Vila Franca do Campo

Miradouro da Nossa Senhora da Paz

Donnerstag, 09. Oktober 2025           

Whale Watching?

10.15 Uhr. Wir fahren los Richtung Osten, die Südküste entlang. Wir wollen bis hinter Vila Franca do Campo, genauer: zum Whaler Lookout Vigia Baleeira da Furada in Ponta Garca.

Das letzte Stückchen ist abenteuerlich weil die Gasse, die zum Ziel führt, sehr eng und unendlich lang ist. Die Theorie meines Mannes ist leider nicht die, langsam und vorsichtig zu fahren; sondern möglichst schnell und sportlich, um aus der Situation fixer rauszukommen. Da die Einheimischen eine ähnliche Denke haben und noch dazu der Meinung sind, wer bremst verliert, erlebe ich eine ziemlich abenteuerliche Fahrt. Aber nach etwas mehr als einer halben Stunde, ab Hotel, sind wir endlich da.

Donnerstag, 09. Oktober 2025

Es gibt sogar ein kleines weißes Bretterbüdchen als Ausguck, aber das ist heute geschlossen. Uns bleibt nichts anderes, als die bloßen Augen auf das Meer zu richten, aber das hatten wir schon erwartet. Außerdem hatten wir auch nicht erwartet, wirklich Erfolg zu haben. Aber wer es nicht versucht, hat nicht mal die Chance und die Hoffnung… Und so streichen wir nach einer halben Stunde die Segel – länger kann ich es meinem Mann wirklich nicht zumuten, still da zu sitzen oder zu stehen und in die Ferne zu blicken. Ich bin schon beeindruckt, wie lange er überhaupt durchgehalten hat, hier auszuharren.

Kurzer Stopp in der Kleinstadt Vila Franca do Campo

Vila Franca do Campo

Das war heute eigentlich gar nicht eingeplant, liegt aber fast schon auf dem Weg. Wir halten hier, weil ich mir anschauen will was für Boote hier die Touren zu dem kleinen vorgelagerten Inselchen machen. Eigentlich habe ich mir diese sogenannte Ökotour mit Erklärungen rund um die Ilheu de Vila Franca do Campo schon abgeschminkt weil ich immer noch Hals und Nase habe – der Wind auf See könnte mir den Rest geben… Aber GUCKEN, das können wir mal. – Allerdings gewinne ich hier auch keine neuen Erkenntnisse.

Vila Franca do Campo

Deshalb suchen wir lieber ein kleines Café auf, eigentlich nur weil ich eine Pipibox brauche, aber wir bestellen auch direkt Getränke und was Süßes, wobei sich herausstellt, dass diese Miniküchlein hier vor Ort hergestellt werden, man kann durch die große Scheibe sogar zusehen. Und dann schmeckt das auch noch so teuflisch gut, das Zeug – ich nehme gleich eine Souvenirpackung für Mama und Papa mit!

Zwischen Katzenfutter und Kapelle: Am Miradouro da Nossa Senhora da Paz

Keine zehn Fahrminuten entfernt befindet sich nördlich des Ortes und auch deutlich oberhalb davon, in luftiger Höhe das Wahrzeichen von Vila Franca do Campo: Die kleine Kapelle Ermida de Nossa Senhora da Paz. Mich erinnert es an den Wallfahrtsort in Lamego 2023.

Miradouro da Nossa Senhora da Paz

Dies hier ist viel kleiner aber die Treppen sind ähnlich angelegt und die Verzierungen mit den typischen Azulejos gibt es ebenfalls. Da sich die vielen Stufen mit Krüppelfuß aber nicht so gut gehen, lasse ich Philipp alleine hoch turnen und begnüge mich mit der untersten Ebene, wo ich auch einen tollen Ausblick auf Küste und Meer habe! Außerdem gibt es hier ein Pferd, leider mit einer Kette an der Fessel festgemacht, einen Jakobsweg-Wegweiser, der uns tierisch erfreut, und ein paar Katzen. Ich stehe zwar nicht so auf Katzen aber sie fressen gerade und dann sind sie ja ganz süß. Leider riecht es hier überall penetrant nach Katzenfutter.

Miradouro da Nossa Senhora da Paz

Das haben wir schon öfters festgestellt, dass zum Beispiel an Aussichtspunkten Futter und teilweise Schlafstätten für Katzen hergerichtet werden, was ja an sich irgendwie auch eine schöne Sache ist, wenn es nun mal so viele herrenlose Tiere gibt. Besser, als sie zu ertränken!

Vila Franca do Campo in Bildern – zum Durchblättern:

Miradouro da Nossa Senhora da Paz

In Vila Franca do Campo gestartet: Bergabenteuer ohne Sicht

Was nun folgt ist keine unserer Sternstunden. Denn heute haben wir nur ganz wenig Sonne und insgesamt die schlechteste Sicht seit wir auf der Insel sind. Es ist sehr trüb und neblig – und keiner von uns kommt darauf, dass es eine schlechte Idee sein könnte, sich heute den zweithöchsten Gipfel der Insel vorzunehmen. Unbedingt wollen wir ein paar Aussichtspunkte abklappern um den einen oder anderen Blick auf den Feuersee, den Lagoa do Fogo, werfen zu können!

Es ist wieder eine gute halbe Stunde Fahrt und es geht überwiegend bergauf, wird irgendwann immer steiler, immer kurviger und immer nebliger. So langsam geht uns auf, dass wir das komplett knicken können, aber es gibt auch keine Wendemöglichkeit. Wir müssen rauf! Nur um wieder runter zu kommen!

Es ist wirklich kaum etwas zu sehen, ich hoffe einfach, dass uns niemand entgegen kommt. Wer sollte auch? Es fährt ja niemand hoch bei dem Wetter! (…) Als endlich ein Parkplatz in Sicht kommt, sind wir die einzigen. Wir halten kurz um die Luft zu schnuppern – selbst hier ist es noch relativ warm, dabei stehen wir auf fast 1000m Höhe mitten im Nebel, der sogar sichtbar durch unser Auto zieht, als wir links und rechts die Fenster auf haben!