<<< Zurück auf die Old Fall River Road
Die namenlose Strecke in Bildern – zum Durchklicken:
Donnerstag, 31. August 2023
Alpine Visitor Center
Wir haben die Old Fall River Road hinter uns und noch bevor dies der Fall ist, bemerke ich meinen knallroten linken „Autofahrerarm“. War dumm, sich das erste Mal diesen Urlaub ausgerechnet dann nicht mit Sonnenmilch einzucremen, wenn wir in solche Höhen fahren… Merke ich selbst.
12.15 Uhr. Am Alpine Visitor Center platzt der riesige Parkplatz schon bald aus allen Nähten. Wir ergattern aber noch eine Lücke und sind mächtig beeindruckt von dem Ausblick! In fast 12.000 Feet Höhe, also um die 3700m, und bei SO einem Wetter, das macht schon was her!! Hier oben wachsen keine Bäume mehr, es liegt an einigen Stellen noch ein kleines bisschen Schnee und durch die aufgestellten Ferngläser können wir weit entfernt eine Herde Hirsche sehr gut beobachten. Oder sind es Elche?
Ein faszinierender Ort jedenfalls, natürlich samt Souvenirshop, Restrooms und Café, was uns im Moment aber alles nicht sonderlich interessiert. Wir wollen weiter! Und das bedeutet in unserem Fall: nach Grand Lake. Die andere Möglichkeit wäre, direkt zurück nach Estes Park zu fahren, auf der Trail Ridge Road, welche die Haupt-Strecke des Parks ausmacht.
Vom Alpine Visitor Center nach Grand Lake
Die Straße vom Alpine Visitor Center nach Grand Lake hat nicht wirklich einen Namen, manche nennen sie ebenfalls Trailridge Road aber das ist, meinen Recherchen nach, nicht korrekt. Egal! Dort soll es auch noch eine Menge zu sehen geben, sodass wir das jetzt einfach machen! Wir werden sie anschließend sogar wieder komplett zum Alpine Visitor Center zurückfahren müssen, denn ein anderer Weg von Grand Lake nach Estes Park bzw. zu unserem Hotel, wäre ein gigantischer dreistündiger Umweg über den Süden, komplett raus und weit weg vom RMNP. Das bedeutet, die Trail Ridge Road werden wir später sowieso noch befahren.
Jetzt also erstmal die rund 35km one way nach Grand Lake, aber natürlich nicht ohne diverse Stopps! Wir fangen an mit dem Poudre Lake, allerdings nur um noch mal in der Nähe des Autos kurz die Knochen zu strecken, auf dem Rückweg werden wir hier voraussichtlich noch mal länger anhalten. Das Farbenspiel ist hier, wie auch schon auf der Old Fall River Road, gigantisch: Knallblauer Himmel, schneeweiße Wolken, quietschgrüne Umgebung, stahlblaues Wasser! Was die Natur hier drauf hat, ist einfach nur Wahnsinn!
13 Uhr. Kurz darauf halten wir am Lake Irene, den wir auf einem kleinen Rundweg einmal zu Fuß umrunden. Das ist aber keine lange Strecke, ich kann mich vertun, aber ich schätze es auf 15 Minuten. Trotzdem lohnt es sich, denn man geht ganz nah am See entlang, hat auch hier tolle Farben und Panoramen, es gibt eine Bank zum Verweilen, und oben am Parkplatz noch eine kleine Picnic Area.
Der nächste Fotostopp heißt Farview Curve und von dort blicken wir auf ganze neun verschiedene Berggipfel, die auf einer Tafel auch namentlich benannt werden und in natura sogar gut wieder gefunden werden können!
Wir sind tatsächlich schon jetzt ziemlich „satt“ – im positiven Sinne! Nicht einmal die Hälfte unserer heutigen Tour liegt hinter uns und man darf sich fragen, wie unsere Gehirne DAS heute Nacht alles verarbeiten wollen… So eine unbeschreiblich schöne Landschaft, die wir in der Form wirklich noch nie erlebt haben!
13.40 Uhr. Wir parken relativ wahllos an der Holzwarth Historic Site. Genau genommen bedarf es dorthin aber noch einen 20-minütigen Fußweg. Deutsche Auswanderer, die sich zuerst in Denver niedergelassen hatten, dort aber vertrieben worden waren, hatten sich dann wiederum hier niedergelassen und die Holzhütten werden teilweise noch als Mini-Freilicht-Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wir schauen uns hier auch ein wenig um, es kostet ja nicht extra, aber ich finde es auch nicht besonders spannend.
Auch der Weg hier her ist verhältnismäßig langweilig (auf hohem Niveau gejammert!). Es ist schön, dass man keine Steigungen zu bewältigen hat, sogar eine Frau mit Rollator kommt uns entgegen, aber man geht überwiegend in der prallen Sonne, da man sich in einer Art Ebene befindet, relativ weiter Blick, sehr wenig Wald. One way wäre das okay aber man geht ja denselben Weg auch wieder zum Parkplatz zurück…
Spannend auf dieser Strecke ist jedoch, dass man einmal die Hände in den eiskalten Colorado River halten kann, der nur 10 Meilen von hier in den Rockies entspringt. Als regelrechtes Rinnsal, als kleiner Bach, plätschert er vor sich hin, kaum vorstellbar, welche Stromschnellen er anderswo darstellt… Eine Familie mit zwei Kindern sitzt am Flussufer, die Kids spielen am und im Bach, der junge Vater macht ein paar Yogaübungen auf dem bloßen Boden, und ich feiere ihn innerlich so sehr dafür, dass er es sich nicht nehmen lässt, in dieser traumhaften Kulisse, etwas für sich zu tun, ohne sich darum zu scheren, was vorbei gehende Menschen denken könnten!
Lunch in Grand Lake
14.45 Uhr. Die Ortschaft Grand Lake befindet sich am Grand Lake sowie Shadow Mountain Lake, welcher tatsächlich der größere der beiden ist. Wir haben eine Weile gebraucht, die Fressmeile zu finden aber dann sind wir begeistert. Wir parken am Straßenrand kostenlos und es bummelt sich total schön, vorbei an ein paar touristisch relevanten Geschäften und einer Menge Gastronomie. Leider wählen wir ein „Café“, das mir letzten Endes nicht so gigantisch gut gefällt, weil teuer und nichts Besonderes, aber immerhin haben wir beim Essen (Phil wie üblich Wrap, ich Salat) ein bisschen Seeblick. Von gegenüber, aus einem anderen Lokal, weht „Country Roads“ herüber. Ich bemerke es zuerst gar nicht weil ich denke, dass das nur in meinem Kopf ist… Schließlich habe ich seit ein, zwei Stunden einen Ohrwurm davon! Ohne Witz!
Als Entschädigung für das nicht übertrieben gute Essen, gehen wir noch ein Eis essen. Wir hatten fast direkt vor dem Eisladen geparkt und da war mir schon aufgefallen, dass hier absolut jeder Local sein Eis isst. Wir verstehen schnell wieso! Das Eis schmeckt richtig gut und ist seine 5 Dollar pro Kugel wert! Dazu sei gesagt, „eine“ Kugel hier in diesem Laden entspricht ungefähr drei Kugeln bei uns in Deutschland! (Was man dem unten stehenden Bild mit meinem Eisrest natürlich nicht ansieht.)
Zurück von Grand Lake zum Alpine Visitor Center
Nachdem wir in Grand Lake, meinen Nerven zuliebe, einfach mal 20 Dollar getankt haben, sind wir wieder auf dem Weg in den RMNP. Nach wenigen Kilometern kommt wieder ein Entrance Station Häuschen und wir zeigen unseren 7-Tage-Pass vor.
Was wir auch schon auf dem Hinweg gesehen hatten: Gleich hier in dieser Gegend, rund um den Green Mountain, ist absolut nichts green, eher black! Alles abgefackelt, ein riesiges Gebiet, es sieht gespenstisch aus!
Weil wir jetzt etwas im Fresskoma sind, beschließen wir, keine weiteren Stopps einzulegen bis wir das Alpine Visitor Center und somit die Trail Ridge Road erreichen. Doch dann kommt es anders, als mir einfällt, dass wir noch mal am Poudre Lake halten wollten. Dort befindet sich nämlich auch die „Continental Divide“, wo die Atlantische und die Pazifische Platte sich treffen! Ein paar Fotos, ein kleiner Spaziergang, das passt sehr gut. Es gibt von hier auch einen vier Meilen Wanderweg zum Alpine Visitor Center aber …. wie kommt man dann wieder zum Auto? Naja, steht für uns eh nicht zur Debatte! Wir sind hier über kurze Wege froh, die Höhe lässt uns doch manchmal schnaufen…
Hier am Poudre Lake höre ich das erste Mal seit dem Botanischen Garten in Denver Deutsch. Bisher war dies ein absolut herrlicher Deutsch-freier Urlaub gewesen! Besonders in Colorado Springs und Umgebung war man sogar sehr interessiert und überrascht, woher wir kommen. Breckenridge und Estes Park sind wiederum recht touristisch, da ist es den Amerikanern in den meisten Fällen egal wer man ist oder woher man kommt, es ist eine Spur anonymer. Alles hat Vor- und Nachteile.
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