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Sonntag, 7. April 2013 – Staunen und Abenteuer im Monument Valley
7 Uhr: Good Morning America! Good Morning Utah! Good Morning Moab!
08.15 Uhr: Wir checken aus und verlassen die Unterkunft in Moab. Es ist Zeit für ein Frühstück. Die Auswahl aus Pancakes und Omeletts kotzt mich jetzt langsam an. Was anderes scheint man in diesem Land leider immer noch nicht zu frühstücken… Auch wenn ich Pancakes eigentlich liebe – so lange sie etwas Seltenes bleiben. Ich gebe zu, ich will etwas möglichst „deutsches“, und erhalte in unserer Frühstückslocation immerhin einen „brötchenähnlichen“ Bagel mit Cream Cheese und Tomaten, dazu eine Tasse Kaffee – mit erschwinglichen 5 Dollar bin ich dabei. Geht doch.
9 Uhr: F. fährt heute. Und zwar zum Monument Valley. Kein Valley, also Tal, im herkömmlichen Sinne. Eher eine erodierte Ebene auf 1900m Höhe. 13 Meilen nördlich der Grenze von Utah zu Arizona befinden sich in malerischer Landschaft die flammend roten Monolithe, Berge und Türme aus Stein, die in diversen Hollywoodproduktionen die Hauptrolle übernommen haben.
Die Gegend erfüllt einfach die Vorstellungen eines USA-Reisenden mehr als es andere Gegenden oder Städte des Landes tun. Und schon der Weg dorthin ist wieder einmal unheimlich schön, wenn auch flaches Land und keine Bergwelt mehr. Die Zeit vergeht wieder schnell – wir quatschen über Gott und die Welt, und hören unsere schönen CDs. Wir tauschen unterwegs nicht die Plätze, da die Strecke nicht allzu lang ist. Auch schon beim Annähern an das Monument Valley haben wir fantastische Ausblicke. Es ist wie im Bilderbuch!
12 Uhr: Wir erreichen nach Passieren der Entrance Station (wieder 10 Dollar pro Fahrzeug) das The View Hotel [!Keine Werbung!], das einzige Hotel direkt hier vor Ort. Aber leider können wir so früh noch gar nicht einchecken. Man vertröstet uns auf 16 Uhr. Wir hätten es ahnen können. (Wissen müssen.)
Gut. Man muss das Beste draus machen. Wir gehen erst mal gucken, wann die Jeep Touren starten, und ob wir noch irgendwo mitfahren können. Denn eigentlich wollen wir unseren eigenen fahrbaren Untersatz nicht auf die Schotterpiste jagen. Aber im www haben wir gestern erfahren, dass „Same Day Reservations“ für die Jeep Touren angeblich nicht möglich seien und man zwingend mehrere Tage im Voraus buchen muss, will man mit dem Jeep durch das Indianerland kurven. Entschuldigung, durch das Land der Native Americans.
Glücklicherweise bekommen wir jedoch problemlos einen Jeep. Da wir noch Jacken, Mützen und Schals aus dem Auto holen wollen, um dem eiskalten Wind trotzen zu können, wartet der Fahrer mit dem Start netterweise sogar eine Viertelstunde auf uns. Also Zeit genug, sich auch noch nach Ritten durch das Valley zu erkundigen. Erst klingt es verlockend, einen Einzelritt durch solch ein Panorama zu unternehmen, wo ich auch galoppieren dürfte, wenn ich mit dem Guide alleine reite und keine Anfänger dabei sind, aber letztlich entscheide ich mich doch dagegen bzw. halte es mir offen.
Jetzt erstmal der Jeep! Die zweieinhalb-stündige Tour ist definitiv eines der absoluten Highlights unserer gesamten Reise! Wir teilen den Wagen mit einer schottischen Familie (Mama, Papa, Sohn) und haben jede Menge Spaß! Fahrer Frank hält an allen wichtigen Punkten und erzählt ein bisschen was.
Das Beste Erlebnis der Tour ist kaum zu glauben, wenn man nicht dabei war: Es gibt einen besonderen Punkt im Monument Valley, der stellt das bekannteste Fotomotiv dar. Als wir dort ankommen, sehen wir in der Ferne sogar einen Reiter auf seinem Pferd auf dem betreffenden Plateau. Sie blicken in das Valley hinab. Das wäre jetzt DAS Fotomotiv schlechthin!
Ich drücke F. die Kamera in die Hand und sprinte ein Stück vor, ich will unbedingt ein Foto von mir vor diesem Hintergrund! Doch während F. einige Meter entfernt wild drauf los fotografiert und sich über meine spontanen Posen wundert, bin ich zu diesem Zeitpunkt vollends entsetzt, dass mir eine starke Windböe, mein Teneriffa-Cappy vom Kopf fegt und das Plateau hinunter weht… Es ist weg!
Ich hampele herum und entdecke es dann plötzlich doch noch unter mir auf einem kleinen Felsvorsprung. Maximal zwei Meter von mir entfernt in der Tiefe. Da kann man nichts tun. Es sind extra Schilder aufgestellt, einen gewissen Abstand zu halten zum Abgrund. Verdammt!
Enttäuscht arrangiere ich mich also mit meiner hutlosen Situation, erhalte das gewünschte Mitleid von den Schotten, die mir inzwischen entgegen gehen, und erzähle auch F. was passiert ist. Sie hat nämlich überhaupt nichts mitbekommen aus der Entfernung.
Und wie wir da allesamt so stehen und uns auch von dem schottischen Vater gemeinsam fotografieren lassen, dreht plötzlich der Wind und, ohne Witz, ich sehe meinen Hut wieder oben mitten auf dem Plateau liegen! Ist das zu fassen? Ich sprinte über den Felsvorsprung und schnappe mir wie ein kleiner Hund, für den ein Stöckchen geworfen wurde, meine Kopfbedeckung, die ich längst abgehakt hatte! Die nächsten zehn Minuten kriegen wir uns vor Lachen kaum ein – es bleibt definitiv für alle Zeit DIE Anekdote unserer Reise…
Auch unabhängig davon: Das Monument Valley ist ein absoluter Traum! Es ist wie ein Déja-Vu! Man kennt es aus so vielen Filmen, von Plakaten, aus der Fernsehwerbung, aus Reisekatalogen, … und es ist einfach fantastisch! Wir können uns kaum sattsehen und Frank macht seinen Job genial, sodass wir am Ende gerne großzügig Trinkgeld geben!
An einem der Stopps geht Frank mit uns unter einen großen Felsen und beginnt Flöte zu spielen. Endlich wissen wir auch, dass das gelb eingewickelte längliche Etwas im Jeep kein Schlagstock ist! (Wir und unsere Fantasie…) Er spielt traumhaft toll. Wie wir erfahren, ist er mit seiner Flöterei auch schon gut rumgekommen. In französischen Schulen sowie auf der ITB in Berlin ist er damit bereits aufgetreten und hat das Ganze mit einem Trip nach u.a. London, Paris, Hamburg und München verknüpft. Am Meisten begeistert haben ihn Windsor, Neu Schwanstein und die deutsche Schweinshaxe. Ein englisches Wort gibt es dafür nicht, deshalb klingt es sehr witzig, als er davon erzählt.
15.30 Uhr: Wir kommen zurück von unserer Jeep Tour und ich entscheide mich gegen den Ritt, denn ich habe für heute genug Sand zwischen den Zähnen! Es war ordentlich windig auf dem offenen Jeep und so hat man einiges abbekommen! (Und sein Cappy zurück!)
Es sei noch erwähnt, dass die Jeep Tour jeden Cent wert ist! Wer hin und her überlegt ob er das eigene Auto nimmt oder eine Tour bucht, ich denke mit dem Auto hat man absolut keinen Spaß auf den dortigen Wegen und vor allem keinen Guide, der alles so gut erklärt und lebhaft gestaltet.
Nachtrag: Zum Zeitpunkt unserer Reise in 2013 hat die Jeep Tour 85 Dollar pro Person gekostet. Dreizehn Jahre später checke ich den Preis online und kann gar nicht glauben, dass er sich überhaupt nicht verändert hat. Daumen hoch!
Wir checken nun endlich ein und beziehen unser Zimmer im Erdgeschoss. Lieber hätten wir oben gewohnt, aber der Ausblick ist trotzdem toll. Dennoch bin ich mir relativ sicher, dass er in den oberen Etagen besser wäre. Wenn du kannst, versuche also weiter oben ein Zimmer zu erhalten.
Alles in allem finden wir das Zimmer und das gesamte Hotel aber sehr schön. Für diese einmalige Lage ist der Preis (jedenfalls in 2013) sogar noch angemessen. Man kann es teuer finden, muss aber auch bedenken, wo man sich hier befindet.
Allerdings glaube ich, dass man das Monument Valley durchaus auch ohne oder aber mit zwei Übernachtungen planen kann. Sollte die Route ähnlich liegen wie unsere, z.B. von Moab nach Page oder umgekehrt, kann man auf jeden Fall einfach nur einen Zwischenstopp im Monument Valley machen. Je Richtung sind es etwa zwei Stunden Fahrzeit, dazwischen dann eine Jeep- oder Reit-Tour, das klappt wunderbar auch ohne Übernachtung.
Genauso gut könnte ich mir aber auch vorstellen, an einem Abend anzureisen, zu übernachten, einen vollen Tag (vlt Jeep- UND Reit-Tour!?) im Valley zu verbringen (es gibt ja auch noch längere Jeep Touren als die unsrige) und ein zweites Mal in dem schönen Hotel zu nächtigen, um dann erst am wiederum nächsten Tag früh aufzubrechen. Das würde sich auch lohnen. Umso mehr Zeit könnte man auf dem Balkon verbringen und dort vielleicht auch ein bisschen entspannen und die bisherige Rundreise verdauen.
A pro pos Entspannung: Alkohol ist verboten im indigenen Gebiet! Weder Verkauf noch Verzehr (also auch Mitgebrachtes) ist gestattet! Uns stört das wenig bis gar nicht.
18.30 Uhr: Nach ein wenig Ruhezeit statten wir dem hoteleigenen Restaurant einen Besuch ab. Alternativen gibt es hier keine und hungern wollen wir nicht. Erstaunlicherweise sind die Preise gar nicht so überteuert, wie ich zuvor häufig gelesen hatte. Aber das ist ja auch immer Ansichtssache. Ich entscheide mich für eine der, wie immer sehr wenigen, vegetarischen Varianten: Blue Navajo Bread mit Bohnen, Salat und Dips für 19 Dollar inklusive Getränk, Tax und großzügigem Tip. SUPER!!
Anschließend toben wir uns im Gift Shop aus und relaxen auf unserem aussichtsreichen Balkon – den Sonnenuntergang haben wir in unserem Kaufrausch bedauerlicherweise gerade verpasst…Das ist uns definitiv ein Learning!
22.30 Uhr: Good Night America! Good Night Arizona! Good Night Monument Valley!
Monument Valley in Bildern – zum Durchblättern:
Montag, 8. April 2013 – Morgen im Monument Valley
06.15 Uhr: Wir sind ganz tapfer und quälen uns (hoffentlich pünktlich) aus den Betten in unserem superschönen Hotel im Monument Valley. Nicht nur wir beide sitzen nun in Schlafanzug und Decke auf dem Balkon. Jeder einzelne der Balkone scheint belegt zu sein – alle warten auf die ersten Sonnenstrahlen, die die Felsen vor uns in traumhaftes Licht tauchen sollen…
Doch leider passiert nicht viel. Fast eine Stunde warten wir. Es wird zwar hell aber die Sonne lässt sich einfach noch nicht blicken! Nochmal hinlegen ist jetzt auch nicht so die gigantischste Idee, also beginnen wir gleich wieder zu packen -man sind wir gut in Übung!- und checken aus. Wir wollen nach Page!
07.45 Uhr: Vor der Abfahrt geht es noch einmal in den Gift Shop. Nach einer halben Stunde haben wir es dann endlich, ich starte unseren Chevy und trete ihn die 200 Kilometer bis nach Page. Auf das Frühstück verzichten wir wieder einmal.
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