Kowloon

Zurück zum Big Buddha.

15.12.2016 Bye Bye Hong Kong

Es geht bergauf

12Uhr: Wir haben einen entspannten Vormittag auf dem Zimmer verbracht und checken so spät wie möglich aus. Das Gepäck können wir hinterlegen und uns noch einen letzten Tag auf die Socken machen.

Ich habe noch zwei Stadtparks in Kowloon auf der Liste und ich glaube das passt ganz gut an unserem letzten Tag. Wir bleiben in der „Nähe“, also zumindest in „unserem“ Stadtteil und werden voraussichtlich nur entspannt spazieren gehen.

Nan Lian Garden

Mit der Metro ab Mongkok East erreichen wir mit einmal Umsteigen in Kürze die Station Diamond Hill. Sie befindet sich direkt am Shopping Zentrum Plaza Hollywood [!KEINE WERBUNG!] und ich hatte hier vorab über Google Maps einen Pizza Hut [!KEINE WERBUNG!] erspäht. Früher oder später finden wir ihn auch und kehren ein. Umgerechnet zahlen wir mal eben 50€ für ein Getränk, einmal Garlic Bread, welches wieder nicht nach meinem Geschmack ist, und zwei kleine Pizzen! Satt sind wir, keine Frage. Aber zu welchem Preis…

Direkt auf der anderen Straßenseite befindet sich dann der Nan Lian Garden, der zum Chi Lin Kloster gehört.

Dieser Park ist kleiner als der Hong Kong Park aber im Zweifel sogar noch schöner. Obwohl man sie vielleicht auch gar nicht miteinander vergleichen sollte. Ich kann jedenfalls beide empfehlen.

Der Nan Lian Garden liegt aber sehr weit weg von allen anderen touristischen Attraktionen, sodass man ihn wirklich gezielt aufsuchen muss, was wahrscheinlich nur Sinn macht, wenn man etwas länger in der Stadt ist, so wie wir.

Aber wenn man herkommt, kann man es hier wirklich nur schön finden! Im Vergleich zu außerhalb des Parks bzw. Gartens, ist es hier wirklich idyllisch ruhig, untermalt von entspannenden chinesichen Klängen. Auch am Abend ist der Park noch geöffnet und die zahlreichen Scheinwerfer lassen erahnen, dass er auch dann einen Besuch lohnt.

Man kann tolle Fotos machen von den grünen Hügeln, den Felsen und dem Wasserfall, im Hintergrund die kontrastreichen Hochhäuser!

Jede Pflanze, jeder Strauch ist nach speziellen Regeln und Methoden angepflanzt. Im Teehaus kann, wer mag, ein Päuschen einlegen.

Wir legen auf einer Bank eine kleine Rast ein und sehen auf dem Lageplan, den es am Eingang für die Besucher als Flyer gibt, dass es einen direkten Weg rüber zu dem Nonnenkloster gibt und gehen dann spontan noch hinüber.

Das Kloster wurde 1934 gegründet und ist ein großer und sehenswerter Tempelkomplex, zurzeit leider zum Teil ein bisschen Baustelle. Man findet hier u.a. kleinere und größere Buddhastatuen und hübsche Teiche mit Seerosen.

Kloster und Garten zusammen ergeben ein absolut tolles Ziel! Wir sind bis auf zwei Pärchen die einzigen westlichen Besucher hier. Daraus folgere ich, dass es wirklich keine der Top Attraktionen der Stadt sind aber ich würde es trotzdem wärmstens empfehlen!

Der Tag in Bildern – zum Durchklicken:

Bye Bye Hong Kong

Kowloon Walled City Park

15.15Uhr: Mit der Metro geht es wieder zwei Stationen zurück weil wir als nächstes in den Kowloon Walled City Park wollen.

Der ehemalige Stadtteil Walled City war früher ein Slum, in dem nach dem Ende der Besetzung durch Japan im Zweiten Weltkrieg viele chinesische Flüchtlinge ein Zuhause fanden. Der Bereich wurde damals dicht, und mit winzigen Wohnungen, in hohen Häusern bebaut.

Drogenhandel und Prostitution waren an der Tagesordnung, die sanitäre Situation furchtbar. 1993 begann man dann, die Gebäude zwangszuräumen und abzureißen und ein Jahr später, den Stadtpark zu schaffen. Dieser wurde dann vor sehr genau 21 Jahren eröffnet und ist heute preisgekrönt.

Wir erreichen ihn nach ein paar Gehminuten und müssen feststellen, dass er im Vergleich zum 3,5Hektar großen Nan Lian Garden doch recht klein ist und man kaum noch Mauerreste sieht.

Da wir inzwischen doch auch schon etliche Kilometer wieder in den Beinen haben, verweilen wir hier dennoch ziemlich lange! Ansonsten muss man aber nicht extra herkommen!

Friedhof

Auf dem Rückweg zur Metro sehen wir dann zufällig einen Friedhof und sehen uns um weil wir es ziemlich spannend finden, im Ausland zu sehen, wie die Friedhöfe gestaltet sind.

Wie ich bereits gelesen hatte, sind in Hongkong nicht nur die Wohnungen für die über 7 Mio Einwohner knapp sondern auch die Friedhöfe überfüllt, was man hier absolut sehen kann.

Erst nach einigem Hin und Her Gehen stellen wir fest, wo überall Urnengräber sind, nämlich sogar in den umliegenden Gebäuden, die man für Wohnhäuser halten könnte. Rund 90% der Toten werden verbrannt statt begraben – und selbst so ein Urnenplatz liegt mal eben umgerechnet zwischen 8.000 und 100.000€. Die Urnen werden dann in eine Urnenwand gestellt, deren Fächer wirklich nur so groß sind, dass die Urne gerade reinpasst.

Die Asche in Parks oder auf dem Meer zu verstreuen oder zu Edelsteinen schmelzen zu lassen, wird zwar in letzter Zeit vermehrt angeboten aber nicht wie gewünscht angenommen, da dies der chinesichen Tradition widerspricht, die besagt, dass der Tote, wurde er an einem schönen Ort begraben, der Familie Glück bringt… In Seniorenheimen versucht man hier inzwischen diese Einstellung zu kippen.

Bye Bye Hong Kong

Rückweg

Wir beschließen, dass es nun an der Zeit ist, zum Hotel zurück zu kehren. Wir müssen mit der Metro unterwegs einmal umsteigen, in zwei Geschäften kaufe ich den Peanut Butter m&m-Bestand auf und dann lassen wir uns unser Gepäck aushändigen und setzen uns noch anderthalb Stunden in die Lobby.

Fazit zu unserem Hotel in Kowloon

An dieser Stelle will ich kurz meine zusammenfassende Meinung über das Metropark Hotel Kowloon [!KEINE WERBUNG!] zum Besten geben.

Ich hatte keine Ahnung gehabt ob Hong Kong Island oder Kowloon besser ist zum Wohnen und so haben wir uns für Kowloon entschieden, einfach weil wir das Metropark von Anfang an im Auge hatten, es durchweg tolle Bewertungen hatte und vergleichsweise günstig war.

Und im Nachhinein haben wir damit alles richtig gemacht! Es war gerade renoviert worden (!), hat sehr schöne Zimmer mit allem möglichen Schnick Schnack und die Nachtruhe wurde durch absolut nichts gestört (außer dem allabendlich schreienden Baby im Nachbarzimmer – aber das kann ich dem Hotel nicht anlasten).

Im Hotel kann man auch Geld wechseln, Frühstück dazu buchen und am Besten ist natürlich der Shuttleservice: Zum Flughafen preiswert und zur Metro bzw. zum Pensinsula kostenlos.

Wer nur ein bis drei Nächte für einen Stop Over in der Stadt ist, ist aber möglicherweise im südlichen Kowloon oder auf Hong Kong Island etwas besser aufgehoben, je nachdem, was er sehen und unternehmen möchte. Andererseits hilft der Hotelshuttle wirklich extrem weiter und die Taxikosten sind gering.

Aufgrund des wirklich nicht gut ausgebauten Metronetzes in der gesamtem Stadt (im Hinblick auf die geringe Anzahl an Stationen, die daher entsprechend weit auseinander liegen), also einschließelich Hong Kong Island, kann man also auch dort unter Umständen sehr schlecht wohnen. Auf Hong Kong Island würde ich bei einer Unterkunftssuche also immer darauch achten, mich möglichst weit westlich oder mittig zu orientieren und mich idealerweise in Metro-Nähe einbuchen!

Kommt mit! Es geht nun nach Hause und ich verrate dir abschließend wie mir Hongkong gefallen hat!