Dahner Felsenland 2025 (Pfalz)

Wachtfelsen

Unser Urlaub im Pfälzerwald    –    22.-28. Juni 2025

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INHALT (chronologisch): Lamawanderung in Annweiler am Trifels / Burgruine Drachenfels / Wachtfelsen / Burg Altdahn / Hochstein Dahn / Wanderung Grenzgängerweg (D/FR) / Straßburg (FR) / Burg Berwartstein / Hauenstein

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Sonntag, 22. Juni 2025

Ankommen im Backofen in Dahn: Sommerstart bei 34 Grad!

14.15 Uhr, 34 Grad. – Gefühlt 43 Grad! – Wir sind im Pfälzer Örtchen Dahn nach über fünf Stunden Autofahrt angekommen, und uns trifft der Schlag als wir aussteigen, obwohl wir das Auto gar nicht so extrem gekühlt hatten – dachte ich…

Die Hitze hatte man aber, wenn man ehrlich ist, schon auf der Raststätte irgendwo vor Frankfurt bemerkt. Es gab dort gefühlt keinen Unterschied zu Südeuropa. Genau genommen ergibt eine kurze Wetterrecherche, dass die iberische Halbinsel oder auch die griechischen Inseln aktuell drei bis zehn Grad weniger haben als wir hier – je nachdem für welchen Ort man genau schaut!

An(ge)kommen

Positiv ausgedrückt: Die Sonne scheint konkurrenzlos in unserem Reiseziel, und wir sind ohne echten Stau und Hindernisse einigermaßen flüssig bis zum Pfälzer Wald gekommen! Dass uns hier nun auch noch eine wunderschöne, moderne, saubere, Wohlfühl-Ferienwohnung erwartet, ist wohl kalkuliert, denn hier waren Philipp und ich 2022 schon! Dieses Jahr nehmen wir Papa mit und wollen mal sehen ob es ihm auch so gut gefällt im Dahner Felsenland!

Pfälzer Hitzeschock – Willkommen im Luftkurort Dahn!

An(ge)kommen

Unsere Vermieterin muss gar nicht viel erklären und zeigen, wir kennen uns noch relativ gut aus nach nur drei Jahren, und haben zügig den Autoinhalt in der Wohnung verteilt. Hier oben ist es glücklicherweise nicht so heiß wie es bei den aktuellen Außentemperaturen sein könnte. Eigentlich ist es sogar sehr gut auszuhalten, und ein paar Gläser Wasser und Tassen Kaffee später fühlt man sich auch schon besser!

An(ge)kommen

Trotzdem ist es Zeit für ein schattiges Plätzchen an der „nicht wirklich frischen“ Luft – und das ist schnell gefunden, denn der Kurpark von Dahn ist keine zehn Gehminuten entfernt. Zu Fuß durch die Glutsonne zu spazieren ist zwar nicht so erstrebenswert, aber anders gelangen wir nicht zu unserem geliebten Minigolfplatz. Auch wenn dieser gerade in der prallen Sonne liegt und sich eine Runde Minigolf deshalb verbietet, so gibt es hier doch schattige Sitzplätze im Freien sowie kühle Getränke und Eis.

Dahn Downtown

Als es endlich auf 17 Uhr zugeht, was bedeutet, dass bald die Restaurants in Dahn fürs Abendgeschäft öffnen, suchen wir die Ortsmitte auf, wo es ein paar wenige Geschäfte und Restaurants gibt. In der Pastaria [!keine Werbung!] werden wir fündig und es ist ausgesprochen lecker („alles selbst gemacht und ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe“). Ich muss aber zugeben, dass es bei diesem Wetter auch ein Salat getan hätte… Dafür sitzen wir gut in den klimatisierten Räumlichkeiten!

Erstes Abendessen

Auf dem Heimweg werden wir nochmal so richtig durchgebraten, denn auch um 18 Uhr hat es immer noch ungnädige 34 Grad, sodass wir nach dem Duschen dann doch recht bald in die Horizontale finden. Ich bin um 19.45 Uhr mit Abstand die letzte, die ins Bett geht… 

Montag, 23. Juni 2025

Morgendliche Ruhe

Heute haben wir um 11 Uhr einen Termin in Annweiler am Trifels. Bis dorthin fahren wir lediglich 30 Minuten, also haben wir morgens reichlich Zeit. Papa und ich sind schon gegen 6 Uhr wach, nachdem wir gestern alle schon zwischen 18 und 20 Uhr geschlafen haben…

Gegen 7 Uhr gehen wir zusammen zum Bäcker, gegen 8 Uhr zum Supermarkt, warum sich die Öffnungszeiten unterscheiden, obwohl sich der Bäcker in eben jenem Supermarkt befindet, muss man nicht verstehen. Pünktlich zum Frühstück ist auch Philipp wach. Aber auch danach haben wir noch genug Zeit zum Vertrödeln.

Ein flauschiges Erlebnis – Lama-Wandern mit Debby, Sarah und Pünktchen

Ein flauschiges Erlebnis.

Zu Ostern haben wir Papa die heutige Lama-Wanderung geschenkt. Vor einigen Jahren haben wir zusammen schon mal eine Alpaka-Wanderung gemacht. Warum also nicht auch mal Lamas? Ehrlich gesagt: Ich habe ein bisschen Respekt vor ihnen – aber ich will den Lamas eine Chance geben.

Außerhalb von Annweiler parken wir pünktlich in der Nähe der Lamaweide und gehen zum Treffpunkt. Unsere Gruppe besteht aus zehn Teilnehmern und zwei Guides. Wir nehmen insgesamt sieben Lamas mit, denn nicht jeder Tour-Teilnehmer muss auch ein eigenes Tier buchen. Wir drei haben aber jeder ein eigenes Lama!

Ein flauschiges Erlebnis.

Nach einer kurzen Vorstellung bzw. Einführung geht unsere „Wald und Wiesen“-Tour los. Philipp geht vorweg, er hat das ranghöchste Tier am Strick, die gute Debby, die ihm sehr schnell sehr ans Herz wächst. Damit wir drei zusammen gehen können, bekommen Papa und ich ebenfalls zwei ranghohe Tiere. Weiter hinten laufen dann die rangniedrigeren, das sei sehr wichtig und auch möglichst einzuhalten.

Ein flauschiges Erlebnis.

Ich gehe also an zweiter Position mit meinem Lama Sarah. Sie sei anfangs etwas introvertiert, würde dann aber auftauen, wenn man mit ihr spricht und ihr den Hals streichelt. Und das stimmt auch: Ich freunde mich unerwartet schnell mit Sarah an und mag sie sehr gerne. Vielleicht sind wir uns nicht ganz unähnlich.

Hinter mir geht Papa mit Pünktchen. Die beiden passen gut zusammen – jedes Mal wenn ich mich umdrehe, wirkt es, als würden die beiden schon jahrelang zusammen spazieren gehen…

Ein flauschiges Erlebnis.

Groß ist so ein Lama – aber auch ausgesprochen sanft und unauffällig. Die Alpakas waren da damals etwas aktiver und eigensinniger – und auch das hat riesig Spaß gemacht! Aber die Lamas hingegen schweben regelrecht und angenehm neben einem her – und wenn man ihnen von Anfang an nicht erlaubt, einen eigenen Weg zu wählen, zum Beispiel zum saftigen Gras oder an den nächsten leckeren Busch, dann sind sie auch für die gesamte Wanderung lieb und fügsam.

Besonders fasziniert mich, dass ich ihren vermeintlich fiesen Blick mit den angelegten Ohren immer falsch deute. Ich frage einen der Guides, und sie erklärt mir, dass das nicht – wie bei Pferden – warnend gemeint, sondern eher ein Zeichen der Entspannung ist, solange sie den Kopf dabei nicht drohend nach oben recken.

Ein flauschiges Erlebnis.

Ein Pärchen unserer Gruppe wird eher von ihren Alpakas geführt, als andersrum. Immer wieder überholen sie uns, was wir aufgrund der Rangordnung eigentlich vermeiden sollen. Immer wieder werden sie zurück geschickt. Es ist ein kleines bisschen nervig. Allerdings nicht so nervig wie die zweite Frau, die als Guide mitgeht. So nett und freundlich die eine ist, so kratzbürstig und dominant ist die andere.

Unterwegs wird einmal eine Fresspause für die Lamas gemacht, wo die Tiere die Bäume und Büsche kürzen dürfen, ansonsten gehen wir die ganze Zeit in einem gemütlichen Tempo durch überwiegend waldige Landschaft, aber immer einigermaßen Nähe Straße bzw. Lamawiese weil wir eine eher kurze Tour gebucht haben. Weil es auch heute wieder sehr warm ist, scheint mir diese Wahl ganz richtig zu sein.

Ein flauschiges Erlebnis.

Ein paar Mal erschrecken sich die Lamas weil der begleitende Hund Dieter durchs Unterholz jagt und das in einem irren Tempo, er ist gefühlt überall gleichzeitig – und Lamas sind Fluchttiere. Dementsprechend muss man dann doch auch mal gelegentlich den Strick gut festhalten und auf die Tiere kurz einreden oder sie streicheln. Sie haben sich dann immer binnen weniger Sekunden wieder beruhigt. Insgesamt sind sie absolut unkompliziert und auch von Kindern zu führen.

Ein flauschiges Erlebnis.

Papa´s Lama Pünktchen erinnert mich immer an die Ziegenwanderung in der Eifel 2022. Unsere Spazierziege hieß auch Pünktchen… Außerdem mit uns auf der Tour heute sind noch die Lamas Inka, Thalia, Adele und Fee. Ich finde es ein bisschen witzig und total schön: vor über 30 Jahren habe ich auf ein paar Ponys reiten gelernt, die allerersten Runden drehte ich u.a. auf einer Inka und später immer wieder auf einer Fee…

Ein flauschiges Erlebnis.

Nach der Wanderung dürfen wir den Lamas noch Möhrenstückchen geben. Ich bin verblüfft, wie vorsichtig sie alle -ausnahmslos- die Möhrchen von der flachen Hand nehmen. Mittlerweile fühle ich mich wohl in dem Lamagehege, vor der Tour hatte das noch etwas anders ausgesehen – aber man hat sich schnell an diese ausgesprochen tollen Tiere gewöhnt.

Wir kaufen uns noch ein paar Kaltgetränke und dann bekommen alle ihren „Lama-Führerschein“ als Erinnerung. Nach einem kurzen Päuschen brechen wir auf.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Lama-Wanderung

Ein flauschiges Erlebnis.

Das hat richtig viel Spaß gemacht! Wahrscheinlich schon jetzt mein persönliches Highlight der Woche, diese Tour!

Gut, dass es heute (noch?) nicht ganz so heiß ist wie gestern. Trotzdem ist eine kleine Pause bei Kaffee und Kuchen in unserer Ferienwohnung angebracht.

Steile Stufen und weite Aussichten – Burgruine Drachenfels

Burgruine Drachenfels

Um 15.15 Uhr brechen wir wieder in Dahn auf und fahren zwei Orte weiter nach Busenberg. Philipp wird sich ab sofort sehr über diesen Ortsnamen belustigen, wann immer es geht… Hat er das beim letzten Dahn-Urlaub eigentlich auch schon getan?…

Burgruine Drachenfels

Wir sind wegen der Burgruine Drachenfels hier! Außerhalb von Busenberg gibt es diesen tollen Ort, den wir nun gedenken, kennen zu lernen. Umgeben von malerischer Pfälzerwald-Landschaft ist der Drachenfels ein Anziehungspunkt für Wanderer und Geschichtsinteressierte.

Burgruine Drachenfels

Nur offenbar nicht zwingend heute. Denn außer uns ist nur ein weiteres Auto auf dem Parkplatz und entsprechend angenehm leer ist es auf dem Weg zur Ruine und auf dem gesamten Areal. Hinauf sind es maximal 100m, einigermaßen steil, aber es geht schnell.

Burgruine Drachenfels

Durch die Anlage geht es dann über viel Stein und Stufen. In jede Richtung hat man eine tolle Aussicht über das waldige Umland und sogar bis zur Burgengruppe Altdahn. Der Wind pfeift auch nicht schlecht aber das ist sehr angenehm, denn es ist heute zwar bedeckt aber trotzdem sehr warm.

Burgruine Drachenfels

Der Eintritt hier ist frei, die Ruine super instand gehalten. Ein schönes Ausflugsziel im Wasgau.

Feierabend

Wir fahren noch für die Woche Lebensmittel einkaufen und dann gibt es nach diesem ersten sehr gelungen Tag in der Wohnung ein gekochtes Abendessen, gefolgt von etwas Sofazeit.

Dienstag, 24. Juni 2025

Dienstag, 24. Juni 2025

Gudd´n Morgen!

Auch heute bin ich gegen sechs dann wach. Es ist sehr warm, man hat Durst, man kann auch aufstehen.

Papa holt wieder Brötchen; als Philipp wach ist, wird gefrühstückt, dann macht er sich gegen 9 Uhr auf den Weg. Er will den Dahner Rundwanderweg gehen, wie auch schon vor drei Jahren, der hat ihm einfach so gut gefallen. Ich hab diese große Tour (aus gesundheitlichen Gründen) damals schon nicht mitgemacht und auch heute bin ich nicht im Geringsten interessiert. Ich habe andere Ideen.

Wachtfelsen und Braut und Bräutigam

Wachtfelsen

Auch Papa und ich machen einen Rundgang, aber keine 19 Kilometer wie Philipp, sondern mehr so ein Stündchen zunächst. Wir laufen von der Wohnung einen schönen Kilometer rund ums große Pfalz-Resort, um zum Wachtfelsen zu gelangen und einen Rundweg daraus zu machen, weil wir dann übers Büttelwoog und die Hasenbergstraße zurück in den Ort laufen werden.

Spaziergang zum Wachtfelsen

Eine Ausschilderung zum Wachtfelsen fehlt leider gänzlich aber vorab hatte ich zum Glück die Karte online studiert und den Rest kann man sich dann zusammenraten. Am Wachtfelsen angekommen, erfordert es 65 schmale Metalltreppenstufen hinauf zu steigen, doch oben angekommen hat man einen hervorragenden Rundumblick über Dahn und die waldreiche Umgebung.

Wachtfelsen

Da oben ist es vor allem angenehm windig – auch heute haben wir wieder Mitte 20 Grad und mehr, da ist so ein Lüftchen schon schön. Wir verschnaufen hier also sehr ausgiebig bevor wir die Treppe wieder runter müssen.

Wachtfelsen

Unten angekommen ist es gar nicht weit zur Felsformation Braut und Bräutigam, die sich auch schon an der kleinen „Hauptstraße“ befindet, die wieder zurück in den Ort führt. Es ist für uns nur ein ganz kurzer Stopp.

Nach unserer Rückkehr lassen wir unsere Fewo zunächst links liegen und gehen noch mal ein paar Kleinigkeiten einkaufen, Philipp wird nach seiner großen Wanderung Hunger haben! Und wir vielleicht auch irgendwann…

Burgruine Altdahn und die Soldatenhütte auf dem Hochstein

Spaziergang Richtung Burgruine Altdahn

Nach einer schöpferischen Pause in der FeWo beschließen Papa und ich, noch einmal aufzubrechen – es ist einfach noch zu früh am Tag, und Philipp wird noch eine ganze Weile unterwegs sein.

Wir brauchen weniger als 40 Minuten die Schlossstraße sanft bergauf und weiter bis zum barrierefreien Aussichtspunkt auf die Burgengruppe Altdahn. Die Burgen selbst werden gerade instandgesetzt und sind deshalb für Besucher geschlossen. Macht nichts! So ist es weniger anstrengend: eine schöne Sitzbank, die Burgen stets im Blick, ein mitgebrachter Snack und angenehmer Schatten mit Blick auf Wald und historische Gemäuer in der Ferne, umgeben von Baumrauschen.

Spaziergang Richtung Burgruine Altdahn

Nach ca. 20 Minuten des Verweilens machen wir uns auf den Weg zum Hochstein, welcher ein Kletter-Eldorado sein soll. Und wo ich mich ebenfalls an die schöne Aussicht damals erinnern kann. Und auch an die sogenannte Soldatenhütte, eine Felshöhle, die mal als Unterschlupf gedient haben könnte.

Der Weg dorthin geht entlang verschiedener großer Sandsteinfelsen, es ist schön schattig und die Waldwege angenehm abwechslungsreich.

Hochstein-Spaziergang

Nach dem Hochstein folgt der Abstieg zurück nach Dahn, als Philipp sich meldet, dass er jetzt zurück in der Wohnung sei. Auch wir sind nun auf dem Weg dorthin. Unser zweiter „kleiner“ Ausflug war mit 6,5 km, meist bergauf-bergab, sogar wesentlich länger als der erste Spaziergang am Morgen.

Hochstein-Spaziergang

Relaxen

Den Nachmittag und Abend verbringen wir dann in der Wohnung, teilweise jeder für sich, aber wir spielen auch Phase 10 zusammen und essen gemeinsam Abendbrot. 

Mittwoch, 25. Juni 2025

Der frühe Vogel…

Um 6 Uhr bin ich schon wieder „auf Position“ und wusel wieder zwischen Küche und Yogamatte hin und her. Papa geht bald ins Bad. Philipp wecke ich später. Aber nicht sehr viel später, denn um 7 Uhr wollen wir losfahren und das klappt auch.

Heute sollen es mindestens 33 Grad werden und deshalb wollen wir unsere heutige Wanderung möglichst früh am Tag absolvieren und damit der Mittagshitze entgehen, die sich den ganzen weiteren Tag halten wird…

Grenzwertige Grenzgänger-Wanderung

Grenzgänger-Wanderung

Nach einem kurzen Stopp um Getränke und Snacks einzukaufen, geht es ins 20 Minuten entfernte Nothweiler zum Wanderparkplatz. So mitten unter der Woche und noch dazu um viertel vor acht am Morgen, sind wir hier die einzigen.

Den sogenannten Grenzgänger-Weg hatte ich schon im letzten Pfalzurlaub auf der Agenda – aber alles schafft man ja nie… Heute jedoch soll es diese ca. 7km lange Wanderung sein, die durch die Wälder und über die Hügel des Pfälzerwaldes und ein kleines Stück rein ins französische Elsass führt.

Die Beschreibung der Wanderung besagt, dass diese „mittel“ sei, also weder leicht noch schwer, aber aufgrund der anfangs langen Bergauf-Strecke auch sehr unterschiedlich lange dauern kann, nämlich „zwei bis vier Stunden“.

Grenzgänger-Wanderung

Wir werden nun bald feststellen, dass es nicht nur anfangs sondern generell fast ausschließlich bergauf geht. Das stimmt natürlich nicht so hundertprozentig, denn am Ende gibt es natürlich einen „Abstieg“ zurück zum Dorf Nothweiler, aber gefühlt geht die Wanderung ausschließlich bergan!

Die Dauer der Wanderung kann zudem variieren weil die Beschilderung überhaupt nicht gelungen ist. Sogar direkt zu Beginn am Wanderparkplatz starten wir falsch, obwohl wir den Weg hochgehen, der noch mit unserer Wanderung markiert ist! Doch irgendwann kommt eine Gabelung und dort müssen wir feststellen, dass ein Schildchen fehlt. Mit einer Mischung aus Onlinerecherche und männlicher Intuition, finden wir auf den Weg zurück, doch er bleibt weiterhin mangelhaft beschildert.

Später auf einer Karte kann ich nachvollziehen, dass wir zu Beginn direkt am Litschbach hätten entlang gehen und diesen irgendwann überqueren müssen, wahrscheinlich hätte uns das einiges an Steigungen erspart…

Grenzgänger-Wanderung

Als wir wieder auf Kurs sind, geht es dann erst recht bergauf – und zwar so lange, bis Philipp fast kurz davor ist, sich die Böschung runter zu stürzen. Das stetige Bergauf des Gebirgspasses Col du Schaufelshald bis zum Kappelstein setzt seiner Laune, um die es heute sowieso nicht gut bestellt ist, ziemlich zu. Seit dem viel zu frühen Aufstehen ist er knörig und wird diese Verfassung leider bis zum späten Nachmittag behalten – obwohl die Wanderung landschaftlich unheimlich schön, weil grün, grün, grün und sonnig, ist… Herrlich!

Mir gefällt es jedenfalls. Ja, es ist anstrengend, keine Frage! Aber wenigstens sind wir vor der unerträglichen Hitze unterwegs und haben Sonne pur – und gleichzeitig herrlichen Waldschatten! Ein kleines Highlight ist die Babyschlange, die Papa und ich zwischendurch sehen. Philipp verpasst sie leider, er legt wieder sein Jakobsweg-Tempo an den Tag und ist oft lange Zeit nicht zu sehen, bis er ab und zu mal eine kurze Pause einlegt, damit wir aufschließen können.

Seine Mischung aus müde und noch kein Kaffee und irgendwann Hunger ist einfach nicht gut für eine so anstrengende und schlecht beschilderte Tour. Noch dazu bleiben die vielfach angepriesenen Aus- und Weitsichten so gut wie ganz aus. Was die Wanderung ein bisschen eintönig macht. Ich will nicht sagen langweilig, aber sie ist auch nicht übertrieben abwechslungsreich.

Grenzgänger-Wanderung

Wir machen unterwegs nur sehr kurze Pausen, obwohl wir um die Wette schwitzen. Nur mal kurz was trinken, nur mal kurz ein Apfel, nur mal kurz Luft holen.

Gen Ende der Wanderung verlassen wir auch die mehr oder minder ausgewiesene Strecke, und wählen kurz nach dem Herzog-Johann-Stollen und der Erzgrube Sankt-Anna-Stollen, den direkteren Weg hinab ins Dorf Nothweiler. Einmal trennen wir uns noch, sodass Phil direkt zum Auto geht und Papa und ich im Ort 300 Meter entfernt vom Parkplatz auf einer schattigen Bank abwarten und uns von Philipp einsammeln lassen…

Um 10.45 Uhr sitzen wir schon im Auto und haben über sieben Kilometer in den Waden, dafür haben wir mit Pausen 02h47 gebraucht. – Und viiiel später – weil mich das Thema einfach nicht loslässt –  werde ich in den Rezensionen auf Outdoor-Navigationsportalen lesen, dass wir bei weitem nicht die einzigen sind, die kurz nach Start am Wanderparkplatz gleich falsch gegangen sind! An einer Abzweigung, die wir nicht mal wahrgenommen haben, müsste man nach links abzweigend einen extrem unauffälligen Wiesenweg wählen und erst nach einer ganzen Weile würde man dann wieder einen Wegweiser finden, anstatt dass dieser an der nicht mal erkennbaren Weggabelung angebracht wird… Das ist doch selten dämlich! Wer bringt Schilder so sinnfrei an? Es handelt sich doch um einen sogenannten Premium-Wanderweg. Premium-beschildert ist er jedenfalls nicht.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Grenzgänger-Wanderung

Grenzgänger-Wanderung

Brotzeit und Mittagsschlaf

Wir halten auf der Rückfahrt am Getränkemarkt und dann folgt in der FeWo bald eine ausgiebige „Brotzeit“ – was man im Kühlschrank so findet – mit Kaffee.

Der Mittagsschlaf fällt unterschiedlich lang aus. Ich schlafe tatsächlich mit Abstand am längsten, damit habe ich gar nicht gerechnet. Es ist nun schon später Nachmittag und damit wieder Zeit für Phase 10, einen abkühlenden Kurzbesuch im Supermarkt im Hinblick auf das morgige Frühstück, und etwas fernsehen. Hunger hat man bei der Hitze nicht wirklich.

Um 22.30 Uhr hat es immer noch 26 Grad Außentemperatur… Wie warm es wohl in der Wohnung ist? Quer lüften schön und gut – ich bin leider sehr Zugluft-empfindlich, zum Leidwesen meiner armen Mitbewohner…

Donnerstag, 26. Juni 2025

Petite France

Kommen wir zum entspannenden Teil des Tages

Die Rückfahrt nach Dahn wählen wir bewusst auf einer anderen Route, und auch wenn dieses ebenfalls überwiegend durch Frankreich führt, ist es deutlich entspannter als der Hinweg, was mich betrifft sogar mit wunderbarem Ausblick auf die weit entfernten Erhebungen des Schwarzwaldes… Das wäre vielleicht auch mal ein Reiseziel…

17.44 Uhr. Badeparadies Dahn. Philipp und ich brauchen unbedingt eine Erfrischung und verbringen anderthalb herrliche Stunden im mehr oder weniger kühlen Nass. Tatsächlich sind manche Becken verhältnismäßig warm! Aber besonders im Außenbecken ist es einfach perfekt – und noch perfekter ist, dass kaum andere Gäste da sind und man Platz hat!

Nach dem Abendessen wird wieder Phase 10 gespielt – Philipp verliert langsam den Mut, denn gegen Papa haben wir einfach keine Chance!

Freitag, 27. Juni 2025

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Urlaubsplanung ist alles – außer vollständig

Letzter Urlaubstag. Wohin? Was tun? – Nach dem Frühstück entscheiden wir uns spontan für eine Burgführung ein paar Orte weiter: Bei Erlenbach befindet sich die Burg Berwartstein aus dem Jahr 1152.

Philipp und ich haben sie beide ungefähr zeitgleich auf Maps entdeckt, und ich wundere mich, dass wir nicht schon früher darauf gestoßen sind, immerhin bin ich sehr sorgfältig in der Urlaubsvorbereitung und -recherche, und es sind gerade mal 15 Minuten Fahrt ab Dahn…

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Und deshalb sind wir auch schon um 10 Uhr dort. Parken tut man unterhalb der Burg – es sind dann lediglich 250 Meter bergauf zu gehen. Sofort bei Ankunft dort oben habe ich einen kleinen Wow-Moment, obwohl man noch gar nicht viel sieht. Aber die große Café-Fläche vor der man unmittelbar steht, gefällt mir schon richtig gut: Verschiedene Tische und Stühle ganz bunt durcheinander und teilweise selbst zusammengestellt, zum Beispiel alte Mühlsteine als Tischplatten, dazu jede Menge tolle Deko und Blumen, sehr besonders.

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Der Eintritt kostet pro Person sehr faire 7 Euro – aber ich bin kurz enttäuscht, dass eine Führung erst ab 15 Personen möglich ist, und auf einem schnöden Freitagvormittag außerhalb irgendwelcher Ferienzeiten, ist das relativ unwahrscheinlich, jedenfalls sind mit uns momentan nur drei andere Personen da.

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Aber es heißt, dass wir erstmal auf eigene Faust durch die Burg gehen sollen und um 10.45 Uhr käme jemand zum Treffpunkt am Brunnen und würde uns dennoch kurz ein bisschen was erzählen. – Erfreulicherweise sind wir am Treffpunkt dann 13 Gäste und der Guide macht dann doch die komplette Führung mit uns. Und die gefällt mir richtig gut!

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Der junge Mann weiß vermutlich einfach alles über die Burg – und vortragen kann er auch noch sehr lebendig. Man kann ihm gut zuhören, man möchte wissen, was er zu sagen hat, und das ist eine ganze Menge!

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Genau genommen stehen wir aber nur am Brunnen in der Burg und an verschiedenen Stellen auf dem nicht gerade weitläufigen Außengelände. Dennoch ist die Führung sehr eindrucksvoll und spannend, das weitere Innere der Burg haben wir ja schon gesehen bzw. die Gäste, die das nicht haben, dürfen anschließend wieder rein gehen.

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Der Besuch hier stellt tatsächlich ein kleines Highlight dar: Die Führung ist kurzweilig, die Aus- und Weitblicke sind gigantisch und die Burg ist insgesamt super erhalten, weil in Privatbesitz – nebenan im Wohnhaus leben Menschen!

Abschließend nehmen wir noch ein paar Kaltgetränke hier ein, dann brechen wir auf, es ist mittlerweile 12.15 Uhr.

Zum Durchblättern: Fotoalbum Burg Berwartstein

Zwischen Mühlstein und Mittelalter – Besuch der Felsenburg Berwartstein

Zwischen Schuhträumen und Sockenrealität

12.45 Uhr Schuhmeile Hauenstein [!keine Werbung!]. Hier waren Phil und ich damals schon. Für ihn war das sehr erfolgreich gewesen, für mich eher weniger. Dementsprechend bin ich heute nicht sehr optimistisch was mich betrifft.

Und so ist es dann auch. Phil und Papa werden fündig, ich kaufe mir leider nur Socken… Ganze zweieinhalb Stunden haben wir hier verbracht und mehr als ein paar Socken bekomme ich nicht zustande. Aber was soll´s – wenigstens hatten die Männer Glück, dann war dieser Ausflug nicht umsonst.

Kaffee, Kleinkram und Kartenspiele

16.00 Uhr. Zurück in der FeWo. Erstmal Kaffee trinken – bevor wir ein letztes Mal ein bisschen Kleinkram im Supermarkt um die Ecke holen gehen. Der Abend geht mit Fernsehen, Kochen und Kartenspielen ins Land, am Ende ist es 23 Uhr, so lange war ich die ganze Woche noch nicht wach.

Samstag, 28. Juni 2025

Auf dem Heimweg...

Heading back home – Aber schon Pläne für´s nächste Mal!

Um sechs Uhr knipps stehe ich auf. Vor der möglichst pünktlichen Abfahrt müssen und wollen wir aufräumen, frühstücken, duschen und den Rest packen. Die Männer beladen das Auto und fahren tanken während ich um 9 Uhr die Wohnung übergebe.

12 Uhr. Pipi Pause auf ungefähr halber Strecke. Und weil ich in der prallen Sonne sitze und es kaum noch ertrage, tausche ich mit Papa die Plätze. Ich bin wirklich kein guter Beifahrer, daher ist dieser Wechsel gewagt… Aber weitere drei Stunden später haben wir es dann doch geschafft! 

Auf dem Heimweg...

Am Morgen, beim Abschied von der Vermieterin, hatte Philipp übrigens gesagt: „Na dann… bis zum nächsten Mal!“ – Das hatten wir zwar gar nicht besprochen… Aber vorstellen kann ich es mir! Die Wohnung gefällt uns so gut – und, man glaubt es nicht, aber es gibt immer noch so viele Ziele in der Umgebung, die wir noch nicht kennen, und die uns interessieren würden…

Zum Durchblättern: Fotoalbum Dahn

Spaziergang Richtung Burgruine Altdahn