2,6 Tage bleibt der Singapur-Tourist durchschnittlich in der Stadt, so unser Reiseführer. Wir jedoch machen uns heute auf den Weg, um ganze 7 Nächte in dem Stadtstaat zu bleiben.
Sieben Nächte? Ja! So habe ich es vor fast genau drei Jahren mit Papa in Hongkong auch gehandhabt und für ideal befunden. Eine große asiatische Metropole verdient mehr als eine Stippvisite und zwischendurch soll ja auch Zeit sein für Sightseeing-Pausen, die man am Hotelpool, in klimatisierte Cafés und Gott weiß wo ganz gemütlich verbringt.
Mittwoch 06. November 2019
Reisebeginn
Unsere Reise startet um 6 Uhr am Peiner Bahnhof. Als mein Wecker um halb 5 klingelt, habe ich bestenfalls vier bis fünf Stunden Schlaf intus. Nicht am Stück versteht sich. Wie das immer so ist, wenn man früh fliegt und nicht verschlafen will.
Das Übliche: Dusche, letzte Handgriffe, sogar noch ne Maschine Wäsche. Dann nach Peine, dieses Mal Dank meines Bruders, der uns begleitet, auf dem Weg ins Büro im Zug nach Hannover. Für uns geht es dort weiter mit der S-Bahn zum Flughafen, den wir gegen halb acht erreichen. Einchecken, Frühstücken, Sicherheitskontrolle, Warten.
Zwischendurch auch noch Geld wechseln. 404 Singapore Dollar für 345 Euro. Ich komme darauf zurück.
München
Und dann geht es für uns um halb zehn in die Lüfte. Wir fliegen mit Lufthansa [!KEINE WERBUNG!]. Gerade so. Denn ab morgen streiken sie wieder und alle Deutschland-Abflüge werden gestrichen! Wir haben unsagbares Glück und waren die Tage zuvor doch ein wenig nervös gewesen wann der Streik denn nun genau beginnt…
In München nochmal Geld wechseln: 400 Singapore Dollar für nur 306 Euro. Also bedeutend weniger teuer als in Hannover. Irritation. Google soll helfen. Aber Google verwirrt noch mehr. 400 SGD entsprechen weder den 345€ in Hannover noch den 306€ in München… Es wären eigentlich 266€!!! In Deutschland wechseln WIR ganz sicher nie wieder!!
Der Langstreckenflug
Die Langstrecke bestreiten wir mit Singapore Airlines [KEINE WERBUNG!!!], was in meiner hohen Erwartung ein tolles Erlebnis an sich sein wird, hatte ich doch bisher nur gutes bzw. überschwängliches von dieser Fluggesellschaft gehört, u.a. ist bekannt, dass es die meist ausgezeichnete Airline der Welt ist! Und deshalb freue ich mich sogar auf diese Langstrecke!
Unser Glück nach einem verwirrenden Web Check in: Wir bekommen die Dreierreihe zu zweit! Ein Segen!
Der Flug ist aber dennoch eher durchwachsen. Die ersten zwei Stunden kann man mich mit Bewirtung (leckere vorbestellte Sondermahlzeiten sowie 1 Cocktail für die Dame und 3 Rotwein für den Herrn) und der allgemeinen anfänglichen Euphorie bei Laune halten…
Die nächsten drei Stunden schlafe ich. Danach wird es zäh.
Donnerstag 07. November 2019
Am schlimmsten ziehen sich nach dem Frühstück die letzten beiden Flugstunden bis in die Unendlichkeit…
So schön asiatisch die Innenausstattung der Maschine auch ist, und wie viel Wohnzimmerflair sie auch versprüht: Eng ist es, wie in jedem Flieger, und zu lange dauert es unterm Strich.
Die hübschen, schlanken Stewardessen, allesamt fest in die schönsten bunten Tischdecken gewickelt, geben sicher ihr Bestes. Aber Fliegen bleibt Fliegen.
Singapur
Was stellst du dir unter Singapur vor? – Ich habe vor der Reise mal wieder ein bisschen rum gefragt, wie 2014 als es nach Lissabon ging. Das war recht spannend für mich.
Riesige Stadt, hohe Bauten, geile Skyline, zu viele Menschen, andere Kultur, sehr sauber, hohe Strafen, beeindruckende nächtliche Beleuchtungen, abgefahren…
Und MEINE Erwartungen? Nun ja, ich hatte mich extrem viel belesen und weiß bei unserer pünktlichen Ankunft um sieben Uhr morgens am Changi Airport schon eine ganze Menge!:
-Mir sind die Haupt- und auch viele weniger bekannten Sehenswürdigkeiten bekannt.
-Ich erwarte nicht eine sondern viele fremde Kulturen.
-Ich weiß, dass Singapur sehr aufgeräumt, sauber und sicher sein soll, da man für alle möglichen kleineren und größeren Vergehen sehr hohe Strafen verhängt.
-Die Luftfeuchtigkeit, bei durchschnittlich 31 Grad, soll unerträglich sein.
-Unglaubliche 50% der Stadtfläche sind begrünt.
-Und abgesehen von den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Singapur schweineteuer aber man kann in Food Centern zumindest bei der Verpflegung sparen ohne an Qualität einzubüßen.
Das und noch viel mehr ist mir bekannt, als unsere Maschine heute Morgen nach fast zwölf Stunden endlich asiatischen Boden erreicht!
Nach der doch zügigen Einreise am Changi Airport, der mich deutlich ernüchtert, soll er doch der schönste und spannendste der Welt sein, was ich absolut nicht nachvollziehen kann, finden wir schnell die MRT (U-Bahn) ins Stadtzentrum. Unkomfortablerweise muss man einmal umsteigen aber es wird einem leicht gemacht mit der MRT in Singapur.
Schlagartig erfahren wir spätestens beim oberirdischen Umsteigen das hiesige Klima. Wie befürchtet: gnadenlos heiß und eine unangenehm hohe Luftfeuchtigkeit. Welcome to Asia!
Komm mit! Wir erkunden den Fort Canning Park und den Singapore River!




