Matosinhos & Gaia

<<< Gestern hatten wir einen herrlich faulen Tag in Matosinhos.

Heute chillen wir hier auch noch ein wenig, ziehen dann aber um vom Hotel auf´s Schiff:

Donnerstag, 18.05.2023

07.30 Uhr. Seit Stunden versuche ich vergeblich gegen das Geschnarche meines Mannes „anzuschlafen“. Nachdem die Nächte zuvor schon so kurz gewesen waren, bin ich zunehmend ärgerlich darüber und versuche meinen Groll in etwas Sinnvolles umzuwandeln, in dem ich schon mal meinen Koffer packe und duschen gehe. Weil das nicht so ganz ohne Licht und Geräusche möglich ist, stoße ich nicht auf viel Verständnis seitens der Schnarchquelle, die sich wiederum durch mich und meine Aktivitäten gestört fühlt, aber mein Verständnis bzw. meine Geduld ist auch schon lange aufgebraucht.

9 Uhr. Wir gehen frühstücken und reden kein Wort miteinander. Jeder ist sauer auf den anderen, keiner kann was dafür. Aber die Luft ist zum Schneiden dick. Deshalb ergreife ich bald die Flucht und gehe Richtung Strandpromenade, es ist Vatertag, ich rufe zu Hause an und bleibe anschließend noch ein bisschen sitzen. Die Sonne und der Blick auf´s Meer besänftigen mich schließlich.

Praia de Matosinhos

12 Uhr. Wir reden langsam wieder miteinander, haben zu Ende gepackt und noch ein bisschen gelesen, nun ist es Zeit, aus zu checken, bis 12 Uhr ist dafür nämlich Zeit. Wir nutzen sie vollständig aus und ziehen dann (ohne Gepäck, das haben wir an der Rezeption abgegeben) in Richtung Strandbar um etwas zu trinken. Nicht die schöne vom ersten Abend und nicht die schlechte von gestern, aber eine, die wir noch nicht kennen. Hätten wir mal lieber lassen sollen…

Wir lassen uns Zugang zum Gepäckraum gewähren und holen zwei Liegetücher und unser Kartenspiel heraus. Zwischen Hotel und Containerhafen gibt es eine kleine Grünfläche, wo wir uns ausbreiten wollen. Philipp liest und ich gebe es irgendwann auf, das Hotel-WLAN nutzen zu wollen, der Empfang unterbricht ständig. Und da ich mein Buch nicht finden kann, beschäftige ich mich mit ein paar Yoga- und Dehnübungen.

Jardim Senhor do Padrão

14.30 Uhr. Gestern waren wir schon mal hier. In diesem süßen kleinen Café/Bar/Restaurant bei der älteren Dame, die uns statt Kaffee gestern zunächst Caipirinha angeboten hatte. Heute bestellen wir uns genau den und spielen unzählige Runden Uno. Dabei erfahren wir, dass ihr Mann Brasilianer ist, was den Caipirinha und manche Deko-Elemente erklärt. Zu dem Caipi, von dem man wahrlich nicht mehr als einen trinken kann, bestellen wir „irgendwas mit Käse“, als Snack dazu, sie soll uns überraschen, denn die Verständigung klappt nicht so ganz einwandfrei, das Ergebnis jedoch ist überragend. Unter anderem bekommen wir eine Art Käsebällchen, deren Optik und Konsistenz ich jedoch nicht beschreiben kann weil ich nie und nirgends bisher etwas vergleichbares gesehen und gegessen habe, auf jeden Fall schmecken sie himmlisch und man könnte vermuten, brasilianisch?

Ich steige auf Portwein mit Tonic um, ähnlich einem Gin Tonic. Phil trinkt tatsächlich noch einen Caipi. Dazu reicht die gute Frau uns eine Nussmischung und etwas, das wir noch nicht kennen, sie sagt, es sei in Portugal typisch zum Bier. Es sieht aus wie riesige Maiskörner aber in einem hellen Braunton, man muss den Inhalt raus pulen, sie übersetzt uns im Internet: Lupinen! Da sitzen wir also in einem nordportugiesischen Fischerort, saufen zu starke Cocktails und knabbern Lupinen! So kann´s kommen!

Cocktails trinken und Lupinen knabbern

Zwischendurch stärke ich mich mit Espresso aber der kommt auch nicht gegen ihre Cocktailmischungen an. Außerdem ist es irgendwann schon nach 16 Uhr, da hatten wir eigentlich schon im Taxi sitzen wollen.

Unsere Hotel-Rezeption ruft uns netterweise ein Taxi, händigt uns unser Gepäck aus und schon steht Miguel vor der Tür. Für nur 28€ inkl. Trinkgeld bringt er uns direkt an den Schiffsanleger in Vila Nova de Gaia. Das läuft ja schon mal gut soweit.

Und der Titel dieser Seite ist, ehrlich gesagt, nicht ganz korrekt, denn für Gaia musst du hier eigentlich erstmal weg: Kommst du mit auf´s Schiff? >>>