Longines Hong Kong International Races

Zurück zum Süden von Hongkong Island.

11.12.2016 Ein Tag in Sha Tin

Heute wollen wir uns dann doch einmal in die New Territories vorwagen. Unser Ziel ist die große Pferderennbahn in der Nähe von Sha Tin, einer der großen „New Towns“ von Hong Kong.

Das Pferderennen führten einst die Briten in Hong Kong ein und es ist heute extrem beliebt bei den Einheimischen, da ihnen Lotto und Glücksspiel untersagt ist; erlaubt sind ausschließlich Wetten bei Pferderennen und Fußballwetten.

Unser Eroberungsfeldzug durch Hongkong

09.45Uhr: Experiment Metrofahren

Wir gehen zu Fuß binnen weniger Minuten zur Metrostation Mong Kok East, nicht zu verwechseln mit der etwas weiter entfernten Station Mong Kok, wo auch unser Hotelshuttle hält.

Die Linie, die durch Mong Kok East kommt, hält allerdings an keinen spannenden Punkten oder in der Nähe davon, außer eben man will in die New Territories, z.B. zum Pferderennen in Sha Tin.

Zuerst kaufen wir uns beim Bäcker bzw. Subway [!KEINE WERBUNG!] ein Frühstückchen und trödeln damit herum weil wir noch viel Zeit haben.

Nach dem Ticketkauf sind es nur vier Stationen bis Fo Tan. Eigentlich sollte an Renntagen die Rennbahn auch direkt angefahren werden aber ab Fo Tan sind es gerade mal zehn Gehminuten – man folgt einfach dem nicht abreißenden Strom aus Menschen, die alle zur Rennbahn pilgern!

Ankunft an der Sha Tin Rennbahn

Es gibt sehr viele Eingänge, sodass es sich nicht wirklich staut und man ziemlich schnell rein kommt – und das sogar vor der eigentlichen Öffnungszeit, denn normalerweise wird erst zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn geöffnet aber heute ist ein besonderer Renntag, an dem die Longines Hong Kong International Races stattfinden! Diese bestehen aus insgesamt zehn Rennen, mit vier Hauptrennen: Dem Hong Kong Vase, Hong  Kong Sprint, Hong Kong Mile und Hong Kong Cup. Letzterer ist natürlich am wichtigsten. Den Siegern dieser Rennen werden Millionen ausgeschüttet.

Wir müssen an der Kasse in der Touristenschlange stehen, unsere Reisepässe vorlegen und einen höheren Eintrittspreis als Einheimische zahlen. Immerhin gibt es dazu gratis ein Cappy pro Person mit dem Logo der Longines Hong Kong International Races!

Unser Eroberungsfeldzug durch Hongkong

Umherirren und Eingewöhnen

Erst um 12.25Uhr soll das erste Rennen beginnen, da haben wir ja noch genug Zeit, meint man.

Aber Pustekuchen… Bis wir uns zurecht gefunden haben, ist es längst soweit! Zunächst kann man sich nämlich gar nicht vorstellen wie riesig das Gelände ist und wie viele Besucher hier wohl Platz finden mögen, dagegen ist die Neue Bult in Hannover ein Kindergarten.

Natürlich ist alles ähnlich im Sinne von Rennbahn, Tribüne, draußen, drinnen, Gastronomie, Wettschalter, etc. – aber unsere erste Hürde ist es, einen Kugelschreiber zu organisieren (Stichwort Kugelschreiberautomat!). Dann gilt es ein WC zu finden. Dann zu eruieren, wie man chinesische Wettscheine ausfüllt und noch dazu abgibt. Aber genau kurz vor Startschuss haben wir es geschafft und sogar Sitzplätze gefunden.

12.25Uhr: Erstes Rennen

Das erste Rennen geht über 1200m und ist mit 1,2 Mio HKD als Preisgeld wirklich nur das Vorspiel für die Rennen, die noch folgen werden.

Meine Platz-Wette geht fast auf, aber eben nur fast – House of Fun wird nur Vierter.

Danach müssen wir uns aber beeilen – wir kaufen Wasser, geben neue Wettscheine ab, suchen neue Sitzplätze und schon geht es wieder los.

12.55Uhr: Zweites Rennen

Prompt liege ich richtig! Ho Ho Feel beschert mir eine gewonnene Platz-Wette und ich gewinne 70HKD. Da wir meist nur 10HKD/Rennen einsetzen, hat mir dieser Gewinn also meine Wetteinsätze für heute gesichert.

13.25Uhr: Drittes Rennen

Wäre ich mal dabei geblieben und hätte Beat the Clock genommen, dann wäre eine weitere gewonnene Platz-Wette drin gewesen aber ich habe es mit Superman versucht und wollte den Gewinn dann meinem Superhelden-Schatzi sponsern, aber es sollte nicht sein…

Unser Eroberungsfeldzug durch Hongkong

Viertes bis Neuntes Rennen

Wir bleiben tatsächlich fast bis zum Schluss. Es ist heute zwar unsagbar heiß und in der prallen Sonne manchmal grenzwertig aber zum Wetten geht es ja immer in die kühlen, schattigen Katakomben, also ist es ganz erträglich.

Irgendwann registrieren wir dann auch, dass wir mit unserem Touriticket Zutritt zum Mitgliederbereich haben, in dem allerdings natürlich auch zahlreiche weitere Touris umherirren – nur gut, denn sonst müsste man sich auch etwas underdressed vorkommen.

Ein bisschen schicker und schöner ist dieser Mitgliederbereich nämlich schon. Man hat kürzere Wege, so kommt es mir vor, kürzere Schlangen an den Wettschaltern, was aber eine Momentaufnahme sein mag, es wird San Miguel [!KEINE WERBUNG!] statt Carlsberg [!KEINE WERBUNG!] ausgeschenkt, ein paar Damen mit Hut flanieren umher und es ist hier deutlich lauter wenn es auf die Ziellinie zugeht, vielleicht weil hier mehr Wetteinsatz gezahlt wird…

Auf jeden Fall kann ich nun aufgrund der unbeschreibbaren Größe dieser Zuschauertribüne und der erblickten Zuschauermenge tatsächlich irgendwie verstehen, warum hier an einem Renntag mehr Umsatz mit Wetten gemacht wird, als in Deutschland auf allen Rennbahnen zusammen in einem ganzen Jahr!

Der Hong Kong Jockey Club hat einen Deutschen an der Spitze und ist der wirtschaftsstärkste Sportclub der Welt – zehn Milliarden Euro jährlicher Umsatz! Es gibt aber noch eine zweite Rennbahn, die dazugehört, das ist Happy Valley auf Hong Kong Island, berühmt für die abendlichen Nachtrennen mittwochs.

Der Tag in Bildern – zum Durchklicken:

Unser Eroberungsfeldzug durch Hongkong

Bilanz

Weitere Wetten gewinnen wir nicht aber wir haben trotzdem einen superschönen, spannenden Tag.

Die Siegpferde der Hauptrennen heißen Santono Crown, Aerovelocity, Beauty Only und MAURICE. Der Siegjockey des größten Rennens ist der 36-jährige Hugh Bowman (Australien).

17.45Uhr: Abschied von Sha Tin

Die Dämmerung setzt wieder ein und wir sind langsam erschöpft von einem aufregenden Tag.

Wir laufen also zurück zur Metrostation, fahren nach Mong Kok East und kehren in unmittelbarer Hotelnähe noch in ein Restaurant ein. Hier ist es sehr leger aber auch sehr chinesisch. Unsere chinesischen Nudeln mit Gemüse sind irgendwie ungekocht und schmecken nur halbwegs wenn man sie schön in die fette Sauce einweicht. Sehr weit kommen wir damit nicht und es muss noch eine Handvoll m&m´s auf dem Zimmer sein….

19.15Uhr: Abendgestaltung

Wie jeden Abend ist es jetzt wieder Zeit für Dusche, Fernseher und Laptop. Vor allem, um zu eruieren wie wir morgen nach Macau kommen!

23Uhr……….. 23.30Uhr………….., ………: Auch heute will der Schlaf nicht so richtig kommen,…… Es wird noch seeehr, seeehr spät…

Komm mit! Es geht weiter nach Macao!