Flamingo

Zurück nach Key West

Dienstag, 14.03.2017

Gestern Abend habe ich mich ganz schön vertrödelt am Laptop. Zwei Uhr war einfach zu spät und morgen brauche ich starke Nerven, also ausreichend Schlaf vorab! Denn morgen müssen wir leider auschecken und weiterziehen. Die neun Nächte in diesem Hotel hier in Miami waren unbeschreiblich toll aber auf uns warten die Universal Studios in Orlando! – Ein weiter Weg!

Allerdings – wen interessiert schon was gestern war und was morgen ist?

  • Was ist heute???
Dienstag, 14.03.2017

Heute sind wir später aufgewacht als an irgendeinem anderen Tag in diesem Urlaub! Macht aber nichts, wir haben heute eine verhältnismäßig kurze Strecke vor uns: Es geht noch mal in die Everglades, genau genommen in den Everglades Nationalpark, der direkt hinter Miami, also nach ein bis anderthalb Stunden Fahrt, beginnt!!

10.15Uhr:

Das vorletzte Frühstücksbuffet in Miami liegt hinter uns und wir sind auf dem Weg! Der Everglades Nationalpark, der schon etwa 70km südwestlich von Miami beginnt und somit entsprechend gut erreichbar ist, dürfte einer der bekanntesten Nationalparks des Landes sein, von dem man neben dem, beispielsweise, Grand Canyon, vielleicht auch schon mal gehört hat, wenn man mit Amerika sonst so gar nichts am Hut hat… Aber: Warum – wo es doch viel spektakulärere Landschaften gibt?

Dienstag, 14.03.2017

Vielleicht weil der Park so gigantisch groß ist? Das Sumpfgebiet erstreckt sich über mehr als 6000 Quadratkilometer und nimmt somit im Grunde mehr oder weniger ganz Florida ein! Und gibt damit genug Stoff für ausschweifende Dokumentationen im Fernsehen… – Ja, mag sein, zum einen die Größe…

Oder aber vielleicht weil es hier „gefährliche“ Krokodile und Alligatoren gibt? – Auch das kann ein Grund sein…

Dienstag, 14.03.2017

Was ist mit den Airboats?? – Ich bin mir sicher, sie sind auch ein Grund. Im Heidepark gibt es sie, bestimmt auch in anderen Freizeitparks in Europa, aber so richtig „echt“ sind sie doch nur hier! In den Everglades! Das ist wie mit den Gondeln, die unter anderem in Las Vegas im „Venetian“ herum geschippert werden, aber eigentlich nur in Italien, im echten Venedig, so richtig „echt“ sind!!

Es mag viele Gründe geben, wieso die Everglades so bekannt sind.

Dienstag, 14.03.2017

Unser Navi allerdings (!) kennt leider weder eines der Visitor Center noch irgendeinen anderen Anhaltspunkt innerhalb des Nationalparks, sodass wir den letzten Stadtteil von Miami vorm Nationalpark eingeben und ab dort nach Schildern fahren müssen! Und das klappt sogar wunderbar.

Direkt am Ernest F. Coe (wer auch immer…) Visitor Center halten wir kurz an aber es hält uns hier nichts: Pipi-Pause, Gift Shop und weiter.

12.30Uhr:

Es folgt die offizielle Entrance Station, wo wir 25 Dollar abdrücken müssen und dann geht es los!!

Dienstag, 14.03.2017

Mich würde interessieren ob mittlerweile in allen National- und State Parks auf App bzw. Ahnungslosigkeit umgestellt wurde, oder ob nur Florida gegen gedruckte Informationsbroschüren ist, die es 2011 und 2013 noch überall an jeder Entrance Station bzw. im Visitor Center eines Nationalparks gegeben hat… Hier in Florida gibt es so etwas heutzutage bestenfalls nach sehr ausgiebiger Suche…

Dienstag, 14.03.2017

Wir haben genau drei Stationen, die wir innerhalb des Nationalparks besuchen wollen. Der erst ist der Pa Hay Okee Overlook, den man innerhalb kürzester Zeit vom Parkplatz aus erreicht, nachdem man von der Main Park Road (State Highway 9336) abgebogen und 2km geradeaus gefahren ist. Als wir aus dem Auto steigen riecht es sofort extrem nach Mückenspray, was uns veranlasst, ebenfalls noch einmal nachzulegen. Dengue ist zurzeit immer noch das Stichwort.

Dienstag, 14.03.2017

Zum Overlook selbst ist es dann ein sehr kurzer Rundweg zu Fuß aber man sieht dort nicht sehr viel. Die nackten Bäume präsentieren sich uns vorwiegend in weißlich bis gräulich, wir erblicken eine Schildkröte und schauen auf die typische Gras-Sumpflandschaft, die die Everglades ausmachen. Ergebnis: Zwei Mückenstiche, kein Wow-Effekt.

Dienstag, 14.03.2017

Sechszehn gefahrene Kilmeter später erwartet uns der Mahagony Hammock Trail, ein Rundweg von angegebenen 700m Länge, was mir aber sehr großzügig bemessen erscheint. Zum Glück – muss ich sagen! Denn auch hier gibt es nicht viel zu sehen, wir gehen durch dichten Wald auf einer Art Bretterfußboden, der schon deutlich bessere Zeiten gesehen hat… Generell erlangt man hier überall das Gefühl, dass hier schon lange nichts mehr gemacht wurde im Park, das dessen Erhaltung dient!

Dienstag, 14.03.2017

Und auf diesem Mahagony Hammock Trail wimmelt es nur so von Mücken, auch wenn ich keine sehe, ich höre sie und führe einen Mückentanz nach dem anderen auf, bis ich endlich, so schnell ich kann, wieder das Auto erreicht habe, wo ich dann die Stiche zählen kann… Schade! Ich hatte mir von diesem Nationalpark so viel mehr erhofft!

Dienstag, 14.03.2017

Die 25 Dollar/Auto für den Everglades NP sind aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, zumal Kartenmaterial fehlt, ebenso wie Mülleimer! Wege und Geländer werden offenbar null gepflegt und der Gipfel ist am Südende das Flamingo Visitor Center. Von diesem sehen wir nur die ältliche blasspinke Fassade, die einst leuchtend knallpink gewesen sein wird, sowie die wirklich üblen WCs. Ein Stückchen weiter dann die sogenannte kleine Marina, die von Kajakfahrern genutzt wird und wo Ausflugsboote starten. Und zu guter Letzt noch eine kleine Tankstelle, optisch uralt bis unbrauchbar, nebst Shop.

Dienstag, 14.03.2017

14.00Uhr:

Letzteren betreten wir auf der Suche nach Kaltgetränken und Boot-Tickets. Normalerweise wären mir 35 Dollar + Tax für eine Bootsfahrt von anderthalb Stunden eindeutig viel zu viel Geld gewesen, zumal mir wahrscheinlich eh nur schlecht wird von dem Geschaukel, aber heute ist die Situation eine andere. Der Park war bisher so enttäuschend, da muss doch noch irgendetwas kommen!…

Es gibt zwei verschiedene Touren. Auf der einen verspricht man uns Alligatoren und Krokodile. Auf der anderen Manatees, Delfine und viele verschiedene Vogelarten. – Prinzipiell klingen beide gut, die Alligatoren und Krokodile vielleicht noch etwas aufregender, aber da wir selbst auch eher unaufregend sind und die Manatee-Delfin-Vogel-Tour als nächstes startet, entscheiden wir uns für diese.

Dienstag, 14.03.2017

14.30Uhr:

Wir sitzen auf der „Pelican“, haben Schattenplätze ergattert und sind froh, dass das Boot nicht besonders voll ist. Erfreulicherweise ist die Fahrt nicht sonderlich schaukelig und die Zeit vergeht viel schneller, als gedacht!

Für Vögel kann ich mich, jedenfalls ohne das erforderliche Fernglas, nicht übermäßig begeistern aber irgendwann sichten wir doch noch jede Menge Delfine, die natürlich nicht wirklich vor die Kamera-Linse zu bekommen sind, da sie, bis auf wenige Ausnahmen, eher etwas weiter entfernt vom Boot auftauchen und das natürlich immer nur für einen ganz, ganz kurzen Moment!

Dienstag, 14.03.2017

Auch wenn wir keine Manatees sehen, ist diese Tour ein wirklich schöner Ausflug! Der Preis ist natürlich nicht gerechtfertigt aber wir haben uns etwas entspannt und sind entschädigt für den bisher irgendwie enttäuschenden Tag in den ach so berühmten, aufregenden Everglades… Da war es vorgestern irgendwie spannender obwohl wir uns dort in einem Gebiet außerhalb der Nationalparkgrenzen aufgehalten haben.

Fazit zum Everglades NP also:

>Wer auf Mücken und Vögel steht, keine nennenswerte Infrastruktur benötigt und am Liebsten Kajak oder Boot fährt, der mag im Everglades Nationalpark unter Umständen glücklich werden.

>Für USA-Neulinge ist der Park zudem vermutlich empfehlenswert weil man keine Vergleiche ziehen kann. Ich persönlich kenne schon einige Parks und finde andere deutlich schöner! Da bin ich verwöhnt versaut!

Der Tag in Bildern – zum Durchklicken:

Dienstag, 14.03.2017

17.30Uhr:

Wir haben die halbe Strecke (bzw. etwas mehr) nach Miami hinter uns gebracht und kehren im Olive Garden [!KEINE WERBUNG!] in Homestead ein! Olive Garden ist eine Restaurantkette mit italienischer Küche und auch eingerichtet im italienischen Stil – für amerikanische Verhältnisse sogar wirklich authentisch! Kennen gelernt habe ich einen Olive Garden 2009 am Times Square in New York City. Seither lag leider noch keiner wieder auf meinem Weg – bis heute!:

Die Karte ist vegetarischer als jede andere, die ich in den vergangenen neun Tagen in den Händen gehalten habe und auch die Preise sagen uns absolut zu. Am Ende haben wir für 50 Dollar inkl. sehr großzügigem Trinkgeld leckeres Brot, einen Berg Salat, die weltbeste Minestrone, zwei perfekte Nudelgerichte und zwei kalte Getränke (free Refill versteht sich) bekommen. Das ist für diese Menge und vor allem dieses Land einsame Spitze und genau so hat es auch geschmeckt! ♥ Italienischer kriege ich es zu Hause auch nicht!!!!

Kommst du morgen mit nach Fort Lauderdale?