Granada

Montag, 29. April 2024

Als wir gegen 12.45 Uhr aus dem Bus aus Malaga an der Kathedrale in Granada aussteigen, empfängt uns auf Anhieb ein gigantischer Ausblick, der hoffen lässt, später noch durch pittoreske, historische, sonnige Gassen zu wandeln… Doch zunächst gilt es in den nächsten Alhambra-Minibus zu steigen um „dort oben“ im Hotel Guadalupe [!keine Werbung!] einzuchecken, d.h. insbesondere das Gepäck loszuwerden.

Es dauert nicht lange und wir haben auch das geschafft. Allerdings müssen wir die Koffer noch 150m steil bergan zergeln, einen langwierigen Check in-Prozess erdulden und eine halbe Stunde auf unser Zimmer warten. Diese kleine Zwangspause in den Sesseln der herrlich leeren Lobby ist uns aber eigentlich auch gerade sehr recht.

Als es dann schließlich soweit ist, gefällt uns unser Zimmer ziemlich gut. Zwar ist das Bad zweifelsfrei renovierungsbedürftig aber ich mag insgesamt den ältlichen Stil mit dunklem Holz, und vor allem, dass wir hier sehr viel mehr Platz und Ablagefläche haben als im letzten Hotel. Für eine Nacht war das nicht so schlimm aber so ist es jetzt besser.

Granada im Regen

Plaza de la Romanilla

Was nicht gut oder besser wird, ist das Wetter. Kaum haben wir das Hotel gegen 14.30 Uhr wieder verlassen, regnet es in Strömen. Obwohl ich mich extra warm angezogen habe, ist es schnell unangenehm und wir kommen auch nicht weiter als die 150m zurück zur Bushaltestelle, welche sich übrigens direkt am Haupteingang der Alhambra befindet. Wir schießen unter den nächstbesten Sonnenschirm eines Restaurants um wenigstens ein wenig Schutz vor dem Nass zu haben.

Hier sitzen wir dann aber auch eine kleine Ewigkeit weil der wortkarge Kellner sehr lange braucht um vorbei zu schauen und unsere Bestellung zweier Getränke und einer Käseplatte aufzunehmen. Als wir gehen verstehe ich es ein kleines bisschen, denn das Restaurant scheint bald zu schließen. Trotzdem sind sein Nicht-Service und seine Laune nicht vertretbar. Noch wissen wir nicht, dass das heute nicht unsere einzige negative Restauranterfahrung sein soll…

Am Alhambra Ticket Office tauschen wir für morgen unsere vorab gebuchten Alhambra Online Tickets in die echten Ticketschnipsel um, die wir morgen für den Einlass benötigen.

Dann huschen wird  erstmal zurück aufs Zimmer, ziehen uns noch ein bisschen mehr an und … sind dann doch zunächst in der Lobby gefangen weil wir ohne Gummistiefel nicht in den Wasserstrom treten können, der vor unserem Hotel die kleine Straße hinunterfließt… Ich dachte es regnet so wenig in Spanien und die Wasserspeicher seien leer? Aktuell schwer vorstellbar.

16 Uhr. Wir fahren mit dem Minibus ins City Center und steigen an der Plaza Isabel aus. Von hier aus hangeln wir uns mit unseren Hotelregenschirmen Richtung Kathedrale aber das Problem sind eher die unebenen Wege, in denen sich sehr häufig große Pfützen ansammeln, die wir mit unseren Stoffschühchen gerne umgehen wollen. Natürlich gelingt das nicht besonders gut, meine Füße sind trotzdem schon längst nass!

Alhambra Mini Bus

In einem Süßwarengeschäft kaufen wir lauter spanische Köstlichkeiten für zu Hause ein und gleich um die Ecke nimmt dann das Drama seinen Lauf. Wir wollten doch bloß eine Pizza essen… Was wir hier serviert bekommen ist zwar riesig und sieht gut aus… Schmeckt aber nicht mal lauwarm, die Pizza ist null knusprig, null heiß, der Käse noch gar nicht richtig zerlaufen und der Belag auf meiner Pizza nicht ganz einmal wie ausgeschrieben und bestellt. Und bei Papa erst recht nicht, er hat tapfer die halbe Pizza gegessen, als ich ein eingebackenes Haar im Belag bei ihm entdecke. Ich esse bei meinem Exemplar zumindest rundherum den Rand, das meiste der Pizza, die diese Bezeichnung gar nicht verdient hat, schiebe ich zu einem halbrohen Haufen Irgendwas zusammen und dann Flucht!

Versöhnung mit dem holprigen Start in Granada

17.45 Uhr. Auf der Suche nach einem Trost-Eis to go finde ich ziemlich schnell einen Churros-Laden und bekomme dort überdimensional riesige Churros mit warmer Schokosoße, und wenige Geschäfte weiter einen Frozen Yoghurt Laden, den wir schon in Bilbao besucht haben, dort schubse ich Papa rein. So haben wir beide unsere dringend benötigte Dosis Belohnungszucker.

Churros gehören einfach zu Spanien!

Derweil wird es immer sonniger und die Plaza Nueva gefällt uns ausgesprochen gut. Trotzdem suchen wir dann gegen 18.15 Uhr den Minibus zum Hotel und begeben uns Richtung heißer Dusche! 

Dienstag, 30. April 2024

Die Hauptstadt der Provinz Granada heißt kreativerweise: Granada. Und hat ca. 250.000 Einwohner. Besucher kommen jedes Jahr Millionen hinzu! Wir sind nun zwei davon.

Und haben eigentlich ganz gut geschlafen aber leider viel zu kurz, keine neun Stunden, die mir nach dem (vor-) gestrigen Anreise-Programm nicht reichen. Außerdem stellt sich bei uns beiden nach dem Aufstehen ein nicht sofort weg zu ignorierender Rückenschmerz ein…

Das Hotelfrühstück ist übersichtlich aber ausreichend. Für eine erste Kleinigkeit am Tag in Ordnung, vor allem für ein 3 Sterne Haus. Leider fühle ich mich nicht gerade fit. Bin ich gestern zu nass und zu kalt geworden? Oder ist es nur Müdigkeit?

Und auch heute ist es wieder nicht besonders warm. Es heißt, im Winter habe Granada durchschnittlich 17 Grad, im Sommer meistens bis zu 30 Grad. Letzteres wäre mir auch nicht wirklich recht, doch als wir um 08.45 Uhr den Eingang zur Alhambra betreten, merken wir doch, dass es noch recht frisch ist. Heute ist hier also definitiv noch „Winter“, auch wenn dankenswerterweise die Sonne scheint!

Grandioses Granada – Top Sehenswürdigkeit Alhambra

Palacios Nazaríes

Die Alhambra ist der Inbegriff maurischer Baukunst. Das gucken wir uns nun an! Äußerlich der Verteidigung dienend, innerlich ein märchenhaftes Sultansparadies. Ich bin gespannt an welchen Stellen ich den Aha-Effekt haben und etwas wieder erkennen werde nach meinem Besuch des maurischen Wunderwerks im Jahr 2007.

Es gibt hier verschiedene Bereiche, die man in beliebiger Reihenfolge besuchen kann, abgesehen vom Nasridenpalast, dazu später mehr, dieser ist zeitgebunden!

Palacios Nazaríes

Zunächst einmal die Bereiche der Alhambra, die ohne Zeitfenster besucht werden können sind:

1. Der lauschige Patio de Lindaraja, der frühere Palastgarten, der sich dem Nasridenpalast anschließt und u.a. mit Zypressen und Orangenbäumen aufwartet

2. Palast von Karl V, der u.a. das Mueso de Bellas Artes beherbergt

3. Alcazaba, ältester Teil der Alhambra, die militärische Vorburg, wo man einen tollen Ausblick auf das Umland genießt

4. Generalife Gärten mit Wasserspielen, Kaskaden und Grotten

Und wir fangen mit letzeren an! Das entscheiden wir an der Weggabelung ganz spontan.

Prachtvolle Gärten neben der Alhambra

Palacio de Generalife

Die sonnige Aussicht ist bereits hier grandios, auch wenn wir zunächst einen langen Weg hinunter wandeln und in einer Sackgasse landen. Immerhin drückt uns hier ein freundlicher Gärtner, ohne ersichtlichen Grund, gleich zwei Mal Blätter von Pflanzen in die Hand, damit wir mal daran riechen. Wie er uns netterweise auf Spanisch per Google zeigt, was ich abschreiben und ins Deutsche übertragen lasse, handelt es sich um Frauenminze und Berg-Bohnenkraut. Besonders letzteres riecht sehr intensiv, beides gefällt mir ausgesprochen gut. Wenig später entdecken wir Schilder, dass Pflanzen nicht berührt werden dürfen und ich stecke meine Schätze mal lieber ein…

Der Palacio del Generalife bzw. insgesamt die Gärten drum herum bieten schon die ersten weltberühmten, markanten Fotomotive der Alhambra. Verständlich, dass dies der Ruheort der muslimischen Könige des ehemaligen Nasridenreiches gewesen ist. Die Gärten sind seit 1984, zusammen mit der gesamten Alhambra, Weltkulturerbe.

Generalife Gärten in Bildern – zum Durchklicken:

Palacio de Generalife

Wie ich später nachlesen werde hatten die vielen Wasserspiele u.a. den Hintergrund, dass der Klang des Wassers dazu da gewesen ist, die Gespräche etwas zu verschlucken, damit man nicht von Fremden belauscht werden konnte.

Nach annähernd einer Stunde schreiten wir Richtung Alcazaba, Nasridenpalast und Palacio de Carlos V., die Hauptbereiche der Alhambra.

Hauptteil der Alhambra

Alcazaba der Alhambra

Noch ein bisschen Allgemeines: Die Alhambra war zuerst Sitz der Nasriden-Dynastie, später Schloss der katholischen Könige Isabella und Ferdinand, später im Verlauf der Geschichte wurde die Alhambra sogar zur Kaserne und verfiel teilweise, doch im 19. Jhd. wurde die Anlage wiederentdeckt, restauriert und 1984 stürze sich die UNESCO darauf. Vollkommen zu Recht!

Und immer herrscht ein großer Andrang, daher ist die Anzahl an Tickets täglich auf 8500 Stück limitiert und ohne Vorabbuchung hat man im Grunde keine Chance!

Zwischen Nasridenpalast und Alcazaba setzen wir uns einen Moment auf eine Mauer in die Sonne. Eigentlich um uns aufzuwärmen, wobei mir mein Kaffee auch sehr hilft. Papa jedoch schleckt ein Eis – ich kann es nicht nachvollziehen bei diesen Temperaturen… Von sommerlich ist hier noch nicht die Rede!

Plaza de los Aljibes de la Alhambra

Die Alcazaba mit den markanten dicken roten Türmen bildet den ältesten Teil der Alhambra. Es wird vermutet, dass es hier schon vor der Ankunft der Mauren Gebäudeteile gegeben hat. Die heutige Anlage ist jedoch letztlich Mohammed I zu verdanken, der eine richtige Festung daraus machte.

Ich persönlich empfinde diesen Teil der gesamten Anlage eigentlich auch als DEN Alhambra-Teil, obwohl man das vom Nasridenpalast auch meinen kann, wahrscheinlich ist es einfach beides!

Der Nasridenpalast ist das schönste Zeugnis islamischer Kultur auf europäischem Boden; Blüten, Sterne, geometrische Muster und arabische Schriftzüge in Stein, Marmor, Keramik und auf Azulejos (Fliesen), überall Türmchen, Bögen, Arkaden, Stuck und Wasserbecken, aber alles nur im Inneren, äußerlich ist der Nasridenpalast unscheinbar, die wichtigsten Stationen:

1. Ehemaliger Gerichtssaal Mexuar, später zur Kapelle weiterentwickelt

2. Myrtenhof, Mittelpunkt des Nasridenpalastes

3. Löwenhof mit Brunnen, Löwenskulpturen und schlanken Marmorsäulen

Plaza de los Aljibes de la Alhambra

Besonderheit Nasridenpalast

Wir haben für 12 Uhr gebucht und sind schon um 11 Uhr bereit, den Palast zu besuchen. Die Einlasskontrollen sind aber streng geregelt, um 11 Uhr werden z.B. die Leute mit Tickets für 10.30 Uhr oder 11.15 Uhr aussortiert. 10.30 Uhr-Tickets sind längst nicht mehr gültig und 11.15 Uhr-Ticketinhaber dürfen sich erneut in die Schlange stellen.

Einerseits finde ich das sinnvoll und konsequent, v.a. für Zuspätkommer, schließlich wird man beim Ticketkauf, per Beschilderung und durch Ticketkontrolleure darauf hingewiesen, dass die Uhrzeit für den Nasridenpalast bindend ist und es keine zweie Chance gibt!

Wer jedoch zu früh ist, naja der hat sich sicherlich nicht absichtlich zu früh angestellt sondern wollte bloß nicht die gebuchte Uhrzeit verpassen, schließlich weiß man ja nicht wie lange man in der Schlange steht. Es ist alles ein wenig chaotisch und ich schaue mir das Treiben beinahe eine halbe Stunde an, bis wir uns dann selbst in die Schlange einreihen. Und sieh an, das Personal wechselt und wir kommen schon 15 Minuten früher rein!

Palacios Nazaríes

Jedenfalls flasht uns der Palastkomplex unsagbar. Wahrlich ein Juwel und unvorstellbar wie er mit damaligen Möglichkeiten entstanden sein mag. Die überreichen Verzierungen stecken sämtliche Kirchen und Kathedralen locker in die Tasche. Da mag es auch brillante Werke geben aber gegen den Nasridenpalast ist alles andere Kindergarten!

Man geht durch verschiedene Räume und Höfe und erlebt dabei ein architektonisches Wunder. Hier wird klar wieso die Alhambra als Weltwunder zählt! Das Wahrzeichen des Nasridenpalastes dürfte der Löwenbrunnen sein, umgeben von fantastisch verzierten Säulen.

Teilweise kann man lesen, dass hier vorab eingehende Sicherheitskontrollen stattfinden, das kann ich nicht bestätigen, man hat beim Betreten des Nasridenkomplexes lediglich einmal meinen Rucksack abgetastet, ohne ihn zu öffnen. Aber beim Ticketkauf haben wir ja auch unsere Personalausweisdaten angegeben und unsere Ausweise werden beim Besuch der Anlage insgesamt häufiger gescannt als die Tickets selbst!

Palacios Nazaríes

Zurück in die Nasridenpaläste. Arkaden, Mosaike, Kacheln, Kalligrafien, Schattenspiele, Muster, Farben, man wundert sich und staunt, kann das Gesehene absolut nicht erfassen. Immer entdeckt man noch etwas Neues, egal wie weit oben und entfernt. Details über Details, nicht vorstellbar! Reizüberflutung pur. Disneyland für Erwachsene.

Nach einer Stunde sind wir nicht mehr aufnahmefähig, man könnte hier den ganzen Tag verbringen, doch die Menschenmassen stören erheblich. Ich würde dir daher empfehlen, so früh wie möglich im Voraus zu buchen und dann auch die früheste Uhrzeit für den Nasridenpalast zu buchen! Wenn dann keine Gruppe kommt, dürfte man einigermaßen in Ruhe gucken können und hinterher widmet man sich dann der Alcazaba und dem Generalife.

El Partal

Eine schöpferische Pause

Auf dem Weg zum Ausgang kehren wir spontan im Restaurant des Paradores ein. Parador-Hotels sind ziemlich gehoben und in ganz Spanien verbreitet und befinden sich immer in historischen Gemäuern. Die Karte sagt uns aber zu und ist auch preislich im Rahmen. Ich bestelle einen veganen Burger und Papa ein andalusisches Sandwich. Das ganze gibt es in schick zurecht gebastelt im Halbschatten auf der Terrasse. Das haben wir uns verdient!

Nach nunmehr vier Stunden in der Alhambra-Anlage machen wir uns auf den Weg ins Hotel, mal die Füße hochlegen und vor allem muss ich etwas auftauen, was locker anderthalb Stunden dauert, denn ich bin so dermaßen durchgefroren, dabei bin ich gar nicht so unangemessen gekleidet, im Gegensatz zu mancher Stöckelschuh-Minirock-Trulla, denen ich allesamt eine Lungenentzündung und gebrochene Knöchel wünsche.

Alhambra in Bildern – zum Durchklicken:

Palacios Nazaríes

Altstadtgassen

Nach unserer schöpferischen Pause wandeln wir auf dem steilen „Cuesta del Rey Chico“ hinunter zum Mirador del Rey Chico (Aussichtspunkt mit Blick auf die Alhambra) und weiter ans Flüsschen Darro. Der Cuesta, also dieser Weg, ist ziemlich steil aber so sind wir auch schnell unten! Allerdings wollen wir auf der anderen Seite wieder hoch! Ins Albaicin-Viertel! Granada ist auf den drei Hügeln Albaicin, Alhambra und Sacromonte gebaut; Albaicin ist das maurische Viertel, typische weiße Häuser, schnörkelige enge Gassen. Erinnert ein klein wenig an die Alfama in Lissabon.

Gleich am Paseo del Padre Manjon, kurz nach Überqueren des besagten Flüsschens, gibt es eine Haltestelle der Albaicin-Minibusse und wir quetschen uns zu einer Menschenmasse hinein. Alle wollen, wie wir, hinauf zum Mirador San Nicolas. Viele bezeichnen ihn als schönsten Ort in ganz Granada. Und das könnte schon bald hinkommen, denn wir haben hier ein tolles Panorama mit der Alhambra und die dahinter liegenden Berge, denn Granada befindet sich am Fuße der Sierra Nevada und ist somit umgeben von hohen Gebirgsketten mit Gipfeln bis zu 3500m Höhe; man kann in den meisten Hotels sogar Schipässe kaufen (Saison ist Dezember bis März), aber man ist andererseits auch nach nur 60km am Mittelmeerstrand… Ein Traum!

Mirador de San Nicolás

Wie dem auch sei. Auf dem Weg zu dem Aussichtspunkt finde ich endlich ein kleines Lädchen mit Granatapfelsaft! Granada bedeutet übersetzt Granatapfel, bei (sehr) genauer Betrachtung fällt einem der Granatapfel hier und da auch im Stadtbild auf!

Der Mirador ist leider heillos überlaufen aber damit haben wir gerechnet, konnten wir das rege Treiben hier bereits von der Alhambra aus erkennen! Wir verweilen trotzdem einige Zeit, bevor wir uns zu Fuß durch das „arabische Dorf“ machen. Es gibt hier viele kleine authentische Restaurants und gemütlichen Cafés und Teehäuser. Einkehren wollen wir heute aber nicht mehr.

Trotzdem ist das Stadtviertel, übrigens das älteste der Stadt, absolut entzückend mit seinen engen historischen Gassen. Wer mehr Zeit und Muße hat als wir nach einem fantastischen Alhambra-Tag, kann hier gut und gerne mehrere Stunden verbringen!

Albaicin Stadviertel

Unten an der Plaza Nueva angekommen, wissen wir ja noch von gestern, dass der Bus nicht weit entfernt an der Plaza Isabel Richtung Hotel fährt. Auf dem Weg zur Haltestelle schlecken wir noch ein Eis, leider schmeckt Garanatapfeleis hier einfach nur nach Gummibärchen! War okay aber der Saft hat mir besser geschmeckt!

Granada ist übrigens Universitätsstadt mit einer der ältesten Unis Spaniens, ca. 60.000 Studenten gibt es hier, entsprechend lebendig ist es in Granada und vor allem auch in unserem Bus nun hoch zur Alhambra! Wir sind die einzigen nicht-spanischen Fahrgäste, der Lärmpegel ist unglaublich! Und allesamt steigen sie auf einen Schlag eine Haltestelle vor unserer aus!

Für uns heißt es nun langsam Feierabend, so ein Tag will dann auch erstmal verdaut werden.

Altstadt Granada in Bildern – zum Durchklicken:

Mirador de San Nicolás

Mittwoch, 1. Mai 2024

10 Uhr. Gran Via, Granada. Schräg gegenüber der Kathedrale sitzen wir im Starbucks [!keine Werbung!] fest und betrachten durch die schützende Fensterscheibe den, mal mehr, mal weniger heftigen Regen. Jeder von uns einen großen Bottich köstlichsten, dampfenden Kaffee vor der Nase. Wir überbrücken hier.

Was bisher geschah

Wieder um viertel vor acht waren wir im Hotel am Frühstücksbuffet, heute aber nicht als Erste, es ist bereits ein wenig Betrieb. Draußen regnet es wieder und ich beneide diejenigen, die heute in die Alhambra wollen, kein bisschen. Und was machen wir noch bei diesem Wetter vor der Rückfahrt nach Malaga?

Um zehn nach zwölf wird unser Bus fahren. Bis dorthin müssen wir innerstädtisch schon zwei Buslinien nutzen, die erste von der Alhambra runter zur Plaza Isabel und ein Stück weiter in der Gran Via den zweiten raus zur „Estacion de Autobuses“, wo die Fernbusse ihr Nest haben.

Wir beschlossen daher, die Zeit noch etwas in unserem trockenen Zimmer auf dem Alhambrahügel zu verbringen und dann eine ganze Weile früher schon unseren Busmarathon zu starten, diesen aber bei der grünen Meerjungfrau zu unterbrechen, da sich eine Filiale genau zwischen der Plaza Isabel, wo wir aussteigen, und der Haltestelle in der Gran Via, von der wir weiterfahren, befindet.

Diese Entscheidung stellt sich nun als goldrichtig heraus, denn ich kann mir hier gleich eine Granada-Kaffeetasse für meine Sammlung leisten, wohlwissend, dass ich zu Hause unseren Küchenschrank werde umsortieren müssen, da komme ich nun wirklich nicht mehr drum herum!

Rückreise nach Malaga

12 Uhr. Wir sitzen im Reisebus nach Malaga und haben dieses Mal die Plätze hinter dem hinteren Einstieg ergattert, die einzigen Sitze, die ein kleines bisschen mehr Beinfreiheit bieten. Es stellt sich zwar schnell heraus, dass jemand dort reserviert hat aber der freundliche Fahrgast verzichtet glücklicherweise auf seinen Anspruch und setzt sich auf die gegenüberliegende Seite. So lassen sich die kommenden anderthalb Stunden einigermaßen ertragen, obwohl der Busfahrer munter zwischen eiskalter Air Con und stinkender, warmer Heizungsluft hin und her wechselt und Mitreisende uns mit Schnarchen und Essensgerüchen belästigen…

Komm mit nach…