Faial & Santana

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Madeira Themenpark in Santana

Mittwoch, 13. November 2024

Schon wieder der frühe Vogel…

Gegen halb sechs bin ich wach. Deutscher Zeit ist es ja auch schon halb sieben und wir sind gestern schließlich sehr, sehr früh schlafen gegangen. Ich mache das Fenster auf und höre ab und zu den oder die Hähne krähen und die Nachbarskatzen „singen“… Auch ein paar Autos fahren hier vorbei, es kommt langsam Leben auf aber es bleibt noch lange dunkel.

In unserem Appartement hingegen kommt noch nicht so richtig Leben auf, erst nach etwa zwei Stunden wecke ich Philipp, schließlich macht um acht unser Mini Mercado auf, wo wir gestern nebenan auch eine Art Theke erspäht haben, wo wir uns heute Morgen ein Käffchen erhoffen. Mindestens. Aber vor allen Dingen habe ich Hummeln im Hintern, wie an jedem ersten Morgen, an dem ich im Urlaub auf Reisen erwache!

In die Gänge kommen

Kurz nach Ladenöffnung sind wir bei weitem nicht die ersten Besucher. Drinnen und draußen stehen und sitzen, überwiegend ältere, Portugiesen und Portugiesinnen bei einer heißen Tasse kräftigem schwarzen Gebräu und halten einen Plausch. Einige von ihnen augenscheinlich auf dem Sprung, vielleicht Richtung Dienstbeginn, andere scheinen Zeit zu haben und Zeitung zu lesen. Wie schön, wir sind hier auf dem Dorf.

Erster Morgen, erster Kaffee

Wir setzen uns draußen dazu, es gibt wunderschöne Holzmöbel und es ist überdacht. Philipp kauft uns zwei Tassen Kaffee, 1 Euro das Stück. Ich hole aus dem kleinen Markt zwei Pastel de Nata, ebenfalls 1 Euro das Stück. Ich liebe es! Zwar direkt an der kleinen Straße aber mit Blick auf die riesige grüne Felswand vor uns, lässt es sich definitiv aushalten, zumal mit solchen günstigen Köstlichkeiten! Unser erster Morgen…

Es dauert nicht lange, da kommt die Frau vorbei, die uns gestern eingecheckt hat, sie hat heute ihren freien Tag aber will Brot holen. Wir plaudern kurz, sie empfiehlt uns einen View Point, also einen Miradouro, der für heute sowieso schon ganz oben auf meiner Liste steht, erzählt uns noch ein paar Dinge über die Insel, und dann geht sie in den Mini Mercado, vor dem wir sitzen. Wir beobachten noch das lebendige Treiben, zwei Sherriffs kehren auch noch ein, es kann Einbildung sein weil wir so langsam in den Urlaubsmodus kommen aber irgendwie wirken die Leute hier nicht so gestresst und schlecht gelaunt wie die Deutschen…

Blumeninsel

Miradouro do Guindaste

Wir fahren nach Faial. Vom Appartement aus sind das 25km in die Richtung, aus der wir gestern angereist sind. Wir wollen uns dann von dort aus zurück „arbeiten“ Richtung Ponta Delgada, wo wir wohnen. Anfangen tun wir mit dem besagten Miradouro, der noch relativ neu ist, oder zumindest die dortigen Aussichtsplattformen über dem Meer gibt es noch nicht so lange, vermutlich ist auch das moderne WC-Häuschen noch eher neu.

Man steht auf diesen kleinen Aussichtsplattformen sozusagen über dem Atlantik hier, weiter links und rechts Felsen, den Wind im Haar. Herrlich ist es hier, kann locker mithalten mit dem Miradouro da Beira da Quinta gestern, welches unser allererster Miradouro auf Madeira gewesen ist.

Miradouro do Guindaste

Wir genießen es sehr, hier zu verweilen, vor allem weil wir fast die einzigen Besucher sind! Wer hier vorbeikommt, darf auf gar keinen Fall vergessen, anzuhalten! Die Beschilderung ist seltsamerweise dürftig, man muss schon selbst dran denken!

Natur- und Kulturwelterbe Santana

Die Gemeinde Santana ist bekannt für ihre typischen Madeira-Häuschen, dreieckig und reetgedeckt. Sie sind heute unser Hauptanliegen hier, weil sie einfach zu Madeira dazu gehören! Wir haben bei unserem letzten Besuch auf Madeira zwar schon zwei solcher Häuser im Botanischen Garten in Funchal gesehen aber eigentlich stehen diese Häuser ganz besonders für Santana! Oder Santana für die Häuser…?!

Câmara Municipal de Santana

Wir parken irgendwo am Straßenrand und dackeln erstmal los, irgendwo einen Kaffee trinken. Ein richtiges Frühstück will sich immer noch nicht auftun, denn vegetarisch ist immer schwierig, wenn man nicht gerade ausschließlich Süßkram essen will…

Wir spazieren ein bisschen durch Santana, der Ort ist kein Highlight aber für einen kleinen Rundgang doch ganz nett, vor allem ohne die Touristenmassen, die im Sommer hier sein müssen. So schauen wir uns auch noch ganz in Ruhe in einem Souvenirshop um, kaufen gegenüber in der Post Briefmarken und dann schauen wir uns endlich die besagten Häusle an. Auch sie sind eigentlich unspektakulär aber eben auch sehr hübsch und fotogen. Man muss hier nicht zwingend herkommen aber für uns ist das heute genau richtig: Erstmal ankommen, nur ein bisschen rumgucken, noch keine Bäume ausreißen! Wandern gehen können wir auch morgen noch!

Casas Típicas de Santana

Parque Temático

Santana hat noch mehr zu bieten!
Der Madeira-Themenpark steht zwar nicht auf unserer, meiner Liste, weil die Rezensionen doch extrem unterschiedlich sind im Internet, aber es ergibt sich jetzt einfach. Erster Pluspunkt: Parken ist schon mal kostenlos.

Und noch bevor wir überhaupt ans Kassenhäuschen gelangen, stoppen wir an einem süßen, niedlichen Café! Es ist ja jetzt auch schon bald halb 12, vielleicht kann man endlich mal was beißen. Auf den ersten Blick alles wieder süß oder fleischig aber ich frage einfach und bekomme Käsetoasts! Das ist jetzt genau das richtige, und Philipp wird auch fündig. Wir sitzen hier sehr nett und es ist, mit insgesamt weniger als 8 Euro inklusive Getränke, wieder sehr günstig! Philipp ist besonders begeistert von dem Glasboden unter einem der Tische, denn dadurch kann man runterschauen auf einen plätschernden Brunnen. Hier gefällt es uns in jeglicher Hinsicht unfassbar gut.

Espressobar in Santana

Für den Themenpark gibt es dann zwei Ticketoptionen: 3 Euro für den Spazier-Rundweg und die auch dort befindlichen Santana-Häuschen oder 12 Euro inklusive Eintritt zu allen „Attraktionen“. Mir hätte das Basic Ticket gereicht aber Philipp möchte gerne die 12-Euro-Variante haben, also machen wir das

Der Park stellt sich als nicht besonders groß heraus aber es gibt schlechtere Optionen, wie man seine Zeit verbringt. Man kann das schon mal machen! Man darf nur keine Mega-Attraktionen erwarten, denn diese heißen wie folgt:

Es gibt ein kleines Fahrgeschäft, das uns mich an die Universal Studios in Orlando erinnert, aber natürlich ist die Fahrt viel, viel kürzer, trotzdem nett gemacht und thematisch auf Madeira bezogen.

Madeira Themenpark in Santana

Es gibt nette Spazierwege, insbesondere bemerkenswert aufgrund der tollen Bepflanzungen. Zwischendrin stehen Madeira-typische Objekte in Übergröße, zum Beispiel der Madeira-Strohhut.

Dann gibt es ein weiteres, ich nenne es mal vorsichtig, Fahrgeschäft, da schaut man einen Film über Madeira und die Sitze wackeln passend zum Film, zum Beispiel wird simuliert, dass man mit einem Bike den Berg runterbrettert oder ähnliches. Mir wird schlecht, Philipp ist jedoch Feuer und Flamme.

Auch ein kleiner Streichelzoo ist dabei aber man geht nicht in die Gehege hinein, man kann die Tiere nur vom Zaun aus anfassen, da wären Ziegen, Schafe, Hasen, Strauße und Esel. Strauße würde ich nun nicht anfassen, bei allen anderen ist es möglich. Traurig finde ich nur wie ungepflegt die Esel wirken, einer scheint eine größere Wunde am Bein zu haben, die schon voller Fliegen sitzt… Und putzen scheint die Zotteltiere auch niemand…

Madeira Themenpark in Santana

Es gibt auch noch einen Levada Walk, also eine Mini-„Wanderung“, eher ein Weg, entlang einer Levada, wie hier auf der Insel die Bewässerungskanäle heißen, hier ist Philipp ohne mich unterwegs, ich beobachte die vielen dicken Fische in einem großen Teich! Es sind so viele, man gewinnt dein Eindruck, ZU viele…

Auf diesem Gewässer kann man auch Ruderboot fahren, wenn man das 12-Euro-Ticket hat. Übrigens sind alle „Attraktionen“ auch einzeln noch nachlösbar, wenn man nur das 3-Euro-Ticket hat. Die all inclusive-Variante ist aber unterm Strich günstiger, sofern man auf nichts verzichten möchte…

Madeira Themenpark in Santana

Wir hüpfen jedenfalls noch eine Runde ins Ruderboot und werden hier von dem riesigen Fischschwarm verfolgt. Noch größer dürften die Fische aber nicht sein, dann würde es gruselig, schließlich ist man ihnen in so einem Boot ja doch sehr nah. Ich könnte sie streicheln und ich glaube sie würden es geschehen lassen, aber ich traue mich nicht.

Manche sind so groß, dass die kleineren teilweise in die offenen Mäuler der großen reinschwimmen aus Versehen. Denn all diese Fische reißen ständig die Mäuler auf, in der Hoffnung auf Futter, welches man für 1 Euro dazu kaufen kann – das ist im 12-Euro-Paket nämlich nicht enthalten…

Zum Durchblättern: Fotoalbum Santana

Madeira Themenpark in Santana

Heimweg mit Zwischenstopps

Eigentlich fußläufig vom Themenpark befindet sich ein größerer Supermarkt aber wir fahren natürlich mit dem Auto rüber weil wir hier heute größere Mengen kaufen wollen. Wir bilden uns ein, dass es hier günstiger ist als bei uns im Mini Mercado aber so sicher bin ich mir da später nicht mehr… Trotzdem kaufen wir einen kleinen Vorrat für unser Appartement, wir sind ja schließlich über eine Woche dort! Zukünftig würde ich aber nicht extra den Weg zum Supermarkt auf mich nehmen sondern unten im Haus im Mini Mercado einkaufen, grundsätzlich gibt es dort auch alles.

Nun wollen wir aber „nach Hause“ – und auf dem Weg noch mindestens einen Miradouro mitnehmen! Einer ist jedenfalls geplant, weitere wollen wir eventuell spontan dazu nehmen.

Atlantik-Aussicht in Santana

Zuerst wird es die Quinta do Furao [!keine Werbung!], hier sind wir nun recht zufällig gelandet. Dieses wunderschöne Hotel hoch oben über dem Meer hat u.a. auch ein Restaurant, einen Weinkeller, einen Pub etc. für Nicht-Hotelgäste und sogar Tagesausflügler kommen hier Busse weise her. Mir gefällt die Aussicht sehr gut aber Philipp hält hier leider nichts…

Also der besagte Aussichtspunkt: Der Miradouro da Vigia in São Jorge. Hier haben wir wieder Glück mit einem Parkplatz, es stehen nur zwei andere Autos dort. Richtung Osten kann man auf einen Leuchtturm schauen, auf´s Meer ja sowieso. Es ist nett hier, keine Frage, aber Philipp hat schon recht: Wir haben heute schon so viel Schönes gesehen, man ist irgendwann „voll“…

Zum Durchblättern: Fotoalbum São Jorge

Miradouro da Beira da Quinta

Zeit, die Füße hochzulegen

Den späten Nachmittag und frühen Abend, verbringen wir auf dem Balkon mit Pistazien knacken, später Ofengemüse schnippeln, Fotos des Tages sichten und dann kuscheln wir uns ein um unsere Serie zu schauen. Urlaub pur!!!

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