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Montag ~ 02.09.19
Es geht weiter: Johannesburg nach Pretoria.
06Uhr. Ich wache auf. Es hat keinen Zweck. Die Nacht war durchwachsen. Es war sehr laut auf der Straße. Immer wieder undefinierbare Geräusche, danach Menschengeschrei. Später werde ich in Erfahrung bringen, dass es sich um illegale Autorennen gehandelt hat.
07.30Uhr. Frühstück. Wieder sehr britisch. Nicht so gut für mich geeignet.
08Uhr. Abfahrt zu den Sterkfontein Caves bei Krugersdorp nordwestlich von Johannesburg.
Nach rund einer Stunde Fahrzeit kommen wir bei den Karsthöhlen an. Auch diesen Programmpunkt hat die TUI noch nicht im Programm. Wir dürfen testen. Allerdings steht schnell fest, dass die Gruppe sich halbieren wird. Die eine Hälfte ist bereit, mit dem Guide durch die Höhlen zu stampfen und krabbeln. Ich jedoch gehöre zu denjenigen, die, ich gebe es zu, sehr schnell abbrechen und lieber am Visitor Center Kaffee trinken gehen.
„Cradle of Humankind“ heißt dieser Ort. Übersetzt: Wiege der Menschheit. Ein Sammelbegriff für die Fundorte fossiler Menschenaffen und sogar UNESCO Weltkulturerbe. Bis vor wenigen Monaten hatte ich nie zuvor von diesem Ort gehört! Und wir sind uns wieder einig: Das hätte nicht sein müssen.
11Uhr. Abfahrt nach:
Pretoria – Hauptstadt von Südafrika
Bald ist Frühling in Südafrika, dann wird die gesamte Stadt in der Farbenpracht der Jacarandabäume erstrahlen. Heute aber… Grau in Grau. Dreckig. Und hektischer als alles andere, das wir bisher hier erlebt haben. Katastrophaler Verkehr. Wir fahren ein bisschen durch die Stadt und finden absolut nichts, das uns gefällt.
Bis wir zum Union Building kommen, wo es einen sehr hübschen, terrassenförmig angelegten Garten gibt, in dem wir uns auf Picknickdecken niederlassen und einen gemütlichen Lunch genießen. Die brauchbaren Essensreste, das ist mittlerweile selbstverständlich, packen wir vernünftig zusammen und verteilen sie. Hier an die vielen Gärtner, die die Anlage in Schuss halten und sich mordsmäßig über unsere Gaben freuen.
Im Stadtteil Groenkloof besichtigen wir anschließend das Hotel 131 on Herbert Baker Street [!KEINE WERBUNG!]. Eine sehr schmucke und aus Sicherheitsgründen beschrankte Wohngegend. So viel Stil, Komfort und Exklusivität sind wieder ein krasser Gegensatz zu dem wahren Leben in Pretoria.
Das Boutique-Hotel hat nur acht Zimmer sowie gigantische Ausblicke auf die Stadt! Es liegt sehr ruhig und erhaben auf einer Anhöhe. Es ist ein bisschen verstörend, hier bei kühlen Drinks und Finger Food unterm Sonnenschirm zu sitzen während nur wenige Straßen weiter………… Aber ich wiederhole mich.
14.30Uhr. Als wir wieder im Bus sitzen und die Gruppe eine Flasche Sekt entkorkt weil das Ende der Reise bevorsteht, sitzen meine eine Kollegin und ich vorne in der ersten Reihe und lehnen fassungslos ab, denn direkt vor unserer Nase wühlt ein Bedürftiger im Müll nach Essbarem… Wir können damit sehr schlecht umgehen…
15.30Uhr. Der nächste Programmpunkt ist erst das Abendessen. Die meisten wollen so lange an den Pool. Ich jedoch gehe mit einer Kollegin gegenüber vom Hotel in die Mall „Mandela Square“ [!KEINE WERBUNG!]. Dort sind die Geschäfte und Preise leider so gehoben, dass es bei uns nur für einen Starbucks-Besuch [!KEINE WERBUNG!] reicht.
Danach bleibt genug Zeit für´s Kofferpacken und Relaxen in der Horizontalen. Warum wir den größten Teil unserer Freizeit ausgerechnet in Johannesburg -und vor allem erst am letzten Tag- bekommen, erschließt sich mir nicht.
18.45Uhr. Abmarsch in das für diesen Abend auserwählte Restaurant. Drüben in der Mall gibt es ein Steakrestaurant namens Trumps Grill [!KEINE WERBUNG!], was aber nur eine zufällige Namensgleichheit ist.
Wieder drei Gänge. Wieder bei Weitem viel zu viel zu essen. Außerdem Wein, Mojito und Amarula. Am letzten Abend wird ordentlich aufgefahren! Auch hier überlassen wir die Essensreste wieder den Armen draußen auf der Straße…
0Uhr. Mein Koffer ist fertig gepackt! Gute Nacht!
Dienstag ~ 03.09.19
Es geht heimwärts…
07.30Uhr. Der Wecker klingelt. So spät wie noch nie in dieser Woche!
08.30Uhr. Frühstück. Heute ein bisschen abwechslungsreicher.
10Uhr. Auschecken und Abfahrt zum Peech Hotel [!KEINE WERBUNG!]. Wir besichtigen noch ein letztes Objekt hier in Johannesburg. Schade, dass sich diese Oase in so einer schlimmen Stadt befindet. Man könnte sie sonst glatt exzessiv verkaufen…
Ich erwähnte noch gar nicht, dass es gestern im Zentrum von Johannesburg, aber auch Pretoria, Ausschreitungen gegeben hat. Menschen wurden erschossen, Geschäfte und Häuser angezündet. Der Zorn richtet sich gegen die Einwanderer aus anderen afrikanischen Ländern, die Südafrika überfluten weil sie sich hier Arbeit erhoffen. In ihrer Heimat ist die Arbeitslosigkeit noch höher als hier.
Nach dem Peech Hotel steht unser letzter Programmpunkt an: Soweto.






