Meine Packliste für den Camino – in der Version „mit Gepäcktransport“
HANDGEPÄCK IM WANDERRUCKSACK
Wichtiger Kleinkram, der später während der Pilgeretappen dann teilweise auch im transportierten Gepäck verstaut werden kann, mir aber teilweise so wichtig ist, dass ich ihn grundsätzlich im Handgepäck mitnehme, damit er bloß nicht mit dem Aufgabegepäck möglicherweise abhandenkommt:
Buch – allein schon um im Flieger lesen zu können
Kugelschreiber – kann man immer gebrauchen
Silkon- und Wachsohrstöpsel – wenn ich im Flugzeug meine Ruhe will aber vor allem für die Nächte auf der Pilgerreise (Schlaf hat Priorität!)
Haarbürste – ja, empfehle ich natürlich, habe sie aber tatsächlich vergessen und musste mir eine neue kaufen, die war dann leider etwas zu groß, um handlich zu sein…
Sonnenbrille (ggf. mit Sehstärke!) – unverzichtbar!
Tägliche persönliche Medikamente – gehören niemals ins Aufgabegepäck
(Kopf-) Schmerztabletten – sollte man einfach immer griffbereit haben
Unterlagen Auslandskrankenversicherung – ebenso
Reiseunterlagen und Pilgerausweis – ebenso
Tablet – sicherlich verzichtbar, aber nicht für mich (Reisetagebuch!)
Ladegeräte von Uhr, Tablet und Handy – versteht sich von selbst (Tipp: in einem durchsichtigen Zip-Beutel verstauen)
PERSÖNLICHE UND GANZ BESONDERS WICHTIGE DINGE:
Die allerwichtigsten Dinge trage ich separat in einer Gürteltasche, später kann man einiges davon auch in das Gepäckstück geben, welches transportiert wird, oder aber zumindest in den Tagesrucksack:
Bonbons, Halspastillen und Halsspray – gegen die trockene Flugzeugluft (sicher nicht für jeden relevant, für mich jedoch sehr, weil ich sonst nach einfach jedem Flug krank werde)
Hyaluron-Nasenspray – ebenso
Lippenpflege und Handcreme – ebenso
Taschentücher – verstehen sich von selbst
Desitücher – geben mir ein besseres Gefühl
Ätherisches Pfefferminzöl – gegen unangenehme Gerüche im Flieger oder von mancher Bettwäsche auf dem Camino ausgehend
Deo – schadet weder beim Fliegen noch beim Wandern
Das Wichtigste – Handy, Ausweis, Krankenkarte, Kreditkarte und Bargeld
SCHUHE
3-4 Paar, denn HEY, du hast dich sehr wahrscheinlich für den Gepäcktransport entschieden, wenn du das hier liest:
1.
Wanderschuhe: passgenau, eingelaufen, gerne kampferprobt und zwingend mit vernünftigem Fußbett. Ich bevorzuge Wanderschuhe, die über den Knöchel reichen, aber da scheiden sich die Geister – und auch Wanderschuhe ohne Mid- oder High-Cut haben ihre Berechtigung. Für jedes Paar Füße ist etwas anderes geeignet. (Wenn du lieber komplett in Sneakern laufen möchtest, entfällt das Thema Wanderstiefel gänzlich. Auch das soll möglich sein.)
2.
Sportschuhe: bequem und mit gutem Fußbett, dann sind sie nicht nur zum Rausgehen nach einem Wandertag geeignet (Restaurant, Einkaufen, etc.). sondern sogar für kürzere Pilger-Etappen
3.
Very nice to have: ein paar Hausschuhe/Schlappen/Latschen für die Unterkünfte und für kurze Wege nach dem Wandern (Hotelzimmer, Frühstücksraum, Restaurant, Einkaufen, etc.).
4.
Ansichtssache: Ich brauche immer ein Paar Flip Flops auf Reisen zum Duschen!
REGENSCHUTZ
Den solltest du zwingend dabei haben, in welcher Form auch immer!
Für mich hat sich eine billige, dünne Regenjacke bewährt, die ich einfach über jede andere Jacke drüber ziehen konnte.
Außerdem hatte ich eine Regenhose, die ich halbwegs gut jederzeit an- und ausziehen konnte, mit ein kleines bisschen Mühe sogar wenn ich die dicken Wanderschuhe an hatte, die Beine sind unten recht weit, können aber durch Klettverschluss verengt werden.
Der Rucksack bekam ein „Regenkondom“ übergezogen, dies war beim Kauf des Rucksacks schon dabei gewesen und eignete sich dementsprechend hervorragend. Philipp hatte so etwas nicht und zweckentfremdete gerne ein Regencape für den Rucksack, aber das musste ich dann ständig zurechtzuppeln und feststecken, es war eine Notlösung.
Sehr viele Pilger sparen sich aber Regenjacke, Regenhose und Rucksackkondom, indem sie sich ein vernünftiges Ganzkörperregencape (Poncho) kaufen, welches vom Kopf, über Rucksack, bis zu den Füßen reicht! Vielleicht verwenden sie es auch zusätzlich zu weiterer Regenausrüstung, das weiß ich nicht sicher. Sicher ist aber: So etwas würden wir uns für das nächste Mal definitiv auch kaufen! Es mag nicht ganz billig sein aber ist sicherlich eine absolut lohnende Investition!
Außerdem hatte ich meinen „Regenhut“, einen Südwester, dabei, wenn es stärker regnet, reichen Kapuzen irgendwann nicht mehr aus, dann ist so etwas ganz praktisch, vor allem für Brillenträger! Leider ist mir meiner ein bisschen zu groß und so musste ich in Kauf nehmen, dann halb blind zu laufen, bzw. nur den Boden und Phil´s Füße vor mir zu sehen, mehr oder weniger.
WEITERES WANDEREQUIPMENT UND KLEIDUNG
Wanderschuhe – siehe oben
Wanderstöcke – für mich unverzichtbar aber mein Mann fand es ohne super, ich habe aber durchaus auch andere Pilger damit gesehen
Trinkblase – für mich unverzichtbar aber es geht natürlich auch (weniger handlich) mit wieder-auffüllbaren oder Plastikflaschen
Sonnenkappe – Das gute alte „Cappy“ kann gegen Sonne und Niesel der ideale Begleiter sein, ich habe ein solches sehr vermisst und würde es nächstes Mal nicht vergessen!
Jakobsmuschel für den Rucksack 🙂
Unterwäsche (oben und unten) – unbedingt bequem, nichts darf scheuern, drücken oder einengen, niemals!
Socken – einige normale Socken für´s Bett und/oder kurze Wege nach den Pilgeretappen und ansonsten hochwertige Wandersocken, die perfekt sitzen, und einen möglichst hohen Merinowolle-Anteil haben (ab 80%), die kann man unglaublich oft tragen, sie trocknen erstaunlich schnell und müffeln nicht
Jeans – ich hatte ein Paar dabei und das war ganz nice to have aber ich habe sie fast nie gebraucht, man kann für Restaurant- oder Supermarkt-Besuch auch Wanderhose, Leggings oder Schlaf-/Jogginghose tragen
Leggings und/oder Schlaf-/Jogginghose – zum Wohlfühlen, Schlafen, für kurze Wege oder (je nach Optik) notfalls auch mal für eine Etappe, am Besten mehrere (überleg dir vorher, wie viele Tage lang du bereit bist, eine solche Hose zu tragen und spare dann ruhig eine ein, denn du wirst dich daran gewöhnen, Kleidungsstücke länger zu tragen und seltener zu waschen, als zu Hause!)
dünne Weste – für mich unverzichtbar, ich habe tendenziell gerne „etwas im Rücken“ und vor allem kann ich in den Taschen die wichtigsten Dinge verstauen und muss die Gürteltasche nicht umbinden
Oberteile – Ich hatte bei weitem nicht so viele Shirts dabei, wie wir Tage unterwegs waren, normalerweise ist das nämlich der Fall bzw. packe ich noch etliche in Reserve oben drauf. Auf dem Camino hingegen, habe ich drei Wochen lang hauptsächlich meine drei Merino-Shirts getragen und nur gelegentlich ein anderes Wanderhemd oder mal ein normales T-Shirt, in der Regel sogar jene, welche ich eigentlich nur für nachts dabei hatte. Wenn eines der Merinohemden gut ausgelüftet ist, trägt man es sehr gerne auch im Restaurant, denn es gibt keinen echten Grund, etwas anderes anzuziehen. Ich hatte zwei kurzärmelige und ein langärmeliges Merino-Oberteil dabei und würde für den nächsten Camino noch je eins oder zwei dazu kaufen und dafür gar keine anderen T-Shirts, außer Schlaf-Shirts, einpacken, denn ich kann mir im Leben nicht mehr vorstellen, in etwas anderem als den Merino-Shirts wandermäßig aktiv zu sein.
Strick-/Fleecejacken – Für´s Wandern hatte ich abwechselnd eine Fleecejacke und eine strick-artige Wanderjacke an. Für kühle Abende oder Nächte habe ich mir den Luxus einer zusätzlichen Hoodie-Jacke gegönnt, worauf die meisten Pilger wohl verzichten würden, aber: Gepäcktransport macht´s möglich! 😉
Normale Jacke – Eine normale Jacke hatte ich natürlich auch dabei, nicht gefüttert, nicht besonders dick, aber ziemlich gut gegen Wind. Zu Hause ziehe ich sie in der kühleren Phase der „Übergangs-Jacken-Zeit“ (und teilweise sogar im Winter) an. Darüber konnte ich auch noch die Regenjacke ziehen, weil ich diese entsprechend groß gekauft habe. Später, als wir in wärmere Gefilde kamen, gingen beide Jacken einfach in den Gepäcktransport, denn das möchte man nicht alles selbst schleppen.
Schal/Halstuch – auch hier schwöre ich wieder auf Merinowolle-Teile, ich hatte zwei Merino-Buffs und einen (ebenso geeigneten) aus Baumwolle dabei, sie eignen sich hervorragend gegen Wind, Kälte, Schweiß und als Sonnenschutz, sie können um den Hals getragen, aber auch mal über die Ohren gezogen werden, und in Ausnahmefällen habe ich sie sogar am Handgelenk getragen
Stirnband – ich hatte ein normales und ein Merinowolle-Stirnband dabei, in Benutzung hatte ich aber nur letzteres, es war zwar das dünnere der beiden, trug sich aber angenehmer, zum Beispiel in windigen Regionen bei Sonnenschein und höheren Temperaturen, wenn wind-unempfindliche Personen wahrscheinlich gar kein Stirnband brauchen, unterm Strich ist ein Stirnband also nicht unbedingt ein Must-Have auf dem Camino
Schlafzeug – ich hatte es oben schon angerissen: ich schlafe gern in T-Shirts und Schlafanzughosen oder Leggings, pack ein, was du gern zum Schlafen trägst, aber in geringerer Anzahl, als du denkst, obwohl… Warum eigentlich? Wenn du diese Packliste liest, dann interessierst du dich offenbar auch für den Camino MIT Gepäcktransport… Also kannst du ruhig einpacken so viele Schlafteile wie du willst! 🙂
Wäschebeutel – einen für Socken und Unterwäsche und mindestens einen für alles andere, sorgt für etwas mehr Ordnung und ein bisschen mehr Hygiene im Gepäckstück
SONSTIGES
Baumwollbeutel – einer oder mehrere, vereinfachen dir zum Beispiel Supermarkteinkäufe oder Wege zum Waschsalon
Packwürfel – darin konnte ich die eingepackten Klamotten wunderbar sortieren und „portionieren“, ich reise aber grundsätzlich nicht ohne diese Dinger
durchsichtige Plastik-Zip-Beutel – perfekt zum Auf- und Verteilen von Kleinkram, so fliegt nicht so viel loses Zeug im Rucksack oder Gepäckstück herum, das spart Zeit und Nerven, mir jedenfalls
Karabiner – fand ich sehr praktisch, man kann damit so einiges am Tagesrucksack befestigen (einen Buff, die Pilgermuschel, whatever) und sei es nur, den Schlauch von der Trinkblase in der richtigen Position zu halten
Proviant – ich hatte im heimischen Drogeriemarkt ein paar relativ gesunde Snacks geholt für die Reise, darauf griffen wir immer in kleinen Notsituationen zurück: wenn wir bis abends nichts Vernünftiges zu essen gefunden hatten, wenn wir dringend eine kleine Aufmunterung auf der Etappe brauchten und gerade weit und breit nichts zu bekommen war, usw. Das kann ich sehr empfehlen. Und nicht zuletzt hat mich an einem besonders regenreichen und kalten Tag, eine heiße 5-Minuten-Nudeln-Portion extrem aufgeheitert! Wenn du schon nicht selbst schleppen musst, kannst du dir solche „Lichtblicke“ und „kleine Retter“ ruhig einpacken, es müssen ja gar nicht viele sein!
Schnell-Waschmittel für die Handwäsche – insbesondere wenn du nicht übermäßig viele Oberteile einplanst
LUXUS – und wirklich nicht für jeden von Relevanz
Toilettenpapier – Ja, richtig gelesen, und zwar weil ich dieses dünne, fisselige Klopapier in anderen Ländern, und vor allem günstigeren Unterkünften, nicht ausstehen kann! Ich hatte vier Rollen dabei, zwei hätten auch gereicht, aber sicher ist sicher! Und ich wiederhole mich gerne: Gepäcktransport macht´s möglich! 😉
ein Paar Ersatzohrringe – weil ich Sorge hatte, ich könnte einen Ohrring verlieren und müsste dann ohne leben
ein weiteres Buch – weil das, das ich für den Flug eingepackt hatte, ja irgendwann ausgelesen sein wird
ein Kartenspiel deiner Wahl – eine Beschäftigungsmöglichkeit, die wir nur sehr selten brauchten, aber einmal hat sie uns wirklich den Tag gerettet weil das Kartenspiel meine Laune enorm angehoben hat
KULTURTASCHE
Zahnputzzeug – keine Frage
Duschgel/Shampoo – erforderlich
Fußpflege – mir hat eine einfache, günstige Pflegecreme („Hornhautreduzierer“) völlig gereicht, da sind vernünftige Socken und Schuhe viel entscheidender
Nasenduschspray – für mich sehr wichtig, du hast vielleicht eine andere Routine!?
Rasierzeug – geht für mich nicht ohne
Zopfgummis –unbedingt
Nagelset – unbedingt
Wattestäbchen – Es würde notfalls ohne gehen aber warum an den paar Gramm sparen?
Damenhygiene – sicher ist sicher
REISE-APOTHEKE
Sonnencreme – unverzichtbar!
Arnica/Retterspitz – jegliche Muskeln freuen sich nach der Dusche darüber
Halstinktur – für mich im Falle von Halsschmerzen unverzichtbar
Nasenspray – für mich im Falle von Schnupfen unverzichtbar
Fieberthermometer – keine Frage!
Vitamin C – kannst du dir auf dem Camino ruhig täglich (hochdosiert) gönnen
Magnesium – auch
Zink – spätestens bei Erkältungserscheinungen
Was in den TAGESRUCKSACK gehört auf der Etappe:
Erste Hilfe Set mit allem was dort hinein gehört (hat mit der Reiseapotheke nichts zu tun). Du kannst so etwas bereits fertig zusammengestellt kaufen, in erster Linie beinhaltet es Schere, Pflaster, Blasenpflaster, Verbandsmaterial, Wunddesinfektionsspray, Wundsalbe, Schmerzgel, Erste Hilfe Handschuhe, etc.
Je nach Wetterlage Regenschutz und/oder eine (weitere) Jacke oder aber Sonnenschutz
ggf. Proviant, z.B. ein Stück Obst vom Frühstücksbuffet oder ein Müsliriegel aus dem Supermarkt (oder etwas anderes von zu Hause, falls du das vorbereitet hast)
frisch befüllte Trinkblase
WAS ICH NICHT GEBRAUCHT HABE:
Badeanzug – wir hatten gelegentlich Unterkünfte mit Pool aber entweder waren die hygienischen Bedingungen fragwürdig oder der Wetter bzw. Wasser noch viel zu kalt, eventuell kannst du im Sommer Badezeug gebrauchen, ich würde es nicht wieder mitnehmen (und der Atlantik eignet sich so weit im Norden auch nicht zum Baden, nicht mal im Sommer)
Wäscheklammern – ich glaube wir haben sie einmal benötigt, ich kann mich aber an die Situation gar nicht mehr erinnern, das kann man sich also tendenziell sparen, denn im Waschsalon kann man seine Sachen im Trockner trocknen bzw. findet man im Zimmer Alternativen (Kleiderbügel, Haken, Stuhllehnen, etc.)
Sicherheitsnadeln – darüber hatte ich vorher viel nachgedacht, sie klingen schließlich super praktisch, aber ich habe dann keine mitgenommen und sie auch nie vermisst
Handschuhe – wenn du im tiefsten Winter gehst, kann es sein, dass du welche brauchst, ich habe sie nicht mal im kalten Dauerregen vermisst, man kommt ja ziemlich in Wallung…
Schnell trockendes Reisehandtuch – mag sich in Pilgerherbergen bewähren, ist bei vorgebuchten Hotels aber unnötig, denn da bekommt man jede Nacht, in jeder Unterkunft, neue Handtücher
Regenschirm – Klares Nein! Lieber richtig gute Regenkleidung, als die ganze Zeit einen Regenschirm hoch halten! Und für den abendlichen Weg zur Nahrungsaufnahme kann man notfalls einen an der Rezeption ausleihen!
Flächen-Desinfektion – habe ich immer gerne dabei, aber ich habe es fast nie verwendet und würde zukünftig darauf verzichten, es mitzuschleppen!
Schlafmaske – ich hatte sie zwar dabei und hätte sie auch ein, zwei Mal aufsetzen können, hatte sie aber in diesen Momenten jeweils nicht zur Hand, ich finde, die kann man echt zu Hause lassen (in den Herbergen mag das anders aussehen!)
WAS ICH NÄCHSTES MAL NOCH ZUSÄTZLICH MITNEHMEN WÜRDE
Nach jetzigem Stand der Dinge, tatsächlich nichts! 🙂