Zurück zu unserem allerersten Tag in Waikiki
Donnerstag, 10.03.16 – Wanderung auf den Diamond´s Head Crater
05:45Uhr: Schon wieder so früh wach!
Heute bin ich mal diejenige, die zuerst wach ist. Ich bin gespannt ob noch etwas vom Reiseveranstalter gekommen ist, das uns hilft mit unserem mickrigen Zimmer hier. Aber meine Erwartungen, dass dem nicht so ist, werden leider erfüllt! Wir beschließen daher, das Zimmer gegen einen Aufpreis, den ich anschließend beim Veranstalter einreichen werde, zu wechseln. An der Rezeption hatte man uns gestern gesagt, dies sei heute ohne Probleme möglich, wir könnten das bessere Zimmer sogar zuvor besichtigen und dann entscheiden! Es stellt sich heraus: Heute will man davon leider gar nichts mehr wissen aber man bittet uns, nach einer Stunde wieder zu kommen, bis dahin hätte man geprüft ob ein Zimmer für uns verfügbar wäre in der besseren Kategorie. Das fände ich durchaus angemessen, schließlich bleiben wir ja nicht nur zwei, drei Tage! Wir überbrücken die Zeit bei Starbucks [!keine Werbung!]. Ich brauche jetzt definitiv Frühstück bzw. Koffein, Phil hingegen hat meine Laune vom Vorabend übernommen und würde sowohl den Reiseveranstalter als auch die Dame an der Rezeption am Liebsten in der Luft zerreißen…
Nach deutlich weniger als einer Stunde fragen wir noch einmal nach, schließlich sind wir nicht zum Zeittotschlagen auf Hawaii. Man teilt uns mit, dass aufgrund des Spring Breaks definitiv nichts machbar wäre! Wir könnten es morgen nochmal versuchen aber ich denke mir, das können wir uns sparen. Morgen ist immer noch Spring Break und besonders freitags wird sicher gut was los sein wegen der Leute, die über´s Wochenende kommen. Zudem ist dieses Wochenende auch noch Honolulu Festival! Wir haben einfach Pech gehabt!
Meine Einstellung wandelt sich inzwischen allerdings hin zu: Mensch wir sind auf HAWAII!!! Wir müssen uns jetzt unsere letzte Woche nicht versauen lassen! Das fällt mir zwar schwer, aber nicht so schwer wie Phil… Ich räume motiviert das Zimmerchen ein wenig auf und um, sodass es wohnlicher wird und Phil´s Koffer jetzt auf dem Schreibtisch liegen kann und nicht immer verschlossen und aufrecht hingestellt werden muss. Ich bin damit recht zufrieden, sodass wir aufbrechen können.
08:45Uhr: Raus aus der Butze!
An der Rezeption hasst man uns bestimmt schon, so oft, wie wir schon da waren, aber daran sind sie letztlich selbst schuld. Und dieses Mal möchte ich ja bloß eine Information über die Busse in Waikiki und Honolulu und man gibt uns eine entsprechende Broschüre. Eine einfache Fahrt, egal wie weit, kostet pro Person 2,50 Dollar, man muss es aber passend haben jedes Mal. Es gibt auch 4-Day-Tickets, aber die Dame weiß nicht zu welchem Preis. Um die Ecke im ABC Store [!keine Werbung!], von denen es hier alle paar Meter einen gibt und wo es vor allem Snacks, Souvenirs und Strandzubehör gibt, können wir das aber erfragen und die Tickets auch kaufen. Wenn ich davon ausgehe, dass wir am Tag durchschnittlich zwei Fahrten unternehmen in den nächsten vier Tagen, dann sind das etwa 20 Dollar pro Person. Das Ticket soll aber 35 Dollar kosten. Das ist mir zu viel. Wir werden Einzeltickets kaufen.
Wir warten auf den Bus 23, der uns zum Diamond´s Head bringen soll weil wir heute ein wenig „wandern“ wollen. Da es uns aber zu lange dauert, bis dieser kommt, machen wir uns zu Fuß auf den knapp 3,5km langen Weg auf der Monsarrat Avenue und der Diamond Head Road bis zum Diamond Head Tunnel. Auf der anderen Seite des Tunnels ist es dann nicht mehr allzu weit zur eigentlichen Entrance Station. Hier zahlt man dann pro Fußgänger 1 Dollar, Autos müssen derzeit eine Parkgebühr von fünf Dollar entrichten. Wir versorgen uns mit Getränken und dem typisch hawaiischen Shave Ice, um es probiert zu haben (muss man nicht aber dient immerhin der Flüssigkeitszufuhr) und setzen uns kurz auf eine Bank um nochmal durchzuatmen. Der Wanderweg ist ab hier mit 1,5-2 Stunden Dauer für Hin- und Rückweg angegeben – über unebenes Gelände!
10.15Uhr: Diamond Head Trail
Wir laufen los und brauchen ganz genau eine Stunde für den Auf- und Abstieg. Nach 30 Minuten sind wir oben angekommen, wobei es stetig bergauf geht. Gen Ende sind erst 70, dann nochmal 100 und dann noch einmal 40 Treppenstufen zu bewältigen, zwischendurch auch zwei dunkle Tunnel. Die 100 und die 40 Treppenstufen kann man sich aber sparen indem man schon vor den 100 Stufen einfach links abbiegt und dem vom Gipfel zurückkehrenden Strom entgegengeht. So herum wäre man deutlich energiesparender und schneller am Ziel! Zum Glück ist die Strecke in unserem Fall nicht durchgängig sonnenbeschienen sondern phasenweise immer wieder schattig und vor allem fast durchgehend mit starkem Wind gesegnet.
Die Aussicht von dort oben ist unsagbar schön, man blickt auf das in unzähligen Blautönen schimmernde Meer, einen Leuchtturm und natürlich den Krater – auf Hawaiianisch Leahi. Ich kann ihn nur jedem ans Herz legen, der nach Oahu kommt. Die Erreichbarkeit ist denkbar einfach und der Trail lohnenswerter als manch anderer! Auch wenn er vermutlich immer überlaufen ist, Einsamkeit findet man hier natürlich nicht, aber es ist wirklich, wirklich schön!
Der Abstieg ist dann deutlich leichter und schneller aber man muss wirklich sehr gut aufpassen mit dem unebenen Weg, festes Schuhwerk, und im übrigen auch Sonnenschutz, sind hier eine ernst zu nehmende Floskel! Unten angekommen, verspüren wir irgendwie beide nicht den Drang, auf einen Bus zurück nach Waikiki zu warten sondern laufen einfach die gesamte Strecke zum Hotel wieder zu Fuß zurück. Wobei ich von der Strecke sehr enttäuscht bin. Ich hatte vielfach gelesen, dass die Monsarrat Avenue sehr idyllisch und mit vielen kleinen Cafés und Boutiquen gesäumt sei, aber in Wirklichkeit ist sie recht stark befahren und außer zwei Grills, zwei Smoothie Läden, einem Coffee-Irgendwas, einem Food Truck, einem Pizza Restaurant und einem Beach Wear Shop kann ich absolut nichts ausfindig machen. Auf 2,5 Kilometern Länge wohlgemerkt…
12.15Uhr: Verschnaufspause im Hotel.
Über eine Stunde verweilen wir in unseren vier Wänden und machen uns dann auf den Weg in die Cheesecake Factory [!keine Werbung!]. Phil wagt sich an ein sündhaft teures aber sündhaft leckeres Steak und ich esse Garlic Noodles mit Spargel, Pilzen und Tomaten und will niemals wieder etwas anderes essen!…. Dazu ein Kona Bier und der Tag ist PERFEKT! Und nicht nur unser Tag erscheint uns gelungen, auch die Dame am Nachbartisch gönnt sich heute was. Sie hat diverse Gerichte bestellt, sodass kaum alles Platz findet auf dem Tisch. Sie ist alleine und kann das alles überhaupt nicht essen! Offenbar ist das aber auch nicht ihr Plan… Sie probiert alles durch, schnappt sich dann den neben ihr stehenden Pappkarton, der offenbar all ihre Habseligkeiten beinhaltet, und verlässt dann, ohne zu zahlen, das Restaurant. Jetzt ergibt auch das Gespräch zuvor mit der Kellnerin Sinn. Wir hatten zwar nicht zugehört aber mitbekommen, dass irgendwas im Argen ist. Man lässt die „Kundin“ ziehen, schließlich hat sie überhaupt keine Mittel… Hätte nicht auch ein Gericht gereicht, das sie dann vollständig aufisst? Aber man kann sich natürlich auch nicht in eine solche Person und Situation hineinversetzen!
15:15Uhr: Hard Rock!
Es ist nicht weit zu Fuß zum Hard Rock Café [!keine Werbung!], also können wir hier gleich noch ein bisschen Geld ausgeben – oder auch ein bisschen mehr… Und da wir gerade so schön dabei sind, suchen wir gleich noch den nächsten Ross [!keine Werbung!] auf und shoppen dort ordentlich weiter!
17:30Uhr: Was kost die Welt?
Auf dem Weg zum Hotel darf es noch ein Frozen Yoghurt mit Obst und Schoki sein, ich sag nur: 9 Dollar pro Person…
21:30Uhr: Schlafenszeit.
Ausgerechnet heute, an unserem einzigen „Wandertag“, habe ich natürlich nicht auf den Schrittzähler geguckt…
Der Diamond Head und Waikiki in Bildern – zum Durchklicken:
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