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Sonntag, 27. August 2023
In Colorado gibt es viele Goldminen und ich hatte für die kommende Woche auch schon eine notiert, die wir unter Umständen auf dem Weg von Breckenridge nach Estes Park besichtigen könnten, aber bereits heute bietet sich also eine Möglichkeit! Und da die Touren offenbar in den meisten Minen gleich lange dauern (~1 Stunde) und gleich viel kosten (~30 Dollar), können wir das auch heute schon in Angriff nehmen!
Kurz vor Cripple Creek befindet sich die Mollie Kathleen Mine, benannt nach Mollie Kathleen aus Iowa, die im Jahr 1891 hier Goldvorkommen fand.
12 Uhr. Wir parken direkt vor dem kleinen Shop mit Ticketverkauf und schnappen uns unsere Jacken, denn unter Tage werden es nur um die 10 Grad Celsius sein. Der Tour-Preis ist natürlich nicht ohne aber entweder will man oder man will nicht.
Bis in die 60er Jahre war die Mine aktiv, ziemlich gleich nach Stilllegung begann man mit den Touren. Es gibt zwei Fahrstühle, eher Gitterboxen, übereinander, in die wir Tour-Teilnehmer eingepfercht werden.
In unserem „Käfig“ sind wir zu fünft. Die ältere Dame bei uns ist sehr gesprächig und natürlich fällt auch die Frage nach unserer Herkunft, da sie uns miteinander Deutsch sprechen hört. Unten angekommen, wendet sie sich sogleich an unseren Guide und bittet ihn, langsam zu sprechen weil Gäste aus Deutschland in der Gruppe sind. Das ist ja mal eine süße Geste von ihr. Interessiert unseren Guide aber nicht und wird von ihm auch nicht beherzigt.
1000 Fuß unter der Erde marschieren wir in unserem Grüppchen herum. Wir reden hier über mehr als 300 Meter in der Tiefe! Die Fahrstuhlfahrt dauerte um die 2 Minuten.
Unser Guide macht mir Angst. Von der ersten bis zur letzten Minute fühle ich mich unwohl mit ihm. Es ist mir suspekt, dass er hier den ganzen Tag im T-Shirt rum läuft, es ist wirklich kalt. Und auch sonst hat er psychopathische Züge, denn er zeigt in der gesamten Stunde null Mimik. Ich finde ihn extrem gruselig und traue ihm zu, dass er uns alle in die Luft sprengt, denn an einigen Stellen schmeißt er ältere und neuere Werkzeuge zu Demonstrationszwecken an, die brutal laut sind und einen einschüchtern können. Das ist kein schauspielerisches Talent sondern einfach seine Art.
Natürlich erzählt er interessante Fakten rund um die Goldmine aber ich kann ihn als Person einfach nicht einordnen und suche meistens automatisch den größtmöglichen Abstand zu ihm. Philipp kann das nicht verstehen, ist begeistert und gibt wieder mal unangemessen viel Trinkgeld am Ende.
Beeindruckend war die Tour, ohne Frage. Mit einem anderen Guide hätte ich sie nur sicherlich mehr genossen und wäre entspannter gewesen. Immerhin die freundliche Omi, die tat mir gut, hat sie doch immer noch mal wieder den Kontakt gesucht. Das war sehr nett.
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