Donnerstag, 23.08.18 Esbjerg
Nur langsam in Gang kommen
Erst um halb elf verlasse ich unsere Kabine auf der MS Astor. Viel schlafen und lesen entspannt mich. Mein letzter Urlaub ist schließlich fünf Monate her und war, ganz abgesehen davon, auch nicht sonderlich erholsam weil wir innerhalb weniger Tage die halbe Toskana auf den Kopf gestellt hatten. Weitestgehend bei Schlechte-Laune-Wetter…
Tee auf dem Sonnendeck. Das Wetter ist ausreichend, heißt: Trocken, phasenweise leicht sonnig, leider auch windig. Kurz vor Eröffnung des Mittagbuffets ziehen Mama und ich in den Übersee Club um. Danach liegt es sich im Bett noch mal ganz gut wo ich mein gestern begonnenes Buch -mit 200 Seiten also eher ein Heft- beende und zwischendurch schon mal für morgen meinen Koffer packe, bevor wir endlich gegen 14.30Uhr (leicht verfrüht) in Esbjerg, Dänemark festmachen!
Anderthalb Stunden in Esbjerg
Um 15Uhr kann ich das Schiff verlassen und bin zunächst noch frohen Mutes und voller Optimismus, denn zum ersten Mal in einem Hafen begrüßt man uns hier anständig. Es gibt dänische Volksmusik live und ein Zelt der Touristeninformation wurde extra für uns direkt vorm Schiff aufgebaut. Darin befinden sich Mitarbeiter der Touristeninformation mit viel Prospektmaterial und einem kleinen typisch dänischen fischigen Snack. Sehr nett gemacht alles. Aber ich schnappe mir nur schnell den Stadtplan und zuckele los. Ohne Mama übrigens, die lieber an Bord bleiben möchte. Ohne zu ahnen, dass das auch die vielleicht bessere Wahl heute ist.
Denn als ich das Stadtzentrum erreicht habe, stelle ich schnell fest, dass man hier zwar einkaufen gehen kann aber für mich sind die Geschäfte dort von der Auswahl her unattraktiv. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, wie dänische Kronen in Euro umgerechnet werden. Und abgesehen von der langen Einkaufsmeile bietet die Stadt offenbar auch: genau gar nichts. Jedenfalls wenn man nicht unbedingt in ein (Kunst-) Museum gehen möchte. Der kleine Marktplatz ist von mir aus noch recht hübsch und man hat hier im Ort vieles hübsch mit der dänischen Flagge dekoriert – ansonsten ist es eher mau.
Ich bummele auch durch die Nebenstraßen um die Fußgängerzone herum durch Wohngebiete aber es kommt absolut kein Flair, das mir sagt, dass ich hier noch länger bummeln oder gar irgendwo verweilen sollte. Am eindeutigsten ist die Tatsache, dass ich irgendwann ganz verzweifelt meine Kamera in die Kameratasche stopfe, weil ich einfach nicht weiß, was ich hier fotografieren soll und das obwohl ich sonst immer ein Motiv finde… Ein seltsames Städtchen, dieses Esbjerg!
Ganze drei Cafés tue ich auf aber keines davon kann mich überzeugen, einzukehren, ich habe ja nicht einmal was zu Lesen dabei. Und eines dieser Cafés ist auch noch eine Filiale der Kaffeekette, bei der uns der Kaffee schon in Göteborg schon nicht zugesagt hatte…
Also folge ich einem der Wegweiser zur Fanö-Fähre. Ich weiß, dass im 20 Minuten-Takt eine preiswerte Fähre auf die nicht weit entfernte Insel fährt. Ich weiß allerdings nicht, was mich dort erwarten würde. Dennoch gehe ich bis zum Fähranleger. Es findet sich aber absolut kein Informationsmaterial über die Insel, über Ticketpreise oder sonst irgendetwas, sodass ich irgendwann resigniere…
Esbjerg ist viel Industrie. Nichts schnuckelig-dänisches. Sehr windig. Und sehr langweilig. Ich will nach Hause: Zur Astor! Bitte warum hat man hier überhaupt angedockt? Damit man sicher und überzeugt die Frage „Welcher Hafen hat Ihnen am wenigsten gefallen?“ im Gästefragebogen beantworten kann?… (Es gibt diese Frage wirklich!
Meine neun Bilder von Esbjerg – zum Durchklicken:
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