Insel-Osten

ein Gartentraum zwischen Serpentinen

Donnerstag, 02. Oktober 2025

Ribeira dos Caldeiroes – Eine kleine Oase, die auch Fußkranken einigermaßen möglich ist

12 Uhr. Wir haben Glück und ergattern eine Parklücke. Ganz nah am ersten Wasserfall dieser Region. Der kleine Naturpark ist bekannt für seine mehr oder weniger Barrierefreiheit – zumindest, wenn man ein kleines bisschen gehen kann, hat man hier durchaus Möglichkeiten. Dem ersten Wasserfall kann ich schon mal ziemlich nahe kommen. Auch wenn ich nicht bis ganz ran gehen möchte, was theoretisch möglich wäre, aber dorthin wird der Weg dann viel unebener und natürlich nasser. Trotzdem wunderschön.

Dem ersten Wasserfall kann ich schon mal ziemlich nahe kommen.

Wir gehen Richtung Eingang, wobei es keinen Eingang im Sinne einer Ticketschranke gibt – denn das kleine Paradies hier ist kostenfrei. Man kann sagen, es ist ein Gartentraum zwischen Serpentinen, völlig unerwartet, plötzlich da und einfach nur schön!

Eingang

Der kurze Anfang ist schwierig weil sehr steil bergab – aber machbar. Wir gehen dann einen ganz, ganz kleinen Rundweg, den ich nicht mal als einen solchen bezeichnet hätte, wäre ich normal  zu Fuß unterwegs… Es wird uneben über große aneinander gelegte Steine, aber ich kann mich die ganze Zeit an einem Geländer oder an Philipp festhalten… Der Naturpark hat eine üppige Vegetation und neben Wasserfällen wohl auch Wassermühlen, aber letztere werde ich mir heute nicht mehr erlaufen können. Dafür muss man schon normal gehen können. Egal. Und auch, dass es hier am Schönsten zur Zeit der Hortensienblüte sei – egal! Wir finden es trotzdem traumhaft!

ein Gartentraum zwischen Serpentinen

Eine kurze Sitzpause später stellen wir fest, dass es noch einen etwas weiteren Weg gibt, der nur sehr sanft bergab geht und wechselnde Blicke bietet. Mein Highlight ist es, direkt über einem Wasserfall zu stehen – dort schieße ich mein Lieblingsfoto der Reise, das später der Sperrbildschirm auf meinem Smartphone wird! An dieser Stelle drehe ich dann um, weil absehbar ist, dass der weitere Rundweg zu weit für mich würde, das kann Philipp alleine machen. Da der Weg ab hier zudem noch steil runtergeht und dann relativ parallel zu meinem verläuft, kann ich ihn von oben quasi im Blick behalten.

ein Gartentraum zwischen Serpentinen

Angeblich kann man hier noch weitere Wege erkunden, eine 3km lange „Wanderung“ zu weiteren Wasserfällen unternehmen. Aber Beschilderungen dafür kann ich nicht ausmachen. Seltsam.

Im hiesigen Café ist es (natürlich) sehr touristisch und nicht besonders gemütlich aber um etwas zu trinken, sich einen Cheese Toast zu teilen und die Haxen hoch zu legen, taugt es allemal.

Ribeira dos Caldeirões in Bildern – zum Durchblättern:

ein Gartentraum zwischen Serpentinen

Meerblick vom Miradouro da Ponta do Sossego

13.30 Uhr. Seit Ribeira dos Caldeiroes hatte ich 20 Minuten Zeit, die Füße zu pausieren. Ich weiß, sie nehmen hier sehr viel Raum ein, aber sie bestimmen nun mal auch so ziemlich den Verlauf des gesamten Urlaubs!

Der Aussichtspunkt ist genau genommen eine Sammlung von Aussichtspunkten, und auch nicht direkt an den Parkplätzen. Ein paar Meter muss man schon machen und ich merke, dass ich momentan Entfernungen als solche empfinde, die ich sonst nicht einmal wahrnehme, nicht als erwähnenswerte Wegstrecke empfinde. Unter normalen Umständen würde ich sagen: Wundervoller Aussichtspunkt direkt am Parkplatz. Aber momentan: Weit davon entfernt!

Miradouro da Ponta do Sossego

Ich setze mich irgendwo in den Schatten und Philipp erkundet den kleinen Rundweg zum WC und den vielen versteckten Aussichten, teilweise nur über Treppen erreichbar. Ich muss mich begnügen mit der Version, die eben machbar ist. Trotzdem gefällt es mir hier wirklich sehr gut! Ich bin halt im Heilungsmodus, nicht im Aktivurlaub…

Miradouro da Ponta do Sossego

Mehr Meerblick am Miradouro da Ponta da Madrugada

14 Uhr. Wir befinden uns nur 5 Fahrminuten entfernt vom letzten Miradouro, und müssen auch hier ein paar Meter gehen für schönen Meerblick. Die Sonne knallt auch heute wieder ordentlich – so langsam stellt sich Erschöpfung ein. Bei inzwischen 93% Luftfeuchtigkeit ölen wir ordentlich und das ständige Aufpassen wohin man tritt und wie man jeden einzelnen Schritt setzt, ist anstrengend für mich.

Miradouro da Ponta da Madrugada

Der Madruga Miradouro ist meines Erachtens zwar schön, aber kein Muss. Und zu diesem Schluss komme ich auf der gesamten Ostküsten-Tour. Mir gefiel zwar beim Durchfahren das Örtchen Nordeste – aber zum Wohnen wäre es viel zu abgelegen. Und der Sossego Aussichtspunkt war auch wirklich, wirklich sehenswert. Alles weitere jedoch ist zwar schön aber nicht spektakulär, so eben auch der Madrugada Aussichtspunkt. Sorry, wir sind leider von Madeira etwas sehr verwöhnt! Das meiste weitere sehen wir aber auch nur im Vorbeifahren, denn wir halten erst wieder am…

Miradouro Por do Sol

Miradouro Por do Sol

…und der befindet sich dann schon nicht mehr an der Ostküste – wohl aber im Osten der Insel. Leider aber muss ich sagen, gefällt mir dieser nicht wirklich. Als wir gegen 14.45 Uhr hier ankommen, liegen ein paar Katzen im Weg und man muss beim Parken aufpassen. Später wird sich herausstellen, dass auch Richtung Miradouro, der wieder ein gutes Stück Weg und sehr viele Treppen entfernt ist vom Auto, viele, viele Katzen liegen. Wenigstens auch Babykatzen, die sind ja wirklich ganz niedlich.

Miradouro Por do Sol

Aber die Aussicht ist nicht überzeugend, es ist wohl eher ein Treffpunkt der Einheimischen, die nicht unbedingt einen Mega-Ausblick brauchen sondern sich hier zum Grillen verabreden, das ist auf den portugiesischen Inseln weit verbreitet, es gibt überall fest installierte Grillplätze aus Stein und sogar mit Waschbecken. Für diese Zwecke ist der Ort in der Tat sehr nett.

Miradouro do Pico dos Bodes

Miradouro do Pico dos Bodes

Fünf Fahrminuten entfernt unser letzter Miradouro für heute. Und auch dieser eher enttäuschend. Dieses Mal liegt es aber wohl an der schlechten Sicht, bedingt durch Wolken oder Nebel, das vermag ich nicht so genau zu beurteilen.

Der Stand der Dinge: Wir sind ganz schön kaputt und der Wow-Faktor bleibt aus seit Sossego. Philipp hat riesig großen Hunger und ich weiß, dass ich heute schon wieder mehr gelaufen bin, als der Arzt wohl gedacht hätte, als er wahrscheinlich vermutete, ich würde ne Woche irgendwo am Pool liegen, nach meiner Frage ob ich denn wohl fliegen dürfte…

Miradouro do Pico dos Bodes

Alameda dos Platanos – Eine versteckte Allee

Ein Ort, der auf meiner Liste rot und fett geschrieben steht, soll aber noch abgehakt werden heute! Die „schönste Straße Portugals“ ist ganz in der Nähe und ich freue mich drauf! Um außerdem die Laune zu heben, macht Philipp einen Boyband-Mix an, damit ertrage ich seinen sportlichen Fahrstil in den vielen, vielen Kurven deutlich besser, wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat.

Auf dem Weg zur Platanen-Allee verpassen wir jedoch eine Abbiegung und geraten auf einen Schleichweg, der wirklich sehr schmal ist und irgendwann auch wieder so steil bergauf geht, dass man nur beten kann, dass kein Gegenverkehr kommt. Schwupps, sofort wieder Madeira-Gefühle! Auch als wir plötzlich so steil bergab fahren müssen, dass ich mir vorkomme wie oben am Kipppunkt der Achterbahn!

Immerhin gelangen wir nun langsam in Richtung der Allee und fahren einfach andersherum hindurch. Die Sonne scheint, links und rechts grasen Kühe, wir haben nur ein einziges entgegenkommendes Auto, und Philipp fährt auch fast langsam genug, damit man Fotos schießen UND einfach nur mal gucken kann… Ich finde, dieser Abstecher lohnt sehr, wenn man in der Nähe ist.

Alameda dos Plátanos