34. Straße im Norden. Dabei führt sie durch den Meatpacking District, West Chelsea und Hudson Yards. Es gibt mehrere Möglichkeiten, „ein- und auszusteigen“. Ich möchte auf jeden Fall die gesamte Strecke ablaufen.

High Line Park

Und das mache ich jetzt! Sofort beim Betreten des Parks, sind zwischen Gras und Bepflanzungen die alten Bahnschienen noch erkennbar. Um mich herum moderne Architektur aber auch alte Backsteingebäude.

High Line Park

Der Meatpacking District bestand früher hauptsächlich aus Schlachthäusern und Lagerhallen, was man so auch noch erkennen kann. Später wurde der Bezirk zum Reich der Prostituierten und Drogendealer. Das Viertel ist heute jedoch voller Design Stores, edler Restaurants und Nachtclubs.

High Line Park

Es gibt von hier oben viel zu gucken. Der Weg ist ruhig und angenehm zu gehen. Ab der 14. Straße befinde ich mich in Chelsea, welches für hübsche Reihenhäuser, schicke Innenhöfe, ausgefallene Antiquitätenläden und Galerien, sowie selbst backende Bäckereien bekannt ist.

High Line Park

An der 17. Straße befindet sich das Highlight der High Line, wenn man so will: Das High Line Observation Deck. Hier sitzt man auf Stufen direkt über der 10th Avenue und blickt durch eine Glasfront auf den Verkehr unter sich. Hier dürften die meisten Fotos auf der High Line entstehen.

High Line Park

Und ja, es gefällt mir sehr auf der High Line, aber in dieser Jahreszeit, mit den kahlen Bäumen und teils Schnee, ist das Bild ein anderes, als im blühenden Frühling oder Sommer mit grünen Bäumen und ein paar warmen Sonnenstrahlen. Solltest du also überlegen, den High Line Park zu besuchen: Im Sommer sollte er ganz oben auf deiner Liste stehen, im Winter ist er nicht zwingend ein Must See.

High Line Park

Auf dem nächsten Abschnitt sind die original Schienen besonders deutlich zu sehen zwischen dem Grün. Welches grüner sein könnte. Trotzdem perfekt für Fotos.

High Line Park

Ganz zum Schluss wird die Umgebung wieder sehr modern, mit Glasfassaden und Hochhäusern. Hier endet die High Line dann bald. Ich weiß nicht genau, wie lange ich nun gegangen bin, aber mehr als eine Stunde dürfte ein Spaziergang nicht dauern. Es sei denn, du verweilst irgendwo überdurchschnittlich lange.

Ich verlasse den Park und gehe ungefähr eine Viertelstunde bis zum Madison Square Garden. Die berühmte Arena ist Heimstätte der New York Knicks (Basketball) und eine der wichtigsten Konzert-Locations der Welt! Auf dem Weg dorthin passiere ich wieder jede Menge New York-Flair: Loftwohungen, Galerien, Restaurants, Fahrradkuriere, moderne Hochhäuser, alte Backsteingebäude, Werbung in allen möglichen Formen, Geschäfte, Fußgänger und Fast Food Ketten.

Midtown

Vom Madison Square Garden ist es nicht mehr weit zu Macy´s [!keine Werbung!]. Da will ich zwar gar nicht hin, aber gegenüber ist ein Klamottenladen von einer Kette, wo ich gerne einkaufe. Hier werde ich auch fündig und fahre ziemlich happy mit der Metro weiter zu einem anderen Geschäft, das ich mir vorher auf Maps raus gesucht hatte. Doch bevor ich dort meinen kleinen Einkaufsbummel fortsetze, suche ich mir ein Café, wo ich Pumpernickelbrot mit frischem Gemüse (das muss einfach sein!) und einen Caramel Latte genieße.

Viel später mache ich mich auf den Weg zum Museum of Natural History, um meine Mitreisenden wieder zu treffen. Das Museum befindet sich westlich des Central Parks zwischen der 77. und 81. Straße. Wir wollen uns um 15Uhr vorm Museum treffen. Ich bin zum Glück pünktlich, obwohl ich zunächst fälschlicherweise im Express Zug sitze und erst in Harlem wieder aussteigen kann. Von dort aus fahre ich dann mit der richtigen Metro zurück zum Museum.

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Erstaunlicherweise finden wir uns auf Anhieb, obwohl wir dieser Tage kein Handy nutzen. Die Drei haben sich auf der Central Park-Seite gegenüber vom Museum einfach so ideal positioniert, dass ich sie sofort sehe, als ich ankomme. Wir wollen nun eigentlich zusammen im Central Park Fahrräder mieten aber davon sehen wir nun ab. Stattdessen laufen wir ein bisschen zu Fuß durch den Central Park. Dieser ist natürlich riesig, deshalb laufen wir nur vom Museum bis zum südöstlichen Ende des Parks. Das sind dann aber auch schon mehr als zwei Kilometer!

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Inzwischen ist es erfreulicherweise so sonnig und warm, dass wir sogar unsere Jacken ausziehen und die Sonnenbrillen herausholen können! Der Schnee beginnt zu schmelzen und teilweise gibt es dadurch richtige Bäche auf den Fußwegen des Parks. Es ist einfach nur herrlich, hier im Grünen zu sein und ein bisschen Vitamin D zu tanken.

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Der wohl bekannteste Stadtpark der Welt ist einen Kilometer breit und vier Kilometer lang. Er dient oft als Kulisse für Filme, im Sommer als Konzertbühne der Stadt, im Allgemeinen als Erholungsort für erschöpfte Touristen und eifrige Büromenschen, aber auch als Fitnesscenter für Sportliche, als romantischer Ort für Verliebte, eben als grüne Lunge der Stadt!

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Abgesehen von der Sonne, mag ich besonders den Kontrast zwischen der Natur, in der man sich hier befindet, und den Hochhäusern an jedem Parkende… Wir lassen uns richtig viel Zeit, auch um innezuhalten und natürlich für Fotos. Der Central Park ist eben „very NYC“!

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Nach zwei Stunden Central Park fahren wir zum Hotel nach Brooklyn. Von hier aus dauert der Weg über eine Dreiviertelstunde.

Central Park in Bildern – zum Durchklicken:

Spaziergang durch den südlichen Central Park

Aber langweilig wird es nie in der New Yorker U-Bahn, es gibt auch hier vieles zu sehen. Die extreme Vielfalt an Menschen, Sprachen, Styles. Vom Obdachlosen bis zum Manager, vom Bauarbeiter bis zum Abendkleid, vom Pyjama bis zum religiösen Gewand. Schüler, Touristen, Rentner, Lieferanten, Straßenkünstler, alles dabei.

Einer hört Musik – und alle müssen unfreiwillig mithören. Oder eine Frau lackiert sich die Nägel. Manch einer liest einfach ein Buch. Nicht wenige scheinen im Stehen zu schlafen. Wenn ein Rollstuhlfahrer oder ein Kinderwagen kommt, hilft jeder ganz selbstverständlich mit und es wird Platz gemacht. Manche streiten. Manche knutschen. Auch ein Breakdancer wäre nichts Ungewöhnliches. Und zwischen Sicherheitsstiefeln und High Heels sieht man durchaus auch Krankenhaus-Clogs und Cowboy Boots.

18.45 Uhr. Nach einer kleinen Pause im Hotel, schlagen wir wieder in Dino´s BBQ Restaurant [!keine Werbung!] auf. Mein Veggie Burger ist heute leider sehr „smoked“, das mag ich überhaupt nicht. So begnüge ich mich mit den zwei Beilagen und zwei Kölsch!

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