Ponta Delgada

Praça Gonçalo Velho

Dienstag, 30. September 2025

Anreise nach Sao Miguel

Um es abzukürzen: Es wird super anstrengend – aber wir kommen gut von Hamburg nach Lissabon und von dort aus weiter nach Ponta Delgada! Alles verläuft pünktlich und wir bekommen auf dem ersten Flug eine Zweierreihe zusammen, und auf dem zweiten Flug ergattern wir jeder eine ganze Dreierreihe für sich, sodass ich den Fuß hochlegen und sogar schlafen kann. Das Schönste ist definitiv der Sonnenuntergang in der letzten knappen Stunde vor Ankunft in Lissabon – das ist unbeschreiblich. Spektakulär. Dafür machen Piloten wahrscheinlich diesen Job!? Nur EINmal deren Aussicht genießen können………

Kurz vorm Umsteigen in Lissabon

In Ponta Delgada landen wir sogar früher als geplant und dabei klatscht eine gewisse Anzahl an Passagieren derart euphorisch, dass man denken könnte „Unser kleiner Joao aus Ponta Delgada hat seine erste Landung geschafft!“ – oder sowas in der Art… Es kommt mir etwas seltsam vor, aber wenigstens bin ich jetzt wieder wach.

Auch die Koffer hat Philipp schnell geholt und wir ergattern einigermaßen zeitnah ein Taxi. Jetzt beginnt der Abenteuerteil unserer Anreise: Der Seat ist bestimmt älter als ich und der Taxifahrer hat das Fahren offensichtlich in Indien gelernt – oder wollte mal Formel 1 Star werden. Er fährt grundsätzlich 30km/h zu schnell, egal wo. Und außerdem eher auf zwei Spuren gleichzeitig – warum sich auch für eine entscheiden? Am Hotel angekommen ist er mürrisch weil wir die 15 Euro für die Speedtour nicht passend haben und es dauert ein paar Minuten bis es eine Lösung gibt. Dann düst er schneller als der Schall davon.

unser Hotel

Die Rezeption ist auch nicht besonders erfreut über eine Störung. Es ist immerhin schon bald ein, zwei Uhr, entweder hier oder in Lissabon oder in Deutschland, ich habe keine Ahnung, mein Handy kommt mit dem Umstellen nicht so richtig zurecht und ich weiß auch so: Es ist mitten in der Nacht!

Der Rezeptionist ausgesprochen maulfaul. Nach einer Weile des Rumhantierens mit unseren Ausweisen, ringt er sich doch noch ein viel zu spätes (und unfreundliches) „Did you enjoy your flight?“ ab. Ja klar, ich hab unsere Anreise dermaßen genossen, ich kann mich kaum halten, so schön war das. Super war das, einfach großartig. Können wir jetzt bitte eine Zimmerkarte bekommen?

Freitag, 03. Oktober 2025

Irgendwann hat er uns eingecheckt aber ich kann vorwegnehmen, dass auch das weitere Personal an der Rezi hier komplett wortkarg ist und man ihnen sämtliche Informationen aus der Nase ziehen muss im weiteren Verlauf des Urlaubs. Einen Gruß im Vorbeigehen kann man schon gar nicht erwarten und für ein Lächeln müsste man wohl einen schriftlichen Antrag einreichen. Schuldigung, dass ich euer Gast sein möchte!

Unser Zimmer ist zumindest okay. Ja, es ist ein wenig alt stellenweise, und damit weicht es ein bisschen von der Darstellung auf den Bildern ab, nach denen wir das Hotel ausgewählt hatten. Aber so lange es groß und sauber ist, will ich mal zufrieden sein. Immerhin wohnen wir einigermaßen zentral und haben genug Platz. Jetzt will ich sowieso nur noch eins: Duschen. Gefolgt von: Schlafen!

Mittwoch, 01. Oktober 2025

unser Hotel

Zurechtfinden

Eine tropische Nacht liegt hinter uns. Der erste Eindruck nach Ankunft täuschte leider nicht: Es herrschen stets deutlich über 80% Luftfeuchtigkeit, genau so viel wie in Singapur aktuell – damit haben wir nicht gerechnet! Aber wenigstens haben wir geschlafen wie Steine und sind um acht Uhr Ortszeit einigermaßen wieder klar nach der anstrengenden Anreise gestern.

Das Frühstücksbuffet ist in Ordnung. Philipp findest es super, für mich ist es soweit okay, wahrscheinlich fehlt es mir an Begeisterung weil es, wie zu erwarten war, mit dem gestrigen in Hamburg nicht mithalten kann …

Altstadtspaziergang Ponta Delgada

Praça Gonçalo Velho

Unser Hotel befindet sich in der Avenida Dom Joao lll und damit ca. 1,5km entfernt von der Altstadt. Deshalb ist diese zunächst überhaupt nicht unser Ziel, ich glaube momentan noch nicht, dass ich das schaffen kann mit anderthalb kaputten Füßen. Deshalb ist der Plan erst einmal, die 500-600m die Straße hinunter zu schaffen, denn ich will ans Wasser. Ich bin auf einer Atlantikinsel und darf dann ja auch an den Atlantik wollen….

Hafen Ponta Delgada

Wir sind erstaunlich schnell dort – bergab geht ganz gut. Aber wir gehen dann auch noch ein bisschen weiter, bis wir ein Café am Hafen finden, wo wir meine Füße hochlegen und etwas trinken können. Nicht ausschließlich wegen der Füße sondern auch weil wir dringend Schatten und Flüssigkeit brauchen! Es ist unheimlich heiß, ich erwähnte bereits die Luftfeuchte, und irgendwie verkraften wir das alles nicht so gut.

Außerdem kann man hier ein bisschen Boote gucken und Philipp überlegt inzwischen ob er nicht doch Whale Watching macht. Das hatte ich schon vor der Fuß-Diagnose für mich ausgeschlossen weil mir da immer so schlecht wird. Nach dem Whale Watching in Hermanus 2019, habe ich mir geschworen, das dies nun wirklich das allerletzte Mal war für mich auf einem Kutter, so stark wie ich immer leide! Und da bleibe ich mir nun treu! Auch wenn das hier DAS big thing ist, was man auf den Azoren macht! Ich bin gespannt ob er sich durchringen kann, die Tour alleine zu machen. Ich versuche ihn nach wie vor dazu zu ermuntern. [Spoiler: Es kommt nicht mehr dazu…]

Hafen Ponta Delgada

Leute gucken können wir von unserem Tisch aus auch bestens: Am Tisch neben uns wird mit Cocktails angestoßen. Am Tisch vor uns wird dauer-gequalmt und das xte Bier getrunken. Es ist kurz nach elf. Prost!

Und ansonsten ist mein neuer Fokus, ohne dass ich das bewusst steuere, das Schuhwerk der Menschen. Es gibt fast niemanden, der vernünftiges, gesundes Schuhwerk an den Füßen hat! Die Schuhe sind entweder ultra flach und dünn, augenscheinlich ohne jegliches Fußbett – oder zu klein – oder zu sonstwas. Interessanterweise bin ich ja selbst meist so rum gelaufen und habe das Thema erst auf dem Camino für mich entdeckt. Aber jetzt entsetzt es mich einfach nur, was Menschen ihren Füßen antun, dabei sind die doch so wichtig und ohne die geht eigentlich nichts – guckt mich an!

Hafen Ponta Delgada

Wir gehen weiter. Das abartige Passivrauchen nimmt überhand hier. Und so flanieren wir die gesamte Hafenmauer entlang, auf der sich die Weltumsegler verewigt haben, oft mit Jahreszahl, Route und Bootsnamen. Die Azoren sind der letzte bzw. erste Ort, wo man anlegen kann bei einer Atlantiküberquerung zwischen Europa und der Karibik oder andersherum. Noch viel bekannter als Ponta Delgada auf Sao Miguel ist Horta auf Faial – das ist der Anlegestopp schlechthin, weil dies die westlichste Insel der Azoren mit ausreichend Infrastruktur ist.

Altstadtgassen

Aber a pro pos Ponta Delgada: Kleiner Fun Fact – letztes Jahr auf Madeira haben wir auch im Ort Ponta Delgada gewohnt. Und überhaupt habe ich schon unheimlich viele Ortsnamen auf Sao Miguel entdeckt (auf der Karte), die auf Madeira oder dem Festland ebenfalls vorkommen.

In der Altstadt angekommen, bewundern wir die schönen Muster im Fußboden, auch wenn sich Kopfsteinpflaster als sehr herausfordernd für mich mit meinem Spezialschuh herausstellt. Gerne würde ich in der Kirche, der Igreja Matriz de Sao Sebastiao, eine schattige Pause im Sitzen verbringen, aber ein Gottesdienst ist gerade im Gange… Also schleichen schlendern wir weiter durch die Altstadtgassen und nehmen stattdessen irgendwann vor irgendeiner anderen Kirche im Schatten auf der Steintreppe Platz. Die Altstadt ist wirklich nett und verhältnismäßig kompakt – jedenfalls so zu bezeichnen wenn man nicht gehandicappt ist.

Altstadtgassen

Es fährt auch eine kleine Bimmelbahn, jedoch haben wir kein Glück weil sie über Mittag natürlich aussetzt mit ihren stündlichen Touren, und wir müssten 90 Minuten darauf warten. Stattdessen geht es im Schneckentempo zurück zum Hotel, aber nicht ohne einen weiteren Stopp: Wir entdecken ein ganz kleines Café mit nur drei Tischen – der Spruch „Everyone deserves LOVE, CAKE and COFFEE“ lockt mich rein und es gefällt uns dort soooo gut. Den Cake lassen wir aber weg: Zwei Americano und eine azoreanische Brause, por favor!

Kaffeepause

Hotelurlaub?

Um 15 Uhr trudeln wir am Hotelpool ein, nachdem Philipp uns noch aus einem Mini Markt viele Liter Wasser (auf jeden Fall weit mehr als zehn!) herangeschleppt hat. Ab morgen haben wir doch einen Mietwagen! Ein kleinerer Vorrat für die Nacht hätte es auch getan…

Die Auszeit am Pool tut jedenfalls gut. Das Wasser hat eine angenehme Temperatur und die Liegen stehen schön warm. Sehr warm! Man kann darauf hervorragend ohne Handtuch trocknen. Das Schwimmen ist eine Wohltat für meine Beine und Füße, ich habe dort keinerlei Schmerzen und fühle mich sehr wohl und getragen.

Ausblick aus unserem Hotel

Später gehen wir noch essen. Da wir im Hotel nur Frühstück gebucht haben, müssen wir jeden Tag etwas suchen, aber das hat den Vorteil, dass wir nicht bis 19.30 Uhr hungern müssen, bis das Abendessen beim Hotel anfängt. Natürlich gebe ich zu, dass dies immer einen Fußweg oder eine Autofahrt bedeutet aber vielleicht können wir auch öfter unterwegs auf unseren Tagestouren schon essen am späten Nachmittag und müssen dann nicht noch einmal los – so in der Art dachten wir uns das.

Heute aber sind wir noch nicht motorisiert und haben das große Glück, dass direkt gegenüber vom Hotel ein „Laden“ ist, der frische Bowls macht, sowohl herzhafte wie eine klassische Buddha Bowl oder ähnliches, als auch süße Acai Bowls, was wir beides sehr gerne mögen. Und wir sind uns sofort einig, dass wir dort unser neues Stammlokal gefunden haben! Einfach nur lecker!!

im Bowl-Himmel

Den Rest des Tages macht jeder seins. Ich möchte viel schreiben, Philipp in Ruhe seine Serie gucken, das passt ganz gut. Und außerdem muss ich noch recherchieren, was wir morgen machen (können).

Donnerstag, 02. Oktober 2025

Den Mietwagen erhalten & eine erste Tour unternehmen

Heute sind wir sehr pünktlich unterwegs, d.h. wir frühstücken früh und kurz. Schon um 10 Uhr fahren wir mit dem Taxi weiter rein nach Ponta Delgada, was nur knapp mehr als ein Kilometer ist, aber ich möchte meinen Füßen wenigstens diesen einen Kilometer gern ersparen nach der gestrigen Altstadt-Tour und weil wir heute auch noch ein bisschen was vor haben.

Blick aus unserem Zimmer

Genau gegenüber der Autovermietung ist ein kleines Café, wohl eher eine Kneipe, wo morgens um kurz nach zehn schon Bier getrunken wird, oder eben Kaffee, aber eine Kippe ist Standard. Hier harren wir eine halbe Stunde aus und dann beschließen wir, doch schon rüber zu gehen.

Das Auto sei noch in der „Wäsche“ aber den Vertrag könnten wir schon fertig machen. Gesagt, getan, alles reibungslos. Und dann können wir hier im Sitzen warten, um kurz nach elf steht der Wagen direkt vorm Laden. Das bedeutet, wir müssen direkt im Stadtverkehr starten und die engen Gassen bewältigen.

Aber zuerst wird noch eine Bestandsaufnahme gemacht, die vielen, vielen Schrammen und Kratzer, meist überdeutliche, müssen im Übergabeprotokoll vermerkt werden. Und dann geht es los. Der Wagen hat, wie gebucht Automatik und ist ein kleiner SUV. Er hat bisher 38.700km runter – mal schauen mit wie viel wir ihn abgeben… Jetzt starten wir erstmal in den…

Insel-Osten!

Home Sweet Hotel

unser Hotel

Nach knapp einer Stunde Rückfahrt finden wir direkt hinterm Hotel einen kostenfreien Parkplatz. Wir können vom Zimmer aus sogar auf das Auto schauen, und sparen uns so die Hotel-Tiefgarage. Wäre schön wenn das weiterhin so klappt.

Kaum im Zimmer angekommen, mache ich mich Pool-schick und Philipp verschwindet zu einem Burgerladen unten Richtung Hafen. Soll er mal, ich hab immer noch keinen Hunger, und nach Burger, Pommes und Laufen ist mir auch wirklich nicht!

Ich ziehe 20 Minuten lang ein paar Bahnen, natürlich mit Pausen und natürlich nur mit den Armen, und genieße das Wasser wieder sehr, auch wenn heute unheimlich viel los ist hier.

Und da Baden hungrig macht, bringt Phil mir auf dem Rückweg noch mal so eine ähnliche Bowl mit, wie wir sie gestern hatten. JETZT kann die (stundenlange) Recherche für den morgigen Tag beginnen… 

Freitag, 03. Oktober 2025

Freitag, Feiertag, Furnas

Ostufer des Lagao das Furnas

Der heutige Tag geht sich nicht so richtig gut an: Ich habe das Gefühl, das wird heute nicht besonders gut mit meinem Fuß. Philipp hat Halskratzen und kriegt schlecht Luft bei der hohen Luftfeuchtigkeit, auch heute wieder 93%. Und wir brauchen sage und schreibe 20 (!) Minuten vom Zimmer bis zum Frühstück weil gerade jeder Hotelgast Fahrstuhl fährt…

Also Flucht nach vorn. Wir brechen um kurz nach zehn auf und fahren nach Furnas. Die Region ist u.a. berühmt für den Terra Nosta Park, den Furnas See, die heiße Erde und etliche Aussichtspunkte, also Miradouros, drum herum:

Furnas-Region

Zurück im Hotel bleibe ich direkt in der Lobby und widme mich nun hier stundenlang meinen Fotos, meinem Tagebuch und meinen Mails, während Philipp (hoffentlich) schlafen geht (und nicht am Handy rum daddelt – aber das kann ich von hier aus nicht kontrollieren…). Das war nun aber wirklich ein kurzer Tag…

Samstag, 04. Oktober 2025

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Und plötzlich bin ich die Fittere von uns beiden…

Heute wird zwangspausiert. Philipp kriegt schlecht Luft, hat Fieber und Hals. Es ist leider nicht besser geworden, eher schlimmer. Das tut mir leid für ihn aber ich bin dankbar und erstaunt, dass es mich noch nicht getroffen hat, obwohl wir die ganze Zeit zusammen sind. Normalerweise nehme ich jeden Infekt mit, der vorbei fliegt. Da hilft jetzt nur beten. Bzw. aufmunternde Mails von Mama…

Beim Frühstück verordne ich ihm Kamillentee statt Kaffee und er hält sich freiwillig daran. Das heißt es ist ernst. Er verweigert den Kaffee – er ist wirklich angeschlagen. Und das merkt man auch daran, dass er sofort wieder ins Bett geht – und um ihm Ruhe zu gönnen, lege ich mich auf die öffentliche Hotelterrasse und lese dort. Immerhin bin ich dort alleine, die Sonne scheint aber ich habe einen Schattenplatz. Störend ist nur der Verkehrslärm aber das muss ich hinnehmen und kann so endlich mein Buch zu Ende bringen, just in dem Moment, als Philipp mich findet.

Supermarkt und Apotheke

Er will unbedingt zum Supermarkt fahren weil unsere Wasservorräte schon zur Neige gehen und das ist denkbar ungünstig. Außerdem sei eine Farmacia nicht schlecht – seit dem Jakobsweg sind wir ja Stammgäste in portugiesischen (und spanischen) Apotheken…

Nach unserem Ausflug sind wir beide fix und foxi, diese Luftfeuchtigkeit macht uns unfassbar fertig. Dabei waren wir wirklich nicht lange unterwegs.

Wir legen uns nun beide auf die Terrasse, ich habe mir ein neues Buch geschnappt, Philipp macht Augenpflege, bis endlich die Zimmermädchen durch sind und ich den Mann zurück ins Bett verfrachten kann.

Anna auf der Ananasfarm

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Dies, Das, Ananas. Ich mache mich jetzt alleine auf den Weg, es sind nur 600-700 Meter, die traue ich mir zu Fuß zu, immerhin bin ich in den vergangenen Tagen schon viel weiter gelaufen und heute insgesamt noch nicht viel! Zur Sicherheit nehme ich eine der Krücken mit und so klappt es auch bestens.

Die nächstgelegene Ananasfarm ist eine von dreien in der näheren Umgebung. Die beiden anderen kann ich in meinem aktuellen Zustand nicht zu Fuß erreichen aber ich bin heilfroh, dass wenigstens diese eine so nah am Hotel ist! Der kostenlose Rundgang durch die Anlage ist erfreulicherweise extrem kurz, aber leider auch überhaupt nicht spannend. Man schaut in ein paar Gewächshäuser und es gibt ein paar wenige Informationstafeln und das war es dann auch schon.

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Aber! Das ist nicht schlimm, denn mein Hauptanliegen ist das Ananas Café in der Anlage. Die Karte habe ich bereits online studiert und beinahe auswendig gelernt, und so lasse ich mich hier im Schatten nieder, bestelle eine Ananas-Brause, einen Galao (portugiesischer Milchkaffee) und einen Toast mit Käse und Ananasmarmelade, die hervorragend schmeckt, ich glaube es sind ganze Stückchen Ananas darin, sodass der Käse völlig untergeht. Herzhaft ist der Snack damit leider nicht mehr – aber geil!

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Zeit, für mich, ein paar Zeilen zu schreiben und einmal wo anders zu entspannen als in der Lobby oder auf der Terrasse des Hotels. Ich vermisse ein wenig das Meer. Immer wieder muss ich daran denken, dass wir ursprünglich eine Unterkunft an der Nordküste gebucht hatten. Aber natürlich werden wir nie wissen ob das wirklich besser gewesen wäre, und deshalb will ich dem nicht allzu sehr hinterher trauern…

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Auf jeden Fall fühle ich mich unfassbar wohl in diesem Ananas Café und bestimmt werde ich Philipp auch noch mal her schleifen die Tage. Ich bestelle mir sogar einen zweiten Galao und einer der vielen Kellner fragt mich sogar ob ich etwas Eis für meinen Fuß haben will, den ich auf einen Stuhl hoch gelegt, und um den ich aus ästhetischen und hygienischen Gründen eine Jacke gewickelt habe, vor allem da der Fuß barfuß ist. Mir rutscht nämlich einfach jede Socke vom Fuß in diesem Spezialschuh… Deshalb habe ich das dann irgendwann einfach aufgegeben. Das Eis lehne ich dankend ab, aber ich bin beeindruckt, dass ich gefragt wurde.

Sonntag, 05. Oktober 2025

Sonntag, 05. Oktober 2025

Keinerlei Besserung

Heute Morgen geht es Philipp mindestens genauso schlecht wie gestern. Deshalb ist klar, dass heute genauso wenig stattfinden wird wie gestern! Ich schleife ihn zum Frühstück, danach geht er wieder schlafen und ich halte mich irgendwo im Hotel auf. Allerdings passt es mir nirgends so richtig und ich beschließe deshalb, mich ziellos auf den Weg durch Ponta Delgada zu machen.

Stadtspaziergang

Altstadtspaziergang alleine

11 Uhr. Ich marschiere los – eine Krücke ist mit dabei, ohne würde nicht besonders lange gut gehen. Mein erstes Ziel ist das kleine Café von neulich, aber enttäuschenderweise ist es voll belegt. Ich ziehe also weiter – runter an den Hafen, aber dieses Mal oben an der Hauptstraße entlang. Nicht gerade der Hit. Aber man kann immer mal auf das Wasser schauen – allerdings nur gegen die Sonne…

Wieder in der Altstadt angekommen, ist diese auch nicht spektakulärer anzusehen als letztes Mal, aber das habe ich auch nicht erwartet. Was ich jedoch auf einem Sonntag erwartet habe, sind viel mehr geöffnete Cafés. Kaum etwas hat auf und wenn, dann ist es natürlich voll besetzt. Deprimierend für mich und meine Füße.

Stadtspaziergang

Ich lenke mich mit ein paar Souvenirshops ab, bin aber nicht wirklich in Shoppinglaune. Erst in einer Kreuzung aus Apotheke und Drogiere, gerate ich in einen kleinen Kaufrausch. Ich decke uns mit Lutschbonbons, Halstabletten, Nasenspray und Echinaceakapseln ein, denn falls es mich auch noch erwischt, werden unsere Vorräte wohl nicht reichen!

Über Umwege schlendere ich wieder zurück zu dem kleinen Café, wo ich ganz zu Anfang schon hingewollt hatte, und der Weg zieht sich. Es ist weit, es ist heiß, es ist laut, es ist anstrengend. Zum Glück bekomme ich dieses Mal ein Tischchen und kann endlich Kaffee, Wasser und Käsetoast bestellen und ein bisschen verschnaufen und lesen.

Stadtspaziergang

Ich war jetzt über zwei Stunden auf den Füßen, das hab ich noch nie gemacht seit ich die Diagnose habe. Dafür ging es eigentlich ganz gut, aber ich weiß auch, dass das sicher nicht mein cleverster Schachzug war…

Fuß hoch

Ich lade meine Einkäufe bei Phil ab und lege mich wieder in die Lobby. Der Nachmittag vergeht dann wieder mal mit Tablet, lesen, daddeln, liegen, warten, abwarten, weiter warten… 

Montag, 06. Oktober 2025

Praia de Santa Bárbara

Stand der Dinge

Der Morgen ist noch einigermaßen verzweifelt. Philipp geht es nicht gut, auch nicht nach fünf Tassen Tee beim Frühstück. Er geht wieder ins Bett, ich pendel zwischen Zimmer, Terrasse und den Sesseln im Barbereich hin und her… Die Situation ist komplett unbefriedigend und ich habe nicht mal mehr Lust zu lesen. Da kommt Phil irgendwann um die Ecke und schlägt einen möglichst kurzen Ausflug mit dem Auto vor. Was ich da im Repertoire hätte?

Praia de Santa Barbara

Haken hinter. Wir sind mal raus gekommen. War jetzt nicht überragend aber wir haben endlich Wellen gesehen. Auf der Rückfahrt halten wir noch für Wasserflaschen und Taschentücher am Supermarkt, und dann geht es für Phil wieder ins Bett und für mich auf das Sofa in der Lobby… Abenteuerlicher Tag, oder?!

Dienstag, 07. Oktober 2025

Ananás Santo António [!!keine Werbung!!]

Abwarten und Tee trinken…

Philipp geht es besser, aber ich habe jetzt Hals- und Kopfschmerzen und reichlich schlechte Laune. Beim Frühstück helfen mir Obst und Tee kurzfristig. Wir legen uns wieder hin und warten auf Besserung… Die nicht eintritt. Aber da mir Tee helfen könnte, machen wir heute einen Ausflug zur…

ältesten Teeplantage Europas.

Schöpferisches Päuschen

Es ist bei Gorreana zwar sehr nett, aber Philipp hält es leider nirgends besonders lange. Und mangels zündender Ideen, legen wir erstmal eine zweistündige Auszeit im Hotel ein. Später wollen wir noch zu ein, zwei, drei Ananasplantagen in der näheren Umgebung, aber das ist nur eine vage Vorstellung, wir lassen es auf uns zukommen.

Ananas, Ananas, Ananas

Plantação Ananases A Arruda [!!keine Werbung!!]

15.30 Uhr Jap! Wir machen das! Zuerst fahren wir zu Santo Anonio Ananas [!keine Werbung!] – ich hatte schon gelesen, dass es nur ganz wenig zu sehen gibt, deshalb bin ich auch nicht enttäuscht, als sich dies bestätigt. Ein Ehepaar aus Utah startet gerade ihre kostenlose „Führung“, der wir uns direkt anschließen. Es dauert keine zehn Minuten und es ist im Endeffekt nur ein Reingucken in die Gewächshäuser mit ein paar wenigen Erklärungen, aber es war trotzdem kein Fehler, herzukommen, denn hier essen wir noch das beste Eis aller Zeiten! Ananas-Eis natürlich!

Dienstag, 07. Oktober 2025

Wenige Minuten entfernt befindet sich die Ananasplantage A Arruda [!keine Werbung!], wohin wir durch ein paar enge Gassen durch müssen… Vor Ort ist es dann irgendwie seltsam: Ja, es ist defintiv hübsch hier und man kann ein paar mehr Gewächshäuser sehen – aber ob Führungen oder ähnliches möglich sind, ist leider nicht ersichtlich. Die Anlage ist überschaubar aber sehr fotogen. Trotzdem packt es uns nicht. Der Souvernirladen ist riesig und teuer. Genau wie das angeschlossene Café: zum Beispiel kostet ein Ananas-Eis oder ein Glas Ananassaft 8 Euro, ein Stück Ananaskuchen 7 Euro und so weiter. Wir denken, wir sind schlau, und nehmen das Tasting Board für 10 Euro, aber es stellt sich heraus, dass es sich lediglich um fünf Cracker und drei Sorten Ananas-Irgendwas handelt. Ein Chutney mit Ananas, ein Senf mit Ananas und eine Marmelade mit Ananas – alles lecker aber viel zu wenig Cracker. Ein Ananas-Likör ist auch mit dabei, aber den will keiner von uns, auch wenn ich ihn zumindest probiere.

Plantação Ananases A Arruda [!!keine Werbung!!]

Die Ananasplantage, wo ich vor ein paar Tagen schon alleine gewesen bin, ist unsere dritte Anlaufstelle. Heute bekommen wir beinahe den letzten freien Tisch und entsprechend warm und laut ist es dort unter der Plane, die ich letztes Mal als sehr angenehm weil Schatten spendend empfunden habe. Wir bestellen Wasser, Ananassaft, Ananas pur, Ananastörtchen und Joghurt mit Ananas und Granola. Alles in Allem 16,50 Euro – da kann sich A Arruda eine Scheibe von abschneiden! Und außerdem sind wir jetzt wenigstens satt für heute.

Plantação de Ananás dos Açores [!!keine Werbung!!]

Es geht zurück ins Hotel und es bleiben die Fragen: Können die verbleibenden Tage das Ruder noch rumreißen? Kann Sao Miguel unsere Herzen noch erobern? Oder hat die Insel keine Chance weil wir so außer Gefecht gesetzt sind? Und werde ich morgen dann vollends flachliegen, trotz des heutigen Schon-Programms mit Tee und Vitaminen?

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Plane Watching Teil 1

PDL Plane Watching

11 Uhr. Wir halten spontan am Flughafen Ponta Delgada weil wir hier eh gerade vorbei kommen. Man fährt die ganze Zeit parallel zur Startbahn und plötzlich tun sich ein paar Parklücken auf, von denen ich auch schon gelesen hatte. Leider steht man hier ganz am Ende der Startbahn, eigentlich genau gegenüber des kleinen Flughafengebäudes. Daher nehmen wir uns vor, auf dem Rückweg weiter vorne zu halten, um auf Höhe der Startbahn zu sein. Trotzdem sehen wir eine kleine Maschine starten, die zu einer anderen Azoreninsel fliegt. Das ist hier ja für die Azoreaner wie Bus fahren. Das haben wir schon auf Hawaii 2016 so wahrgenommen, Inselhüpfen per Flieger ist für die Einheimischen eben gar nicht so ungewöhnlich wie für unsereins. Und irgendwann werden wir uns auch nochmal in so einen kleinen Flieger trauen… Ob nun von Terceira nach Faial oder von Kauai nach Maui – im Idealfall beides!

Sete Cidades

Plane Watching Teil 2

PDL Plane Watching

15.10 Uhr. Wir sind wieder beim Flughafen und halten dieses Mal ein bisschen weiter Richtung Startbahn. Laut Website des Flughafens soll in fünf Minuten eine Maschine der azoreanischen Airline nach Lissabon starten – das wollen wir uns anschauen.

Die Treppe wird von der Maschine weggefahren, die Maschine wird rückwärts rausgeschoben, rollt zur Startposition und dann wird es ganz schön laut! Es ist immer wieder faszinierend, das anzuschauen – leider ist für das eigentliche Abheben dann doch auch ein riesiger Busch im Weg, aber egal.

Feierabend

Heute haben wir ja mal verhältnismäßig viel erlebt! Ich hab zwar immer noch Halsschmerzen aber dagegen hilft, zumindest kurzfristig, später noch eine schöne kühle Acai Bowl in dem Bowl Laden gegenüber vom Hotel. Nicht günstig aber immer wieder lecker. Und ich muss sagen: Für mich bisher das größte Stück Hawaii auf den Azoren. Bisher kann ich nicht wirklich Parallelen erkennen, abgesehen von „großartiger Natur“ im Allgemeinen, aber das bedeutet nicht, dass sie sich unbedingt ähnlich sind! Wobei, doch! Eins finde ich schon von Anfang an: Der Sete Cidades Krater erinnert mich schon bevor ich dort gewesen bin an den Diamond Head auf Oahu! Und der war ebenso ein Traum! Was ihnen aber definitiv gemein ist, und was wahrscheinlich auch gemeint ist, ist die abgeschiedene Lage mitten in einem Ozean, weit entfernt vom Festland.

Donnerstag, 09. Oktober 2025

Miradouro da Nossa Senhora da Paz

Vila Franca do Campo

Nicht unser Tag!

Wir verlassen den Berg, widmen uns dem Abenteuer Tankstelle, versuchen vergeblich, einen Parkplatz in Ponta Delgada in der Nähe des Botanischen Gartens zu finden weil wir im dortigen Café/Restaurant etwas essen wollen, und geben dann schließlich auf, fahren zum Hotel und liegen wieder eine Weile rum. Ich für meinen Teil frage mich langsam, warum wir nicht einfach nur zehn Tage auf der Insel gebucht haben. Aber ich weiß es: Der Plan war, ausgiebig wandern zu gehen, und da mir das nicht möglich ist, kommen uns zwei volle Wochen mittlerweile viel zu lang vor!

Später treibt uns der Hunger wieder vor die Tür. Wir gehen Richtung Hafen und in ein 5 Sterne Hotel weil wir die dortige Roof Top Bar besuchen wollen – wir fühlen uns aber unwohl in unseren Outfits und gehen direkt wieder raus. Nebenan im Casino soll eine Sports Bar sein – das klingt passender. Wir gehen rein und stellen fest, dass es auch hier viel, viel zu schick zugeht, und machen auch hier auf dem Hacken kehrt.

Vor etwa einer Woche war Phil ganz in der Nähe Burger essen. Das machen wir jetzt – es ist eine Notlösung. LEBENSmittel sind das für mich nicht – und das bedauere ich zutiefst vor dem Hintergrund, dass ich erkältet bin und gerne etwas Gesundes gegessen hätte. Aber immerhin sind wir satt!

Donnerstag, 09. Oktober 2025

Wir sinnieren am Tisch noch ein wenig darüber was es denn genau ist. Was ist unser Problem mit der Insel? Ich glaube wir hatten einfach sehr viel Pech. Aber auch abgesehen davon. Wir kommen überein, dass wir die Insel nicht so richtig „fühlen“. Das geht uns auf Madeira ganz anders. Ja, Sao Miguel ist schön. Aber ohne die Möglichkeit, die Natur WIRKLICH zu erkunden (nach dem Motto „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“), ist sie eben auch nicht mehr als das. Nice. Punkt. 

Freitag, 10. Oktober 2025

Ein Schluck Azoren – Besuch bei Cha Porto Formoso

Langsam in den Tag starten

… als ob ich ein anderes Tempo an den Tag legen könnte… Aber genau gemeint ist damit, dass ich heute länger liegen bleibe und das eintönige Frühstück gerne vertrödele. Philipp geht alleine und ich versuche mich von den nächtlichen Scharchstörungen zu erholen, die letzte Nacht ist schlimmer gewesen als die Nächte zuvor…

Zuerst zieht es uns dann zu einem Quad- und Buggy-Touranbieter ganz in der Nähe, wo wir uns bzgl. der Buggytouren und deren Machbarkeit mit meinem Hinkefuß erkundigen wollen. Es klingt alles machbar aber ich möchte morgen früh spontan entscheiden, ob wir am selben Tag die Nachmittagstour machen, es könnte ja auch sein, dass meine Erkältung schlimmer wird. Ich kann vorweg nehmen, dass ich mich dagegen entscheide, denn meinen Fuß stundenlang durchrütteln zu lassen, kommt mir falsch vor.

Gegen halb 12 treffen wir im nicht allzu weit von dort entfernten Amora Café [!!!keine Werbung!!!] ein, wo wir die Tage schon gewesen sind. Hier bestellen wir Tee und Kaffee und für mich endlich ein Frühstück in Form von Cheese Toast und Joghurt mit Obst und Granola. Das ist mal etwas richtig Schönes im Vergleich zum Hotelbuffet, und das zahle ich gerne einmal extra, es ist eh nicht teuer.

Rund um Ribeira Grande

Dinner im Botanischen Garten

Freitag, 10. Oktober 2025

Gestern hatten wir bereits unser Glück versucht – heute gelingt es uns, eine Parklücke zu ergattern! Am Jardim Botanico Antonio Borges, einem der Botanischen Gärten in Ponta Delgada, stehen wir kostenlos am Straßenrand und können zu Fuß problemlos das dortige kleine Café erreichen.

Dies hatte ich erst vor wenigen Tagen online entdeckt und hier gibt es viel Grünzeug z.B. in Form von Bowls und Stullen. Darauf freuen wir uns – und es wird auch großartig! Matcha Latte gibt es auch! Was wollen wir mehr? Natürlich hat das alles seinen Preis aber auch der Service ist super und letztlich sind 35 Euro für drei (fancy) Getränke und zwei gesunde Mahlzeiten auch fast noch in Ordnung. 

Samstag, 11. Oktober 2025

Praia das Milicias

„Das wird heute richtig gut!“

… sage ich zu Philipp als wir um viertel nach elf vorm Hotel losfahren. Er hat das Auto geholt und mich eingesammelt (manchmal haben wir das so gemacht, vor allem wenn er sehr weit weg geparkt hatte). Das erste, das zwei Minuten später passiert, ist, dass Frau Navi uns in eine Sackgasse schickt und von uns verlangt, eine Unterführung zu benutzen, die ich persönlich als Fußgängerunterführung betrachten würde…

Surfer gucken an der Praia das Milicias

Praia das Milicias

Es waren eigentlich nur vier Kilometer vom Hotel bis zu unserem ersten Ziel heute. Dazu sei gesagt, alle heutigen Ziele haben wir gestern Abend bzw. heute Morgen relativ leidenschaftslos und willkürlich gewählt – entscheidend war immer nur das Vorhandensein eines nicht zu kleinen Parkplatzes, damit wir auch eine Chance haben.

Dies ist hier auf jeden Fall gegeben. Also können wir uns den Strand von Ponta Delgada einmal näher anschauen, denn wir waren ja noch gar nicht richtig an einem Strand hier! Vielleicht kommt deshalb nicht so richtig Urlaubsfeeling auf?

Samstag, 11. Oktober 2025

Mein erster Eindruck: Schwarzer Sand, gelbgrünes Gestrüpp am Rande – Gedanken an Hawaii kommen doch auch auf! Genauer: Big Island 2016. Diese Farben kenne ich definitiv von dort und das verwundert nicht, wir reden bei beiden Inseln über vulkanische Ursprünge.

Es gibt einen langen Holzbretterweg, verlängert mit einem anderen festeren Untergrund, um den Strand auch Rollstuhlfahrern zugänglich zu machen, das ist jetzt Zufall, und deshalb komme ich mit meinem Hinkefuß auch ganz gut voran. Wir setzen uns auf zwei große Steine und schauen rund 20 Minuten auf die Wellen vor uns, in denen ein Surflehrer eine Gruppe Kinder und Jugendliche versucht im Auge zu behalten. Zuvor hatten sie noch Aufwärmübungen im Trockenen gemacht und jetzt können wir beobachten, wer es schon aufs Brett hoch schafft und wer noch der Paddelfraktion angehört. Ein Wahnsinnsgefühl muss das sein, wenn man es im richtigen Bruchteil der Sekunde mit voller Körperspannung hoch aufs Brett schafft und es dann erstmal nur eine und später viele Sekunden am Stück schafft, oben zu bleiben… Die verschiedenen Stadien der Surfkünste können wir hier gut beobachten; nur Vollprofis sind natürlich nicht dabei, die haben wir neulich an der viel wilderen Nordküste gesehen.

Praia das Milicias

Als wir es in der gleißenden Mittagssonne nicht länger aushalten, brechen wir wieder auf. Schade, dass es hier keinen Flecken Schatten gibt. Irgendwie könnten wir uns sehr gut vorstellen, hier morgen nochmal mit Badezeug herzukommen, oder zumindest mit Handtuch, in meinem Fall. Ich kann keinen Urlaub „am Meer“ verbracht haben, ohne nicht einmal die Füße ins selbige gesteckt zu haben! Inselurlaub ist für mich zweifelsohne, im Flutsaum spazieren zu gehen – und das fehlt mir hier bisher! Ganz rein gehen würde ich zwar auch aufgrund der Hitze, aber das wäre vermutlich keine gute Idee mit meinem Fuß.

Berg und Tal

Sonntag, 12. Oktober 2025

Praia das Milicias

Shopping

11 Uhr. Wie schon letztes Jahr in Canico de Baixo, nutzen wir den Sonntag, um bei Decathlon [!!!Keine Werbung!!!] einzukaufen! Ich brauche ein paar mehr Merinowolle-Shirts – und werde auch fündig. Philipp schwatze ich eine Jacke auf.

Strand

Praia das Milicias

12 Uhr. Wie schon gestern, finden wir uns am Stadtstrand von Ponta Delgada ein, der Praia das Milicias, wo wieder eine Gruppe Kinder mit ihrem Surflehrer im Wasser zu sehen ist, und wir fläzen uns ein Stück davon entfernt in den dunklen Sand. Ich bin ganz stolz, eine geschlagene Stunde in der Mittagshitze auszuhalten, länger ist bei mir nicht drin am Strand. Wichtig war mir außerdem nur, mal ein Viertelstündchen im Flutsaum auf und ab zu wandeln, denn ohne die Füße in die atlantischen Wellen getaucht zu haben, wäre das wirklich gar kein Urlaub gewesen! Die vergangenen beiden Wochen hatten schon generell wenig von einem echten Urlaub. Also wenigstens das jetzt!

Sonntag, 12. Oktober 2025

Hotel

Zurück an unserer Unterkunft, räumen wir unseren Mietwagen leer, denn den wollen wir nachher bald abgeben. Aber nicht ohne ein kurzes Nickerchen gemacht zu haben.

City

15 Uhr. Wir geben unseren Mietwagen drei Stunden vor unserem Time Limit ab – auch das läuft wieder unproblematisch. Sobald die Kaution in Höhe von 2100 Euro auf meiner Kreditkarte wieder gutgeschrieben ist, kann ich diesen Anbieter guten Gewissens weiterempfehlen!

City Walk

Um nicht so weite Wege zu Fuß machen zu müssen, haben wir uns vorab online ein sehr nahe gelegenes Restaurant rausgesucht gehabt und dort gehen wir jetzt hin. Fast zwei Stunden lang lassen wir es uns hier gut gehen. Wir essen lecker und bleiben auch noch etwas länger für ein weiteres Getränk und darüber hinaus. Ein tolles Ambiente, ein super engagierter Kellner, der ideale Ort für Spinnereien und Träumereien – die viel mit Portugal zu tun haben, aber -wie mir im Nachhinein auffällt- so gar nichts mit den Azoren…

Stadtspaziergang

Aber was war denn GUT?

Seit ein, zwei Tagen nehme ich mir vor, auch zu notieren, was wir hier Schönes erlebt haben und was uns Positives wiederfahren ist. Denn trotz des kaputten Fußes, trotz der relativ starken Erkältungen bei beiden von uns, und trotz des nicht ganz so optimalen Hotels, war ja bei Weitem nicht alles schlecht!

Sao Miguel kann nichts dafür, dass wir gesundheitlich so geschwächelt haben. Und Sao Miguel kann nichts dafür, dass das Personal in unserem Hotel so trantütig war und wir uns hier nicht Willkommen gefühlt haben. Und doch waren dies die beiden großen Punkte, warum wir nicht sofort „Juhuuu! Wir müssen hier wieder herkommen!“ schreien!

Serra de Agua de Pau

Am Ende des Reiseberichts möchte ich aber gerne darauf eingehen, was GUT war! Siehe weiter unten.

Montag, 13. Oktober 2025

Abschied von den Azoren

Heute frühstücken wir noch einmal sehr ausgiebig, denn es ist das letzte Frühstück hier. Nicht, dass es besonders toll wäre, aber wir haben so viel Zeit.

Endlich geht es uns besser und dann ist das schon der Tag, an dem wir Koffer packen müssen. Aus diesem Grunde verzieht sich Phil nach dem Frühstück auch an den Pool, damit ich in Ruhe vorankomme.

Den restlichen Tag vertrödeln wir lesend im Bett, nur unterbrochen von einem Café-Besuch gegenüber bei einer sehr netten Frau, die uns mit ein paar Brocken Deutsch verzaubert, die sie in zwei Semestern an der Uni in Coimbra irgendwann mal erlernt hat. Sie erinnert sich an die Zahlen von 1-10 sowie an Worte und Sätze wie Dankeschön, Bitteschön, Ein Bier bitte, Herzlichen Glückwunsch und weitere. Das Café ist als solches von außen nur schwer erkennbar, deswegen haben wir es erst vor wenigen Tagen wahrgenommen und sind heute zum ersten Mal hier. Das ist sehr schade, es gefällt mir dort sehr gut, ich hätte dort gerne jeden Tag gesessen, es ist direkt schräg gegenüber vom Hotel…

Montag, 13. Oktober 2025

Abends gehen wir dann auch noch mal raus, ein letztes Mal Bowls essen – jetzt ist es mir aber auch wirklich genug dort! Zum Nachtisch besuchen wir die Ananas Farm, die fußläufig entfernt ist, ein letztes Mal – für Philipp Ananassaft, für mich Ananasstückchen pur sowie eine Runde Souvenirshop, endlich!!

Und dann wird es hart: Wir stellen den Wecker auf 02.30 Uhr und löschen gegen 20.30 Uhr die Lichter! Leider ist das nicht von Erfolg gekrönt. Der Plan, möglichst früh einzuschlafen, geht nicht auf. Nach anderthalb Stunden machen wir wieder das Licht an und lesen. Danach kann zumindest einer von uns selig schlafen… Mir gelingt es erst gegen 1 Uhr und auch das nur unterbrochen von zahlreichen Schnarch-Störungen, sodass ich eigentlich fast gar nicht geschlafen habe, als wir aufstehen müssen…

Dienstag, 14. Oktober 2025

Dienstag, 14. Oktober 2025

4 Uhr. Flughafen Ponta Delgada. In nur fünf Minuten hat uns unser Taxi von der Hoteltür zur Flughafentür gebracht – die Straßen waren komplett frei aber der Fahrer auch nicht gerade zögerlich unterwegs.

6 Uhr. Wir sitzen im Flieger von Ponta Delgada nach Lissabon und warten noch auf das Ende des Boardings. Unterm Strich klappt dann aber alles zügig und reibungslos. Mein Highlight ist später natürlich der Anflug auf Lissabon: Der Cristo Rei, die Brücke des 25. April und der Parque Eduardo Vll sind klar und deutlich auszumachen – ich filme zum ersten Mal den Landeanflug mit dem Handy.

Heimreise PDL-LIS-HAM

Die knapp zweieinhalb Stunden in Lissabon vergehen sehr schnell. Ich gebe über 50 Euro bei der grünen Meerjungfrau aus weil wir Souvenirs und Heißgetränke brauchen, und erfreue mich mehrmals an absolut sauberen Sanitäranlagen!

12 Uhr. Wir steigen in die Maschine von Lissabon nach Hamburg. Wie gerne würden wir jetzt noch ein paar Tage in Lissabon bleiben! Ich bin froh, dass auch Philipp das mehrmals sagt, denn 2018 in Lissabon hatte ich nicht den Eindruck, dass er es so überragend fand, aber mittlerweile kann er wohl sondieren, dass das Novemberwetter unserem Aufenthalt damals nicht gerade zuträglich war.

Heimreise PDL-LIS-HAM

Der Flug ist ein Traum. Ich sitze am Fenster und kann unwahrscheinlich viel sehen. (50km) Nordwestlich von Salamanca bestaune ich den Stausee von Almendra. Später werde ich recherchieren, dass es sich um eines der größten Stausee- und Wasserkraftprojekte Spaniens handelt und im Grunde ein länderübergreifendes Stausystem zusammen mit Portugal ist. Von oben sieht es jedenfalls schon mal sehr beeindruckend aus!

Heimreise PDL-LIS-HAM

17 Uhr. Am Kofferband in Hamburg. Sofort wieder auf dem Boden der Tatsachen. Deutsches Gedrängel, Geschubse, Gemecker – wir sind zurück!

Die Rückfahrt mit dem Shuttle zum Hotel bzw. Auto ist zäh, denn es dauert 20 Minuten bis ich in der App eine Buchung platzieren, und dann noch weitere 40 Minuten bis unser Fahrzeug auch da sein kann. Dann geht es durch den Feierabendverkehr von Hamburg – das ist nicht gerade ein Geschwindigkeitsrausch.

Vom Hotel bis nach Hause vergeht die Zeit hingegen ziemlich gut. Nicht zum ersten Mal beenden wir unsere Reise im heimischen Dönerladen – weil wir heute noch nichts hatten außer einem belegten Brötchen in Lissabon.

Und nun müssen wir uns im mittlerweile sehr grauen, herbstlichen, mitunter nassen Deutschland wieder einfinden…

Abschließend aber noch das Fazit zu dieser Reise und „Was war eigentlich gut?„! 🙂

Ponta Delgda in Bildern – zum Durchblättern:

Praia das Milicias