Mallorca 2011

Mallorca im Winter: 01.-06. November 2011 am Ballermann

Mallorca in Bildern – zum Durchklicken:

Malle 2011

Ein paar Worte zu Mallorca

Die beliebteste Insel der Deutschen hatte ich bisher noch nicht kennen lernen dürfen, lediglich den Flughafen und den Hafen, als vor zweieinhalb Jahren meine Mittelmeer-Kreuzfahrt in Palma startete und endete. Dabei erreicht man die Insel ab Deutschland in zwei bis drei Stunden per Flugzeug und sie empfängt einen mit mediterranem Charme und in der Regel angenehmen Temperaturen.

Ob Künstler oder Kegelbruder, Promi oder Touri, im Strandhotel oder auf einer einsamen Finca in den Bergen – auf „Malle“, so heißt es, findet jeder sein Glück. Von groß bis klein ist für jeden etwas dabei. Also allerhöchste Zeit, diese Insel, die jeder so liebt und die man tagtäglich verkauft, einmal selbst zu besuchen. Zugegeben – in 6 Tagen lässt sich nicht allzu viel beschicken auf der größten Insel der Balearen. Aber einen ersten Eindruck kann man sich (v)ermitteln und das haben mein damaliger Partner und ich geschafft.

Malle 2011

Aufgrund der Jahreszeit hatten wir keine allzu große Auswahl an Hotels bzw. Ortschaften. Wo man das ganze Jahr über etwas findet, das ist nun mal die Playa de Palma, besser bekannt als „der Ballermann“, wo wir uns im Hotel RIU Playa Park [!keine Werbung!] einmieteten. Es liegt direkt auf der Schinkenstraße, nur wenige Meter entfernt vom Bierkönig [!keine Werbung!]  und der Strandpromenade.

Der frühe Vogel…

Unser Flug war so früh morgens gegangen, dass wir quasi zum Frühstück im Hotel eincheckten. Doch unser Interesse galt viel mehr der Sonne und dem Strand. Beides ist für uns Deutsche schließlich ungewöhnlich für November – das mussten wir ausnutzen!

Kulturschock

Wir schlenderten also nicht schnurstracks zum Frühstücksbuffet sondern sofort die Schinkenstraße hinunter, und waren schockiert, dass sich die schlimmsten Befürchtungen direkt bewahrheiteten: Hier ist die Infrastruktur 100%ig auf deutsche (Party-) Urlauber eingestellt. Man denkt unwillkürlich sofort an „das 17. deutsche Bundesland“… In fast allen Restaurants wird Deutsch gesprochen und gekocht. Dabei darf natürlich der Spießbraten oder die Weißwurst nicht fehlen und auch das deutsche Bier direkt aus der Brauerei gibt es ganz selbstverständlich…

Malle 2011

An der „Playa“ gehört die spanische Kultur und Sprache also eher in den Bereich der Exotik – man kann höchstens erahnen wie es hier in der Hochsaison zugehen muss. Aber das brauche ich mir dann sicher nicht antun! Für einen Partyurlaub oder Junggesellenabschied kann man hier auf jeden Fall mal ein Wochenende verbringen aber mit Erholung hat das dann nicht viel zu tun!

Und es ist dabei ziemlich schade, dass dieser Ort über Jahre das Bild der Insel so negativ geprägt hat, denn es gibt ja auch noch eine andere Seite von Mallorca, wie man so hört…

Ein ausgedehnter Strandspaziergang

Der Strand der Playa de Palma, den wir nach wenigen Minuten erreichten war dann übrigens extrem sauber. Was mit Sicherheit an der Jahreszeit gelegen haben wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man es im Sommer schafft, den Strand so sauber und gepflegt aussehen zu lassen?!

Der Blick auf das Meer bei einem ausgedehnten Strandspaziergang war fantastisch, der Blick in die andere Richtung auf die hoch gebauten Hotels weniger pittoresk. Und unsere Kleidung, als es auf die Mittagszeit zuging, absolut unangebracht. Wir hatten sommerliche Temperaturen, der Komet brannte, und wir liefen tatsächlich die vier Kilometer durch den weichen Sand bis nach Can Pastilla in langen Hosen und mit langen Ärmeln…

Malle 2011

Wir versorgten erst einmal mit Wasserflaschen bevor wir uns auf den Rückweg machten – dieses Mal auf der befestigten Strandpromenade!

Weitere Erkundungen der näheren Umgebung

Dann ging es zurück ins Hotel um den Koffer nach sommerlicher Kleidung zu durchsuchen und ein erstes All Inclusive Essen einzunehmen… Danach machten wir uns wieder auf den Weg durch die deutscheste Stadt außerhalb Deutschlands und entdeckten den megaberühmten Mega Park [!keine Werbung!]. Die meisten Kneipen und Diskotheken kennt man hier vom Namen her… Wir entschieden uns jedoch für eine Partie Minigolf!

Meine (ex-) bessere Hälfte hüpfte anschließend auch noch eine Runde ins Meer. Ich war ebenfalls kurz davor, wollte mein Glück und somit meine Gesundheit aber nicht provozieren, schließlich kam ich völlig unterkühlt und bereits mit Halsschmerzen aus dem winterlichen Deutschland.

Malle 2011

Im Hotel verweilten wir noch etwas am Pool aber es wurde bald recht schattig. Für den ersten Urlaubstag im – November – am Mittelmeer können wir uns aber nicht beschweren, es war trocken und sogar sonnig gewesen und dann auch noch wesentlich wärmer als erwartet! Was will man mehr?

Die Inselhauptstadt

Am nächsten Tag wollten wir gerne die Inselhauptstadt Palma erkunden und erreichten diese bequem per Linienbus ab einer Haltestelle nur zwei Gehminuten entfernt von unserem Hotel.

Unsicher wo der Beste Ausgangspunkt wäre für Spaziergänge durch die Stadt, von der wir nicht einmal einen Reiseführer besaßen, entschieden wir uns spontan, an der über alles thronenden Kathedrale La Seu auszusteigen und uns einfach treiben zu lassen…Das funktionierte auch ganz gut, nur die Kathedrale selbst hat nur bestimmte Öffnungszeiten und war daher für uns gerade nicht zugänglich.

Malle 2011

Völlig problemlos gestaltet sich allerdings ein Streifzug durch die kompakte Altstadt mit ihren engen Gassen, wunderschönen Jugendstilfassaden und lauschigen Innenhöfen. Wir liefen einfach kreuz und quer, ohne einen Hauch von Plan und ließen uns treiben. Die Altstadt erinnerte mich immer wieder an mein geliebtes Sevilla. Gewisse Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Und auch das Wetter war heute wieder eine Wucht.

Ein MUST DO war für mich natürlich das Hard Rock Café [!keine Werbung!]. Wir fuhren dorthin wieder mit dem Bus, da es sich etwas außerhalb Richtung Hafen befindet. Doch leider stieg ich alleine aus. Mein Begleiter kam aus der überfüllten Blechbüchse erst eine Station später heraus… Ich wartete ab, wir trafen uns wieder und schauten uns im Shop etwas um.

Malle 2011

Ob man es allerdings glaubt oder nicht! Ich kaufte KEIN T-Shirt!! So etwas Dreistes hatte ich mein liebes langes „Hard Rock Café-Leben“ noch nicht gesehen: Die Preisschilder sämtlicher Artikel waren entfernt und Preisschilder mit wesentlich höheren Preisen aufgestellt worden. Und da ich die regulären Preise schon unverschämt teuer finde, war ich beleidigt und zog tatsächlich wieder von dannen. – Nichts ahnend, dass es mir ein paar Jahre später in Hongkong genauso gehen würde…

Noch schnell einen Gift Shop aufgesucht und ab ging´s zum Hotel zurück. Schließlich mussten wir -zumindest in der Bar- die verpassten All Inclusive-Leistungen des Tages nachholen!

Der vielleicht berühmteste aller Mallorca-Tagesausflüge

Malle 2011

Dennoch verbrachten wir den nächsten Tag wieder on tour. Erst ging es wieder mit dem Linienbus nach Palma aber von dort aus dann mit dem Roten Blitz nach Soller!

Der Rote Blitz ist ein historischer Zug, der zwischen den beiden genannten Orten pendelt und in erster Linie Urlauber befördert, die einen Blick auf die Landschaft der Inselmitte oder aber den Hafenort Port de Soller werfen möchten. Die Verbindung, die der Zug fährt, existiert seit fast 100 Jahren. Früher wurde der Zug hauptsächlich zum Transport von Zitrusfrüchten und Oliven aus dem fruchtbaren Tal von Soller nach Palma genutzt, heute ist er in erster Linie eine Touristenattraktion.

Im Inneren des Zuges fühlt man sich um viele Jahrzehnte zurückversetzt. Nach Abfahrt an der Plaza Espanya in Palma ging es zunächst durch die dicht besiedelten, nördlichen Außenbezirke Palmas. Nach ein paar Minuten verließ der Blitz die Stadtgrenze und es tauchten erste Mandelbäume und kleine Bauernhäuser auf. Später erblickten wir Schafe, Olivenhaine und Johannisbrotbäume. Das ist also die Natur Mallorcas hautnah! Wenn es nicht immer mal wieder geregnet hätte, wäre es wahrscheinlich noch sehr viel schöner gewesen!

Malle 2011

Am kleinen verträumten „Bahnhof“ Bunyola erfolgt ein kleiner Halt, der von Rauchern und Hobbyfotografen gerne genutzt wird, um den Zug ein paar Minuten zu verlassen.

Die Landschaft wird nun schon hügeliger und ist gekennzeichnet von Terrassenfeldern mit den typisch mallorquinischen Steinmauern. Zur Durchquerung des Bergmassivs der Sierra de Alfabia muss der Zug nun insgesamt 13 Tunnel mit insgesamt 5 Kilometern Länge durchfahren und es bieten sich einem zwischendurch immer wieder tolle Ausblicke hinab ins Tal.

In Soller angekommen wussten wir dann allerdings leider nicht viel mit uns anzufangen. Wir waren wieder unvorbereitet, sprich ohne Kartenmaterial und Reiseführer, unterwegs und beschlossen somit kurzerhand, uns dem Großteil der mit uns reisenden Touristen anzuschließen und in eine nostalgische Straßenbahn nach Port de Soller umzusteigen. Also ging es noch einmal 5 Kilometer weiter bis wir Port de Soller erreichten.

Malle 2011

Aufgrund der fehlenden Sonne und des hin und wieder einsetzenden Nieselregens flüchteten wir uns in diverse Souvenirshops bis zur Rückfahrt der Straßenbahn nach Soller. Das war etwas schade, denn ich nehme an, im Sommer ist es hier etwas belebter wenn mehr Urlauber da sind und alle Restaurants und Cafés ihre Tische und Stühle draußen stehen haben. Dann kann man hier sicher hübsch verweilen, besonders in Hafennähe. Für uns war es eine kleine Enttäuschung, dass hier wirklich so wenig los war, schlichtweg die falsche Jahreszeit oder zumindest das falsche Wetter.

Kehren wir also zurück ins Hotel und schlummern, nach einem ausgiebigen Besuch unserer Hotelbar, dem nächsten Tag entgegen.

Malle 2011

Nachtluft vom Ballermann schnuppern

Dieser (nächste Tag) wurde aber ein ganz, ganz fauler Tag im Hotel, am Pool, am Strand, in der Umgebung und natürlich beim Essen, Essen, Essen und in der Bar. Erwähnenswert wird erst der Abend, an dem wir nun endlich mal etwas Nachtluft vom Ballermann schnuppern wollten. Ein Freitag ist schließlich prädestiniert für ein solches Vorhaben!

In der Hotelbar liefen preisgünstig (kostenlos weil „AI“) unsere „Vorbereitungen“ und dann stolperten wir rüber in den Bierkönig [!keine Werbung!], wo es einen kleinen, gut besuchten Bereich gab. Die riesigen Zelthallen waren aber natürlich leer. Mit ein bisschen Fantasie kann man eventuell erahnen wie es hier im Sommer zugehen muss. Vermutlich übersteigt es aber meine Vorstellungskraft.

Unsere „Tour“ führte uns weiter in eine nahe gelegene Lokalität, die uns aber weitaus weniger, quasi gar nicht zusagte, sodass wir nach einem Drink wieder kehrt und es uns wieder im Bierkönig bequem machten. Nach diversen Getränken in Maßkrügen machten wir uns dann via Pommesbude auf den Weg zurück zum Hotel, was ja glücklicherweise nicht so weit war.

Malle 2011

Verkaterter Samstag

Der Samstag war dann nicht unser Tag. Wir verbrachten ihn bei mittelmäßigem Wetter im Speisesaal, in der Hotellobby, am Strand, und nicht ganz so ausgedehnt wie sonst in der Bar…

Verregneter Sonntag

Am Abreisetag regnete es junge Hunde. Es war ein Sonntag und der zog sich gewaltig hin. Wir packten unsere Koffer und haben überwiegend gelesen und letzten Endes ging auch dieser Tag irgendwann ins Land und der Transferbus zum Flughafen kam – wir durften sogar im HARIBO-Flieger zurück nach Hannover fliegen!!

Malle 2011

FAZIT

Spanien als Land erobert so langsam mein Herz. Die Gastfreundschaft, die Kultur, die Landschaft, das ist alles sehr sehens- und erlebenswert! Ich weiß aber nicht ob es unbedingt wieder so bald Mallorca sein muss. An Mallorca war nichts Schlechtes. Das Gesehene, der Bruchteil der Insel, macht durchaus auch Lust auf mehr – keine Frage! Und eines Tages werde ich möglicherweise wieder einmal hier landen. Aber erst einmal strebe ich nach mehr Individualität, einigermaßen weit weg vom Massentourismus.