Isla Canela

Bar- und Aufenthaltsbereich im Hotel

Mittwoch, 22. Mai 2024

Ich bewundere schon immer die Menschen Ü70 oder gar Ü80, die immer noch reisen, immer noch fliegen. Auch heute wird so ein (anstrengender) Tag werden, an dem ich es nicht nachvollziehen kann wie ein älterer Mensch so etwas schafft, wenn es mir mit Ü30 eigentlich schon viel zu viel ist…

Auf zum Flughafen Hannover

Aber noch ist es 07.30 Uhr am Morgen, ich stehe frisch und erholt nach einem sehr langen und faulen erholsamen Pfingstwochenende auf und fühle mich bereit. Erstmal die allmorgendliche Tasse grünen Tee und dann starte ich in den Tag. Das Handgepäck muss noch gepackt, der Haushalt auf Vordermann gebracht werden und ich muss auf jeden Fall noch duschen. In anderer Reihenfolge.

Gegen kurz vor elf fahren wir auf die Autobahn auf, unser Parkplatz ist ab halb zwölf gebucht. Diesen Anbieter testen wir zum ersten Mal, und sowieso haben wir erst einmal selbst geparkt, das war zu unserer Madeira-Reise 2022, da haben wir direkt am Flughafen (HAJ) geparkt, fußläufig vom Terminal. Hier zahlen wir jetzt die Hälfte was uns das Parkhaus am Flughafen dieses Mal gekostet hätte, dafür ist es aber auch nur ein Parkplatz und wir werden noch 3km mit dem Shuttle gefahren. Aber alles klappt bestens.

Check in und Security vergehen einigermaßen zügig aber Terminal B ist brechend voll, auch an den Gates. Drei Maschinen starten kurz hintereinander, eine davon ist unsere. Da hier gerade umgebaut wird, hat leider nur eine einzige gastronomische Einrichtung geöffnet, d.h. entsprechend lange stehe ich in der Schlange um uns 2 Flaschen Wasser und 2 Laugenbrezeln für 17 Euro (!!!) zu besorgen. Ich habe dafür keine Worte. Oder eine Menge, aber die gehören hier nicht her.

22.-29. Mai 2024 Isla Canela

Wir starten und landen (viel, viel zu wackelig aber) pünktlich.

Bem vindo a Portugal!

In Faro geht es unfassbar schnell mit den Koffern aber dafür sind die WCs umso schrecklicher. Kaum haben wir den Ankunftsbereich verlassen, kaufen wir beim nächstbesten Café-Stand, noch vor Verlassen des Flughafengebäudes, eine überteuerte Cola (für den Mann) und ein ebenso überteuertes Pastel de Nata (für mich), first things first.

Und nun: Bien venido a España!

Noch knapp zwei Stunden Busfahrt rüber nach Spanien, dann sind wir gegen 20.30 Uhr auf der Isla Canela an unserem Hotel angekommen. Wir haben jetzt beide extrem Kopfschmerzen und das viele Sitzen hat uns mürbe gemacht. Da ist es nicht gerade hilfreich, dass sich unser Zimmer als ein Schuhkarton entpuppt…

Ausblick von unserem Miniaturbalkon

Vom Stil her wirkt das Zimmer wie auf den Bildern aber es ist wirklich winzig, und der Balkon ein Witz. Fotos können wirklich gut gemacht sein. Das hier ist einfach eine Frechheit! Philipp hat aber keine Lust auf mein Gemecker geschweige denn einen Gang zur Rezeption, sondern er dreht bald durch vor Hunger, also gehen wir ans abendliche Hotelbuffet und sind dort für´s Erste auch zufrieden, abgesehen davon, dass wir erst ganz zum Schluss mal ein Getränk bestellen können. Die freundliche Bedienung stellt es uns aber nicht in Rechnung weil sie wohl gemerkt hat, dass sie uns zu lange ignoriert nicht bedient hat.

Wir sind einfach nur FIX und FERTIG. Ich versuche im Zimmer noch irgendwie die Möbel umzustellen als Philipp schon den Kopf in den Kissen vergräbt, damit ich mein Gepäck (mehr schlecht als recht) unterkriege, und fluche ununterbrochen wie ein Rohrspatz über die Beengtheit, über die fehlende Ablagefläche, über den fehlenden Stauraum, über die fehlenden Wasserflaschen (die ich uns dann teuer und in Dosenform an der Poolbar besorge), über die nicht durchgeführten Ausbesserungen in Fugen und Ecken, über den lächerlichen Balkon usw. bis Philipp mich stoppt, ich soll die Klappe halten, er hat Kopfschmerzen. Ja, ich auch immer noch, also sollte ich wohl auch endlich mal duschen und schlafen.

Donnerstag, 23. Mai

Bar- und Aufenthaltsbereich im Hotel

Gegen halb acht, acht ist meine Nacht vorbei. Ich liege am offenen Fenster, beinahe auf dem Balkon, so eng wie hier alles ist, und habe immer noch die gleichen Kopfschmerzen wie gestern Abend. Dazu habe ich das Gefühl, ich lag etwas im Zug so an der offenen Balkontür, ich hatte aber ja auch keine Wahl gehabt als die Tür offen zu lassen, denn ganz ohne Zirkulation hätten wir die Nacht in unserer Streichholzschachtel sicher nicht überlebt.

9 Uhr. Nun aber hurtig, es gibt nur bis zehn Uhr Frühstück. Auch so eine unverständliche Unart wie die Winzigkeit unseres Zimmers…

Langsam in den Urlaubsmodus kommen

Nach dem Frühstück verweilen wir etwas in der übergroßen Lobby, die über und über voll mit Grünpflanzen ist, wunderschön und erinnert an einen botanischen Garten, ich nenne es ab jetzt nur noch „das Gewächshaus“. Die eigentliche Lobby ist das noch nicht mal, es ist einfach ein riesiger Bereich, wahrscheinlich kann man es am Ehesten als Barbereich beschreiben, denn Richtung Pool befindet sich auch die große Poolbar hier. Und abends findet hier die Live Musik statt. Das haben wir gestern Abend am Rande mitbekommen, wunderschöne sanfte Klänge zu unzähligen Kerzen und Teelichtern hat es gegeben…

Organisatorisches

Rio Carreras

Unweit des Hotels befinden sich ein kleiner Supermarkt und ein paar Cafés bzw. Pubs. Hier kehren wir auf ein Käffchen ein und haben aufgrund der Getränkeauswahl, der Preise und der Musik vermutlich direkt unser Stammcafé gefunden! Touristen sitzen dort keine um halb elf, dafür umso mehr spanische Bau- und andere Arbeiter, was mich ziemlich sicher sein lässt, dass es uns dort gefallen wird.

Wir kaufen für´s Zimmer einen riesigen Vorrat Wasserflaschen im Minimarkt und machen uns anschließend „poolfein“. Am Adults only Pool können wir herrlich liegen und lesen. Zwischendurch gehe ich zur Vertreterin unseres Reiseveranstalters, als diese ihre Sprechzeit im Hotel hat, und leite in die Wege, dass sich etwas tut mit unserem Zimmer, denn dieses winzige Loch stelle ich mir echt nicht vor für eine unbeschwerte, erholsame Woche…

Neuer Raum, neues Glück

Es dauert nur wenige Stunden und sie hat unser Problem gelöst. Wir bekommen auf derselben Etage im anderen Trakt ein viel größeres Zimmer gezeigt und können uns nun frei entscheiden. Da es wirklich geräumiger erscheint und das Badezimmer sogar ein Fenster hat und ebenfalls sehr viel größer ist, sagen wir sofort zu. Erst nachdem wir die Sachen rüber geräumt haben, merke ich, dass das Bett bedeutend kleiner ist als im alten Zimmer. Aber das ist dann jetzt halt so. Man kann nicht alles haben. Dafür sind hier nicht ganz so viele Macken, die mal ausgebessert werden müssten, ich bin ganz zufrieden.

Beach, Baby!

Beach, Baby!

Zeit für einen ersten ausgiebigen Spaziergang am Strand und auf der Promenade, unterbrochen von einem Cocktail in den Dünen, die keine sind. Aber es ist eine Art Grüngürtel auf dem Weg zum unendlich breiten, feinen Sandstrand, der hier an die sechs Kilometer lang sein dürfte… Wir genießen Sonne, Wind und Wellen bevor es zum Abendessen und an die Poolbar geht. Ein etwas turbulenter erster Urlaubstag aber schon ganz schön! 

Freitag, 24. Mai 2024

Nach einer durchwachsenen Nacht klingelt um halb acht der Wecker weil wir um zehn abgeholt werden für unsere sogenannte „Super Tour“ mit Geländewagen. Die Zeitangabe von „vier bis acht Stunden“ ist wieder typisch für den Vermittler, aber darauf reite ich nicht rum. Ich kann es vorweg nehmen, wir werden erst gegen 19 Uhr heute Abend wiederkommen, doch es wird uns nicht so lange vorkommen, die Zeit wird verfliegen…

Morgen geht´s weiter!

Unser schönes Hotel

Morgen gehe ich dann alleine noch mal auf Tour nach Portugal, ohne Phil und ohne Jeep. Mal schauen wie das wird. Natürlich hätte ich gerne einen Tag Pause gehabt dazwischen, aber die Ausflüge, die mich interessieren finden nun mal nur an diesen bestimmten Wochentagen statt. Also muss ich da wohl durch, Phil will das Fitnessstudio des Hotels ausprobieren und einen Pooltag einlegen. Zu viele Ausflüge wollte er nicht (und zwei sind einer zu viel), und schon gar nicht einen mit Fado. Den gab es heute zwar auch (zwei Lieder) aber das hatte schließlich nicht in der Beschreibung gestanden… Und sieh an, gefallen hat es ihm. Egal, ich werde morgen auch eine gute Zeit haben, ein bisschen gespannt bin ich aber schon, wie das „alleine“ (mit der Gruppe) so wird. 

Samstag, 25. Mai 2024

Philipp ist schon bereit für das Abendessen als ich von meinem Faro-Olhao-Tavira-Cacela Velha-Ausflug komme, und auch ich bemühe mich, nicht zu trödeln. Endlich gibt es auch einmal etwas, das ich nachnehmen mag, es gibt heute richtig leckeres Wokgemüse. Ansonsten ist es bisher eher so, dass wir zwar satt werden, uns aber auch nicht gerade überfressen, nie hat man das Gefühl „Oh, von dem hier hole ich mir nochmal etwas!“… Woran es liegt, weiß ich nicht. Es ist nicht so, dass es nicht gewürzt wäre, eher schmeckt es einfach anders als erwartet und leider nie besonders überragend. Das irritiert uns beide gleichermaßen, vielleicht gehen wir die Tage abends auch mal auswärts essen!

Frontansicht des Hotels

Sonntag, 26. Mai 2024

Nach einer mehr als durchwachsenen Nacht, wie sie mich an die ersten Tage unserer Portugal-Reise im Mai 2023 erinnert, stehe ich freiwillig früh auf um am Meer dem Sonnenaufgang beizuwohnen und größtmöglichen Abstand zur „Störquelle“ zu bekommen.

Der frühe Vogel…

Es ist zwar ein unfreiwilliger Strandspaziergang am frühen Morgen, doch ich kann nicht leugnen, dass die seichte Sonne, der frische Wind und der nahezu menschenleere, kilometerlange Sandstrand, nicht auch was für sich haben! Mir begegnen nur ganz vereinzelt ältere Herren mit ihren Hunden, als ich schon wieder auf dem Rückweg bin, kriechen auch die ersten Jogger aus ihren Löchern…

Ich verweile noch etwas im „Gewächshaus“ unseres Hotels, denn hier ist es schön grün und bis auf die eifrigen Putzfrauen, auch noch nichts los! Als ich mich wieder gewappnet fühle mein Handyakku den Geist aufgibt, gehe ich wieder auf´s Zimmer und mein Gatte ist sogar schon geduscht und bereit, mit mir den Frühstücksraum zu stürmen. Nur schade, dass der Automatenkaffee hier immer sehr nach Instant schmeckt, also gar nicht…

Sonnenaufgang

Bootsfahrt auf dem Rio Carreras

10 Uhr. Heute sollte ein möglichst fauler Strand- und Pooltag werden, aber am Pool ist es uns jetzt noch zu frisch und am Strand war ich schließlich gerade. Also spielen wir mit dem Gedanken, am Hafen einen richtigen Kaffee trinken zu gehen. Ich schaue auf Goggel Maps nach, ob dort sonntags etwas geöffnet hat und stoße dabei auf ein Unternehmen, das Bootsfahrten anbietet, nicht weit von dem besagten Café entfernt. Das ist doch ein Plan!

11 Uhr. Ein kleiner aber feiner Kaffee liegt hinter uns und für die kommende Stunde sitzen wir nun auf einem Ausflugsboot mit 40 Passagieren und 3 Mann Besatzung. Wahrscheinlich eine dumme Idee, so wie es heute stürmt, aber einen windstillen Tag gibt es hier vermutlich einfach nicht.

Auf der anderen Seite des neben uns befindlichen Flusses Carreras, ist der Ort Isla Cristina, wo wir den Großteil der Bootstour-Gäste einsammeln. Mit uns auf der Isla Canela waren nur eine vierköpfige Familie und „drei Damen vom Grill“ eingestiegen. Vom Baby bis zum Blinden füllt sich der Kutter nun in Windeseile. Leider sind die Durchsagen während der Fahrt nur vom Band und nur auf Spanisch, Englisch und Französisch. Deutsch wird immer schnell weggeklickt, wahrscheinlich um Zeit zu sparen. Ich vermute aber auch, dass wir die einzigen Deutschen an Bord sind. Schade, ich hätte gerne erfahren warum wir in einem Hafengebiet voller alter Fischerboote, kleine wie große, entlang fahren. Rein optisch hat es so gar nichts, etwas Kontext wäre also wünschenswert…

Alle Bilder von unserem Bootsausflug – zum Durchklicken:

Bootsfahrt auf dem Rio Carreras und der Estero del Tamujar Chico

Es geht weiter in ein eher „natürlich“eres Gebiet, wo wir in den Sumpfgebieten verschiedene Vögel sehen aber auf Sandbänken auch Menschen, die was sammeln? Muscheln? Algen? Wir wissen es nicht…

Die zweite Hälfte der Fahrt ist dann schon interessanter, denn plötzlich wird Wein ausgeschenkt, für die Tier-Esser gibt es Garnelen, und wir fahren einmal an unserem Hotel vorbei bis fast raus auf´s Meer. Unzählige Angler sitzen am Ufer, noch mehr Segelboote kommen uns entgegen, flotte Klänge ertönen auf unserem Kahn. Also doch noch eine schöne Tour!

Den Tag vertrödeln…

An Land zieht es uns in einen kleinen Minimarkt, um uns mit weiteren Getränken fürs Zimmer zu versorgen, und in eine Apotheke um eine andere Sorte Ohrstöpsel für die nächste Nacht zu kaufen…

Balkonpause! Leider waren die Putzfrauen noch nicht da, sodass wir die ganze Zeit das Gefühl haben, nicht lange auf dem Balkon bleiben zu können. Also machen wir uns langsam poolfein und verbringen die kommenden Stunden auf den unbequemen Poolliegen im viel zu starken Wind. Der lässt sich kaum bzw. nur in der Sonne aushalten, sodass ich inständig hoffen muss, keinen Sonnenbrand davon zu tragen…

Frontansicht des Hotels

Was mich heute sehr verwirrt ist mein Handy, das zwar meinen Standort in Spanien erkennt, jedoch wieder auf portugiesische Uhrzeit umgestellt hat. Ohne erkennbaren Grund. Das ist etwas nervig…

Vor und nach dem Abendessen heute, da gucken wir noch ein paar Folgen Chicago Fire, die Serie haben wir erst kurz vor diesem Urlaub begonnen, im Hinblick auf unsere gerade erst gebuchte Chicago-Reise in diesem Sommer

Montag, 27. Mai 2024

Heute haben wir nicht wirklich einen Plan, was sich schon daran zeigt, dass wir nach dem Frühstück erstmal ein paar Folgen Chicago Fire gucken bis die Reinigungsfachkräfte in unser Zimmer wollen…

Fauler Urlaubstag

Was ist aus der Idee, Fahrräder zu mieten, geworden? Ach, eigentlich ist mir das viel zu windig hier, vielleicht fahren wir lieber mit dem Bus nach Ayamonte. Aber wenn, dann morgen.

Jetzt flüchten wir erstmal in den Fitnessraum (Phil) und an den Innenpool (ich). Leider kann ich dort auch nur liegen und lesen, denn ich teste das Wasser bis zum Po an, aber es ist sooo kalt!

Gegen Mittag suchen wir die nächstgelegene Strandbar auf und machen dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen: Philipp hat ein super Thunfischsteak und ein köstliches frisch Gezapftes. Ich habe eine überteuerte, schlechte Sangria und wabbelige, lauwarme Pommes.

Beach Bar

Mich zieht es anschließend ans Meer, den Mann an den Pool. Da gerade „Ebbe“ herrscht, habe ich einen noch weiteren Weg bis ich das Wasser tatsächlich erreiche, aber es ist wunderschön, denn die kleinen Priele sind von der Sonne wunderbar aufgewärmt und im Meer schwimmen unfassbar viele kleine Fische!

Letztendlich lande ich erst in unserem Stammcafé am „Häfchen“ auf einen Café Americano und sehr viel später an der Poolbar, wo ich den Kombucha von der Bar-Karte bestelle, doch ich bekomme nur ein halbes Gingerbeer vermischt mit etwas Zitronenwasser und viel Crushed Ice. Ich habe aber keine Lust auf eine multilinguale Diskussion und schmecken tut es ja auch einigermaßen.

Irgendwann kommt Philipp dazu und bringt mir ein Eis und zwei Dosen Sprite-Vodka aus dem Supermarkt mit. Wir sitzen daher gemütlich im „Gewächshaus“ und lassen den Wind draußen Wind sein. Er macht mich nämlich langsam mürbe…

Bar- und Aufenthaltsbereich im Hotel

Der Abend geht mit Chicago Fire, Abendessen, noch mehr Chicago Fire und ein bisschen Podcast hören ins Land. Das war ein sehr fauler Tag, ein Urlaubstag. Wir lernen das langsam.

Dienstag, 28. Mai 2024

Von halb vier bis um sieben habe ich schätzungsweise nie länger als 10 min am Stück geschlafen. Schlafentzug ist Folter, besonders immer dann wach geschnarcht zu werden wenn man gerade dabei ist, wieder einzunicken. Den Tränen nahe und unglaublich wütend mache ich mich also wieder auf den Weg an die frische Luft und schaue mir den zweiten (unfreiwilligen) Sonnenaufgang in diesem Urlaub an. Ich frage mich warum es in manchen Nächten gar kein Problem ist und in anderen so höllengleich wie heute!

Ausgiebige Versuche, besser gelaunt zu werden

Natürlich ist der Sonnenaufgang wunderschön anzusehen, heute bin ich hier auch alleine bis auf einen weit entfernten Angler, der sich eine schöne Kulisse für sein Hobby ausgesucht hat. Zwei Fischerboote fahren vorbei, raus auf´s Meer. Ich gebe zu, das hat schon was.

Es hat aber auch was, sich auf eine Liege am Innenpool zu legen und dort trotz aller Helligkeit und den Geräuschen von den Putzfrauen und dem Fitnessraum nebenan, eine geschlagene Stunde ohne Unterbrechungen zu schlafen! Herrlich! Und natürlich trotzdem zu wenig.

Sonnenaufgang

9.30 Uhr. Wir gehen frühstücken und anschließend noch an die Poolbar, denn der Kaffee im Frühstücksraum ist ungenießbar und ich bin es heute auch, deshalb brauche ich einen richtigen!

Den bekomme ich dort. Doch trotzdem kracht es kurz darauf zwischen uns und wir sind uns einig, die kommenden Stunden getrennt zu verbringen. Philipp zieht es an den Pool und mich nach Punta del Moral, das ist ein ganz kleiner Ort gegenüber von „unserem“ Hafen, man geht vom Hotel aus ungefähr 20 Minuten.

12 Uhr. Punta del Moral ist ziemlich untouristisch und auch nicht dementsprechend „zurecht gemacht“. Trotzdem hat er irgendwie Charme und ich finde hier zwischen Wohnhäusern und einem Kindergarten diverse kleine Restaurants, die wohl später am Tag öffnen werden. Das einzige schon jetzt frequentierte hat ein kleines bisschen Hafenblick und ich lasse mich hier nieder. Ein paar alte Spanier sitzen schon bei Bier und Wein, ich bestelle Kaffee und Wasser und verbringe die kommende Stunde mit meinem Buch. Insgesamt hebt das alles nicht unbedingt die Stimmung, lenkt aber etwas ab.

Spaziergang nach Punta El Moral

Zurück auf dem Zimmer treffe ich Phil, der sich gerade umzieht und auf´s Laufband gehen will. Prima, dann habe ich hier freie Bahn und kann schon mal anfangen, meinen Koffer zu packen, auch das nicht unbedingt eine Tätigkeit, die mich jetzt glücklicher macht aber ich habe es lieber heute hinter mir, als dass ich morgen extra früh aufstehen muss um zwischen Frühstück und Check out damit anzufangen…

Sky above, Sand below, Peace within

15.45  Uhr. Wir treffen uns am Pool und suchen beide gleichermaßen eher den Schatten. Es dauert beinahe ewig bis wir uns aufraffen können an den Strand zu gehen.

Kaum am Wasser angekommen, stellen wir fest, dass dieses heute sehr viel wärmer und klarer ist als bisher. Philipp springt spontan in die Wellen und ich gucke etwas doof aus der Wäsche, denn damit habe ich nicht gerechnet und daher keinen Badeanzug unter…

Theoretisch könnte ich hier auch in Unterwäsche ins Meer hüpfen, interessiert hier auch keinen, es sind kaum Menschen am Strand und allesamt total weit weg. Aber ich nehme lieber den rund 10-15 minütigen Weg zurück zum Hotel auf mich, ziehe mich um und bringe uns Handtücher mit. Den Sprung in die Fluten möchte ich mir nicht entgehen lassen!

Beach, Baby!

Als ich zurückkomme, musste Phil schon ein geraumes Stück zurück rücken mit seinen Klamotten, offenbar setzt die Flut ein und damit ist es auch vorbei mit der klaren Sicht im Wasser, da die Wellen den Sand aufwirbeln. Es kostet mich nun einiges an Überwindung, und das deutlich weniger wegen der Temperatur, die ist angenehm, als vielmehr wegen der Sicht. Am Strand liegt schon die zweite Qualle diese Woche (oder ist es dieselbe?) und ich würde gerne sehen können wie die Fische vor mir abhauen…

Trotzdem gehe ich insgesamt drei Mal für eine ganze Weile ins Meer und freue mich unbändig. Die Wellen kommen immer häufiger aber nicht zu stark. Man kann schön planschen, sieht aber reichlich doof aus dabei weil es nicht sehr tief ist, teilweise hockt man irgendwie so da. Einmal erschrecke ich mich mordsmäßig weil ein ein bis zwei Hand großer Fisch vor mir aus dem Wasser springt und wieder zurück platscht. Damit hatte ich nicht gerechnet!

Ach was macht das Spaß! Wir können uns beide nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal irgendwo richtig ins Meer gegangen bin! Und dann auch noch so ein herrlicher Wind, ohne dass er einen frösteln lässt, es ist einfach angenehm warm und man trocknet so schnell wie ich es bisher nur aus Asien kenne! Es könnte nicht schöner sein!

Beach, Baby!

Auf dem Rückweg machen wir am Pool in der angenehmen Abendsonne noch einen kleinen Cocktailstopp und dann geht es ins Bad und ein letztes Mal zum Dinner. Heute schmeckt es richtig gut, so hätte es gerne die ganze Woche sein dürfen…

Mittwoch, 29. Mai 2024

Heute Abend geht es wieder zurück nach Hause, wo es kühl und regnerisch ist. Das ist einerseits weniger schön und andererseits ist eine Woche hier auch eine gute Dauer gewesen, denn ohne Mietwagen ist man hier doch ziemlich abgeschnitten. Ich finde meinen Frieden damit, dass wir heute abreisen, auch wenn ein, zwei, drei Tage noch ganz okay gewesen wären…

Die letzten (Urlaubs-) Stunden

Bis 12 Uhr müssen wir ausgecheckt haben, heute scheint großer Wechseltag zu sein, da wird pauschal keinem einzigen Zimmer ein Late Check out genehmigt, hatte man uns gestern an der Rezeption auf Nachfrage mitgeteilt. Na denn.

Für uns verläuft der Vormittag bis dahin dennoch recht entspannt, denn das meiste ist schon gepackt und verstaut! Nach dem Frühstück gehen wir noch mal ein paar Meter vor die Tür, gucken eine Folge Chicago Fire und gegen 11.30 Uhr checken wir letztlich aus.

Blumenpracht am Wegesrand

Nachdem wir die Koffer abgegeben haben, setzen wir uns mit Kaffeetassen an den Pool und jeder macht sein Ding, ich höre einen Podcast bzw. ein Interview mit Jane Goodall und sträube mich innerlich ein wenig gegen ihren britischen Akzent.

Unser letzter Weg führt uns noch mal an den kleinen Hafen ins Café Neptuno [!keine Werbung!], wo wir noch einen Snack einnehmen bevor wir uns „auf die gepackten Koffer“ in die Lobby setzen.

Als ich gerade so langsam alles zusammen packen will um kurz vor Drei, fährt bereits unser Bus Nr. 41 vor, der für 15.15 Uhr angekündigt war! Wir müssen in Sekundenschnelle unsere Siebensachen raffen, den Müll (Flasche und Hausschuhe) stehen lassen und losrennen! So hatte ich mir den Abgang hier nicht vorgestellt…

Wenigstens fahren wir statt einer Stunde 45 min (wie auf dem Hinweg) nun nur eine Stunde 10 min, was einfach herrlich ist, auch wenn es nur so eine kleine Differenz ist. Und noch dazu sitzen wir einem so noblen Bus, wie er mir noch nicht untergekommen ist. Funkelnagelneu und die bus-untypischsten, bequemsten Sitze, die es in der Welt der Busse geben kann!

Bustransfer zurück nach Faro

Am Flughafen Faro befinden wir uns nun wieder in Portugal. Kurz nach unserem Eintreffen öffnet der Check in und wir stehen sehr weit vorne. Glück gehabt!

Auch an den Sicherheitskontrollen geht es zügig und so haben wir noch Zeit, in einem kleinen aber wirklich feinen Airport Café einzukehren, denn wenn ich schon noch mal in Portugal kurz bin, dann darf es ruhig noch ein Pastel de Nata sein und dazu gerne ein Hafer Matcha Latte und ein Obstsalat. Philipp schnappt sich ein Thunfisch-Baguette.

Kaum haben wir die furchtbaren WCs überstanden und uns dort jeweils frische T-Shirts angezogen, geht es auch schon in den Flughafenbus und zum Flieger! Es ist die Riu-Sonderlackierung, ich freue mich, die habe ich schon oft auf den Flughäfen stehen sehen, bin aber nie damit geflogen.

Auf unseren Plätzen am Notausgang sind wir zu zweit in einer Dreierreihe und haben somit so viel Platz wie man nur haben kann! Philipp guckt aus dem Fenster und auf seinen Bildschirm, ich lese fast den gesamten Flug und auf einmal sind wir wieder am HAJ… 

HAJ