Freitag, 14. Juni 2024
Ich weiß nicht wie lange im Voraus wir dieses Leipzig-Wochenende gebucht hatten. Aber sehr lange! Sobald es die Konzertkarten für heute Abend gab… Glücklicherweise hatten wir noch am selben Tag wie die Tickets auch das Hotel gebucht, denn schon einen Tag später gab es keine preislich ähnlichen Alternativen mehr, was ziemlich schockierend war, da wir auch schon kein echtes Schnäppchen gemacht hatten… Doch es würde sich zweifelsfrei trotzdem lohnen!:
Eine Bahnfahrt, die ist lustig…
Kurz nach 9 Uhr morgens betreten wir Wagen 4 des ICs von Braunschweig nach Leipzig und kommen sofort in den Genuss biergeschwängerter Luft… Auf unseren reservierten und drum herum befindlichen Plätzen hat sich eine JGA-Truppe ausgebreitet, die Bierkiste steht auf unserem Tisch. Das kann ja heiter werden!
Die kommenden zwei Stunden sitzen wir zwischen den Jungs und lauschen den bunt ausgeschmückten Geschichten u.a. vergangener Besäufnisse, während das aktuelle nicht so recht in Fahrt kommen will, besonders der zukünftige Bräutigam trinkt nur verhalten, denn er weiß nicht was heute überhaupt so auf ihn zukommt, das Tagesziel wird ihm nicht verkündet, lässt sich aber ein klein wenig eingrenzen, als schon mal feststeht, dass sie nicht am Flughafen Leipzig-Halle aussteigen…
Sprüche werden annähernd im Minutentakt gekloppt, teilweise kann ich innerlich nur die Augen verdrehen, oftmals muss ich mir das Lachen verkneifen, oder auch nicht. Man kann jedenfalls nicht behaupten, wir würden nicht gut unterhalten. Obendrein sind sie alle höflich, nehmen Kontakt auf und bieten großzügig an, ihre flüssigen Vorräte mit dem Abteil zu teilen.
Trotzdem bin ich nicht traurig, als es heißt: „Nächster Halt: Leipzich!“ Wenn´s genug ist, ist´s genug. Genug gehört über Versicherungen, genug gehört über Besuche beim Urologen, genug gehört über alles was sonst noch so Thema war… Jetzt könnte ich beinahe selbst einen Schluck vertragen! Naja, wenigstens einen Schluck Kaffee, denn nicht mal den hatte ich heute schon…
Unser Hotel befindet sich direkt am Hauptbahnhof, wir müssen nur auf der Westseite raus und einmal über die Kurt-Schumacher-Straße rüber. Dort können wir unsere Koffer abgeben, kurz durchatmen und dann geht es direkt in die Tram 15 zum Völkerschlachtdenkmal! Das haben wir heute Morgen spontan so beschlossen, dass dies unser erster Anlaufpunkt wird!
Das Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Fünf oder sechs Kilometer entfernt vom Hauptbahnhof steht dieses gigantische Monument, das an unser Wochenende am Kyffhäuser-Denkmal erinnert. Und zum Glück gibt es hier erstmal ein kleines Bistro mit Kaffee (!) und Sonnenschirmen gegen den stetigen Regen, der bedauerlicherweise zunimmt, was sich gut auf dem Wasserbecken, das sich zwischen uns und dem Denkmal befindet, beobachten lässt. Dieser „See der Tränen“ ist ein Symbol für die gefallenen Soldaten jener Schlacht, der das Denkmal gewidmet ist.
Im Oktober 1813 fand die bis dahin größte (und blutigste) Völkerschlacht der Menschheitsgeschichte vor den Toren Leipzigs statt. Napoleon und Alliierte gegen Russland, Preußen, Österreich und Schweden. Ungefähr 100.000 Menschen ließen ihr Leben. (Manchen Angaben zufolge ca. 90.000, anderswo steht 110.000 geschrieben.)
Daran soll das Denkmal erinnern. Es entstand ungefähr 100 Jahre nach der Schlacht, ist wohl das bekannteste Wahrzeichen Leipzigs und hat zwei Aussichtsplattformen: die erste in 58 Metern Höhe, sie ist per Lift erreichbar, die zweite in 91 Metern Höhe, die muss man sich über Stufen aber selbst erarbeiten.
Ein paar Fakten: 15 Jahre Bauzeit, 300.000 Tonnen Gewicht, 30 Millionen Euro Aufwand (genauer: 6 Millionen Goldmark), das gesamte Areal hat eine Fläche von acht Fußballfeldern, die Kriegsstatuen in der Krypta sind 10 Meter hoch.
Trotz des Regens haben wir einen tollen Blick auf das Denkmal und zudem Gelegenheit, den Stadtplan zu studieren. Außerdem regt sich ein leichtes Hüngerchen und ich schlage vor, dass wir nach dem Besuch des Denkmals zum Marktplatz in der Altstadt fahren. Dort schwebt mir ein ganz bestimmtes Lokal vor, das mir schon auf meiner Stippvisite in Leipzig 2018 gut gefallen hat…
Aber nun erstmal Kultur! Das Völkerschlachtdenkmal kann auch von innen besichtigt werden und unser Hauptanliegen ist die Aussicht, die man von weiter oben auf dem Denkmal erhaschen kann! Tickets kosten 10 Euro pro Person, ich finde es ein bisschen viel aber es ist gerade noch im Rahmen.
Wir fahren auf die untere Aussichtsplattform und schenken uns den Aufstieg auf die obere. Wir wollen unsere Kräfte sparen, wir haben heute schließlich noch was anderes vor… Die Aussicht ist in alle Richtungen interessant und zudem besser als befürchtet bei dem Grau in Grau. Man geht dort oben quasi draußen einmal um das Monument herum und wir haben auch das Glück, dass wir fast alleine sind.
Ich finde schon, dass ein Besuch des Denkmals zu einem Besuch der Stadt dazu gehört. Man benötigt mit Öffis und etwas Fußweg maximal (!) eine halbe Stunde aus der Stadt. Die S-Bahn-Haltestelle „Völkerschlachtdenkmal“ ist jedoch sehr viel weiter entfernt vom Denkmal als die Tram-Haltestelle! Auf dem Hinweg hatten wir die Tram genutzt und nur noch maximal 500m Fußweg vor uns. Auf dem Rückweg wählen wir die S-Bahn, das ist nun faktisch mindestens doppelt so weit zu gehen!
Das Völkerschlachtdenkmal in Bildern – zum Durchklicken:
Marktplatz Leipzig
Am Marktplatz kehren wir ins Augustiner [!keine Werbung!] ein. Wir sitzen draußen und die Sonne kommt raus! Noch dazu schmeckt es ganz hervorragend. Besser könnten wir es gerade nicht haben!
Nun geht es aber auch auf 15 Uhr zu, sodass uns unser nächster Weg zurück zum Hotel führt, um unser Zimmer zu beziehen. Hier am Markt sind wir nun ja wieder mitten im Stadtzentrum, das heißt wir können das zu Fuß bewältigen.
Päuschen
Mindestens zwei Stunden dauert die schöpferische Pause in unserem Miniatur-Zimmer. Stauraum und Ablagefläche sind kaum vorhanden, eine Badezimmertür, die sich schließen ließe, fehlt gänzlich, es gibt nur eine Schiebetür, deren Zweck sich mir wirklich nicht erschließt. Ich muss sofort an die Badezimmer-Schiebetür in Colorado Springs letztes Jahr denken. Ein Unding, ich weiß nicht was so was soll!
„One last Time“-Tour 2024 – Sir Rod Stewart
Mit der S-Bahn fahren wir nun zur zentrumsnahen Konzert-Arena, da haben wir heute eine Verabredung mit Rod Stewart! Oder er ist zumindest der Grund dieses Leipzig-Wochenendes und um 18 Uhr öffnet er, wenn auch nicht persönlich, die Pforten. Wir sind die allerersten, die durch die Ticket-Kontroll-Schleuse gehen und die nächsten beiden Stunden verbringen wir mit People Watching. Fragwürdige Mode, gewagte Outfits und diverse Rod Stewart „Doubles“ unterhalten uns in gewisser Weise „im Vorbeigehen“.
Über zwei Stunden dauert dann die eigentliche Show! Überwiegend Klassiker, die man sich natürlich auch erhofft, wenn die Tour schon „One last time“ heißt, was man einem fast 80-Jährigen natürlich nicht verübeln kann. Dafür ist er jedoch erstaunlich fit und wirkt annähernd jugendlich, nimmt die ganze Bühne ein, läuft viel hin und her, sieht gesund aus! Natürlich gibt es etliche Pausen, die von halbnackten Blondinen überbrückt werden, aber er scheint diese Pausen nicht ausschließlich zum Verschnaufen zu nutzen sondern kommt dann auch jedes Mal in einem neuen Outfit zurück. Unterm Strich einfach eines der schönsten Konzerte!
Das Konzert in Bildern – zum Durchklicken:
Ach und da war ja noch was!
Beim zeitgleich stattfindenden EM-Eröffnungsspiel in München steht es zum Konzertende bereits 3:0. Deutschland führt gegen Schottland, so hat Fußball-Fan Rod zumindest nichts verpasst… Wir irgendwie auch nicht, wir hatten ja mehr als adäquates Ersatzprogramm, aber die zweite Halbzeit oder zumindest die zweite Hälfte der zweiten Halbzeit wollen wir dann doch gerne noch sehen.
Als wir am Augustusplatz aus der S-Bahn steigen, fällt gerade das 4:0, doch Bäume verdecken 90% der riesigen Public Viewing Leinwand. Wir finden ein Plätzchen, von wo aus wir zumindest ein bis zwei Drittel der Leinwand sehen können und am Ende steht es fantastische 5:1.
Samstag, 15. Juni 2024
9 Uhr. Das Hotel-Frühstück ist so ähnlich wie das Zimmer: Zweckmäßig und für zwei Tage ganz ok. Mehr aber eben auch nicht. Aber das ist so gesehen ganz gut weil heute noch eine kulinarische Stadtführung auf uns wartet. Die letzten drei Touren dieses Anbieters, in Bamberg 2020, in Hamburg 2023 sowie auch in Celle 2023, waren alle sehr sättigend gewesen…
Die Stadt Leipzig in Bildern – zum Durchklicken:
Kulinarische Stadtteilführung
11.20 Uhr. Nach einem Kampf mit den S-Bahn-Ticketautomaten sitzen wir endlich in einem Café nahe des Treffpunkts der Tour. Um 12 soll es losgehen, bis dahin können wir im Café Dankbar [!keine Werbung!] noch etwas verweilen. Das Wetter ist ausbaufähig aber mittlerweile zumindest trocken, was den Vormittag über noch ganz anders ausgesehen hatte…
Die Stadtteilführung durch das Waldstraßenviertel machen wir nun mit dem Anbieter „Eat the world“ [!keine Werbung!], der mir bisher so gut gefallen hatte. Ich fand, es gibt nichts Vergleichbares und das müsste Papa einmal kennenlernen, ich schenkte ihm diese Tour also letztes Jahr zum Geburtstag (oder so). Umso enttäuschender was wir heute erleben: Der Guide erzählt zwar interessante Dinge, spricht aber viel zu leise und achtet nicht auf Nachzügler oder Toiletten-Besucher sondern marschiert immer forsch voran. Zudem halten wir uns mehr im südlich der Jahn-Allee gelegenen „Zentrum West“ auf als im nördlich der Jahn-Allee gelegenen „Waldstraßenviertel“ auf, nachdem die Tour benannt ist…
Das ist insofern aber nicht verwunderlich als dass wir, abgesehen von einem Brot-Geschäft, im Waldstraßenviertel keinerlei Gastronomie ausmachen können. Warum dann hier eine kulinarische Stadtführung angepriesen wird, erschließt sich mir nicht. Trotzdem sind die gewählten Stopps gar nicht so schlecht, nur man könnte einfach so viel mehr daraus machen…:
Treffpunkt ist der Waldplatz, unweit der Arena, wo wir gestern Abend im Konzert gewesen sind. Das kann man ziemlich leicht finden und hier erzählt unser Guide auch schon eine Menge, leider wird davon auch vieles von vorbeifahrenden Autos und Straßenbahnen geschluckt.
Es geht dann in ein noch recht neues asiatisches Fusion-Restaurant, für das uns vegetarisches Sushi und Gyoza angekündigt werden. Es gibt aber kein Sushi sondern nur Gyoza, diese jedoch nur für die beiden Vegetarier (mich und eine andere Frau) mit der angekündigten Gemüsefüllung. Immerhin.
Die Restaurantchefin hier spricht kein einziges Wort zu der Gruppe, wie ich es von anderen Touren kenne, und wo wir sonst immer viele Hintergrundinfos erfahren haben, zum Beispiel zur Geschichte des Ladens, der Produktauswahl, der Herkunft der Betreiber oder irgendetwas anderes in der Art. Noch kann ich ja nicht ahnen, dass sich das beinahe durch den Tag ziehen wird…
Nun geht es ein Stück die Waldstraße hoch, durch die Hinrichsenstraße und dort in einen grünen Hinterhof. Dann durch die Tchaikowskistraße zum Liviaplatz, wo wir am Elstermühlgraben stoppen. Auf der anderen Seite des kleinen Flusses jede Menge Wald. Doch erst ein paar Tage nach der Tour, nämlich beim Verfassen dieses Textes, werde ich feststellen, wie viel Wald das ist! Nämlich ein riesiges Grünareal, weit größer als das Leipziger Stadtzentrum. Das heißt, was vor Ort wie ein kleiner bewaldeter Hunde-Gassi-Park wirkt, ist in Wirklichkeit ein gigantisches Areal mit Flüssen, Teichen, Spielplätzen, Denkmälern und, ganz nebenbei bemerkt, dem Leipziger Zoo! Das kam absolut nicht rüber als wir davor standen und davon gesprochen wurde.
Die lange Funkenburgstraße hinunter gelangen wir wieder zur Jahn-Allee und dort sehr bald in eine Halal-Fleischerei, wo es den nächsten Snack für uns gibt. Ein bisschen Wrap-Teig mit einer entsprechenden Füllung, ein paar Exemplare auch in vegetarisch, und noch dazu gigantisch lecker, davon hätte ich gerne ein ganzes Hauptgericht!! Die Frau des Inhabers erzählt auf Nachfrage warum Halal und lächelt viel und intensiv. Aufgrund des Anblicks des vielen toten Tiers, ist es für mich nicht schlimm, dass wir bald wieder gehen.
In der Lessingstraße treffen wir nochmal auf den Elstermühlgraben und bewundern die dortige Baustelle und ein Taubenpärchen (…). Ab hier wird es dann unübersichtlich, ich kann der Straßenführung nicht mehr so folgen, als dass ich alles gut wiedergeben könnte aber der nächste kulinarische Stopp gefällt mir. Ein vietnamesisches Café serviert uns vietnamesischen Kaffee, nur eine kleine Espressotasse voll, aber lecker. Und endlich mal die Möglichkeit, einen kurzen Moment zu sitzen!
Nun kommen nur noch zwei gastronomische Einrichtungen, deutlich weniger als auf den bisherigen Touren. Und abgesehen vom letzten Stopp, wird auch nirgends etwas erzählt, das macht es für mich „unrund“.
In „Apels Garten“ [!keine Werbung!], scheinbar einer „Institution“ in Leipzig, gibt es draußen am Stehtisch eine kleines heißes Süppchen im neckischen Glas, das wie ein zusammengedrückter Plastikbecher aussieht aber richtiges Geschirr ist. Es handelt sich um eine Kartoffelsuppe, vermutlich mit Einlage. Vegetarier bekommen eine zu dezent gewürzte Tomatensuppe.
Last but not least sitzen wir am Ende der Tour draußen in einem Restaurant bzw. „Bar & Grill“, wo es ein kleines belegtes Brot, ebenfalls gänzlich ohne Hintergrundinformationen, gibt. Wir trinken zum Abschluss noch ein Bierchen und brechen dann auf!
Ich bin unterm Strich wirklich enttäuscht und gleichzeitig will ich die Tour auch nicht schlechter machen als sie war… Man kann es einfach schwer zusammenfassen… Am aussagekräftigsten finde ich aber die Tatsache, dass nicht mal ich es geschafft habe, auf dieser Tour irgendwelche Fotos zu machen!
Abendprogramm in Leipzig
Gegen 16 Uhr erreichen wir zu Fuß unser Hotel und um 18 Uhr haben wir eine Reservierung beim Spanier unweit des Marktplatzes. In der leisen Hoffnung auf eine Live-Übertragung des EM-Spiels der spanischen Nationalmannschaft, hatten wir dort bereits vor Monaten einen Tisch reserviert, doch die einzige „Übertragung“ findet auf einem Handy am Nachbartisch statt. Schlimm ist das nicht, denn das superleckere Essen im grünen, noch leicht sonnigen Hinterhof ist auch ohne Fußball einen Besuch des Restaurants wert!
Nichts destotrotz schauen wir uns die zweite Halbzeit in einem nahe gelegenen Irish Pub an. Es bleibt jedoch beim bisherigen 3:0 gegen die Kroaten, das heißt wir sehen kein Tor mehr, bis auf das kroatische, das nicht gezählt wird, aber es ist trotzdem ein schöner Abschluss des Tages.
Sonntag, 16. Juni 2024
Gegen viertel nach acht schreiten wir zum Frühstücksbuffet und ich persönlich genieße es sehr, dass es heute nicht so brechend voll im Frühstücksraum ist, wie gestern.
Leipziger Stadtgeschichte im Museum
Gegen halb zehn checken wir aus, deponieren unser Gepäck und nutzen unser 24h Ticket von gestern für eine Station S-Bahn-Fahrt zum Alten Marktplatz. Letztlich hätten wir wohl doch zu Fuß gehen können, dann müssten wir jetzt nicht warten bis das Museum öffnet. Museum? Huch? Jup! Wir gehen mal ins Museum. Das passiert mir persönlich nicht allzu oft aber „Stadtgeschichte Leipzigs“ und für lau, das kann man mal machen. Was will man sonst noch tun in Leipzig? So schön das Städtchen ist, es gibt nicht allzu viele Möglichkeiten (für mich und meine Interessen)!
Aber das hatte ich schon beim letzten Mal festgestellt. Damals waren unsere Eckpfeiler eine Stadtführung mit dem „Weihnachtsmann“, die Aussichtsplattform des Panorama Tower sowie das Kaffeemuseum. Danach war mir relativ klar, so viel mehr gibt die Stadt auch gar nicht her.
Für dieses Wochenende hatte ich das Konzert, die kulinarische Stadtführung und das Völkerschlachtdenkmal fest eingeplant. Mehr Ideen hatte ich tatsächlich nicht und so musste ich gestern Abend noch ein xtes mal über Goggel Maps brüten und ein Vormittagsprogramm auftun, da wir erst für den Nachmittag die Heimreise angesetzt hatten. Im Hinterkopf hatte ich nur noch eine Roof Top Bar aber ich fand dann zum Glück noch besagtes Museum, welches wir nun also besuchen. Die folgenden fast anderthalb Stunden sind wir also gut beschäftigt. Es ist aber nur die obere Etage geöffnet weil gerade das Bach-Fest stattfindet und auf der unteren Etage fleißig gefiedelt wird.
Das Museum ist im Alten Rathaus von Leipzig untergebracht, was an sich schon ein Hingucker ist: fast 100m lang, in einem kräftigen Gelbton gestrichen, mit einem sehr steilen Dach versehen und somit zu Recht eines der Leipziger Wahrzeichen!
Kaffee trinken „über dem Augustusplatz“
11.45 Uhr. Wir sitzen ganz prima in mehr stylischen als super bequemen Möbeln, „über den Dächern“ Leipzigs. Na gut, so weit will ich nicht gehen, es gibt schon noch Gebäude hier, die höher sind, aber wir haben trotzdem einen schönen Ausblick, in die eine Richtung bis zum weit entfernten Völkerschlachtdenkmal, und in die andere Richtung auf den Augustusplatz, wo so langsam nach und nach die UEFA Buden für das Tagesprogramm öffnen.
Es ist die Bar des Motel One Leipzig-Post [!keine Werbung!], wo wir es uns bequem gemacht haben. Draußen ist es wärmer als drinnen, wo viel zu krass klimatisiert wird. Aber da die Sonne scheint, soll uns das egal sein. Und die wenigen vereinzelten Tröpflein von oben, die werden von den Sonnenschirmen abgehalten.
Auf dem Augustusplatz befinden sich momentan eine Bühne, die riesige Fußballleinwand, ein Riesenrad, ein paar Getränke- und Fressbuden etc. Drum herum stehen u.a. das Gewandhaus, der Panoramatower, ein Teil der Leipziger Universität, die Oper, ein paar Hotels und eben auch jenes mit seiner Dachterrasse! Idyllisch ist was anderes, ständig fährt unter uns auf dem Grimmaischen Steinweg lautstark eine Tram vorbei, aber Kaffee, Tee und Snacks schmecken ganz wunderbar! Die Preise hier oben sind auch noch im Rahmen, mittlerweile finde ich es gar nicht mehr so schlimm, mal etwas mehr zu zahlen (wenn überhaupt), wenn ich dafür an einem tollen Ort bin, wie zum Beispiel „irgendwo oben“ mit Aussicht.
Bye, Bye Leipzig!
Pünktlich (man mag es kaum glauben!) verlässt unser IC um 14.46 Uhr den Leipziger Hauptbahnhof. Die Rückreise verbringen wir, im Gegensatz zum Hinweg, in himmlischer Ruhe in einem kaum besetzten Zug…
Dieses Wochenende hier in Leipzig war jedenfalls eine sehr runde Sache. Erstaunlich wie viele schöne Orte und Momente in so wenig Tage passen. ♥










