Ich freue mich riesig, von der Warteliste nachgerückt zu sein und ein paar Tage auf der deutschesten aller nicht-wirklich-deutschen Inseln verbringen zu dürfen um endlich einmal kennen zu lernen, was ich da tagtäglich eigentlich so verkaufe… Ich bin gespannt, wie der Rest der Insel aussieht, denn bisher kenne ich nur Palma, die Playa de Palma, Soller und Puerto de Soller von meiner Mallorca-Reise 2011 und natürlich den Kreuzfahrthafen von einer Mittelmeerkreuzfahrt 2009.
Mallorca in Bildern – zum Durchklicken:
Dienstag, 13.09.2016
1 Uhr: Pünktlich auf die Minute holt mich das Sammeltaxi zum Hannover Airport ab. Ich merke schnell, dass die zwei Stunden Schlaf mich nicht besonders voran gebracht haben. Der nervenaufreibende Fahrstil des Fahrers verhindert aber ein Wegnicken meinerseits.
02:15 Uhr: Ich lerne die erste Teilnehmerin der Gruppe kennen – Michelle. Wie sich im Zielgebiet dann herausstellen wird, ist sie sogar meine Zimmerpartnerin. Wir treffen hier am Flughafen bald auf weitere Teilnehmerinnen und die Gruppenleitung.
4 Uhr: Wir sitzen bereits am Gate. Geboten wird uns, dank deutlich betrunkener Junggesellenabschiedsgruppen in einheitlichen neongelben T-Shirts, mehr als genug „Unterhaltung“.
7 Uhr: Den Flug habe ich, abgesehen von der Laugenstange und einem Wasser, wunderbar verschlafen. Gerädert fühle ich mich trotzdem als wir pünktlich am Aeropuerto de Son Sant Joan in Palma landen!
9 Uhr: Unser Standorthotel Girasol [!keine Werbung!] in Cala Millor ist auf den ersten Blick annehmbar! Nur leider können wir noch nicht auf die Zimmer. Es gibt zunächst Frühstück – das Buffet ist offenbar sehr vielfältig aber ich kann jetzt nichts essen… Zum Glück dauert es nicht sehr lange, bis wir auf die Zimmer kommen. Unser Eckzimmer hat einen großen Balkon mit Blick auf die Straße und die Betonbunkter um uns herum aber auch Richtung Meer…
Cala Millor erscheint mir ausgesprochen hässlich zu sein. Kein Wunder, der Ort liegt im größten Touristen-Ballungsgebiet im Osten Mallorcas. Ich habe schon jetzt die böse Vorahnung, dass es hier in nahezu allen Touri-Küstenorten ähnlich aussehen wird…
Das Mittagessen verschlafen Michelle und ich jedenfalls. Da kommt uns am Nachmittag das Zimmermädchen mit ihrem Obstkorb ganz recht. Ab auf den Balkon mit Bananen und Erdbeeren, besser als nichts! Im Nachhinein wäre es nur schön gewesen, wenn das Zimmermädchen den restlichen Korb irgendwann auch mal wieder abgeräumt hätte, dann wären Michelle wahrscheinlich die Ameisen vorm Bett und im Koffer erspart geblieben…
18.30 Uhr: Endlich die offizielle Begrüßung und Programmvorstellung sowie Kennenlernen der vollständigen Gruppe und unserer Insel-Reiseleitung im winzigen Konferenzraum des Hotels. Das Programm klingt ähnlich vielversprechend wie zuvor in schriftlicher Form.
21 Uhr: Endlich Abendessen. Leider nicht in Buffetform sondern drei Gänge serviert am Platz. Nicht optimal nach einem anstrengenden Anreisetag. Es gibt als Vorspeise eine Art Obstsalat. Der Hauptgang besteht aus einem Löffel Bandnudeln mit leckerer Pilz-Rahmsauce und wahlweise Wachtelfleisch. Zum Dessert ein schokoladiger Kuchen mit einer Kugel Eis, doch ich verzichte. Das war insgesamt wirklich sehr gut und auch optisch ansprechend präsentiert – das hatten wir so nicht erwartet von diesem eher etwas einfacheren Hotel. Was nicht heißt, dass wir uns hier nicht wohlfühlen. Wir sind in einem soliden Haus untergebracht, die Zimmer sind gerade renoviert, wenn auch nicht besonders modern. Dafür haben wir einen großen Balkon und alles ist sauber. Man wohnt hier vernünftig und vor allem zentral.
Mittwoch, 14.09.2016
8 Uhr: Frühstück. Nicht so nach meinem Geschmack.
9 Uhr: Abfahrt in dreißig Minuten entfernte Can Picafort. Von dem Charme eines ehemaligen Fischerortes ist hier absolut gar nichts mehr zu erkennen, es handelt sich heutzutage um eine reine Hotelzone, wie mir scheint. Hier besichtigen wir gleich drei Hotels:
The Sea By Grupotel [!keine Werbung!]: Ein, wie ich finde, sehr schönes und sehr modernes Adults Only Hotel direkt am Strand. Der Gast wird in eine Art Aquarium-Feeling versetzt, als befände er sich unter Wasser. Das ist schon sehr besonders.
Grupotel Farrutx [!keine Werbung!]: Sehr nett und im Moment ebenfalls frisch renoviert. Aber etwas vom Strand weg, dennoch zentral im Ort, der mir im Übrigen ebenso wenig gefällt wie Cala Millor. Der typische Touristenquatsch.
Grupotel Montecarlo [!keine Werbung!]: Von den drei heute besichtigten Hotels hat dieses am Meisten Flair, befindet sich aber auch an einer recht stark befahrenen Straße. Im Anschluss gönnt man uns das fantastische Mittagsbuffet in diesem Hotel.
Den Nachmittag über sind wir dann viel in der Landschaft Mallorcas unterwegs. Zuerst: Der erste View Point wenn man Richtung Kap Formentor fährt! Hier kann man, wie zum Beispiel an den View Points in den USA, wunderbar spazieren gehen, auf das Meer blicken, tolle Fotos schießen und verweilen. In den meisten Bereichen ist es allerdings gerade sehr überlaufen, da müsste man besser morgens vor dem großen Andrang kommen!
18 Uhr: Hotelauswertung und anschließende Fahrt in den Nachbarort Sa Coma. Hier besichtigen wir die gigantisch große Anlage des Family Hotels Protur Safari Park [!keine Werbung!] und sind dort zum Abendbuffet eingeladen!
Donnerstag, 15.09.2016
08:30 Uhr: Frühstück.
09:30 Uhr: Abfahrt nach Palma, wo wir im Rahmen „gruppenunabhängiger Eigenrecherche“ ein wenig auf eigene Faust unterwegs sein dürfen. Da ich die Stadt bereits aus meinem Mallorca-Urlaub vor fünf Jahren kenne, gibt es für mich hier nicht wirklich etwas Neues, zumal wir auf einen Besuch der Kathedrale La Seu von innen verzichten. Wir finden aber ein paar Souvenirs und vor allem rechtzeitig den Rückweg zum vereinbarten Treffpunkt.
Zusammen als Gruppe begeben wir uns in das älteste Kaffeehaus von Palma zum Mittagessen. Die Gerichte sind hier sehr fleischlastig, sodass ich auf zwei kleine Stücke Gemüsepizza zurückgreife. Pizza ist dabei sicherlich die falsche Wortwahl, da es sich um typisch mallorquinische Speisen handelt, die mir aber leider nicht so zusagen. Aus „Verzweiflung“ wird es dann noch eine Kugel Mandeleis, das eher wie ein Wassereis aber unglaublich lecker schmeckt!
13 Uhr: Abfahrt mit dem Roten Blitz von Palma nach Soller! Diese Bahnverbindung besteht schon seit 1912, damals noch für den Transport der Orangen – heute ist es eher eine Touristenattraktion, die ich auch schon von meinem letzten Mallorca-Besuch kenne… Die elektrische Schmalspurbahn lohnt aber auch noch diese zweite Fahrt, da die Ausblicke unterwegs auf die wunderschöne Landschaft einfach herrlich sind! Sechs Mal täglich hat man die Chance von Palma aus zu starten!
Man fährt fast 30km in eher gemäßigtem Tempo, erst aus der Stadt heraus und später etwas schneller Richtung Gebirge. Olivenbäume, Mandelplantagen, hohe Berge, kleine Schäfchen, über Brücken und durch Tunnel! Einige Bahnverbindungen beinhalten sogar einen Fotostopp am Mirador del Pujol d´en Banya, das kenne ich so vom letzten Mal! Aber unsere heutige Fahrt geht non stop, sodass wir nach schätzungsweise etwa einer halben Stunde bereits Soller erreichen, wo wir in die Straßenbahn nach Puerto de Soller umsteigen.
Eine Fahrt im Winter ist natürlich deutlich entspannter weil die Züge dann nicht so brechend voll sind wie jetzt in der Hochsaison. Landschaftlich hat mir aber beides ganz gut gefallen.
In Puerto de Soller haben wir kurz Gelegenheit uns umzuschauen – ich schlage in einem Delikatessengeschäft zu! Hier gibt es alles was das Herz begehrt, von Früchten über Olivenöl, Konfitüren, Eis, Spirituosen und Weinen bis hin zu Kräutern, Wurst, Käse & Co.! Einen kurzen Fußweg entfernt wartet dann wieder unser Bus, der uns zurück Richtung Palma bringt, genauer gesagt an die Playa de Palma, wo wir auch noch ein bisschen Verschnaufen können. Michelle und ich tun dies in einem kleinen Supermarkt und im WLAN des nächsten zu besichtigenden Hotels, dem sehr stilvollen Grupotel Playa de Palma Suites & Spa [!keine Werbung!]. Das 5-Sterne-Hotel ist eine wahre Oase der Ruhe am Ballermann, abseits der berühmt-berüchtigten „Einkehrmöglichkeiten“.
Das Abendessen in diesem Hotel ist für mich das Beste der gesamten Woche! Auch die Weine, die man sogar für zu Hause käuflich erwerben kann, sind empfehlenswert. Mir hat es sagenhaft gut gefallen! Es handelt sich hierbei um meine persönliche Meinung und ich erfahre keine Vorteile dadurch. Zum Abschluss dieses tollen Tages gehen wir noch auf eine Runde Cocktails in einen Beach Club. Hier lässt der Service wirklich sehr zu wünschen übrig aber eine lustige Runde ist es trotzdem!
Freitag, 16.09.2016
8 Uhr: Frühstück.
9 Uhr: Abfahrt Richtung Cala Ratjada, wo uns nach ca. 20 Minuten Fahrt die wohl schönste Hotelbesichtigung der Woche erwartet! Das Sensimar Augait [!keine Werbung!] empfängt uns superherzlich, sieht einfach nur toll aus, liegt direkt am Meer und Erinnerungen an meinen Türkei-Urlaub im letzten Jahr werden lebendig.
Weiter geht die Fahrt! Wir machen einen Schlenker durch Cala Ratjada – meine Befürchtung „kennste einen Küstenort, kennste alle Küstenorte“, bestätigt sich langsam aber sicher. Und dann geht es ins Landesinnere! Endlich! Nach insgesamt fast einer Stunde Fahrt kommen wir aber dennoch am Hotel Viverde Hotel Sa Bassa Rotja [!keine Werbung!] an. Viverde wird es bald nicht mehr geben aber das Konzept bleibt hier auf jeden Fall bestehen, zumal es schon vor Viverde-Zeiten bestanden hatte!
Wir verbringen hier eine sehr schöne Zeit während einer ausgiebigen Hotelbesichtigung, der selbständigen Kräuterschnapsherstellung und des leckeren und landestypischen Mittagessens. Erinnerungen an meine Inforeise Türkei 2014 werden wach! Da haben wir ein paar Nächte im Viverde Hotel Loryma [!keine Werbung!] verbracht. Das war damals wirklich toll aber hier ist es einfach noch einmal authentischer! Endlich mal ein bisschen spanisches Flair! Völlig ruhige Lage, fernab von auch nur irgendetwas. Nur Pool, Spa, Wanderwege, Reitwege, Pferde, Schweine, Esel und eigener Gemüse- und Obstanbau. Ich lieb´s. Doch bald geht es zurück in unser Standort-Hotel für eine klitzekleine Pause.
17.30 Uhr: Noch mal eine Stunde Fahrt. Dieses Mal nach Porto Petro, bei Cala D´Or, zur nächsten Hotelbesichtigung. Dieses Mal ein Puravida-Hotel [!keine Werbung!], wo wir nicht den allerbesten Eindruck gewinnen. Ein viel zu lauter „Ruhepool“ mit einer tschechischen Partygruppe, Kinder auf den Balkonen im „Adults Only“-Bereich und ein völlig überfülltes Restaurant, wo wir nichtsdestotrotz sehr lecker zu Abend essen.
Porto Petro als Ort, das ist jedoch etwas, das mir gefällt. Es gibt nur etwa eine Handvoll Restaurants, einen ganz kleinen Hafen zum Spazieren oder Verweilen und ansonsten ist es sehr ruhig und unspektakulär. Kein riesiger, hin geklatschter Touristenort voller Bettenburgen. Da könnte ich es aushalten…
Samstag, 17.09.2016
9 Uhr: Frühstück. Und Koffer packen. Unser Hotel ist überbucht und acht Zimmer müssen für die letzte Nacht umziehen. Eigentlich konnte es gar nicht anders sein, als, dass es auch Michelle und mich trifft! Natürlich… Aber gut, hilft ja nichts und das neue Hotel befindet sich auch nur drei Straßen weiter.
10 Uhr: Spaziergang zum nahegelegen neu renovierten Strandhotel Hipotels Hipocampo [!keine Werbung!], das heute unsere erste Besichtigungsadresse darstellt.
Anschließend fahren wir zur allerletzten Hotelbesichtigung der Woche. Etwas außerhalb von Cala Millor befindet sich das Hotel Mallorca Mar [!keine Werbung!], eine große Family-Anlage, wo wir uns auch am Mittagsbuffet laben dürfen.
Zurück in Cala Millor beziehen unser neues Zimmer im Hipotels Said [!keine Werbung!]: Mir gefällt es irgendwie total gut, auch wenn die Zimmer relativ alt sind und die dunklen, abgewetzten Möbel bald mal ausgetauscht werden könnten…
18 Uhr: Hotelauswertung, Abschlussbesprechung und Fahrt nach Cala Ratjada. Hier findet unser Abschlussessen in der sehr stylischen, modernen aber lauten und windig-zugigen Tapas Bar Euforia [!keine Werbung!] statt. Ganz offenbar „The place to be“ hier in Cala Ratjada, oder vielleicht sogar generell auf der Insel, denn ohne Reservierung findet nicht mal ein Pärchen ein Plätzchen. Das Essen ist sehr gut aber wir können uns nicht richtig unterhalten, da die Musik extrem laut ist, wie in einem Club, wo man tanzen geht. Die Kellner sind muskelbepackte Fitnessjunkies in extra engen T-Shirts, passen damit ins Gesamtbild aber nicht zwingend zu meinem persönlichen Geschmack.
Leider wird es sehr spät, was für uns „Spätabflieger“ schon anstrengend ist aber die Teilnehmer mit 4Uhr-Transfer-Zeiten haben es noch deutlich härter dadurch! Trotzdem ist der Abendein gelungener Abschluss in einer außergewöhnlichen Location!
Sonntag, 18.09.2016
Jeweils zig Sorten Säfte, Smoothies, Shakes, Joghurt, Müsli, Brot, Brötchen, Wurst, Käse, Honig, Marmelade und noch viel mehr. Darüber hinaus diverse Eier- und andere Warmspeisen, Gurke, Tomate, Paprika und weitere Sorten rohes Gemüse, jedes nur erdenkliche Obst, Pancakes, Brownies, die weltbesten Churros, mallorquinische Spezialitäten und und und! Erschlagend! Und dazu endlich einmal richtig vernünftiger Kaffee! Endlich haben wir ein richtig tolles Frühstücksbuffet! Dafür hat sich der Umzug gelohnt!
Wir lassen uns richtig schön Zeit, packen anschließend ganz in Ruhe unsere Koffer und checken „pünktlich“ zur Maximal-Check-Out-Time um 12 Uhr aus, bevor wir uns für ein Stündchen Schlaf an den Pool begeben. Die Koffer stehen sicher im Gepäckraum des Hotels und wir müssen noch den Tag rumkriegen bis am Abend der Transfer zum Flughafen. Zu guter Letzt gehen wir noch einmal auf kleine „Shopping“tour in Cala Millor und schlagen die letzten Stunden in der Lobby unseres Hotels mit Lesen und im WLAN tot.
Zeit, die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren zu lassen… Ich habe auf jeden Fall sehr viel gesehen und noch mehr gelernt. „Malle“ ist mir jetzt ein bisschen bekannter als zuvor, ich kann jetzt viel besser „mitreden“. Vieles hat mir sehr gut gefallen, vieles aber auch nicht. Denn es gibt nicht nur schicke Hotels, tolle Buffets, herrlichen Sonnenschein und glitzerndes Meer sondern natürlich auch Schattenseiten wie von Touristen überfüllte Altstadtgassen, überfüllte Strände, überfüllte Züge und überfüllte Restaurants und Cafés. Aber am Wenigsten mag ich wie un-spanisch die Touristenorte sind, das schockiert mich doch immer wieder. Sie sind damit einander so ähnlich und austauschbar, sie versprühen wirklich überhaupt kein landestypische Flair. Ich kann einfach nicht viel anfangen mit Massentourismus und mangelndem Interesse der Urlauber an der Landeskultur. Aber jedem das Seine.
17.45 Uhr: Abfahrt zum Flughafen.
Nach dem Check In, der „Wanderung“ zu Gate 93 im Terminal D des riesigen Flughafens sowie einem Snack von einem Fast Food „Restaurant“, geht es auch schon los. Leider müssen wir in der Maschine noch sehr lange auf eine Starterlaubnis warten, weil gerade „Rush Hour“ am Airport herrscht, aber irgendwann dürfen auch wir starten.
23.55 Uhr: Wir landen etwas verspätet in Hannover, sodass ich pünktlich „kurz“ nach Mitternacht meinem Schatz in die Arme fallen und ihm zum 30. Geburtstag gratulieren kann! Natürlich nur mit Muffin inklusive Geburtstagskerze! 🙂












