Zurück zur Anreise von Kona nach Volcano
Samstag, 05.03.16 – Erster richtiger Tag auf Big Island
15:15Uhr: Volcanoes Nationalpark
Der Park Ranger am Volcanoes Nationalpark Entrance spricht Deutsch. Unser 7 Days Ticket kostet 15 Dollar für uns beide zusammen. Das ist ein sehr fairer Preis. Wir werden das Ticket mindestens an zwei Tagen nutzen. Ein Tag davon ist heute. Auch wenn es nur noch ein halber Tag ist, es wird sicher schön werden, denn das Wetter ist eine Wucht und wir sind vollkommen gespannt auf den Park! Wir wollen heute zunächst die Chain of Craters Road befahren und morgen erst den Hauptteil des Parks, den Crater Rim Drive.
Die Chain of Craters Road ist nicht die Hauptattraktion des Nationalparks aber trotzdem unserere erste Wahl! Sie führt durch Lavafelder hindurch, knapp 30km lang bis hinunter ans Meer. Am Ende angekommen, gibt es den Lava Sea Arch, einen kleinen grünen Palmenhain und nach ca. 2km Fußweg erreichen wir die frischeste Lava – aus dem Jahr 2003. Durch sie hindurch führt noch ein 5,5 Meilen langer Wanderweg – das geben wir uns heute aber nicht mehr! Wir haben heute schon gut Strecke gemacht und die Sonne brennt und blendet hier im Moment wirklich unerbittlich.
Nachdem Phil heute den ganzen Tag gefahren ist, bin ich jetzt auf den letzten Meilen bis zum Hotel dran. Ich fahre die Chain of Craters Road zurück damit er auch mal ein bisschen aus dem Fenster gucken kann. Wir nehmen noch ein paar Aussichtspunkte mit und landen gegen 18Uhr relativ erschöpft wieder im Hotel.
19Uhr: Ausklang des Tages
Der Merlot lag nun lange genug im Eisfach. Wir setzen uns raus und trinken ihn aus. Nachts kühlt es merklich ab, wir brauchen eine Jacke. Die 25-30 Grad von tagsüber sind verschwunden. Morgen werden wir sie aber wieder haben!
Heute haben wir rund 10km zu Fuß zurückgelegt. Ehrlich gesagt tippe ich auf einen Fehler meines Schrittzählers. Auf gestern könnte das zutreffen aber heute…???
Sonntag, 06.03.16 – Überraschung!
05:30Uhr: Der Jetlag hat uns fest im Griff…
Wir mutieren hier zu Frühaufstehern. Wenn das zu Hause doch auch so einfach wäre, das frühe Aufstehen… Ich spiele kurz mit dem Gedanken, zum Sunrise in den Nationalpark zu fahren, da wir den heute sowieso besuchen wollen, aber dann bleiben wir doch liegen und gammeln noch etwas. Wir wollen ja nichts überstürzen! Ich google weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in und um Volcano Village und finde den Farmer´s Market, nicht weit entfernt von unserer Lodge. Wobei in Volcano, glaube ich, gar nichts weit entfernt ist von unserer Lodge. Das Village ist einfach nicht besonders groß. Es gibt hier etliche Unterkünfte für Besucher des Nationalparks, zwei, drei Geschäfte und einige Speisemöglichkeiten, die uns aber nicht wirklich zusagen bis ganz wenige Ausnahmen.
07:15Uhr: Farmer´s Market.
Wir brechen auf zum Farmer´s Market. Es ist hier so schön local. Wir sind die einzigen Touris. Es gibt viel Obst und Gemüse aber auch viel Asia Food, süße Sachen wie Honig, Marmelade oder Cheesecakes. Smoothies und Kaffee. Und jede Menge Second Hand wie Bücher, Kleidung, Deko-Objekte und unendlich vieles mehr. Phil wird fündig und kauft sich zwei Hawaii-Hemden. Die äußerst freundlich angepriesenen und bei der Verkostung noch so leckeren Cheesecakes für je 8 bzw. 10 Dollar das Stück schmecken mir im Endeffekt leider doch nicht!
Wir legen einen ganz kurzen Zwischenstopp im Hotel ein und fahren dann in den Nationalpark:
8Uhr: Gleich kommt: Die Frage aller Fragen!
Wir passieren die Entrance Station des Hawaii Volcanoes Nationalpark und freuen uns auf 1309 Quadratkilometer spektakuläre Natur! Seit 1987 gehört der Park zum UNESCO Weltnaturerbe und er umfasst ausgedehnte Lavafelder und einen aktiven Vulkan, den Kīlauea.
Unser erster Stopp sind die Steam Vents. Hier steigt schon in unmittelbarer Nähe Rauch aus dem Boden auf und wir können tolle Fotos von der Landschaft schießen. Sehr beeindruckend und so früh am Morgen noch menschenleer.
Kommen wir zum Kīlauea Overlook. Der Ausblick auf den Krater ist atemberaubend. Alles ist riesig und unendlich und schwarz und dampft und beeindruckt. Die perfekte, malerische Kulisse für den Antrag, den Phil mir hier macht! Vollkommen stilecht mit Kniefall und Glitzerring macht er mich von seiner überglücklichen Freundin zu seiner überglücklichen Verlobten! Es ist so aufregend und dermaßen schön, dass ich ja nur weinen kann! Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet und bin gewissermaßen überwältigt! Wahnsinn!
Am Jaggar Museum genießen wir kurz darauf einen weiteren spektakulären An- und Ausblick. Das dortige Museum hat noch geschlossen aber ich wäre sowieso noch nicht wieder aufnahmefähig gewesen nach dem Antrag eben gerade!
Leider ist ab hier dann der Rest des Crater Rim Drive gesperrt. Die Sperre besteht aufgrund von zu vielen zu giftigen Gasen, die der Vulkan derzeit ausstößt aber es gibt immer noch genug Dinge die wir hier im Park sehen und erleben können: Zunächst steuern wir das Visitor Center an. Der Gift Shop haut mich leider nicht um aber wir haben von hier aus eine kleine Wanderung vor. Es handelt sich eher um einen Spaziergang (keine 2km) aber dieser ist wirklich ganz besonders schön. Es geht über einen größtenteils befestigten Trail durch völlig unbekannte und interessante Landschaft, wo vulkanische Gase aus der Erde austreten. Das sieht faszinierend und fotogen aus aber man darf den Gestank nicht unterschätzen. Da die Gase aber nur am Anfang des Trails in größerer Menge austreten und man selbst dort immer die Möglichkeit hat, diesen auszuweichen, finde ich es hier sehr schön!
11:30Uhr: Ortswechsel.
Volcano Village. Lava Rock Café [!keine Werbung!]. Nachdem ich mich im benachbarten Gift Shop ausgetobt habe, ist es dann schon Zeit für unseren Lunch nach dem enttäuschenden Cheesecake-Frühstück… Meine Ofenkartoffel mit Brokkoli und Käse ist ganz okay aber doch etwas zu klein. Ich bin schon seit geraumer Zeit genervt vom Essen hier. Das geht mir in diesem Land leider immer so. Manche Sachen sind super aber das meiste fleischlastig, teuer und geschmacklich maximal in Ordnung. Vor allem aber immer ziemlich ungesund wenn man was anderes als Salate oder Äpfel essen möchte. Und hier auf Big Island läuft es essenstechnisch für mich besonders schief.
Wir fahren zurück in den Park. Der Devastation Trail soll als Round Trip circa 45 Minuten dauern. In Wahrheit gehen wir inkl. Fotostopps pro Strecke nicht mal halb so lange…?! Ja, er ist menschenleer, aber auch wenn weitere Besucher hier wären, könnte man wunderbar aneinander vorbei gehen, da auch dieser Trail größtenteils befestigt ist. Teilweise geht man durch Wald und teilweise durch ein wüstenartiges Gebiet. Aussehen tut es, wie alles hier, wunderschön. Aber am Ende hatte ich persönlich mehr erwartet, es folgt ein deutlich weniger spektakulärer Blick auf den Kilauea Iki Trail, jener Wanderweg der sich unten im Tal durch die Lavalandschaft zieht und von Wanderern, die wirklich als solche zu bezeichnen sind, in zwei bis drei Stunden machbar ist. Das traue und mute ich uns -vor allem bei diesen Temperaturen- definitiv nicht zu.
Vom Parkplatz der Thurston Lava Tube führt auch noch ein Trail zum Kilauea Iki Overlook. Nicht zu verwechseln mit dem Kilauea Overlook von heute Morgen… Der Trail ist auch machbar für uns und wir gehen ihn hin und zurück. Ich finde, auch dieser Trail lohnt sich. Ich mag aber generell alle Trails, die nicht besonders lang sind aber durch einigermaßen außergewöhnliche Landschaft führen.
Leider lässt es sich partout nicht vermeiden, einen Pipi-Stopp am Visitor Center einzulegen und als wir zurückkommen zum Thurston Lava Tube Parkplatz, ist natürlich keine Lücke mehr frei. Wir drehen eine extra Runde, ein ganzes Stück die Parkstraße hoch und wieder zurück, und werden irgendwann dann doch noch mal fündig als gerade jemand weg fährt. Ich hatte gestern schon beobachtet, dass hier mit Abstand am Meisten los ist. Wer also die Lava Tube oder einen der zahlreichen Trails, die hier beginnen, ansteuern möchte, sollte dies möglichst früh morgens tun, ansonsten ist es ggf. stressig und problematisch mit der Parkplatzsuche!
Wir gehen noch den Trail zur Lava Tube, welcher durch einen Lavatunnel führt. Hier tropft es von der Decke, der Boden ist leicht matschig, Fotos sind schwer zu machen in der Dunkelheit und mit Sonnenbrille hat man definitiv verloren. Dennoch empfehle ich den Trail weil vor und nach der Lava Tube der Wald wunderschön anzusehen und vor allem auch anzuhören ist!
14Uhr: Fertig mit dem Nationalpark.
Natürlich fehlt uns ein Stückchen Strecke des Crater Rim Drives aufgrund der Sperrungen aber ich kann dennoch behaupten, dass man den Park an einem einzigen Tag sehr gut schafft wenn man sich auf die Aussichtspunkte und kürzeren Trails beschränkt. Sogar die Chain of Craters Road, die wir gestern Abend gefahren sind, wäre dann anschließend noch möglich. Ich hatte mit deutlich mehr Zeit für den Park gerechnet und bin positiv überrascht, denn so haben wir den Nachmittag zum Erholen, nachdem wir ja trotzdem unwahrscheinlich viel gesehen und ERLEBT haben!
Der Nachmittag verstreicht während wir auf unserer Terrasse sitzen und Postkarten und Emails schreiben. Ich google mich noch ein bisschen durch die Gegend und stoße auf ein schönes Restaurant im Nationalpark. Im Hotel Volcano House [!keine Werbung!] kann man mit Blick auf den Kilauea Crater essen. Ich versuche per Mail einen Tisch zu reservieren für heute Abend, erhalte aber keine Bestätigung. Dennoch wollen wir es versuchen!
17:30Uhr: Sunset im Nationalpark
Unsere Reservierung ist nicht eingegangen und das Restaurant voll besetzt. Mindestens bis 20:15Uhr müssten wir warten. Das ist uns zu lange. Allerdings kann man auch in der Bar & Lounge des Hotels essen, der Ausblick ist der gleiche! Gerne nehmen wir dieses Angebot an, müssen aber feststellen, dass die Auswahl der Speisen hier deutlich reduziert ist! Die Karte des Restaurants hatte uns online trotz der Preise so sehr zugesagt, dass wir hier ein bisschen überlegen müssen. Ausblick und Essen sind dann dennoch gut bis sehr gut.
Wir beschließen unseren Verlobungstag mit einer Flasche Chardonnay auf unserer Terrasse.
21:30Uhr: Schlafenszeit.
Tagesbilanz: 11km zu Fuß.
Der komplette Big Island-Aufenthalt in Bildern – zum Durchklicken:
Weiter Richtung Hilo






