Dienstag, 12. November 2024
Der frühe Vogel…
Es ist kaum zu glauben aber um zehn vor vier bin ich wach! Mein Wecker klingelt erst in anderthalb Stunden aber ich bin wach! Na gut, es wird sich schnell herausstellen, dass es besser so ist, denn mit meinem geplanten Wecker hätte ich kaum alles geschafft bis zur Abfahrt: eine relaxte Tasse Tee und ein wenig Yoga zum Wachwerden, in Ruhe duschen, ein paar letzte To dos im Haushalt, das Handgepäck zu Ende packen, etc. Was halt so ansteht.
Um halb acht geben wir das Auto am Flughafen-Parkplatz ab und lassen uns die drei Kilometer zum Terminal shutteln. So langsam haben wir Hunger! Wie gut, dass wir am Check in Schalter absolut niemanden vor uns haben! Nun können wir frühstücken gehen!
Auch die weitere Zeit am Flughafen Hannover, genau wie der Flug selbst: Alles ziemlich unspektakulär und geschmeidig. Man möchte bald sagen: routiniert. Ist ja auch meine vierte Flugreise in diesem Jahr… Nach der Costa del Sol, der Isla Canela und Chicago folgt nun Madeira!! Und trotzdem ist es extrem anstrengend, da helfen auch unsere vorab gebuchten Comfort Sitze wenig. Was mich betrifft: Ein Mittelsitz bleibt ein Mittelsitz!
Welcome to the island
Dank ordentlich Rückenwind, landen wir beinahe eine Stunde zu früh, was uns natürlich sehr entgegen kommt. Bei großer Verspätung zum Beispiel, wäre es unter Umständen etwas eng geworden mit dem Check in in unserem Appartement. Und auf dem Weg zu unserem Mietwagenanbieter schenkt uns die Insel gleich einen gigantischen Willkommens-Regenbogen! Insgeheim hatte ich konkret davon geträumt. Dass es nun genau so auch kommt, ist unheimlich verrückt und kaum zu glauben, mein Herz geht auf…
Abenteuer Auto
Die erste Fahrt übernimmt natürlich der Mann. Wir haben rund 40 kurvige, bergige Kilometer vor uns, bis zu einer Stunde Fahrt. Um vom Flughafen weg zu kommen, sind wir ein kurzes, ein sehr kurzes Stück, auf einer Art Autobahn oder Hauptverkehrsstraße unterwegs aber sehr schnell werden die Straßen kleiner und ruhiger, bis wir größtenteils alleine unterwegs sind. Wir nehmen den östlichen Bogen um die Insel herum.
Die für uns Flachlandtiroler ungewöhnlichen Steigungen fordern den Fahrer etwas heraus. Den Beifahrer aber mindestens genauso… Dazu die vielen Kurven und Tunnel, auch diese teilweise beengt, das ist mal eine andere Art, Auto zu fahren als wir es gewöhnt sind. Ich bin froh, dass ich jetzt nicht gezwungen bin, zu fahren, weiß aber auch, wenn es nicht anders ginge, hätte ich es schon hinbekommen. Trotzdem: ich werde mich hier nicht darum reißen!
Nach ein paar Portugalreisen ist sogar Philipp schon aufmerksam geworden und merkt an, wenn er irgendwo am Wegesrand etwas Erwähnenswertes entdeckt, wie zum Beispiel einen Wanderweg, eine Snack Bar oder einen ausgeschilderten Aussichtspunkt, einen Miradouro. Und so kommt es, dass wir schon an einem solchen anhalten: „I love Arco São Jorge“ steht geschrieben, von hier aus haben wir einen hervorragenden Blick auf den Ort Arco São Jorge unter uns. Diesen Miradouro kann ich wärmstens empfehlen: Miradouro da Beira da Quinta – sollte jedes Navi kennen!
Am meisten fasziniert mich hier die Wärme, es ist so herrlich angenehm von deutschen 7 Grad in portugiesischen 23 Grad zu landen, da gibt es wirklich schlimmeres! Und es ist hell! Hell und nicht deutsch-diesig-grau! Wunderbar! Wir sind da!
Ankommen
Ponta Delgada ist eine Gemeinde im Norden Madeiras, ziemlich mittig gelegen von Ost nach West betrachtet. Es hat hier nur etwas mehr als 1000 Einwohner und fast keinen Tourismus, höchstens Tagestouristen auf der Durchreise. Es gibt hier demzufolge nur wenige Unterkünfte für Urlauber, schon gar keinen Pauschaltourismus!
Und deshalb haben wir hier ein Appartement mit Selbstverpflegung gebucht. Genau das (ein Appartement mit Selbstverpflegung!) war unser Anliegen auf Madeira, der Standort hierfür eigentlich egal. Von „mitten in der Pampa“ bis „Funchal Zentrum“ war mir alles recht, und es wurde dann eben Ponta Delgada, was ein schöner Mittelweg ist, denn wir haben hier einen Mini Mercado, eine Tankstelle und eine Apotheke in Lauf- und Guck-Entfernung und sind damit gar nicht so abgeschnitten wie man vermuten könnte.
Unser Appartementhaus hat nur wenige Einheiten. Und unsere (Einheit) gefällt uns ausgesprochen gut. Wir haben viel Platz: Küche und Wohnzimmer gehen ineinander über, es folgen Badezimmer, Schlafraum und ein kleiner Balkon. Alles ist modern und sauber, wir sind sehr zufrieden.
Aber auch k.o.! Deshalb spielt sich heute nicht mehr viel ab: Gepäck aus dem Auto holen, schnell ein paar Lebensmittel einkaufen gehen in „unserem“ Mini Mercado, ein schönes, klassisches, deutsches Abendbrot auf dem Balkon, das Nötigste auspacken, endlich duschen, unbedingt zu Hause anrufen und ganz dringend schlafen! Ich bin sehr glücklich und sehr zufrieden.
Weiter zu Tag 2: Faial & Santana





