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Sonntag, 03. September 2023
Vorbei…
Heute war´s das! Heute ist alles schon wieder vorbei. Tieftraurig aber dem Schicksal ergeben, schlurfe ich pflichtbewusst ins Badezimmer für eine letzte Dusche, und packe anschließend den wirklich letzten Rest zusammen… Zum Glück fliegen wir erst am Nachmittag und mussten heute nicht extra früh aufstehen, das finde ich immer besonders anstrengend und wenig geeignet für mein Nervenkostüm.
Wir rufen ganz kurz (Schwieger-) Papa zum Geburtstag über What´s App an, die Verbindung lässt leider zu Wünschen übrig, und vertreten uns, auf meinen Wunsch hin, noch ein bisschen die Beine an der frischen Luft. Gegen halb neun, neun am Morgen ist es draußen noch angenehm, vor allem im Schatten. Doch auch jetzt sind schon wieder Officer zu sehen, die Obdachlose aus Ladeneingängen „entfernen“, obwohl diese Läden am Sonntag doch gar nicht öffnen… Denver, Denver, du hinterlässt seltsame Eindrücke bei mir…
Denver Downtown in Bildern – zum Durchklicken:
Ich frage mich ob das hier schon immer so gewesen oder die verschärfte Situation mit den armen Menschen der Coronapolitik zu verdanken ist… Wir kennen derartige Probleme (Obdachlosigkeit im allgemeinen Stadtbild) sehr gut aus Amerika, z.B. aus San Francisco. Und wenn es in Denver wirklich schlimmer geworden ist, kann ich nur hoffen, dass es in San Francisco nicht ebenfalls eine Steigerung gegeben, denn das war dort jeher schon ein großes Problem in meinen Augen! Aber es ist ja fast davon auszugehen, dass es sich landesweit verschlimmert hat…
Der nächstgelegene Starbucks [!keine Werbung!] ist unserer! Oder meiner… Phil will, ganz ungewöhnlich, nichts essen, nicht mal einen Kaffee trinken, ich nehme an, der Heimreise-Nervosität geschuldet. Ich nehme vor Ort eine Art „Frühstück“ ein (…) und nehme mir meinen Chai Latte mit für den Fußweg zurück zum Hotel. Wie gesagt, es gibt ja eh nur Müllbecher… Denn wir müssen bis 10 Uhr aus dem Hotel-Parkhaus raus sein, wenn wir nicht wollen, dass neue 24h Parkzeit anfangen.
Abfahrt…
Das Parkhaus bezahlen wir beim Rausfahren direkt an der Schranke per Kreditkarte am Automaten. Das habe ich auch noch nie erlebt, funktioniert, jedenfalls bei uns, aber wenigstens fast auf Anhieb.
Unser Navi spinnt heute total. Die gesamte Reise über war es sehr zuverlässig gewesen, heute treibt es Philipp zur Weißglut. Es ist dann nicht möglich, zu intervenieren. Aber ich bin ja froh, dass er den Stadtverkehr übernimmt. Ich fahre gerne in Kleinstädten, Nationalparks und von mir aus auch hunderte Kilometer am Stück auf schnurgeraden Überland-Highways, aber die großen Städte… Was bin ich happy, dass ich das nicht muss.
Wir fahren grob Richtung Flughafen, müssen das Auto aber mit vollem Tank abgeben, deshalb stoppen wir rund 10km vor der Mietwagenfirma noch einmal an einer Tanksäule sowie außerdem an einem netten Kaffee-Schnellladen, wo wir noch ein bisschen Verweilen und Philipp dann auch frühstückt.
DEN Airport
12 Uhr. Ob wir nun in dem Kaffeeladen warten oder am Flughafen… Ist auch egal. Deshalb haben wir unser Auto schon abgegeben und uns zum Flughafen shutteln lassen, das hat alles insgesamt rasend schnell und unkompliziert geklappt.
Nun kämpfen wir mit dem dämlichen Automaten, der unsere Kofferklebebänder ausspucken soll, trinken noch diverse Halbliter-Flaschen Wasser aus, begeben uns zu den Pass- und Sicherheitskontrollen, hauen Phil´s letzte wenige Bar-Dollar für eine Colorado-Bommelmütze raus, und suchen uns vorsichtshalber einen Lunch, denn wer weiß wann und was es im Flugzeug gibt…
Flug von Denver nach Frankfurt
15.40 Uhr. Wäre unsere Abflugzeit gewesen. Fast eine Stunde sitzen wir in der Maschine und es regnet. Man sagt uns, dass wir aufgrund eines Gewitters nicht pünktlich starten können. Wer weiß.
Die Stunden ziehen sich… Aber immerhin hatte gleich zu Beginn eine freundliche Mitreisende angeboten, ihren Platz mit mir zu tauschen, sodass ich neben, statt hinter Philipp sitze. Wir sitzen in der vorletzten Reihe und fühlen uns hier recht wohl weil wir nicht so viele Leute im Nacken haben und nah an der Küche sind, wo man jederzeit jemanden von der Besatzung ansprechen und/oder ein zusätzliches Getränk beschaffen könnte.
Der Start ist sehr holprig. Ich bekomme Schweißausbrüche, wie ich sie lange nicht hatte beim Fliegen. Die Maschine ruckelt auch noch oben so stark, dass ich es gar nicht einordnen kann und mich kein bisschen mehr wohlfühle. Zum Glück geht das nach einer Weile vorbei und der restliche Flug verläuft komplett ruhig.
Es gibt zwei Mahlzeiten, insgesamt stehe ich zweimal auf, um mich zu bewegen und ausgiebig zu dehnen, ich gucke einen Film, und schlafe so gut es geht zwischendurch. Unterm Strich kann man aber sagen, vergeht ein relativ schlafloser Nachtflug und dieser schlaucht uns ordentlich.
Besonders anstrengend finde ich, wie auch schon auf dem Hinflug, die neue Art von Fenstern. Ist das eine neue Mode? Liegt das am sogenannten Dreamliner? Ich weiß es nicht. Man kann die Helligkeitsstufen selbst einstellen, sofern man denn am Fenster sitzt. Zwischen Nachtmodus und hellstem Tag kann man mehrere Stufen auswählen. Die Standardeinstellung seitens der Besatzung ist bald nach Start und Essen jedoch „Nacht“. Möglichst alle abfüttern und ruhig stellen, indem man sie schläfrig macht… Extrem ätzend wenn man nicht am Fenster sitzt und so machtlos ist.
Das habe ich auf beiden Flügen als extrem herausfordernd empfunden, um nicht zu sagen, es hat mich aufgeregt! Denn ich konnte im Grunde genommen nicht lesen weil die kleine Lampe über dem Sitzplatz dafür nicht ausreichte! Was bleibt? Filme gucken, was ich nicht gerne mache. Und schlafen, was nicht immer gelingt – leider. Daher Daumen runter für diese „tolle neue Technik“!
Montag, 04. September 2023
Flughafen FRA
Ich sage gerne: „Ich hasse den Flughafen Frankfurt aus tiefstem Herzen.“. Als wir hier ankommen, durch die elektronische Passkontrolle gehen, und im Terminal A die schicken Geschäfte und Gastronomiebereiche sehen, bin ich kurz geneigt, mich zu korrigieren…
Doch dann nutzen wir die dortigen WCs – eine Frechheit! Und gehen rüber zu Terminal B – auch eine Frechheit! Hier kann man es einfach nicht aushalten. So was altes, dreckiges, das ist ja zum Schämen! Leider müssen wir ein paar Stunden hier verharren…
Flug von Frankfurt nach Hannover
12.40 Uhr. Ich lasse mich auf meinen Mittelsitz plumpsen und stelle erfreut fest, dass mir der automatische Online Check in einen Exit Sitzplatz zugeteilt hat. Interessant. Aber schön.
Aber irgendwie auch vollkommen egal. Weil ich sofort nach dem Start einschlafe. Oder schon davor? Ich bekomme nicht mehr viel mit. Öffne nur noch mal kurz die Augen, als uns der freundliche Purser Wasserflaschen und Schokolade „zuwirft“, schon bin ich wieder weg.
„Sie sehen so aus, als könnten Sie eine Mütze Schlaf vertragen! Wo kommen Sie denn heute schon her?“, hatte er noch gefragt als wir Platz nahmen. Oha, man sieht es uns also an… „Denver.“ – „Ach du sch…! Alles klar!“, antwortete er, und war plötzlich froh, selbst „nur“ schon in Toulouse gewesen zu sein heute.
Flughafen HAJ
Einen Hauch vor dem Aufsetzen der Maschine, werde ich wach. Der Flug hat gefühlt nur zwei Minuten gedauert. Ich bin völlig überrascht, ich bin doch nur im Sekundenschlaf gewesen…?!
Was uns sehr glücklich macht, sind die ultraschnell ausgeladenen Koffer. Und noch glücklicher: Papa´s lächelndes Gesicht und offenen Arme, als wir aus der „Schleuse“ kommen… Welcome Home!




