Noah´s Ark, Central Plaza Tower & Victoria Harbour

Zurück nach Macao.

13.12.2016 Enttäuschungen überwinden

Nicht der beste Tag

Die Nacht war, erwartungsgemäß, zu kurz für mich. Ich komme nicht so richtig in die Gänge und verschiebe die Hauptattraktion unseres heutigen Tages auf morgen.

Ursprünglich wollten wir heute nach Lantau fahren, zu erst zum Big Buddha und dann zur Arche Noah. Ersterer ist eine der größten oder gar die größte freistehende Buddhastatue der Welt und befindet sich nahe des Klosters Po Lin, das zu den wichtigsten Klöstern des Buddhismus zählt. Dementsprechend frequentiert sind beide Attraktionen und da die Anreise von Hong Kong und auch Kowloon aus, recht lange dauert, ist es besser, das ganze zu vertagen, wenn man nicht so ganz auf der Höhe ist!

9.30Uhr: Aufbruch

Aber wir wollen trotzdem nach Lantau, denn gleich als erstes, wenn man die Insel erreicht, findet man den Freizeitpark Noah´s Ark [!KEINE WERBUNG!] vor.

Wir gehen zur Mong Kok East Station, an die sich das MOKO Shoppingcenter [!KEINE WERBUNG!] anschließt und erstehen Tickets für den Noah´s Ark Shuttle.

Zunächst ist aber noch etwas Zeit für ein Starbucks [!KEINE WERBUNG!]-Frühstück im 2. OG.

10.30Uhr: Noah´s Ark Shuttle

Es geht pünktlich los, die Fahrt dauert ca. eine halbe Stunde und wir erreichen als allererste den Ticketschalter des Parks.

Nicht der beste Tag

Es muss auch mal was schief gehen…

Wie sich herausstellt, ist die Arche eine Attraktion für (kleine) Kinder, die im Idealfall Englisch oder vor allem Chinesisch sprechen und lesen…

Ich hatte mir das ganze aber viel interessanter und informativer vorgestellt… Im Internet klang das ganze sehr vielversprechend und wurde in den höchsten Tönen gelobt.

Es hieß, es gäbe Ausstellungen und Aktivitäten, die die Geschichte und Kultur der Insel mitten in der Natur thematisieren. Und auch astronomische Ausstellungen im neuen Solar Tower. Der „Freizeitpark“ hat, so dachte ich, somit jede Menge Attraktionen, nicht nur für Familien oder Kinder.

Aber weit gefehlt! Zunächst betritt man den „Nachbau der Arche in Originalgröße“, wie es so schön heißt, irrt darin aber umher und findet jede Menge verschlossene Türen, auf gar keinen Fall aber andere Touristen.

Im obersten Geschoss befindet sich das Hotel & Resort, von dem ich nicht weiß, wer hier ernsthaft übernachtet, da es sich hier bei aller Liebe nicht ansatzweise um ein Disneyland Resort [!KEINE WERBUNG!] o.ä. handelt.

Irgendwann findet man dann ein paar Räume für Kinder, teilweise mit Betreuung, teilweise zum Informieren zum Thema. Aber auch die Welt und der Umweltschutz werden konsequenterweise zum Teil mit aufgefriffen.

Wieder draußen, erblicken wir die Tsing Ma Brücke, die immerhin elftlängste Hängebrücke der Welt und einen kleinen Strand.

Durch einen anderen Eingang erreichen wir einen weiteren Bereich innerhalb der Arche – in diesem sind ein paar Tiere ausgestellt. Und da sich Zebras, Elefanten und Co. weder preigsünstig noch platzsparend unterbringen lassen, hat man was gemacht? Natürlich kleinere Tiere auf engstem Raum eingesperrt, darunter Tukane, Insekten, Frösche, Spinnen, Fische und Schildkröten – letztere haben es mir angetan.

Es folgen Zeitungsartikel zum angeblichen Fund der echten Arche, Arche-Modelle in allen möglichen Farben, Formen und Größen und ein kurzer kindgerechter Film über die arme Erde, die unter Abgasen, Müll, etc. zu leiden hat und besser behandelt werden möchte. Schön gemacht – aber nun eben für Kinder!

Da wir leider schon um elf Uhr hier angekommen waren, ist es jetzt noch nicht möglich mit dem Shuttle zurück zu fahren. Es ist erst 12Uhr und der erste Shuttle von der Arche weg, geht um 14Uhr

Nicht der beste Tag

Solar Tower [!KEINE WERBUNG!]

Im Arche-Flyer ist aber auch der Solar Tower abgebildet. Also wollen wir diesen noch aufsuchen, vielleicht finden wir ja dort unser Glück. Seltsamerweise muss man dazu das Arche-Gelände komplett verlassen und auf der anderen Straßenseite einen kleinen Hügel erklimmen.

Am Turm angekommen, stellt sich sehr schnell raus, dass hier auch nichts weiter für uns zu machen ist. Offenbar gibt es Kinder- und Seniorengruppen, die hier Führungen machen aber für Individualbesucher, wie wir es sind, gibt es keine wirklichen Informationen oder etwas zu sehen, außer vielleicht vom obersten Deck, einer Art Terrasse, von wo aus man ein bisschen die Umgebung überblicken kann. Aber das reißt es dann auch nicht mehr heraus!

Und dann gibt es mehr oder weniger zwischen Turm und Arche noch einen parkähnlichen Garten. Versuchen wir das doch!

13Uhr: Wasserfall und Weihnachtsmelodien

Der Garten ist nicht sehr groß. Wir setzen uns in den Schatten und lassen die Zeit verstreichen. Wir lauschen den Rainbow Falls und den viel zu lauten weihnachtlichen Melodien, die aus irgendwelchen Lautsprechern kommen. Fragt sich nur für wen – denn wie auch schon auf dem Archegelände und am Solar Tower, ist auch hier so gut wie keine Menschenseele zu sehen

14Uhr: Rettung naht

Wir sitzen schneller im Shuttlebus als der Shuttlebusfahrer gucken kann! Innerhalb einer halben Stunde geht es wieder zurück zum MOKO, von dem ich mir durch einen kleinen aber intensiven Shoppingrausch einen Trost verspreche aber schnell stellen wir fest, dass das hier nicht unsere preisliche Liga ist! So langsam erwarte ich von diesem Tag aber auch kaum noch etwas anderes…

Flucht nach vorn

Wir peilen die Station Mongkok an, die nicht weit von Mongkok East liegt. Es sind ungefähr sechs Häuserblocks nach Westen. Unterwegs machen wir einen ganz kleinen Umweg durch eine der Marktstraßen mit ihrem touristisch-kitschigen Angebot aber ich bin arg schnell reizüberflutet!

Mit der Metro geht es also nach Hong Kong Island! In Admiralty steigen wir aus und suchen uns den Fußweg zum Central Plaza Tower, von dem wir hoffen, dass er nicht wie der Bank of China Tower seine Aussichtsplattform vor einem Jahr oder so geschlossen hat…

Central Plaza: 46. Etage

Der Central Plaza Tower ist 374m hoch und somit eines der höchsten Gebäude der Stadt. Er hat 78 Etagen und in der 46.  befindet sich der öffentliche Bereich, keine richtige Aussichtsplattorm aber mit einwandfreien Aussichtsmöglichkeiten, kostenfrei und damit ein absoluter TIPP!!

Auch hier ist fast nichts los, irgendwie haben wir heute alles für uns! Die Sicht könnte wettertechnisch zwar besser sein aber man erkennt alles in der näheren und weiteren Umgebung, vor allem, die Straßen unter sich, und, dass man unglaublich weit oben ist!

Zurück im Erdgeschoss machen wir eine kleine Rast bei Pacific Coffee [!KEINE WERBUNG!], der Hongkonger Variante von Starbucks [!KEINE WERBUNG!]. Was soll ich sagen? Der Gründer von Pacific Coffee stammt aus Seattle…. der Wiege von Starbucks!

Der Tag in Bildern – zum Durchklicken:

Nicht der beste Tag

Zurück nach Kowloon

16.45Uhr: In Central bzw. auf Hongkong Island hält uns nichts mehr.

Wir brechen auf – der Wan Chai Ferry Terminal „um die Ecke“ entpuppt sich dann aber doch als 20 Gehminuten entfernt und die Fähre ist von hier teurer als vom Bankenviertel aus – aber wir fahren aus Versehen Upper Deck, also ist das vielleicht auch der Aufpreis!

Spaghetti House [!KEINE WERBUNG!] die Zweite

Bevor wir groß suchen, beschließen wir, unseren Hunger genau wie gestern im Spaghetti House im Star House gegenüber der Star Ferry zu stillen, schließlich hatte es uns dort im Grunde ganz gut gefallen.

Meine gestrige Begeisterung ist aber schnell dahin:

-Die Bedienung ist heute nicht schneller oder freundlicher als gestern obwohl das Restaurant deutlich leerer ist.

-Unsere gemeinsame Vorspeise, wieder Garlic Bread, wieder nicht knusprig und noch dazu in der selben Pfanne wie Tier gebraten – ich ekele mich kurz weil es für mich zu sehr nach Tier schmeckt.

-Meine Spaghetti mit Tomatensauce und Gemüse sind etwas zu lange gekocht und etwas zu geschmacklos.

-Die Preise sind horrend – das war mir gestern noch nicht SO klar gewesen.

Fazit: Es war ok aber ich würde nun nicht mehr wieder hingehen und auch keine Empfehlung mehr aussprechen aber es gibt auch nicht wirklich Alternativen, es sei denn man steht auf billiges Fast Food.

Hafenrundfahrt

19Uhr: Wir haben uns jetzt doch noch dazu entschieden, eine Harbour Cruise im Victoria Harbour zu machen. Schließlich ist der Hafen das absolute Herz der Stadt und jetzt bei Dunkelheit von allen Seiten spektakulär beleuchtet. Die Wolkenkratzer scheinen sich gegenseitig überbieten zu wollen.

Die Tour dauert etwas über eine Stunde und man hat Kekse (!) und ein Getränk pro Person inklusive. Somit haben wir während der Fahrt nicht nur tolle Ausblicke sondern auch gleich einen leckeren Nachtisch.

Man sitzt vorwiegend drinnen, was uns bei dem Fahrtwind entgegen kommt, aber es gibt auch einen kleinen Außenbereich, den man wenigstens zum Fotografieren aufsuchen kann.

Der Tag klingt aus

20Uhr: Symphony of Lights

Die allabendliche Lichterschow im Victoria-Hafen beginnt normalerweise um 20.15Uhr und dauert acht Minuten, jetzt in der Weihnachtszeit beginnt sie aber schon um 20Uhr und so können wir sie direkt nach der Harbour Cruise in Ferry Terminal-Nähe bestaunen.

Es ist sozusagen eine Licht- und Klangshow, von der ich, kurz gesagt, mehr erwartet hatte. Auf beiden Seiten des Hafens werden mehr als vierzig Gebäude mittels farbiger Laser, Lichter und Scheinwerfer in Szene gesetzt. Bis auf die (viel zu schwachen) Laser ist das aber ab Einbruch der Dämmerung sowieso alles der Fall. Nur bei der Symphony of Lights kommt dann noch Musik hinzu.

Da zurzeit Winterfest in Hongkong ist, gibt es diverse Extra Aktionen, darunter die erweiterte Lichtershow, die auf die Symphony of Lights folgt. Spontan beschließen wir aber, den nächsten Shuttle zum Hotel zu ersprinten, da wir sonst eine geschlagene Stunde auf den nächsten warten müssten!

20.45Uhr: Wir sind im Hotel angekommen und widmen uns der allabendlichen Beschäftigung bestehend aus Bad und Laptop.

Komm mit! Es geht weiter zum Big Buddha!