Old Fall River Road

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Old Fall River Road

Donnerstag, 31. August 2023

07.45 Uhr. Phil muss mich antippen weil ich den Wecker vom Handy nicht selbst höre. Liegt sicher nicht an meinen Anti-Schnarch-Silikon-Ohrstöpseln, denn sonst höre ich den Wecker immer. Ich glaube es liegt eher an der allgemeinen Erschöpfung nach einer Nacht voller Unterbrechungen, weil wir ständig und immer wieder aufgewacht bzw. hochgeschreckt sind. Vermutlich grundlos aber die Vorzeichen für die Nacht standen ja schon nicht gut gestern…

Zimmerwechsel

Punkt 9 Uhr sitzen wir im Auto und wollen gerade losfahren, als uns klar wird, dass ab 9 Uhr die Rezeption wieder besetzt ist und wir ja mal nachfragen könnten warum wir eigentlich das falsche Zimmer bekommen haben! Denn das war mir kurz vorm Einschlafen noch aufgefallen. Wir haben Twin Sisters View erhalten aber Longs Peak View, etwas teurer, gebucht gehabt! Das Zimmer an sich wird identisch sein aber irgendwie ist das ja nicht richtig so…

Tatsächlich ist die Mitarbeiterin übermäßig freundlich, entschuldigt sich mehrfach, nachdem sie mein Anliegen geprüft hat und bietet sofort einen Zimmerwechsel und ihre Hilfe beim Umräumen unserer Sachen an. Ohne, dass ich eine zusätzliche Kompensation erfragen muss, bietet sie uns eine Runde Oxygen Bar gratis an. Das hat ungefähr einen Wert von 20 Dollar für uns beide und klingt total gut weil wir das eh gerne mal ausprobieren wollten. Vielleicht passt das ja morgen.

Unser Hotel am Rande des RMNP

Heute jedenfalls besichtigen wir erstmal das Zimmer, welches wir nun ab heute haben könnten und drei Gründe sprechen sofort dafür: 1. Der Balkon ist hier nicht im Erdgeschoss sondern durch das Gefälle wirklich oben, und keine ebenerdige Veranda wie in dem alten Zimmer. 2. Das Zimmer liegt wirklich exakt gegenüber und ein Wechsel wäre schnell über die Bühne gebracht. 3. Das Badezimmer wirkt sauberer und insgesamt annehmbarer als in dem bisherigen Zimmer. Wir stimmen zu, ziehen um, und hoffen, dass wir uns jetzt etwas wohler fühlen werden. Zu dem Blick auf den Longs Peak kommt auch der Blick auf ein paar Pferde. Was soll da noch schiefgehen?

Frühstück in Estes Park

09.45 Uhr. Der Einfachheit halber halte ich bei der grünen Meerjungfrau an, da wissen wir, dass der Kaffee schmeckt und dass wir beide einen Snack finden werden! Traurig, dass man den Ketten doch immer wieder zum Opfer fällt aber manchmal ist das einfach der Weg des geringsten Widerstands und darf halt auch sein. Vor allem wenn es gerade eh nicht so ganz rund läuft…

Frühstück in Estes Park

Old Fall River Road

10.45 Uhr. Einige Kilometer von Estes Park entfernt, haben wir eine der vielen Entrance Stations des Rocky Mountain Nationalparks gewählt. Ich möchte den Nationalpark der Einfachheit halber gerne hier und da mit RMNP abkürzen.

Wer den RMNP besucht und sich auf ein  Minimum beschränkt, wird wohl die Trail Ridge Road von Estes Park zum Alpine Visitor Center, und zurück, fahren. Dagegen spricht auch nichts, es ist der Hauptteil des Parks mit vielen verschiedenen Aussichtspunkten, und früher hätte ich mich selbst auch auf diesen Main Stream Teil beschränkt.

Bei der Recherche für den RMNP wurde mir aber schnell klar, dass es noch so viel mehr gibt und wenn man dieses „mehr“ irgendwie unterkriegen möchte, reicht ein halber, oder auch ganzer, Tag einfach nicht aus! Deshalb die drei Nächte hier in der Gegend, das sind volle zwei Tage für den RMNP!

Old Fall River Road

Das wird sich schnell als richtig erweisen, denn wir beginnen heute zunächst mit der Old Fall River Road (ebenfalls von Estes Park zum Alpine Visitor Center), die man, jetzt wo ich sie kenne, einfach unter gar keinen Umständen auslassen darf! Es ist definitiv die abenteuerlichste der befahrbaren Strecken im ganzen RMNP!

Man hält sich in Estes Park grob Richtung Picnic Area Endovalley, dann ist auch schon die Old Fall River Road ausgeschildert und man kann sie gar nicht verpassen! Die Straße ist nicht asphaltiert und nicht gesichert, was angesichts ihres Verlaufs erstaunt: Der Weg schraubt sich in relativ kurzer Zeit in schwindelerregende Höhen, ohne Absicherungen, immer am Abgrund entlang, und das auf Sand und Schotter.

Aber wir haben keinen 4WD sondern einen stinknormalen City-SUV und kommen damit bestens zurecht! Bei Nässe würde ich dringend von der Fahrt hier entlang abraten aber bei Trockenheit und strahlendem Sonnenschein, wie wir ihn heute genießen, wäre es eine Schande, einen Bogen um diese schöne Strecke zu machen!

Old Fall River Road

Es gibt nur einen offiziellen Stopp, schon ziemlich am Anfang, das sind die Chasm Falls. Ein kleiner Fußweg führt direkt an den Wasserfall heran, das sollte man nicht versäumen!

Es gibt immer wieder Parktaschen oder Ausweichmöglichkeiten, wenn man jemanden hinter sich durch lassen oder einfach noch mal aussteigen und den Blick schweifen lassen möchte. Besonders ich, als Fahrer, mache das gerne weil ich mich während der Fahrt sehr auf die Strecke konzentrieren muss und nicht so ausgiebig in die Ferne schauen kann. Immerhin ist es eine One Way Straße, anders wäre es auch nicht möglich.

Insgesamt reden wir hier über 9 Meilen Strecke, für die wir exakt anderthalb Stunden brauchen. Wer die erlaubten 15mph ausreizt und nicht so oft anhält, kann das natürlich deutlich unterbieten aber darin sehe ich keinen Sinn.

Ich fahre größtenteils nur halb so schnell wie erlaubt und so haben wir beide was davon! Es kommt richtiges Offroad Feeling auf! Aber alles ist gut machbar.

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