Zurück zu Tag 3: Ribeiro Frio & Faial
Freitag, 15. November 2024
Krankenpflege
Zwischen vier und fünf liege ich wieder wach! Ich weiß nicht was das hier soll… Gestern konnte ich auch wieder schlecht einschlafen, in dem Fall aber weil sich mein Körper nach Schleudertrauma angefühlt hat.
Zum Glück schlafe ich wieder ein bis um halb acht mein Wecker klingelt. Mir tut nur jeder Knochen weh, mein Mann muss mich nach dem gestrigen Treppensturz einmal komplett mit Retterspitz einschmieren, ich zähle meinen kleinen Wanderunfall mal als „Sportverletzung“…
Fahrt in den Süden
Gegen 9 sind wir wieder aufbruchbereit, heute wollen wir nach Funchal! Die Inselhauptstadt hat uns schon vor zwei Jahren ganz verzaubert, wir wollen lieber früher als später dort vorbei schauen, deshalb: Heute! Außerdem ist mir noch nicht wieder nach wandern, obwohl, ehrlich gesagt, werden wir auch in Funchal unsere 13.000 Schritte heute zusammen bekommen, wie ich schon verraten darf…
Die Strecke durch die Inselmitte nach Funchal dauert knapp 45 Minuten und ist sehr viel angenehmer als die Straßen der letzten Tage. Denn hier geht es gelegentlich auch mal geradeaus, hauptsächlich fährt man durch Tunnel, bei 70, 80 oder sogar mal 90 km/h bekommt man regelrecht einen Geschwindigkeitsrausch – jedenfalls wenn es der Wagen bergauf überhaupt schafft, das Tempolimit zu erreichen…
Stichwort Mietwagen: Wir haben genau aus diesem Grund (die Berge), nicht die kleinste Kategorie gebucht und ich kann das auch nur empfehlen! Wenigstens die zweite, gerne die dritte Kategorie, die ist auch noch bezahlbar und man kann sich sicher sein, dass man überall hoch kommt, die Straßen haben es teilweise wirklich in sich! Die Mini-Autos bieten zwar den Vorteil, leichter eine Parklücke zu erhaschen, denn diese sind hier oft viel zu kurz für ein normales Auto… Aber das wäre dann auch schon der einzige Vorteil. Von der Stelle kommt man mit den Knutschkugeln schätzungsweise nicht ganz so gut, und wie man sein ganzes Gepäck dort unterbekommt, ist mir auch schleierhaft.
Zudem noch das Thema Navi. Wie schon in Colorado letztes Jahr, nutzen wir hier eine Offline Goggel Maps Karte auf dem Handy. Das Handy lässt sich mit dem Navi des Autos verbinden oder aber man nutzt tatsächlich das autoeigene Navi. Das muss man ausprobieren, ist Geschmackssache. Auf jeden Fall kann man mit all diesen Varianten kostenlos und überwiegend zuverlässig navigieren, ohne übertriebene Technikkenntnisse zu haben.
Ankunft in Funchal
Ich hatte schon vorab ein Parkhaus auserkoren, welches gut erreichbar ist, sodass man nicht durch die chaotischen Gassen kurven muss. Die Straße, wo es sich befindet, kenne ich schon vom letzten Mal. Vor diesem Parkhaus hatte unser Silvester-Shuttle damals gehalten, also ist es fußläufig ideal für Hafen und Stadt.
Unser erster Weg führt schnurstracks schräg gegenüber in eine kleine Shoppingmall und als Philipp sich ausgetobt hat, kann er seine Beute noch kurz im Auto ablegen, sodass er sich nicht totschleppen muss.
Die Stadt Funchal ist übrigens benannt nach dem Gewürz-Fenchel, der zur Zeit der Entdeckung der Insel auf dieser überall verbreitet war. Funchal bedeutet in etwa „Ort, an dem Fenchel wächst“. Das portugiesische Wort für Fenchel ist „funcho“. Auch heute noch wächst er auf Madeira, vor allem in den höher gelegenen Regionen.
Stadtbummel
Eigentlich hatte ich unbedingt ins Cristiano Ronaldo Museum gewollt, doch gestern Abend noch ein paar Rezensionen gefunden und für 5 Euro Eintritt scheint es dort nichts anderes zu geben, als all seine Trophäen. Für eingefleischte Fußballfans bestimmt spannender als für uns. Deshalb habe ich umgeplant und die Rooftop Bar des CR7-Hotels am selben Standort ins Visier genommen. Vor Ort teilt man uns jedoch leider mit, dass diese den Hotelgästen vorbehalten ist. Wie schade!
Daraufhin stromern wir ein bisschen durch die Altstadtgassen, landen letztendlich irgendwann hungrig in der Markthalle. Unterwegs dorthin kenne ich mich gut genug aus, sodass wir ohne Navi laufen können, und auch Philipp erkennt so einiges wieder vom letzten Besuch der Stadt.
Wir nehmen die nächstbeste gastronomische Einrichtung in der Markthalle und essen köstliche Burger, es gibt für mich sogar einen veganen! Die Pommes schmecken grandios, statt mit Salz sind sie mit Rosmarin gewürzt. Sehr geile Idee!
Um die Ecke, auch zur Markthalle dazu gehörig, kehren wir anschließend noch auf Bica, Pastel de Nata und Café Americano ein, jeder alles davon! Philipp ist baff, dass wir insgesamt nur 8 Euro zahlen müssen an so einem prominenten Platz, nämlich am Eingang der Markthalle. Ich wusste das schon und freue mich, dass auch er sich freut.
Es geht weiter quer durch die Altstadt zur Praça do Carmo und weiter zur Igreja de São João Evangelista do Colégio do Funchal, von der ich weiß, dass man hier für 2 Euro den Kirchturm besteigen kann. Der junge Mann am Eingang wirkt fast schon erschrocken, dass jemand Karten kaufen möchte. Hallo, Bitte, Danke oder Tschüss kommen ihm auch nicht über die Lippen. Trotzdem lohnt sich der Turm total!
Es sind gar nicht so viele Stufen wie befürchtet und wir sind die einzigen dort oben! Es ist kein superhoher Kirchturm aber trotzdem kann man sehr viel Aussicht genießen, runter auf die Praça do Municipio oder auch in die Ferne Richtung Meer oder Altstadt oder Monte. Wir können mit den Augen sogar den Verlauf der Seilbahn verfolgen, die zwischen Funchal und Monte pendelt. Das war damals eines unserer schönsten Erlebnisse und wir freuen uns schon, dies nächste Woche unseren (Schwieger-) Eltern zeigen zu können, die in ein paar Tagen anreisen werden.
Wo letztes Mal der Weihnachtsmarkt aufgebaut war, stehen auch jetzt Buden, doch es geht noch nicht sehr weihnachtlich zu, man verkauft, mutmaßlich für gute Zwecke Snacks, Alkohol, Deko und vieles mehr. Wir lesen gelegentlich Begriffe wie „Caritas“ oder „Brustkrebsmonat“ oder „Ukraine“, also in diese Richtung geht das hier.
Wir werden aber nicht fündig sondern gehen nebenan zum Palácio de São Lourenço, der das Militärmuseum beherbergt. Für 2,50 Euro haben wir nichts zu verlieren – denken wir. Es stellt sich aber schnell heraus, dass sich der Betrag definitiv nicht lohnt und wir die meisten Bereiche auch ohne Ticket hätten besuchen können. Außerdem ist es furchtbar langweilig weil ich mir mehr Stadtgeschichte und weniger Militär erhofft hatte, mein Fehler. Ach ja und es gibt nicht mal ein WC… Egal, Haken hinter.
So langsam wird es auch anstrengend, es hat heute 22 Grad, Sonne und Regen wechseln sich ab, die Luftfeuchtigkeit ist hoch, ich bin k.o., ob vom dem Sturz, dem Stadtspaziergang oder einer möglicherweise aufkommenden Erkältung, kann ich gerade noch nicht einsortieren. Deshalb machen wir uns nun auch langsam auf den Weg zurück zum Auto.
Der Tag mag kurz und ereignislos wirken aber das Schlendern durch die (teils vertrauten oder zumindest bekannten) Altstadtgassen hat schon Spaß gemacht und ich habe dies hier sehr verkürzt abgebildet. In Wirklichkeit hatten wir einen tollen „City“-Tag und keine Langeweile, der Weg vom Norden runter in den Süden hat sich gelohnt.
Heimweg und Abendgestaltung
Das Parkhaus hat erfreulicherweise weniger als 5 Euro gekostet und die Rückfahrt verläuft einwandfrei, teilweise sogar mit Meerblick bzw. Bananenplantagenblick. Die Natur der Insel ist grandios, dafür muss man gar nicht wandern gehen, grün über grün kann man auch aus dem Auto genießen! Vor allem als Beifahrer…
Nach dem Duschen gibt es noch Brot und unsere Serie, ansonsten ist, insbesondere mit mir, heute nicht mehr viel anzufangen. Werde ich wirklich krank?
Weiter zu Tag 5: Caminho do Entrosa









